Klimagerechtigkeit & internationale Klimaverhandlungen – Ein Bericht des Arbeitstreffens vom AK Klima

Von Josefine:

Was hat es eigentlich mit klimabedingter Migration auf sich? Was bedeutet Klimagerechtigkeit?

Diese und noch viele andere Fragen haben uns auf dem Treffen des Arbeitskreis Klima der BUNDjugend am letzten Juli-Wochenende in Hannover beschäftigt. Wir haben nicht nur die nächsten Schritte für die nächsten Monate unseres Arbeitskreises geplant, sondern hatten auch Besuch von drei Referentinnen. Durch sie haben wir einen vielschichtigen, inspirierenden Input bekommen, den wir mit euch teilen möchten.

Kolonialismus und Klima – Wie passt das zusammen? 

Annika und Amelie von YSD (Youth for Sustainable Development), einer Subgruppe von JANUN Lüneburg, haben uns von ihrer spannenden Arbeit berichtet. In ihrer engen Zusammenarbeit mit YSD Malawi beschäftigen sie sich vor allem mit Klimaflucht und Klimaresilienz. Ein weiterer Schwerpunkt der Gruppe ist die Auseinandersetzung mit (Post-)Kolonialismus und Rassismus. Die Auseinandersetzung mit Klimagerechtigkeit und internationaler Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem Thema des (Post-)Kolonialismus unbedingt zusammenzudenken, war für uns eine neue, wertvolle Erkenntnis.

Einblick in eine Studie zu Klimawandel und Migration

Dr. Hildegard Bedarff, Lehrbeauftragte im Fachbereich Politikwissenschaften und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg, hat uns am Samstag besucht und die Studie „Klimawandel, Migration und Vertreibung“ vorgestellt. Ihr Vortrag hat uns verdeutlicht, in welchem Ausmaß umweltbedingte Veränderungen, sowohl schleichende Folgen des Klimawandels, als auch plötzliche Extremereignisse, zu Flucht, Vertreibung und Umsiedlungen führen können:

Klimawandel als Fluchtursache

Es ist zu erwarten, dass auf Grund der globalen Erderwärmung die Wahrscheinlichkeit sowie die Häufigkeit von Hitzewellen signifikant ansteigen. Hitzewellen wiederum zerstören die Ernte vieler bäuerlicher Betriebe weltweit. Für Menschen, deren Ernte ihr Haupteinkommen ist, haben Ernteausfälle schwerwiegende Folgen. Mit Dürren haben zum Beispiel Länder am Horn von Afrika, wie Somalia oder Jemen, zu kämpfen. Neben Hitzewellen treten auch häufiger hohe Überschwemmungen als Folge des Klimawandels auf. Betroffen sind vor allem küsten- und flussnahe Gebiete und Städte, wie zum Beispiel Lagos (Nigeria), Washington (USA), Küstengebiete Bangladeschs oder Regionen nahe der Elbe in Deutschland: Überflutete Straßen und zerstörte Häuser sind oft die Folge. Dies trifft natürlich Menschen und Staaten mit geringen finanziellen Mitteln besonders stark.

Interessant war für uns auch, dass Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, wie zum Schutz vor Hochwasser, teilweise auch zu Umsiedlungen führen.

Die genannten Beispiele haben etwas gemeinsam: Sie führen immer häufiger zu Vertreibung und Umsiedlung, zeitweise oder langfristig, nah oder fern vom Herkunftsort. Die von Dr. Bedarff vorgestellte Studie macht deutlich: Die Folgen des Klimawandels betreffen uns alle, aber darunter leiden besonders Menschen in Ländern, die weniger zu den Ursachen beigetragen haben.

Weltweit gibt es 2- bis 3-mal so viele Vertriebene durch Naturkatastrophen wie durch Kriege. Diese Zahlen unterstreichen die große Bedeutung des Klimawandels als grundlegende Fluchtursache vieler Menschen. Momentan wird Flucht oder Umsiedlung auf Grund von sich ändernden klimatischen Bedingungen oder plötzlichen Ereignissen jedoch nicht als Fluchtursache anerkannt. Daher unsere Forderung: Klimawandel als essentielle Fluchtursache muss endlich weltweit anerkannt werden!

Die weitere Arbeit im bundesweiten AK Klima – Ein Fokus auf internationale Klimaverhandlungen

Neben diesen spannenden Gedankenanstößen zum Thema Klimagerechtigkeit stand auch unsere eigene Arbeit im Arbeitskreis im Mittelpunkt. Wir haben uns dazu entschlossen uns intensiv in die Vorbereitung der COP24 (Conference of the Parties der jährlich stattfindenden UN-Klimakonferenz) in Kattowitz, Polen zu stürzen: Welche Themen werden dort im Vordergrund stehen und was steckt eigentlich dahinter? Damit werden wir uns in den kommenden Monaten beschäftigen, um auf die Konferenz im Dezember vorbereitet zu sein. Mit etwas Glück werden wir auch die Möglichkeit ergreifen im Dezember mit gesammelter Kraft nach Kattowitz, Polen zu fahren.

In Vorbereitung auf die COP24 in Kattowitz planen wir im September ein Treffen in Berlin, bei welchem wir uns vor allem inhaltlich in das Pariser Klimaabkommen und den aktuellen Stand der Verhandlungen einarbeiten möchten.

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Du hast Lust in unsere Gruppe und in unsere Arbeit zu schnuppern? Wir freuen uns immer sehr über Unterstützung im Arbeitskreis! Melde dich einfach bei uns (josefine.gottschalk@bundjugend.de) und steig‘ mit ein! Du kannst uns von überall aus unterstützen, denn wir leben überall in Deutschland verstreut – Es ist also egal von wo aus du aktiv werden möchtest! 🙂

 

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