#HambiBleibt! 50.000 für die Rettung des Waldes

von Leonie Renelt

Am Samstag, den 06.10.2018 machte ich mich um 4:30 Uhr auf den Weg zu meiner ersten Demo, nachdem sie nun doch von der Polizei erlaubt wurde. Ich war sehr gespannt, wie das werden würde, da ich schon im Vorfeld mitbekam, wie viele Organisationen versuchten, so viele Menschen wie möglich dorthin zu mobilisieren und feststand, dass es eine sehr große Demo werden würde. Am Ende waren es 50.000 Menschen und ich war ein Teil davon!

Den vorläufigen Rodungsstopp, der einen Tag vor der Demo verkündet wurde, sehe ich als einen eindeutig strategischen Zug, um die Aggressivität zu verringern und die Sicherheit mehr gewährleisten zu können. Die Stimmung glich daher am Samstag tatsächlich eher einem Festival, alle waren gut gelaunt und fröhlich. Aggressivität und Wut spürte ich fast gar nicht (die aber ohne den vorherig verkündeten Rodungsstopp sicherlich sehr präsent gewesen wären). Zudem war ich überrascht, wie wenig Polizei anwesend war.

Als ich vormittags bei strahlendem Sonnenschein den Revolverhelden auf der Bühne zugeschaut bzw. zugehört habe, war ich sehr überwältigt, weil ich plötzlich realisierte, wie viele Menschen von überallher zum Hambacher Wald angereist sind, um gemeinsam für ein Ziel zu kämpfen. Wie viel passieren musste, damit wir endlich fast dieses Ziel erreicht haben, nämlich die Rodung des Waldes zu stoppen, als Zeichen für den Kohleausstieg: Ein Journalist musste sein Leben lassen, viele wurden verletzt, vieles wurde zerstört, jede Woche demonstrierten Menschen und dieses Wochenende versammelten sich nochmal 50.00 Menschen.

Manchmal bin ich sprachlos, wenn ich mir die Widersprüche bewusst mache, die es in der Politik gibt: Man will den Kohleausstieg erreichen, aber trotzdem erlaubt man, dass ein Wald abgeholzt wird, um ein Braunkohleabbaugebiet zu erweitern?!

Da ich mein FÖJ bei der BUNDjugend absolviere, habe ich natürlich auch am Stand mitgeholfen und es hat sehr viel Spaß gemacht: viele Interessierte kamen zu uns, stellten Fragen, spendeten oder nahmen sich Sticker und anderes nahmen. Einige gratulierten uns sogar freudig zu dem Erfolg des Eilantrages des BUNDs. Da alle für ein Thema demonstriert haben, hat man sich mit allen auf eine Art und Weise verbunden gefühlt und es war eine total schöne Atmosphäre. Es war ein beeindruckender und überwältigender Tag, der mir Mut und Kraft gegeben hat, da ich erkannt habe, dass wir als Masse doch sehr viel erreichen können und man eigentlich nie wirklich alleine ist.

Mein selbstgebasteltes „Hambi bleibt!“-Schild, habe ich mir als Erinnerung in mein Zimmer gehängt, auch als Zeichen, dass man kämpfen und niemals aufgeben sollte, denn nur so kann man eine Veränderung erreichen und oder gewinnen.

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