„Ist doch eh alles der gleiche Mix!?“ Warum du zu einem reinen Ökostromanbieter wechseln (und auch andere dazu motivieren) solltest

„Der Strom kommt aus der Steckdose – oder nicht?“

Auf den ersten Blick kommt der Strom aus der Steckdose, aber die Tatsache, dass er fließt, ist der Energie zu verdanken, die er mit sich führt. Diese Energie muss irgendwo herkommen. In Deutschland wird Elektrische Energie zu einem großen Teil in Thermischen Kraftwerken gewonnen. Das heißt, Wärmeenergie wird durch Verbrennung oder Kernspaltung erzeugt und über Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt. Im Zuge der Energiewende sollen diese Kraftwerke nach und nach durch Erneuerbare Energiequellen ersetzt werden. Wie schnell das geht, kannst du mit beeinflussen, indem du bereits jetzt 100% Ökostrom beziehst.

Ökostromanbieter oder Öko-Strom von „normalen“ Energiekonzernen? Macht das einen Unterschied?

Ökostromanbieter setzen von Anfang an auf erneuerbare Energien sowie auf Technologien, um überschüssige erneuerbare Energie zu nutzen, um damit beispielsweise Gas zu produzieren, das als Erdgasersatz verwendet werden kann. Im deutschen Stromnetz kommt alles zusammen. Wie kann also jemand behaupten, Ökostrom zu beziehen, wenn er neben einem Atomkraftwerk wohnt? Entscheidend ist nicht, was für ein Strom ankommt, sondern wohin die Rechnung geht. Unabhängige Ökostromanbieter verwenden ihre Gewinne dazu, neue Anlagen zu bauen, die die konventionellen Energieträger nach und nach verdrängen.

Wer einen Ökostromtarif bei einem großen Energiekonzern hat, kann sich sicher sein, dass die bezahlte Stromrechnung in den gleichen Topf führt, über den auch die Geschäfte mit den anderen Energieträgern laufen. Wenn das (natürlich fiktive) Energieunternehmen Fallenvatt 20% Erneuerbare Energie in seinem Strommix hat, wird es natürlich den 20% der Kund*innen, die sich Ökostrom wünschen, einen Ökostromtarif anbieten – und zwar genau den Ökostrom, den sie auch ohne Ökostromtarife erzeugen würden. Der Rest der Kund*innen bekommt dann 100% konventionellen Strom. Insofern lohnt sich ein Blick darauf, woher der eigene Strom kommt – Denn wer unabhängigen Ökostrom bezieht, fördert den Ausbau der Erneuerbaren Energien, setzt ein Zeichen gegen fossile Energie und reduziert den eigenen Ökologischen Fußabdruck.

Aber Vorsicht: Nur weil ich Ökostrom beziehe, heißt das nicht, dass ich ihn bedenkenlos nutzen kann. Denn eine Windenergieanlage herzustellen und aufzubauen, verursacht auch CO₂ – auf die Kilowattstunde bezogen ist der CO₂-Ausstoß von Windenergie zwar 100 mal so klein wie der von Braunkohle, die umweltfreundlichste Energie ist jedoch die, die nicht verschwendet wird.

Weitere Infos:
Ökostromanbieter im Überblick: https://utopia.de/bestenlisten/die-besten-oekostrom-anbieter/
Stromwechselportal: https://revolution-energy.com
Daten zur Energieversorgung in Deutschland: https://energy-charts.de

Viele Grüße,

euer Lukas (Landesvorstand der BUNDjugend Niedersachsen)

Diesen Text findet ihr auch im Klimafasten Kalender der BUNDjugend Niedersachsen

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