BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang

18. April 2017

Die Fastenzeit ist zu Ende – und somit auch die Zeit meines kleinen Selbstexperimentes weitestgehend auf Plastikverpackungen zu verzichten. Gleichzeitig ist dieses Ende aber auch der Startpunkt, meine neu gewonnen Erfahrungen und Einsichten in meinen Alltag einzubauen und beizubehalten. Schließlich ist es mein Ziel gewesen, einen für mich alltagstauglichen Weg zu finden, weniger Plastikmüll zu verursachen.

Meine Bemühungen in diesen 40 Tagen haben soweit gut funktioniert und ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem, was ich erreicht und dazugelernt habe. Von Beginn an war ich sehr positiv gestimmt, da mich bereits mein erster plastikfreier Einkauf total begeistert und motiviert hat. Es ist zwar nur ein recht kleiner Einkauf Jasmin_Fotogewesen, aber alleine die Auswirkungen, die mir dabei klar geworden sind, waren eindrucksvoll. Bei einer kleinen Auswahl an Produkten (siehe Foto) habe ich bereits sechs Plastikverpackungen eingespart. Nüsse, Haferflocken und Leinsamen habe ich im Unverpackt-Laden in eigene Gläser abgefüllt. Obst und Kräuter habe ich frisch und lose eingekauft.

Als sehr interessante und positive Erfahrung empfand ich es außerdem, wie Verkäufer*innen an der Kasse reagiert haben, wenn ich lose Lebensmittel auf das Band gelegt habe. Kein einziges Mal bin ich belehrt worden, dass ich Tüten verwenden solle. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl, dass mein Vorgehen auf Verständnis gestoßen ist und gutgeheißen wurde. Auch Supermark-Mitarbeiter*innen können die täglichen Müllmassen nicht mehr sehen.

Allerdings gab es auch die ein oder anderen Dinge, die ich in der Zeit als recht schwierig empfunden habe. Dazu zählt zum einen, dass das Plastik-Fasten viel Zeit in Anspruch genommen hat. Einkäufe müssen geplant werden, neue Läden und neue Produkte ausfindig gemacht werden. Zum anderen hatte ich dadurch auch höhere Kosten als sonst. Des Weiteren empfanden es manche Freunde, mit denen ich einkaufen war, als kompliziert und zu aufwendig.

Abschließend kann ich diese Erfahrung aber nur jedem empfehlen. Das Experiment hat Spaß gemacht, mich auf schlechte Gewohnheiten aufmerksam gemacht und meinen Horizont erweitert.

Jasmin


Finales Klimafasten in Salzburg

14. April 2017

 

BIld Klimafasten Salzburg Christian Unger

Die letzten Tage habe ich bei meiner Freundin in Salzburg verbracht. Meine Freundin achtet von Natur aus sehr auf ihre Ernährung und auch was und wo sie einkauft. Gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten war aber auch für sie etwas Neues.

Eine neu aufgekommene Herausforderung war die Tatsache dass ja auch die Beutel im Mülleimer aus Plastik sind. Diese wollte ich ebenfalls nicht mehr kaufen, also musste eine Alternative her. Ich habe nun Beutel aus Altpapier. Das Problem ist, dass diese Schwierigkeiten mit Feuchtigkeit haben. Das führt dazu, dass wir feuchte Abfälle nun vorher zum Trocknen ans Fensterbrett oder den Balkon legen.

Ich fand die Zeit sehr angenehm und habe viel Neues gelernt. Gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten ist schwierig, aber ich denke ich werde geschätzte gute 80 % meines neuen Konsumverhaltens auch zukünftig so beibehalten können. Es war ein sehr schönes Experiment und regte in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an!

Servus, macht‘s guad!

Chris

Die bisherigen Blog-Beiträge von Christ könnt ihr hier und hier nachlesen.


Anderthalb Monate Askese

11. April 2017

Seit dem 1. März 2017 faste und verzichte ich unter anderem auf die folgenden Sachen:

  • tierische Produkte (Milch, Käse, Joghurt etc. – Fleisch esse ich ohnehin nicht)
  • Alkohol
  • Zucker und Süßigkeiten
  • Kaffee / Koffein
  • Thein
  • Palmöl, Palmfett

DSC_0131_Bild2Mindestens einmal im Jahr führe ich einen Verzichtsmonat durch, um mich im Verzicht zu üben. Ich möchte mir ins Bewusstsein rufen, wie gut es mir angesichts des hiesigen Überflusses, günstiger Preise für teure Güter und meiner Privilegien doch eigentlich geht. Und: Zu wissen, dass ich verzichten kann, gibt mir Energie und Selbstbewusstsein.

Die erste Woche war hart, doch dann ging es steil bergauf. Meine Müdigkeitstiefs wurden weniger krass, meine „Morgenmuffeligkeit“ nahm ein wenig ab, mein Schlaf wurde tiefer (mein Kind bekommt mich dennoch weiterhin wach). Inzwischen habe ich sogar „natürliche Hochphasen“, in denen ich mich so fühle, als hätte ich gerade einen grünen Tee oder gar einen Kaffee getrunken. Vor allem in der Uni, in der Bib und auf der Arbeit motiviert mich dieser Schub ungemein.

Urlaub ohne Kaffee und Kuchen?

Nachdem ich vor zwei Wochen, als ich zusammen mit Partnerin und Kind im Urlaub war und sehr viele Menschen um mich herum Kaffee und Kuchen genossen haben, plötzlichen Heißhunger und -durst auf eben genau diese Köstlichkeiten hatte, war ich umso mehr von der Notwendigkeit überzeugt, bis zum Ende der Fastenzeit durchzuhalten, um auch diese Phase zu überstehen und um mit einem guten und reinen Gefühl ins Mitte April beginnende Sommersemester zu starten.

Am 14. April hat meine Tante Geburtstag, die nicht nur sehr guten Kuchen backt, sondern obendrein leckeren Kaffee macht. Dieses Ereignis wird mein Tag des Fastenbrechens, worauf ich mich schon sehr freue.

Askese statt Konsum

Abstinenz, Verzicht und Askese sind in meinen Augen und für mich Wege, um mich zurückzubesinnen auf das Wesentliche im Leben; um mich zu lösen von all dem Überfluss und von all den Begehren, denen ich anhafte; um mir nicht nur bewusst zu werden, dass es auch „ohne“ geht, sondern um darüber hinaus dieses „Ohne“ gut und geil und großartig zu finden und es zu zelebrieren.

Denn auch wenn der Konsum von Luxus- und Genussmitteln wie Alkohol, Kaffee, Fleisch & Co. für viele von uns Alltag und selbstverständlich geworden ist darf uns dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass für die allermeisten Menschen auf diesem Planeten diese wertvollen Produkte, Rohstoffe und Güter nicht nur alles andere als selbstverständlich (sondern eben Luxus und Genuss) sind, sondern auch, dass sie auf Ausbeutung basieren. Was meint ihr, warum Kaffee oder Fleisch so (zu!) günstig sind? Weil Bäuer*innen und Produzent*innen schlecht bezahlt werden! Weil Tiere und Natur wie Dreck behandelt werden! Weil die wirklichen Kosten inklusive der ökologischen Folgen nicht im Preis enthalten sind!

Ich werde bald sechs Wochen auf sämtliche dieser und weitere wertvollen Güter verzichtet haben, um mir diesem Missverhältnis bewusst zu werden, mein Konsumverhalten stetig anzupassen und um mir mehr denn je meine Privilegien vor Augen zu halten.

Ich werde bald sechs Wochen auf alle tierischen Produkte verzichtet und mich vegan ernährt haben, da dies nicht nur meiner Gesundheit zugutekommt, sondern auch der Umwelt. Denn natürlich ist ein veganer Ernährungs-, Kleidungs- und Lebensstil ökologisch nachhaltiger als einer, der Fleisch, Käse, Leder und mehr beinhaltet. Hätten alle Menschen den Umweltverbrauch eines Deutschen, wären 2,5 Erden zur Bedarfsdeckung nötig.

Dies sollte uns zu denken geben – und zeigt darüber hinaus, dass wir alle zusammen ganz individuell sehr wohl etwas tun können, um die globale Klimaerwärmung zumindest zu verlangsamen. Darüber hinaus braucht es aber natürlich ein Umdenken und -handeln in der Politik, Wirtschaft und Industrie. Um genau dies zu erreichen reicht es natürlich nicht aus, einfach nur zu verzichten, seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern und beispielsweise bestimmte Konzerne wie Nestlé, Coca-Cola, Danone, Unilever, Kraft, Müller & Co. zu boykottieren. Mindestens genauso wichtig – wenn nicht noch wichtiger – ist der politische Protest und Widerstand, der mit Verzicht, Boykott und – nicht zu vergessen! – Bildungsarbeit einhergehen muss.

Wer am Ende, nachdem eine Naturkatastrophe nach der anderen folgt und ganze Länder überschwemmt sein werden, die Zeche zahlt ist klar – die anderen; jene an und unter der Armutsgrenze, diejenigen, die vor allem produzieren anstatt konsumieren und einfach alle Menschen, die am wenigsten dafür können. Ist es nicht so?

Doch solange wir einen ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen und gesunden Weg finden, können wir die Welt noch retten. Ähnliches sagten auch Die Ärzte:

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, 

es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

enis*


Es heißt: Endspurt für die Fastenzeit!

10. April 2017

Gini_Klimafasten_blogHallo zusammen,

die Fastenzeit, in welcher ich auf Fleischprodukte verzichten möchte, nährt sich dem Ende. Ich sehe die eine verbleibende Woche immer noch optimistisch und probiere weiterhin tolle, neue vegetarische Rezepte aus. Zu Hause kochte ich zum Beispiel leckere Pellkartoffeln mit selbstgemachtem Kräuterquark und meinen selbstgezogenen Sprossen. Ja, ich habe in der Fastenzeit die Sprossen noch mehr lieben gelernt als zuvor. Ich habe verschiedenste Verwendung für sie in den Gerichten gefunden und esse sie nicht mehr nur auf meinem Frischkäsebrot. Das liegt auch daran, dass ich unterschiedliche Sprossensorten ausprobiere. Auch machen sich die Sprossen super in einer chinesischen Nudelpfanne mit Sojasoße und buntem Gemüse.
Apropos asiatisches Essen… Mein Opa hatte vor ein paar Wochen Geburtstag und wie bei ihm üblich, gingen wir zu dem neu eröffneten japanischen Restaurant um die Ecke. Ich konnte leider nicht widerstehen, ein Gemüse-Nudelgericht mit zartem Hähnchenfleisch und Erdnuss-Kokos-Soße zu bestellen. Im Nachhinein plagte mich total das schlechte Gewissen. So habe ich gelernt, dass es auch mal okay ist, Ausnahmen zu machen, aber habe mich im gleichen Moment auch irgendwie angelogen. Man sieht, dass das Klimafasten ein Experiment sein soll, anstatt hundertprozentig darauf zu verzichten. Gerade als junger Mensch sollte man sich viel ausprobieren und dabei lernen, dass auch zum Beispiel wenig Fleisch essen besser ist, als es jeden Tag zu tun. Das habe ich auf jeden Fall schon vorher gewusst, aber schien es mir eine Herausforderung, mal komplett darauf zu verzichten.

Klimafasten im Alltag
Meinen Freund konnte ich nur halb von dem Fasten-Vorhaben überzeugen. Er murrte, als es nun schon viermal hintereinander vegetarisches/veganes Essen gab. Aber immerhin hat er nicht jeden Tag ein Fleischgericht gebraucht! Früher war für ihn ein Essen ohne Fleisch kein richtiges Essen, aber als ich nun mit ihm zusammen richtig schmackhafte Gemüsegerichte und Aufläufe kochte, fand selbst er, dass dazu gar kein Fleisch passte. Leider musste ich wieder ein paar Ausnahmen machen, da ich bei seiner Familie nun mal nicht wirklich darauf verzichten kann. Es wäre in meinen Augen total unhöflich und merkwürdig, wenn ich das Essen ablehnen würde.

Es fiel mir hingegen super leicht, auf Wurst und Fisch zu verzichten, da ich es auch vor der Fastenzeit nicht mochte. Ich bin weiterhin am Ausprobieren von verschiedensten vegetarischen/veganen Gerichten und finde in der BUNDjugend Bundesgeschäftsstelle immer mehr Anregungen, da wir zum Mittag immer vegan und biologisch kochen (gestern kochten Pascal und ich frisches Bärlauchpesto mit Nudeln, hmmm).

Wie mein persönliches Fazit zur Klimafastenzeit ist und was ich in der letzten Fastenwoche so gekocht habe, werdet ihr im nächsten Blogbeitrag von mir lesen.

Eure Gini


Motivation wo bist du?

6. April 2017

In den letzten Wochen lief, bis vor ein paar Tagen, alles gut. Kein Plastikkonsum, relativ schnelle Eingewöhnung und Alternativenfindung. Ich bekam zu meinem Geburtstag viel Schokolade, natürlich alles in Plastik eingepackt. Eine Woche nach meinem Geburtstag war es dann so weit. Diese lag tagelang vor meiner Nase, geradezu aufgetürmt. Und ihr müsst wissen, ich liebe Schokolade!

Pascal_Schokokuchen

Nach dem Stress der letzten Wochen und keine Lust mehr auf das Experiment, weil es mich nervte andauernd etwas nicht essen zu können, öffnete ich eine Pralinenpackung voller zart dahinschmelzender Schoki. Das Doofe daran war nur, dass ich alles einfach runterschlang und gar nicht genug kriegen konnte und im Endeffekt gar nicht gemerkt habe, dass ich meine leckere Lieblingssüßigkeit gegessen habe, also alles umsonst.

Ein schlechtes Gewissen kam dann noch dazu, als ich es in meinem Plastik-Update-Video auf YouTube davon erzählte, das war irgendwie peinlich. Niemand fand es schlimm, aber mein Ehrgeiz war etwas angeknackt. Unzufrieden also mit diesem Geschehnis nahm ich seitdem mein Experiment lockerer, immerhin ist es ein Versuch und viel weniger Plastik habe ich auch verbraucht, darauf kann ich sehr stolz sein!

Immer noch bekomme ich viel Zuspruch von Freunden, Familie und Zuschauern auf YouTube. Einige konnte ich selbst schon dazu anregen mehr auf ihren Plastikkonsum zu achten und ihr Leben bewusster zu gestalten.

In meinem Kopf schwebt seit einigen Tagen immer mehr der Gedanke „Was ist, wenn das Experiment vorbei ist? Werde ich gleich viel Plastik konsumieren oder weniger?“. Ich habe mich in den letzten Wochen noch intensiver mit dem Thema Plastik und dessen Vor-und Nachteilen auseinandergesetzt und bin mir sehr sicher, dass ich weiterhin sehr darauf achten werde wenig Plastik um mich herum zu haben. Da ich in der nächsten Zeit umziehen werde, werde ich diese Gelegenheit gleich nutzen, um mein Umfeld von unnötigem Plastik zu befreien und wenn nötig auf Alternativen zurückgreifen.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ich in den nächsten acht Tagen haben werde und melde mich hier auf dem BUNDjugend Blog zum Ende des #Klimafasten wieder.

Bis dahin und bleibt plastikfrei,

Pascal


Klimafasten – Es gibt viel zu entdecken

5. April 2017

Hallöle!

Nun ist schon der erste Fastenmonat vorbei und ich habe viel Neues ausprobiert und entdeckt. Ich merke, dass ich noch nicht 100%ig nach dem Zero-Waste-Prinzip Leben kann. Da es aber keine einmalige Aktion für sechs Wochen, sondern Teil meines Alltags werden soll, habe ich kein großes Problem damit. Ich habe mich daran gewöhnt, meinen Jutebeutel zum Bäcker mitzubringen und, wenn ich es nicht aus lauter Stress vergesse, mein Essen zum Mitnehmen ohne unnötige Plastiktüten zu bestellen. In größeren Städten wird natürlich jeder verpackungsfreie Laden besucht. In meiner Kleinstadt besteht da noch einiges an Potenzial. Warum wird denn das „gute Bio-Obst/Gemüse“ dreifach in Plastik eingepackt? Zwar brauche ich kaum Frischhaltefolie, dennoch werde ich bald Bienenwachstücher selbst machen, vielleicht als inspirierendes Geschenk.

Beschenkt wurde auch icsusih vor kurzem, als ein Packet der BUNDjugend bei mir ankam. Darin waren Socken eines Berliner Labels, veganes Duschbad, Aufstrich und noch eine Bambuszahnbürste. Socken – super bequem und schön bunt. Duschbad – zwar in einer Plastikverpackung, aber die kann ich ja wiederverwenden. Aufstrich – natürlich lecker. Bambuszahnbürste – wird verschenkt, mal sehen, wen ich damit zu einem nachhaltigeren Lebensstil motiviere. Mit meinem zuvor gekauften, festen Shampoo bin ich übrigens sehr zufrieden. Für die letzten zwei Wochen nehme ich mir vor, noch ein paar nützliche Alltagshelfer selbst zu basteln.

Bis dahin, lebt weiterhin die Veränderung!

Eure Susi


Sieben Wochen ohne Schweinerein: Halbzeit

3. April 2017

Das Einkaufen dauert im Moment immer ein wenig länger, vor allem in der Drogerie, wo man den Produkten das Palmöl nicht unbedingt auf den ersten Blick ansehen kann. Zu meiner großen Freude kann ich sagen: Alnatura hat palmölfreie Duschgelsorten, sagt meine Codecheck.info-App. In dieser Hinsicht war der Green Market das Paradies für mich: Soweit das Auge reicht nur vegane Produkte, leckeres Essen, das man kosten darf und ganz viel Naturkosmetik, die auch noch ohne Palmöl ist, wie zum Beispiel die Seifen von Lima, die ich ab jetzt ausprobiere. Meine Haut ist sehr trocken und entzündet sich recht schnell. Weder Waschgel für trockene Haut, noch welches, das gegen Unreinheiten helfen soll, zeigt irgendeine Wirkung. Und ich bin entsprechend sehr gespannt, ob die Seife mit Oliven- und Kokosöl, Kakaobutter, Aktivkohle und Lavendelöl endlich das richtige für meine Haut ist. Die Liste der Inhaltsstoffe ist jedenfalls deutlich kürzer als bei anderen Produkten.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich eine große Schwäche für Süßigkeiten und auch in dieser Hinsicht ist das Klimafasten eine sehr gute Sache für mich. Ich schaffe es sonst nie den Süßigkeiten, die meine Kollegen mitbringen, die kalte Schulter zu zeigen. Da das alles nur selten vegan ist und/oder Palmöl enthält, verzichte ich jetzt auf den Süßkram. Stattdessen habe ich eine Nussmischung dabei und gelegentlich mal vegane Schokolade. Wer weiß, vielleicht reichen die sieben Wochen ja aus, um mich auf Dauer so standhaft zu machen.

Meine Mutter feiert demnächst Geburtstag und ich werde dafür natürlich in die Heimat fahren. Schon meine Entscheidung vegetarisch zu leben, war für meine Eltern erst einmal eine Umstellung. Inzwischen haben sie kein Problem vegetarisch zu kochen, wenn ich zu Besuch bin. Vegan ist da natürlich noch eine andere Sache. Für die Geburtstagsfeier selbst werde ich aber einen Nachmittag lang eine Ausnahme machen. Ich kann und will nicht von Familie und Freunden meiner Mutter verlangen, dass sie mein Fastenvorhaben beim Backen berücksichtigen, aber ich weiß auch, dass es immer so viel leckeren Kuchen und Torten gibt, dass ich nicht nur den einen zufällig veganen Kuchen essen will.

Vegan zu leben fällt mir immer leichter: Mittlerweile mache ich mir jeden Morgen ein leckeres Brot mit veganen Aufstrichen, Salat, Tomate, Gurke und entweder Räuchertofu oder veganem Käse. Außerdem habe ich festgestellt, dass es dem Risotto nicht schadet, wenn man den Parmesan weglässt und dass mein Lieblingscurry sowieso vegan ist, wobei ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ob das denn sein kann.
Außerdem habe ich meine neue Lieblingseisdiele entdeckt: Kontor Eismanufaktur im Prenzlauer Berg. Da es jeden Tag wieder neue spannende Sorten gibt, wie zum Beispiels Salzkaramell-Popcorn, Zimt-Grießbrei, NY-Cheescake, Cookies and Cream, um nur einige zu nennen, muss man eigentlich täglich wieder hingehen. Zum Glück lädt das Wetter ja sowieso zum Eisessen ein.

Lucia


Leben ohne Plastikverpackungen?

31. März 2017

von Katharina Huboi

An sich war es für mich bisher gar keine so großes Schwierigkeit auf Plastikverpackungen zu verzichten, weil ich vieles, was man so nebenbei vermeiden kann, eh schon lange vermeide (z.B. in Plastiktüten oder -schalen vorgruppiertes Obst und Gemüse, Take-away-Essen, Tee in Beuteln und flüssige Seife). Versucht man aber mal wirklich, sich zu 100 Prozent zu verweigern, wird man krass darauf sensibilisiert, wo überall Plastik dran ist.

katharina

Eine Alltags-Mehrweg-Ausstattung (siehe Foto) habe ich schon länger (Fußnote: die Brotbox habe ich 2003 in meiner Schultüte gefunden!). Übriges Essen decke ich im Kühlschrank mit Tellern ab, statt mit Cellophan.

Nichtsdestotrotz war Kunststoff auf jeden Fall das Material, das ich bis zum Beginn des Klimafasten am meisten weggeworfen habe und bin seit dem noch ein ganzes Stück mehr darauf sensibilisiert worden, wo überall Plastik dran ist. Beispielsweise haben selbst Brottüten in gefühlt jedem zweiten Supermarkt ein „Plastikfenster“.

Aufwand

Um den Aufwand, den das plastikfreie Einkaufen mit sich bringt, erst einmal hinaus zu zögern, habe ich am Anfang viel von meinen Vorräten gelebt, was Nudeln, Reis, Linsen o.ä. anging. Frisches Obst und Gemüse unverpackt zu bekommen, ist ja in jedem Supermarkt möglich.

Vieles kann man leicht umgehen, aber spätestens als das Klopapier leer wurde, war ein Einkauf im Unverpackt-Laden nicht mehr zu vermeiden. In Berlin ist er in der Wiener Straße. Es gibt in mehreren größeren Städten Läden, die nach dem Unverpackt-Konzept geführt werden und die alles von Lebensmitteln über Hygieneartikeln bis hin zu Putzmitteln entweder ganz unverpackt oder in Mehrweg-Verpackungen, also plastikfrei, anbieten. Und diese Läden bieten die Bezugsquelle für alles, was sonst unersetzlich scheint: Zahnpasta, Zahnseide in Glasröhrchen, Menstruationstassen und Shampoo und Conditioner am Stück wie eine Seife (gibt’s auch bei Lush).

Einige Dinge, die eigentlich immer verpackt sind, wie z.B. Rucula oder Käse, kann man sonst auch auf jedem Wochenmarkt ohne Probleme lose oder mit selbst mitgebrachtem Gefäß erwerben.

Das klingt alles sehr kompliziert, aber man findet schnell heraus, wo was wie zu beschaffen ist: Suppengrün ist bei Kaufland unverpackt, dafür hat Kaiser’s Brottüten ohne „Plastikfensterchen“ etc. Außerdem ist es ja recht selten, dass Klopapier, Taschentüscher, Shampoo, Seife, Nudeln und Reis gleichzeitig leer sind und man lebensunfähig scheint. Also ich finde den zeitlichen Mehraufwand wirklich machbar.  Wenn man schon mal in einen Unverpackt-Laden gefahren ist, kann man das ja ausnutzen: Warum ein Pfund Reis kaufen, wenn man auch 2 kg kaufen kann? Und das Shampoo-Stück hält wohl auch 3x länger als normale Shampoo-Flaschen. Zack, 2x zu Rossmann gehen gespart.

Trotzdem ist mir aufgefallen, dass es schon eine Reihe an Dingen gibt, auf die ich verzichte, wie Mozarella, Lachs, Mascarpone und Crème Fraîche. Alles keine essenziellen Dinge, aber eben meiner Kenntnis nach auch nirgends ohne Plastik erhältlich . Man möchte an dieser Stelle bedenken, dass Kunststoffe erst im 20. Jh entwickelt wurden. Crazy wie das Zeug uns infiltriert hat.

Allerdings habe ich auch kein außergewöhnlich hohes Hygienebedürfnis, sodass ich kein Problem damit habe, Schwämme und Handtücher statt Küchenpapier und feste statt flüssige Seife zu benutzen.

Der Kostenpunkt:

Nudeln, Reis etc. im Unverpackt Laden (ich habe bisher in keinem Supermarkt plastikfreie Varianten gesehen) kosten etwas mehr als gewöhnlich, sind aber auch beste Bio-Produkte, kosten also wahrscheinlich genauso viel wie das Supermarkt-Äquivalent, beim Berliner Unverpackt Laden liegen die Preise je zwischen 30-40 Cent pro 100g also ca. 1,70€ für ein halbes Kilo Spagetti. Gemüse und Obst sind gleich teuer, auf manchen Märkten eher preiswerter, besonders, wenn man gegen Ende hingeht und die Verkäufer ihre Ware loswerden wollen.

Ein Nischenprodukt, wie Klopapier aus dem Unverpackt Laden ist für mich auf die Dauer wohl keine Alternative (85 Cent pro Rolle), aber für die Klimafastenzeit mache ich das gerne!

Ob es ein teureres Leben ist, hängt halt maßgeblich davon ab, was man sonst so für Alltags- und Essensachen ausgibt. Mit Discounter-Preisen kann man nicht rechnen, wenn man aber sowieso sonst alles im Bioladen kauft, kann man mit gleichen Preisen rechnen.

Eine kleine Produktauswahl:

Zahnpasta (Tube)

Alternative: Zahnpasta als Pillen, sehen aus wie Minzpastillen und schäumen im Mund (z.B. bei „Original Unverpackt“)

Shampoo, Haarkur, Duschzeug

Alternative: Produkt am Stück, wie Seife (u.a. bei Lush, Original Unverpackt)

Tampons

Alternative: Menstruationstassen (gibt’s auch bei dm)

Coffee to go Becher

Alternative: Es gibt ganz viele Kaffeebecher, die kleiner und hübscher sind als diese bekannten Termo-Becher, dafür aber nicht warm halten (aber das macht Pappe ja auch nicht).


Zero Waste – Sechs Wochen ohne Müll

24. März 2017

Servus, mein Name ist Lena, ich komme ursprünglich aus Coburg (Bayern) und mache derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der BUNDjugend Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Zu meinen Aufgaben zählt unter anderem das diesjährige Klimafasten zu organisieren und natürlich mitzumachen. Zunächst überlegte ich, was ich fasten könnte: Vegan ernähre ich mich schon, Auto habe ich keines… Wie wäre es mit Plastik? Das macht Pascal, mein FÖJ-Kollege, schon. Also ging ich noch einen Schritt weiter und entschied mich dazu, nach dem Zero-Waste-Prinzip keinen nicht-kompostierbaren Abfall zu produzieren. Wirklich gar keinen? Um mich nicht Gefahr zu laufen, nach einem Fastenbruch sofort entmutigt zu sein, schwächte ich mein Zielab und beschloss, während der Fastenzeit nicht mehr Müll zu produzieren, als in dieses Glas passt:

Glas_Hände_ohne_Kopf

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.

Nachdem mein Fasten-Vorhaben feststand, bemerkte ich, wie wenig ich doch über den Zusammenhang von Abfall und Klima wusste. Ja natürlich, die Produktion und Entsorgung von Verpackungen verursacht Treibhausgase – und nicht zu wenig. Aber viel mehr Wissen konnte ich zu diesem Thema nicht hervorkramen. Also bediente ich mich der unerschöpflichen Informationsquelle des Internets und las vier Stunden lang jeden Artikel, den ich zu Abfall(wirtschaft) und Klimaschutz finden konnte. Und siehe da: Viel mehr muss man gar nicht wissen. Die Problematik kurz zusammengefasst: Bei der energieintensiven Produktion von vielen Kunststoffen, Kleidungstücken und Geräten fallen Unmengen von giftigen Abgasen, Abfällen und Abwässern an. Nach dem Einkauf landen neben der Verpackung auch die Produkte selbst ziemlich schnell im Müll (Stichwort geplante Obsoleszenz). Damit schädigen unsere Konsumgüter das Klima gleich dreifach: Bei der Herstellung, beim Transport und bei der Entsorgung.

Man könnte meinen, dass der Großteil des entstehenden Abfalls recycelt wird und dadurch der klimaschädliche Abbau von Primärrohstoffen vermindert wird sowie Ressourcen geschont werden. Tatsächlich hat die deutsche Abfallwirtschaft bezüglich des Klimaschutzes in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht. Jedoch nützen die effizientesten Recycling- und Verwertungssysteme nichts, solange viel zu viel Abfall anfällt. Wir kaufen, um wegzuwerfen! Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Plastiktüte beträgt 25 Minuten. Wir kaufen lieber Wasser in Plastikflaschen, statt Mehrweg-Glasflaschen die Treppen hochzuschleppen oder noch besser Leitungswasser zu trinken. Wir nehmen lieber eingeschweißte Äpfel aus dem Supermarkt mit, statt sie vom Bauern um die Ecke zu holen. CDs, Handys und Batterien schmeißen wir heimlich – wenn auch mit schlechtem Gewissen –  in den Hausmüll, statt damit zum Recyclinghof zu fahren. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass die Deutschen brav ihren Müll trennen und auf die Umwelt achten, ist das Bewusstsein der meisten Menschen für Abfallvermeidung und Recycling im Alltag sehr gering. Muss man sich zwischen Bequemlichkeit und Umwelt- bzw. Klimaschutz entscheiden, siegt meist Erstere.

 


Klimafasten ist gar nicht so schwer, …

22. März 2017

… dachte ich mir. Allerdings bin ich dennoch auf einige Hindernisse gestoßen. Als Teilzeit-Vegetarier, Freund frischer Küche und einer lebensbewussten bayrischen Einstellung fühle ich mich der Natur sowieso sehr verbunden. Viele Dinge, wie Jutesack statt Plastiktüte, sind für mich bereits selbstverständlich. Deshalb entschied ich mich, das Klimafasten zu nutzen, um in dieser Zeit gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten. Also auch auf Lebensmittel, die in Kunststoff eingepackt sind, wie es zum Beispiel auch bei so einfachen Dingen wie einem Salatkopf oft der Fall ist.

Mein ursprünglicher Plan, jeden Tag morgens vor der Arbeit auf den Markt in der Innenstadt zu gehen, um frisches Gemüse und Obst zu kaufen, ist relativ schnell gescheitert. Da ich kein Auto habe, müsste ich insgesamt eine gute Stunde früher aufstehen. Da ich sowieso sehr lange Arbeitszeiten habe und froh bin, wenn ich ein wenig Schlaf erhalte, ging das nur ein paar Tage gut. Die Alternative war dann das Einkaufen im Bioladen. Dieser befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen meiner Arbeit und meinem Zuhause, ist also immer noch etwa zwei Kilometer Fußweg von mir entfernt. Allerdings bin ich ganz gut zu Fuß, was man auch sein sollte wenn man bei den Bergen lebt und jeden Tag insgesamt acht Kilometer auf die Arbeit und zurück geht. Es stört mich demnach nur wenig, die Einkäufe dann über diese Strecke nach Hause zu tragen.

Chris2Preislich ist der Bioladen natürlich etwas teurer als der Markt in der Innenstadt, allerdings muss ich sagen, dass das insgesamt gar nicht so viel Unterschied macht, wie man vielleicht denken könnte. Auch da gibt es Angebote und ich habe den Blumenkohl sogar schon günstiger (und größer) als im Lebensmittel-Discounter erhalten. Grundsätzlich ist es für den etwas kleineren Geldbeutel sinnvoll, einfach flexibel zu sein – und natürlich immer frisch zu kochen bzw. ggf. auch mal eine größere Menge einzukaufen. Bei uns kann man sich auch Gemüsekisten von lokalen Bauern liefern lassen. Ich habe mir bereits zwei Stück mit meinem Nachbarn geteilt. Der Bauer kommt einmal die Woche, macht seine Tour, bringt eine bunte Mischung Gemüse von seinem Feld vorbei und fährt dann wieder. Richtig günstig und frischer geht nicht!

Ich bin gespannt, was die kommenden Wochen noch bringen werden und werde natürlich auch hier wieder darüber berichten.

Servus, macht‘s guad!

Chris