Aktionsidee: Stolpersteine putzen und gemeinsam Erinnerung wachhalten

Du bist vielleicht auch schon einmal über einen dieser glänzenden Steine „gestolpert“. Die sogenannten Stolpersteine sind Mahnmale, die an die Menschen erinnern, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Stolpersteine gehen auf ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig zurück. Sie werden im Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort der verfolgten Person verlegt. Auf der Messing-Oberseite der Steine kannst du kurze Infos über die Schicksale der Verfolgten nachlesen.

Gedacht wird mit diesem Projekt aller verfolgten oder ermordeten Opfer des Nationalsozialismus: Juden; Sinti und Roma; politisch Verfolgten; religiös Verfolgten; Zeugen Jehovas; Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung; Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Hautfarbe verfolgt wurden; als „asozial“ bezeichnete und verfolgte Menschen, wie Obdachlose oder Prostituierte; Zwangsarbeiter und Deserteure; – letztlich aller Menschen, die unter diesem Regime leiden mussten.

In vielen Städten in Deutschland, aber auch europaweit wurden mittlerweile Stolpersteine verlegt, die die Erinnerung an die schweren Schicksale der Verfolgten des Nationalsozialismus wachhalten sollen. Eine Liste der aktuell verlegten Stolpersteine findest du bei Wikipedia. Für Berlin gibt es sogar eine Karte
Zu vielen der Verfolgten findest du hier auch ausführliche Informationen über ihr Schicksal.

Die Aktion

Um den Menschen zu gedenken, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, könnt ihr als Gruppe eine kleine Aktion starten und euch zum gemeinsamen Putzen der Stolpersteine verabreden. Denn mit der Zeit verlieren die Steine ihren Glanz und stechen nicht mehr so leicht ins Auge der Passant*innen. Durch das gemeinsame Putzen lenkt ihr außerdem die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Menschen auf die Steine – ihr tragt damit doppelt dazu bei, dass die Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus wachgehalten wird. Wenn ihr im Internet Infos über die Menschen finden konntet, an die die konkreten Stolpersteine erinnern, könnt ihr sie hier vorlesen – und dadurch einen kurzen Moment innehalten, um an ihr Schicksal zu gedenken.

Was ihr zum Putzen braucht:

• einen Geschirrschwamm mit rauer Seite
• ein Putzmittel für Messing – das findet ihr im Drogeriemarkt
• einen Lappen
• Leitungswasser

Das milchige Metall-Putzmittel auf den Schwamm geben und damit den Stein sauberreiben. Mit Wasser abspülen, danach mit dem Stofflappen trocknen und glänzend reiben. Wer ganz feine Stahlwolle hat, kann damit nachpolieren. Achtung: Hilfsmittel mit sehr harter Oberfläche wie Drahtbürsten sollten nicht benutzt werden, da die Messingplatten hierdurch dauerhaft beschädigt werden.

Am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, gedenken Menschen weltweit der Opfer des Nationalsozialismus. Viele Menschen nutzen dies als Anlass für eine Stolperstein-Putzaktion. Auch am 9. November putzen viele Menschen Stolpersteine. Damit wollen sie mahnend an die Reichspogromnacht erinnern, bei der vom 9. auf den 10. November 1938 Nationalsozialisten großflächig Synagogen und andere jüdische Orte zerstörten und in der Folge Tausende Jüdinnen und Juden festnahmen.

Natürlich aber ist es an jedem Tag im Jahr sinnvoll und wichtig, an die Verfolgten des Nationalsozialismus zu erinnern und zu mahnen, damit sich solche Gräueltaten nie, nie wiederholen.

Mehr Infos über das Stolperstein-Projekt findet ihr hier: www.stolpersteine.eu

2 Kommentare

  1. Ulrich Dahmen

    Hallo,
    habt ihr die Stolpersteine in der Leibnizstraße geputzt?
    Falls ja, mit welchem Putzmittel?
    Ich bin über den Glanz völlig erstaunt.
    Mir ist das so nicht gelungen.
    Mit freundlichem Gruß
    Ulrich Dahmen

    • Hallo,
      wir empfehlen Putzmittel für Messing aus der Drogerie zu verwenden. Ob es die Steinen in der Leibnizstraße waren, weiß ich leider auch nicht…
      Viele Grüße!

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