Auszeit vom Alltag und Corona

Alles außer Langeweile: Das bietet jedes Jahr das Eine-Erde-Camp der BUNDjugend Hessen. Eine ganze Sommerwoche gibt es Workshops zu Umweltthemen und ein buntes Rahmenprogramm. 

Wie lebt es sich vegan? Was lässt sich aus Altkleidern schneidern? Und wie repariert man kaputte Elektrogeräte?

Wer all das nicht nur diskutieren, sondern einfach ausprobieren will, kann dies (und noch weit mehr) bei einem Sommercamp der BUNDjugend tun – mit vielen Gleichgesinnten. Dieses Jahr findet das Eine-Erde-Camp in veränderter Form statt – wird bestimmt aber genauso einzigartig wie jedes Jahr! Mehr Infos dazu findest du unten.

So war’s 2018

Es ist eine Safari für die Sinne. Die einen starten mit Yoga in den Tag. Andere lauschen dem vielstimmigen Konzert der Vögel, das hier mal nicht im Verkehrslärm erstickt. Manche springen in einen eiskalten Bach, statt wie zu Hause unter der Dusche zu stehen. Und wer bis in die frühen Morgenstunden am Lagerfeuer saß, bleibt eben noch ein wenig im Schlafsack. Kein Stress! Um zehn Uhr aber geht’s los, die Workshops starten. »Wildnis« heißt diesmal der Schwerpunkt des »Eine-Erde- Camps«. So dreht sich das Programm um Tiere in der Stadt und das Insektensterben, um »wilde« Lebensentwürfe und Utopien oder um essbare Wildkräuter. Dazu gibt es ein Aktionstraining, eine Kleidertauschparty und allerlei Angebote zum Selbermachen – wie Kleider umnähen und Elektrogeräte wieder fit machen.

Zeltlager oder Festival

Ob Teenager oder erwachsen, ob Schülerin oder Student: 60 junge Leute sind beim Eine-Erde-Camp der hessischen BUNDjugend zusammengekommen. Seit einigen Jahren findet es immer am Fuß der Burgruine Lißberg in der Wetterau statt. »Uns geht es darum, eine Woche gemeinsam einen nachhaltigen Lebensstil zu lernen, uns zu vernetzen und dabei viel Spaß zu haben«, erzählt Barbara Michalski, eine der Koordinatorinnen. Neben dem inhaltlichen Input gibt es viele kreative Open-Space-Angebote. Und tief im Herzen ist das Eine-Erde-Camp auch ein Festival mit viel Musik und Kino. »Zeltlager? Das klang für mich eher doof. Doch seit eine Freundin mich mitnahm, bin ich immer dabei – jetzt schon zum achten Mal«, erzählt Carolin Lotter.  »Man kann hier abschalten und mal was ganz anderes erleben. Außerdem motiviert es, Gleichgesinnte zu treffen.«

Die Küche regt an

Bio? Check! Fleischlos? Check! Regional? Check! Saisonal? Check! Tag für Tag serviert das Küchenteam Gerichte, die nicht nur ziemlich alle Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Ob als Hauptspeise der indisch inspirierte Linseneintopf mit Fladenbrot oder zum Nachtisch das hessische Tiramisu: Das Essen wird frisch zubereitet – das kann man schmecken. »Die meisten im Camp essen ohnehin vegan oder vegetarisch. Die freuen sich über anregende neue Rezepte«, erzählt Noemie Waldhauer. »Für manche hier ist es aber auch eine tolle Möglichkeit, ihre Ernährung einmal probeweise umzustellen. Die merken: Das geht eigentlich ganz einfach!« Erst war sie einfach Teilnehmerin, dann Teamerin, nun schmeißt Noemie mit ein paar Mitstreiter*Innen seit Jahren die Küche: Sie ist schon zum neunten Mal dabei. »Ich koche einfach gern«, meint die Studentin der Ökotrophologie, »und hier wissen die Leute gutes Essen echt zu schätzen.« Außerdem: Wer beim Kochen hilft, kann immer naschen. Wer Noemie im Weg rumsteht, in der Hoffnung, gleich den Topf mit der Schokocreme ausschlecken zu können, darf das zwar – wird aber anschließend prompt zum Zwiebelschälen verdonnert.

Gutes Leben für alle

Das für 2020 geplante Eine-Erde-Camp unter dem Motto »Gutes Leben für alle« wird nun auf 2021 verschoben. Aber: Es gibt coole Alternativ-Veranstaltungen – Updates dazu gibts regelmäßig auf der Seite der BUNDJugend Hessen. 

Ihr wollt wissen, ob Camps der BUNDjugend in eurem Bundesland stattfinden? Mehr Infos zum Umgang der BUNDJugend mit Camps & Corona findet ihr hier. Die BUNDjugend NRW hat sich auf jeden Fall dazu entschieden, einige Freizeiten und Camps – natürlich konform mit den bestehenden Regeln – anzubieten.

Text und Fotos: Helge Bendl (www.helgebendl.com). Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved. Dieser Beitrag erschien zuerst im BUNDmagazin 02/2019. 

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