„Global Justice Youth Camp“ – So war unser Auftaktwochenende

Was assoziieren wir mit Klimawandelfolgen? Wie sehen die Folgen der Klimakrise weltweit aber auch regional konkret aus und was bedeutet das letztendlich für uns? Was verstehen wir letztendlich eigentlich unter „Klimagerechtigkeit“ und was haben Diskriminierung ganzer gesellschaftlicher Gruppen und strukturellen Barrieren in der Gesellschaft mit dem Begriff Klimagerechtigkeit zu tun? Diese und andere Fragen waren Ausgangspunkt unserer Auftakt- und Gründungswochenenden „Global Justice Youth Camp“ in den einzelnen Städten Berlin, Leipzig und Kassel.

Erstmal ein paar Energizer und Kennenlernen

Am ersten Tag haben wir erst einmal die Menschen willkommen geheißen und uns untereinander von Karten, die sich die Menschen passend zu den Fragen „Wer bist du?“, „Wie war dein Tag?“ und „Warum bist du hier?“ aussuchen konnten, kennengelernt. Danach hielten die Regionalkoordinierenden einen kleinen Input zum Projekt „Locals United“ und zur BUNDjugend. Damit wir das Wochenende interaktiv gestalten können und die Vorstellungen und Wünsche der einzelnen miteinbeziehen, sind wir im Anschluss mehr auf die Erwartungen und Interessen der Teilnehmenden eingegangen in Form eines „Wunschbaums“ und haben daraufhin mithilfe einer Gruppenvereinbarung festgelegt, was uns wichtig ist, damit das Wochenende als einen angenehmen Lernraum sichergestellt werden kann.

Klimabewegung, -aktivismus und -gerechtigkeit intersektional betrachten

Nachdem der erste Tag eher gelassener Natur war, wurde es am zweiten Tag konkreter. Zunächst sammelten wir nach einer kurzen „Wie geht’s mir?“ Runde zusammen was jeder unter dem Begriff Klimagerechtigkeit versteht. Auf das Vorwissen der Menschen haben wir dann mit unterschiedlichen Methoden angeknüpft. So nutzten wir zum Beispiel ein Klimagerechtigkeits-Quiz, um mithilfe von Behauptungen und Statements sowohl auf die Perspektiven und Meinungen der einzelnen Teilnehmenden besser eingehen zu können als auch durch andere Fakten auf unser eigenes Konsumverhalten, unseren Lebensstil und die zusammenhängenden Unterschiede zwischen dem „globalen Norden“ und „globalen Süden“ sowie die Menge an Energieverbrauch auf beiden Seiten aufmerksam zu machen.

Nachdem wir anschießend im Seminarhaus über bestimmte Begrifflichkeiten, wie zum Beispiel BIPOC, FLINT*, LGBTI+, cis gesprochen und diese auch erläutert haben, gelangten wir somit auch zum Thema Diskriminierung und diskutierten dabei nicht nur über die verschiedenen Diskriminierungsformen (Sexismus, Ableismus, Klassismus, Religion, …), sondern auch über spezifische Fälle wie antimuslimische Diskriminierung, Antisemitismus, Lookism/Bodyism und mehr.

Schlussendlich führten alle Wege und Kreuzungen in den Diskussionen, wenn man diese zusammenbrachte zu „Intersektionalität“. Intersektionalität bedeutet letztendlich nichts Anderes als das Menschen mehrere Identitäten tragen, welche ihnen Privilegien, Vorteile und oder Nachteile bringen. Meistens sind Menschen nämlich nicht nur von einer Diskriminierungsform betroffen, sondern von mehreren gleichzeitig.

Nachdem wir den Rahmen für unser Aktivismus gesetzt haben, gab es anschließend einen Ausblick in Form einer Präsi welche Folgen der Klimawandel nicht nur auf die Menschen im globalen Süden hat, sondern auch auf Menschen aus marginalisierten Gruppen in den westlichen Großstädten, wie Berlin. Somit kamen wir am Ende hin nochmal zum Schwerpunkt unseres Projektes, „Intersektionale Klimagerechtigkeit“, da wir mithilfe des Inputs nochmal festgestellt haben, dass Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von Menschen von der Klimakrise und der Klimagerechtigkeit nicht zu trennen sind.

Wie geht es weiter?

Zum Abschluss des Wochenendes haben wir zusammengetragen, was uns für die Zukunft der Gruppe wichtig ist und wir legten unseren Fokus auf drei zentrale Bereiche, nämlich die Promotion, wie wir auf den medialen Plattformen auf uns aufmerksam machen wollen und Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen erreichen können, die Events, welche Veranstaltungen und Aktionen wollen wir als Locals United Gruppe planen, umsetzen, unterstützen und uns daran beteiligen, wie zum Beispiel die „Wir-haben-es-satt“-Demo, und zu guter Letzt die Kooperationen und Kontakte, mit welchen Verbänden, Vereinen und Organisationen wir zusammen Dinge unternehmen wollen. Uns so ging unser Wochenende auch schon wieder zu Ende und wir mussten wider mit unserem normalen Alltag fertigwerden. Doch durch die Zeit die wir miteinander verbracht haben, haben wir nochmal bemerkt, was uns alles wichtig ist, um unsere Gesellschaft auch als solidarisch, tolerant und gerecht bezeichnen zu können und welche Veränderungen wir dafür in Gang setzen müssen und wollen. Gemeinsam schaffen wir eine gerechte und vielfältige Stadt für alle!

Du hast Lust etwas zu bewegen und neue Menschen kennen zu lernen? Dann komm zu Locals United!

Ein Bericht von Kevin Okonkwo

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