Versklavung

Der Sklavenhandel begann bereits lange bevor die amerikanischen Kontinente von den Europäer*innen kolonialisiert wurden, doch die Kolonialismus löste eine systematische Versklavung aus. 1501 erlaubte das spanische Königshaus die Entmenschlichung und Versklavung verschiedener afrikanischer Bevölkerungen in die sogenannte „Neue Welt“ (Nord-, Mittel- und Südamerika, karibische Inseln), aber auch in andere europäische Kolonien. Diese Menschheitsverbrechen bezeichnet mensch auch als Maafa. Maafa ist Swahili und bedeutet so viel wie Katastrophe oder Tragödie. Es ist ein Begriff, der die Sklaverei, die Kolonialisierung, Imperialismus und Rassismus verbindet und steht auch für die schöpferisch-widerständige Überlebensfähigkeit afrikanischer/afrodiasporischer Kulturen (Nadja Ofuatey-Alazard). Schätzungsweise wurden über einen Zeitraum von 400 Jahren etwa 10 bis 12 Millionen Schwarze Menschen aus ihrer Heimat entrissen und versklavt. Dies sind nur die offiziellen Zahlen, da eine erhebliche Anzahl auf dem Seeweg erkrankten oder sogar starben. Auf den Schiffen wurden die Menschen von den Kolonisator_innen gefesselt und auf engem Raum gezwängt. Viele verhungerten, verdursteten oder mussten in ihren Exkrementen den Seeweg bestreiten.

Versklavte Menschen wurden gezwungen auf Baumwoll- oder Zuckerrohrplantagen bis zur Erschöpfung zu arbeiten. Das System des Sklavenhandels basierte allgemein auf Bestrafung, Folter und Ermordung. Die Erfindung des Konstrukt „Rasse“ legitimierte diese menschenverachtende Praxis.

Offiziell wurde die Sklaverei am 19. Juni 1865 für beendet erklärt. Der sogenannte Juneteenth ist ein Feiertag, um an den Tag der Befreiung zu erinnern. Dennoch wirken einige der rassistischen Strukturen dieser gewaltvollen und grausamen Zeit bis heute nach.

Text von Dante (Locals United)

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Kolonialismus, Schwarze Widerstandsbewegungen und Anti-Schwarzer Rassismus
Deutsche Kolonialgeschichte
Apartheit
Racial Segregation

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