Kolonialismus, Schwarze Widerstandsbewegungen und Anti-Schwarzer Rassismus

Die Ereignisse der letzten Monate haben uns als Locals United Team sehr bewegt. Hanau, die Auswirkungen von Corona auf marginalisierte Personen, die weltweiten Proteste gegen Anti-Schwarzen Rassismus… Die vielen Beiträge und Diskussionen zu Rassismus in Deutschland, die durch die Proteste ausgelöst wurden, haben wir zum Anlass genommen uns selbst als Team mehr mit der Geschichte von Kolonialismus und Rassismus, den Ereignissen in den USA, dem Gewaltnarrativ und Allyship auseinanderzusetzen. Herausgekommen sind Workshopkonzepte zu den Verschränkungen von Kolonialismus, Rassismus und Klimakrise und kleinere Infografiken für Instagram. Da unsere Recherchen zu viel Text für die kurzweilige Social Media Welt ergeben haben, wollen wir diese hier mit euch teilen.

„Um die Klimakrise zu verstehen und ihr etwas entgegenzusetzen, ist es essentiell, die Verknüpfung verschiedener Unterdrückungsformen sichtbar zu machen.“
– Imeh Ituen & Rebecca Abena Kennedy-Asante –

Geschichte prägt unser Handeln heute. Unser individuelles Handeln, aber auch unser kollektives Handeln als Klimabewegung. Da in der Klimabewegung in Deutschland leider noch zu oft koloniale Kontinuitäten und Narrative fortgeführt werden, ist es wichtig, dass wir mehr über die Entstehung und Wirkmächtigkeit von Rassismus und Schwarze Widerstandsbewegungen wissen. Nur so können wir eine diskriminierungskritische Klimabewegung aufbauen, die marginalisierte Positionen ins Zentrum der Klimadebatte und der gesellschaftlichen Transformation stellt und Machtverhältnissen entgegenwirkt mit dem Ziel ein gutes Leben für alle zu erreichen.

Ein zentraler Punkt ist dabei die Klimakrise an sich als koloniale Gewalt zu verstehen, da die Krise ihren Ursprung in diesem hat. Mit dem Beginn der Industrialisierung, die in diesem Ausmaß nur durch die Ausbeutung der Rohstoffe der Kolonien möglich war, setzte auch nachweislich der menschengemachte, bzw. besser gesagt der von den Kolonialmächten gemachte Klimawandel ein. Die Kolonialmächte profitier(t)en von diesen “wirtschaftlichen Errungenschaften” in vielfältiger Weise. Insgesamt ist der Globale Norden für zwei Drittel der historischen Treibhausgasemissionen verantwortlich und hat sich zusätzlich dadurch einen großen wirtschaftlichen Vorteil in unserem kapitalistischen Weltsystem geschaffen. Gleichzeitig wirkt sich die Klimakrise vor allem in Ländern des Globalen Südens aus, die nicht ausreichend finanzielle Ressourcen haben, um sich vor den Auswirkungen vor Ort zu schützen.

Um also als Bewegung diesen historisch gewachsenen Machtverhältnissen, die weiterhin die Klimakrise anheizen, ein System entgegenzusetzen, welches so gerecht, klimaneutral und ressourcenschonend wie möglich ist, müssen wir die Geschichte dieser Machtverhältnisse kennen.

Mehr Infos zu den jeweiligen Themen findet ihr unter folgenden Links:
Deutsche Kolonialgeschichte
Versklavung
Apartheit
Racial Segregation

Text von Lea (Locals United)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.