BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Zero Waste – Sechs Wochen ohne Müll

24. März 2017

Servus, mein Name ist Lena, ich komme ursprünglich aus Coburg (Bayern) und mache derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der BUNDjugend Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Zu meinen Aufgaben zählt unter anderem das diesjährige Klimafasten zu organisieren und natürlich mitzumachen. Zunächst überlegte ich, was ich fasten könnte: Vegan ernähre ich mich schon, Auto habe ich keines… Wie wäre es mit Plastik? Das macht Pascal, mein FÖJ-Kollege, schon. Also ging ich noch einen Schritt weiter und entschied mich dazu, nach dem Zero-Waste-Prinzip keinen nicht-kompostierbaren Abfall zu produzieren. Wirklich gar keinen? Um mich nicht Gefahr zu laufen, nach einem Fastenbruch sofort entmutigt zu sein, schwächte ich mein Zielab und beschloss, während der Fastenzeit nicht mehr Müll zu produzieren, als in dieses Glas passt:

Glas_Hände_ohne_Kopf

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.

Nachdem mein Fasten-Vorhaben feststand, bemerkte ich, wie wenig ich doch über den Zusammenhang von Abfall und Klima wusste. Ja natürlich, die Produktion und Entsorgung von Verpackungen verursacht Treibhausgase – und nicht zu wenig. Aber viel mehr Wissen konnte ich zu diesem Thema nicht hervorkramen. Also bediente ich mich der unerschöpflichen Informationsquelle des Internets und las vier Stunden lang jeden Artikel, den ich zu Abfall(wirtschaft) und Klimaschutz finden konnte. Und siehe da: Viel mehr muss man gar nicht wissen. Die Problematik kurz zusammengefasst: Bei der energieintensiven Produktion von vielen Kunststoffen, Kleidungstücken und Geräten fallen Unmengen von giftigen Abgasen, Abfällen und Abwässern an. Nach dem Einkauf landen neben der Verpackung auch die Produkte selbst ziemlich schnell im Müll (Stichwort geplante Obsoleszenz). Damit schädigen unsere Konsumgüter das Klima gleich dreifach: Bei der Herstellung, beim Transport und bei der Entsorgung.

Man könnte meinen, dass der Großteil des entstehenden Abfalls recycelt wird und dadurch der klimaschädliche Abbau von Primärrohstoffen vermindert wird sowie Ressourcen geschont werden. Tatsächlich hat die deutsche Abfallwirtschaft bezüglich des Klimaschutzes in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht. Jedoch nützen die effizientesten Recycling- und Verwertungssysteme nichts, solange viel zu viel Abfall anfällt. Wir kaufen, um wegzuwerfen! Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Plastiktüte beträgt 25 Minuten. Wir kaufen lieber Wasser in Plastikflaschen, statt Mehrweg-Glasflaschen die Treppen hochzuschleppen oder noch besser Leitungswasser zu trinken. Wir nehmen lieber eingeschweißte Äpfel aus dem Supermarkt mit, statt sie vom Bauern um die Ecke zu holen. CDs, Handys und Batterien schmeißen wir heimlich – wenn auch mit schlechtem Gewissen –  in den Hausmüll, statt damit zum Recyclinghof zu fahren. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass die Deutschen brav ihren Müll trennen und auf die Umwelt achten, ist das Bewusstsein der meisten Menschen für Abfallvermeidung und Recycling im Alltag sehr gering. Muss man sich zwischen Bequemlichkeit und Umwelt- bzw. Klimaschutz entscheiden, siegt meist Erstere.

 


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