Denkmäler Stürzen: ein Akt der Dekolonisierung

Black Lives Matter – Immer und Überall

Hinweis: In diesem Beitrag werden Themen wie Antischwarzen Rassismus, rassistische Gewalt & Mord thematisiert. 

Das Stürzen von Denkmälern hat eine lange Tradition, bis hin zur französischen Revolution mit dem Sturm auf die Bastille. Auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden an vielen Orten Stalin- und Leninstatuen gestürzt. Im Irak wurde 2003 mit der Hilfe von US-amerikanischen Soldaten eine Saddam-Hussein-Statue gestürzt. Die Statuen sind also ein Symbol der Macht und wenn sie fallen, dann ändert sich das System. 

Die Denkmäler, die im Rahmen der Black Lives Matter Proteste gestürzt wurden waren Statuen von Generälen, die gegen die Abschaffung der Sklaverei kämpften, Kolonialherren, Sklavenhändler usw. Sie sind die physische Manifestation eines Systems von weißer Vorherrschaft. Wenn wir die geschichtlichen Hintergründe betrachten und was die Statuen symbolisieren, dann wird klar, dass sie im Rahmen einer Dekolonisierung gestürzt werden müssen. Die Denkmäler zu stürzen ist demzufolge ein hochpolitischer, revolutionärer Akt; die Ankündigung, dass eine Systemänderung folgen wird.

Auch in Deutschland gibt es Denkmäler, die die gewaltsame Kolonialgeschichte Deutschlands ehren. Dazu gehören Statuen von Bismarck, der 1884 die europäischen Regierungschefs zur Berliner Konferenz eingeladen hat, um Afrika unter den Kolonialmächten „aufzuteilen“. Auf dieser Konferenz wurden Grenzen mit dem Lineal gezogen. Viele Konflikte und Kriege in den kolonialisierten Ländern sind heute sind auf diese Konferenz zurückzuführen. Auch in Straßennamen hat sich das rassistische System eingeschrieben. So gibt es  in Deutschland 63 Straßen oder Plätze, deren Name den rassistischen „M-„Begriff enthält.  

Es gibt viele postkoloniale Gruppen und Initiativen, die eine Umbenennung von Straßen fordern, die Kolonialherren ehren oder rassistische Begriffe beinhalten. Sie fordern die Straßen nach wichtigen Schwarzen Deutschen zu benennen. Denn Schwarze Geschichte ist deutsche Geschichte. In Deutschland gibt es bisher nur zwei Straßen, die an afrodeutsche Personen erinnern, dabei ist die Liste an wichtigen Schwarzen Person sehr lang. In Berlin wird z.B. seit langem gefordert die M-Straße in Anton Wilhem Amo Straße umzubenennen. In Bremen soll es bald eine Fasia Jansen Straße geben. Als kreative Aktionsform überkleben Gruppen immer wieder koloniale Straßennamen mit Namen von wichtigen BIPoC. Auf der Seite https://www.tearthisdown.com/de/ könnt ihr sehen, welche kolonialen Denkmäler und Straßen es in eurer Stadt gibt, aber auch die Liste weiter ergänzen.

Mehr Infos zu den jeweiligen Themen findet ihr unter folgenden Links:
Kolonialismus, Schwarze Widerstandsbewegungen und Anti-Schwarzer Rassismus
Versklavung
Apartheid
Deutsche Kolonialgeschichte
Racial Segregation
Die Entstehung der Black Lives Matter Bewegung
„Ich kann nicht atmen“: wir müssen handeln!
Rassismus und Gewaltnarrative

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