Warum die Klimakrise so nervig ist – Teil 1

Ich bin immer wieder erstaunt über die Ignoranz und die Fähigkeit zur Verblendung, die eine Vielzahl der Menschen an den Tag legen kann. Das betrifft viele verschiedene Themen, mir geht es aber vor allem um eines: Die Klimakrise. Jaaa, blabla, schon wieder so ein nerviger Text über den menschengemachten Klimawandel – das mögen jetzt vielleicht einige denken. Das Thema hat in den letzten Monaten enorm an Bedeutung und medialem Einfluss gewonnen. Manch einer ist schon genervt von den wiederkehrenden schlechten Nachrichten über Umweltkatastrophen oder den wöchentlichen Berichten von Menschen, die für Klimaschutz auf die Straße gehen. Oder von diesem schwedischen Mädchen mit den geflochtenen Zöpfen, das sich einfach herausnimmt uns vorzuschreiben, wie wir unsere Welt gestalten sollten. Was für ein Wirbel da schon wieder gemacht wird, einfach nervig.

Ich bin auch genervt, richtig genervt. Ich bin genervt von den Menschen, die immer noch nicht wissen, wie bedrohlich unsere globale Klimasituation inzwischen ist. Noch genervter bin ich von denen, die es anscheinend so überhaupt nicht interessiert, was mit unserer Erde passiert. Und am allermeisten gehen mir die Leute auf den Zeiger, die auch noch meinen, dumme Kommentare über die Menschen machen zu müssen, die tatsächlich versuchen unser aller Zukunft zu retten. Von den intelligenzresistenten Idioten, die den menschengemachten Klimawandel leugnen, will ich jetzt gar nicht anfangen, für so viel Dummheit ist keine Zeit.

Ich spreche immer wieder mit solchen genervten, unwissenden Menschen. Oder vielleicht auch einfach nur Menschen, die keine Lust auf eine unbequeme Wahrheit haben. Kann ich sogar verstehen – mir macht es auch keinen Spaß mir Nachrichten von aussterbenden Tierarten, schmelzenden Eisbergen und dem steigenden Meeresspiegel zu Gemüte zu führen. Ich sitze da nicht und denke mir „hui, geil – der arktische Permafrostboden weicht viel schneller auf, als Wissenschaftler angenommen haben und dabei wird eine enorme Menge an Treibhausgasen freigesetzt! Super, darauf ein Bier!“. Nein, wenn ich solche Nachrichten lese, bekomme ich Angst. Und trotzdem besteht mein Newsfeed oder meine Instagram-Seite genau aus solchen Meldungen. Ich informiere mich ganz bewusst darüber. Warum? Weil es verdammt nochmal wichtig ist, dass wir uns mit diesen Themen befassen, dass wir ein Bewusstsein dafür bekommen, wie ernst die Lage ist. Wir Menschen neigen dazu uns in unserer eigenen kleinen Welt mit unseren eigenen kleinen Sorgen und Problemen einzukesseln – wen interessiert schon das große Ganze? „ICH habe doch ganz andere Probleme“ oder „MICH betrifft dieses Problem doch nicht“ oder „sollen sich halt andere drum kümmern“. Tja, Funfact Nr. 1 – wenn wir nicht alle ziemlich flott ein Bewusstsein für die Klimakrise bekommen und daraus entsprechende Handlungen für den Klimaschutz resultieren, können wir uns unsere ganzen kleinen Probleme in ein paar Jahren sonst wohin stecken. Die sind dann nämlich ziemlich irrelevant, wenn wir auf unserem eigenen Planeten sowieso nicht mehr leben können.

Auch jetzt höre ich schon wieder die Stimmen dieser genervten Menschen, die von so viel Bedrohlichkeit nichts wissen möchten: “Was für ein Drama! Mach mal halblang! Jetzt werd doch nicht gleich hysterisch.” Ich habe in Gesprächen schon oft mitleidvolle Blicke, verdrehte Augen oder völliges Unverständnis in den Gesichtern meiner Gesprächspartner gesehen. In manchen Gesprächen wurde ich sogar für Entscheidungen, die mein eigenes Leben umweltfreundlicher machen, ausgelacht oder für dumm erklärt. Manchmal weiß ich schon
gar nicht mehr, was ich auf solche Reaktionen sagen soll. In mir brodelt es und ich möchte am liebsten rausschreien, wie beschissen unsere Situation ist und dass genau solche ignoranten, ungebildeten Menschen der Grund dafür sind, dass wir in Sachen Klimaschutz nicht richtig vorankommen. Ständig ziehe ich mir neue Dokumentationen, Berichte und Nachrichten rein, um diesen Menschen mit wissenschaftlichen Fakten und sachlichen Argumenten die Augen öffnen zu können. Aber es gibt ein Problem dabei: Sich einzugestehen, dass wir in einer existenziellen Krise stecken, die unser aller Leben massiv bedroht und der wissenschaftlich belegten Wahrheit ins Auge zu blicken, würde ja bedeuten, sich mit seinen eigenen Klimasünden auseinandersetzen zu müssen. Oder sogar noch schlimmer, man müsste ja aktiv werden, etwas verändern und eventuell sogar Abstriche von dem eigenen Lebensstandard machen. Das kann doch nun wirklich niemand verlangen. Ne, da wird lieber auf denen rumgehackt, die tatsächlich etwas bewegen wollen. Ist viel einfacher vor seinem Computer zu sitzen und auf Facebook dumme Kommentare über schwänzende Schüler*innen zu schreiben.

Unser Egoismus ist unser Untergang. Wir leben ein bequemes Leben, konsumieren ohne Ende und denken auch noch, es ist unser Recht so zu leben. Schließlich haben wir ja hart dafür gearbeitet. Uns wurde ja nichts geschenkt. Dass für unser Konsumverhalten andere Menschen, Tiere und die Umwelt extrem leiden, ist uns anscheinend völlig egal. Und offensichtlich begreifen viele von uns auch nicht, dass wir uns damit ins eigene Fleisch schneiden. Es erscheint mir so stumpf, dies noch einmal so klar erwähnen zu müssen, aber: Wir können ohne unseren Planeten, ohne unsere Natur, unsere Pflanzen und Tiere, ohne funktionierende Ökosysteme nicht leben. Wenn wir alles kaputt machen, worauf unser Leben basiert, machen wir auch unser eigenes Leben kaputt. Das klingt so banal, aber ich habe das Gefühl, dass viele Menschen das noch nicht verstanden haben.

Ein Blogbeitrag von Tanja (der zweite Teil wird in den nächsten Tagen folgen )

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.