Locals United stellt vor: Juan Donoso

Selbstbeschreibung von Juan Donoso

Juan ist ein Aktivist aus der Klimagerechtigskeitsbewegung und wohnt in Berlin. Er möchte den Dialog zwischen anti-kapitalistischen Bewegungen und Graswurzelbewegungen stärken. Er betreut die Kommunikation und Interaktionen zwischen Gemeinschaften und solidarischen Bewegungen. Er ist ein „non-conformist Planetarista“, ein Verfechter von Lösungen gegen die Klimakrise, ist affin gegenüber anti-kapitalistischen Arbeitsstrukturen und ist allergisch gegen toxische Männlichkeit.

Was bedeutet für dich Klimagerechtigkeit und warum setzt du dich dafür ein?

Ich verstehe unter Klimagerechtigkeit viele verschiedene Aspekte.
Einerseits heißt es, dass wir binäre Geschlechterrollen in der Gesellschaft über Bord werfen und die Ausbeutung der Natur beenden, welches beide die Grundlagen bilden für den rassistischen und patriarchalen Kapitalismus… Es bedeutet auch, dass wir die Ressourcen den vielen Völkern des Globalen Südens überlassen und hier die Ausbeutung durch den Globalen Norden beendet wird. Generell heißt Klimagerechtigkeit, dass wir Netzwerke aufbauen, um das gleichwertige Leben als zentrales Ziel für alle zu ermöglichen. Das heißt, wir müssen unser gesellschaftliches und industrielles Leben in Einklang mit dem natürlichen Rhythmus des Menschen und der Natur bringen, welches auch gleichzeitig mit Gleichgewicht in unserem sozialökonomischen System einhergeht. Mein Engagement entsteht aus dem persönlichen und kollektiven Wunsch zu kommunizieren und zu kooperieren, ohne das gegenwärtige Leben und das Leben der Zukunft zu gefährden, während gleichzeitig das Leben der Vergangenheit zu respektieren und zu bewahren ist. Ich denke, dass die übergreifende Zusammenarbeit der Generationen uns ermöglichen wird die komplexen Krisen, die seit Jahrzehnten anhalten, zu überstehen.

Was ist deine Utopie?

Ökofeministisches Postwachstum oder Barbarei!
Ich denke es wäre so ein bisschen, wie wenn man seine Brille wechselt. Man ändert seine Sicht auf die verschiedenen Welten in denen wir Leben. Eine Utopie wäre selbstreflektierend und kritisch, unsere Strukturen unter ökologisch-tragbaren Gesichtspunkten unter die Lupe zu nehmen, um so anthropozentrische, kolonialistische und rassistische Strukturen zu beseitigen. In meiner Utopie wären da eine Reihe von Maßnahmen bezüglich des Klimaschutzes umgesetzt, wie das Wiederherstellen von Ökosystemen, Land wieder aufteilen, eine autarke Nahrungsversorgung, eine Reduktion vom Energieverbrauch, mehr Freizeit und wenige Arbeit, sozialgerechte Ökonomien, selbstkritische Männlichkeit, demokratische Haushalte, partizipative Kommunen und selbstregulierende Strukturen. Und bei allen Maßnahmen sollen Freude und Spaß mitgedacht werden. Das Ganze wäre ähnlich zu den Zuständen eines „Buen Vivir„.

Hier findet ihr das ganze Interview im Videoformat auf Instagram.

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