Warum du auch Kleiderfasten solltest (nicht nur in der Fastenzeit)

Hier kommt mein zweiter Blogbeitrag, mit gar nicht mal so kleiner Verspätung. Irgendwie war in der Fastenzeit so viel los, dass ich total drüber hinweggekommen bin. Jetzt wollen wir aber erstmal schauen, warum es sich eigentlich immer lohnt „Fast Fashion“ zu fasten.

Ich habe mir früher ehrlich gesagt keine Gedanken über Herkunft und Herstellung der Kleidung in meinem Schrank gemacht, shoppen war für mich eine befriedigende Freizeitbeschäftigung

Am Samstag gemeinsam mit meinen Mädels in die Stadt und dann durch die Geschäfte tigern. In der Umkleidekabine hat lediglich Form und Farbe über meine Kaufentscheidung entschieden. Unter dem kleinen Aufdruck „Made in Bangladesch“ konnte ich mir sowieso nie richtig etwas vorstellen und wenn Avocados und Erdbeeren um die halbe Welt geflogen werden bevor sie im heimischen Supermarkt landen, warum dann nicht auch unsere Kleidung? Unter „fairer Mode“ konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt auch noch nichts vorstellen, man konnte sich ein weißes T-Shirt im Bioladen kaufen, das hat dann aber gerne mal dreifach so viel gekostet, wie eins von H&M. Mit meinen paar Euro Taschengeld war ich dann auch einfach nicht bereit so viel zu zahlen, auch wenn mir jetzt klar ist, dass 4,99 kein gerechter Preis sind. Und Second-Hand? War vielleicht eine Alternative, wenn man in einer Großstadt lebt, aber bei mir auf dem Dorf konnte ich schon froh sein, dass es einen gut erreichbaren H&M gab.

Zum Glück weiß ich es jetzt besser!

60 Millionen Menschen arbeiten weltweit in der Modeindustrie. Pro Jahr werden über 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert. 90 % werden aus nicht europäischen Ländern importiert, darunter: China, Bangladesch und die Türkei. Der Großteil der Kleidung kommt aus Asien, dort sind die Produktionskosten am niedrigsten. Die Arbeitsbedingungen dementsprechend miserabel, in einsturzgefährdeten Fabrikhallen, ohne richtige Arbeitskleidung und geregelte Pausen arbeiten die Näher*innen für einen Hungerlohn, denn nur etwa 1% des sowieso schon viel zu niedrigen Kaufpreises wird an Sie als Lohn ausgezahlt. Die günstigen Stoffe bestehen meist aus Kunststoff, so kommt es auch dazu, dass beim Reinigen und waschen der Kleidung winzige Plastikpartikel, so genanntes Mikroplastik in die Meere und somit auch in die dort lebenden Tiere gelangt, dieses wird dann wiederum vom Menschen beim Verzehr der Tiere aufgenommen. Ein Teufelskreis. Und nicht nur das, weitere giftige Stoffe werden im Herstellungsprozess eingesetzt. Wusstet ihr zum Beispiel, das Leder mit hochgiftigen Stoffen gegerbt und behandelt wird, ehe es tragbar ist. Die meist verwendeten Chrom-III Salze sind vor allem für die Umwelt schädlich, denn die entstehende Schlacke können dem Wasserkreislauf nicht wieder zugeführt werden, richtig recycelt werden sie aber auch viel zu selten. Baumwolle ist eigentlich eine Wasserpflanze und so durstig wie keine andere Nutzpflanze, für die Ernte ist Regen aber schlecht, denn dann saugt sich die flauschige Pflanze mit Wasser voll, deshalb wird sie künstlich bewässert und ihr könnt euch sicher vorstellen wieviel Wasser da bei dem enormen Baumwollbedarf bei draufgeht. Und das sind nur einige erschreckende Informationen über die gewöhnliche Kleidung aus unserem Kleiderschrank, ich wurde regelrecht mit Informationen überschüttet. Es lohnt sich also einfach mal etwas zu recherchieren. Zusätzlich wird unser Konsumdrang durch die schnellen Produktionsphasen befriedigt, denn von der Fertigung eines Kleidungsstücks bis zum Zeitpunkt, zu dem das fertige Teil in den Läden hängt vergehen nur wenige Wochen (Die Marktführer bringen bis zu 24 neue Kollektionen auf den Markt). Für uns ist es also normal, jedes Mal, wenn wir ein Geschäft betreten, etwas Neues zu sehen und regelrecht von der Zahl an Pullis, Kleidern und Co. erschlagen zu werden. Dazu kommt die stetige Beeinflussung durch Werbung, egal wo wir hingehen. Werbetafeln oder Anzeigen auf Bussen, Bahnen und in Schaufenstern mit kurzen, prägnanten Werbesprüchen und ansprechenden Bildern erhaschen unsere Aufmerksamkeit. Schon stellt sich bei uns das „HABEN WOLLEN GEFÜHL“ ein. Und selbst zu Hause sind wir nicht sicher, man kann ja kaum eine Internetseite öffnen, ohne das eine bunte Werbeanzeige auftaucht, auch im Fernsehen begegnet uns Werbung im Überfluss, nahezu alle 10 Minuten wird die Sendung unterbrochen, um neue und natürlich noch bessere Produkte zu bewerben. Perfektes Beispiel für unsere scheinbar grenzenlos scheinende Gier nach Konsum und die Reaktion der Wirtschaft darauf ist der jährlich stattfindende „Black Friday“. Ein Tag an dem Überfluss und Konsum regelrecht gefeiert werden. Seit Jahrzehnten läutet dieser Tag in den USA das Weihnachtsgeschäft ein und lockt mit unschlagbaren Rabatten und Schnäppchen die Konsumentinnen und Konsumenten in ihre Geschäfte. Regelmäßig bilden sich an diesem Tag endlos scheinende Schlangen erwartungsvoller Kunden. Inzwischen hat sich dieser Trend über die ganze Welt verbreitet und lockt auch im Internet mit unschlagbaren Angeboten.

Wenn du dich noch weiter mit dem Thema auseinandersetzen möchtest, kannst du mal im BUNDjugend Shop vorbeischauen, aus dem Projekt „Gutes Leben für alle“, gibt es jetzt neue Broschüren und Sticker unter anderem zum Thema Konsum.

Minimalistische Grüße

Paulina

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