Ein besinnliches Konsumfest

Nikolaus oder eher doch ein zweites Weihnachtsfest?
Heute werden wir wieder zugeschüttet mit Bildern, die zeigen, wie fröhlich und glücklich Menschen in einem Berg aus Geschenken sitzen. Natürlich ist alles perfekt dekoriert, wie in einem Katalog. Kurz darauf folgen Bilder des Auspackens und der unzähligen neuen Dinge, die vorgestellt werden müssen. Dazu noch Bilder von überladenen Tischen mit Adventskränzen, denn heute ist ja auch der 2. Adventssonntag!

Jetzt hochswipen und bestellen!
Lange wurden wir auf dieses Großereignis vorbereitet: Im September ging es los mit überfüllten Regalen voller Lebkuchen, Schokoweihnachtsmännern in hunderten Versionen, Weihnachts-Editions aller möglichen Produkte, und, und, und… Einen Höhepunkt erreichten wir am 27.11. mit dem Black Friday, der natürlich mit unzähligen Werbe- und Rabattaktionen vorbereitet wurde, um uns zu verdeutlichen, dass wir den ganzen Kram unbedingt brauchen und jetzt bestellen müssen, bevor alles ausverkauft ist. Ständig präsentieren die Werbegesichter uns neue Produkte mit Rabat-Codes und erklären uns, dass es ohne dieses Produkt nun wirklich nicht ginge. Jedes dieser Teile sei DAS beste Geschenk, ohne das es uns nun wirklich nicht gut gehen kann. Also jetzt hochswipen!

Are u happy now?
Dieser Konsumwahnsinn gipfelt nun heute im Nikolaustag, bevor es dann nochmal so richtig losgeht. Vom Ursprung dieser Feiertage ist nichts mehr übrig. Konsum überall. Nun Zeiten, Bräuche, Traditionen ändern sich – aber so?
Was bringt uns dieser Konsum im Überfluss? Macht es uns glücklicher? Zufriedener? Mich zumindest nicht… Viele der Geschenke sind zwar für den Moment großartig zum Auspacken und um zu zeigen, dass man auch ein „perfektes“ Fest feiert, wie die anderen online auch. Aber auf lange Sicht?

Wenn wir mal ehrlich sind, brauchen wir vieles davon nicht wirklich und nach ein paar Tagen fliegt es nur rum und nimmt Platz weg.
Wir schütten uns mit Dingen zu, die wir gar nicht benötigen. Wäre es nicht viel schöner, wenn wir diesen Tag nutzen, um Zeit mit unseren Liebsten zu verbringen, was in unseren durchgetakteten Alltag ohnehin zu kurz kommt und gemeinsam etwas zu machen?

Schafft Erinnerungen!
Natürlich muss nicht ganz auf Geschenke verzichtet werden, aber tuen es ein paar Mandarinen, selbstgebackene Kekse und ein schöner Brief zum Nikolaustag nicht auch? Oder etwas gemeinsame Zeit? Ein gemeinsames Erlebnis? Es braucht nicht immer das Neuste vom neusten, denn wenn wir ehrlich sind macht es uns nicht glücklich. In ein paar Wochen ist es eh schon das nächste „in“ und das absolute „Must-have“. Erinnerungen an gemeinsame Stunden und Erlebnisse bleiben und macht den Advent, was er mal sein sollte: Einer besinnlichen Zeit voller Vorfreude auf das Weihnachtsfest.
Lasst uns die Adventszeit achtsamer angehen und uns Zeit für das wirklich Wertvolle nehmen! Einfach mal Handy, Tablet, PC aus und gemeinsam Kekse backen, ein neues veganes Rezept ausprobieren, spazieren gehen, ein Filmabend veranstalten, ein online Dinner Date oder sich auf einen Punsch-/Glühweintreffen. Etwas dem Alltag entfliehen und ein paar schöne Stunden verbringen, an die man sich gern zurückerinnert. Das macht die Adventszeit nicht nur viel schöner, sondern auch nachhaltiger!

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Nikolaustag und 2. Advent!
Lasst uns in eine nachhaltige, besinnliche Weihnachtszeit!


Caterina Bittendorf – BUNDjugend Niedersachsen

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