BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Von manifestierenden Monumenten und den Geschichten, die Mut machen

8. Dezember 2011

6.12.2011 Brüssel

Hallo! Hier schreibe ich, Ruth, mal zur Abwechslung. Es ist wunderbar, wie letztes Jahr in Brüssel zu sein und zu versuchen, den erneut entmutigenden Ereignissen der UN-Klimakonferenz in Durban ein wenig positiven Aktivismus und Netzwerken, Skillsharing und Diskussionen über eine gerechtere Zukunft entgegen zu setzen. Obwohl der Anlass, dass es noch immer keine bindendes Klimaabkommen, geschweige denn Zusagen für eine zweite Verpflichtungsperiode im Rahmen des Kyoto-Protokolls gibt, und der Green Climate Funds noch nicht ausreichend mit Finanzmitteln ausgestattet ist, eher weniger erfreulich ist.

Was Spaß macht, sind die Menschen, der geteilte Optimismus, obwohl hin und wieder die Frage aufkommt, wie realistisch dieser sein kann.

Nach einem Live-Linkup mit den Jugendlichen von 350.org und UKYCC, die in Durban um die Fortführung des Kyoto-Protokolls kämpfen, aber auch um die Mobilisierung von AktivistInnen aus den eigenen Reihen, tatsächlich Aktionen zu rocken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Tagesplanung wurde deutlich, dass das Interesse der Anwesenden an Aktionen groß ist, sodass wir den Nachmittag fast ausschließlich mit Aktionsplanung verbrachten. Das heißt, einige von uns beließen es nicht bei Planung, sondern machten sich auf, die möglichen Aktionsorte zu erkunden. Dabei stießen wir auf ein sehr interessantes Statement, gehalten vom Symbolmonument der Stadt: Manneken Pis, die winzige pinkelnde Statue, die wegen dem gewaltigen Unterschied zwischen seiner erwarteten und tatsächlichen Größe immer wieder erstauntes Lachen bei den fotografierenden TouristInnen hervorruft, outete sich als Klimaaktivist. Seine Message: „Don’t Piss away Our Future“. Sein neues T-Shirt, das er über die Sankt Nikolaus-Kluft gestreift hatte, sagte aus: „EU save Climate“.

Zurück in der Erasmus-Hogeschool, wo wir heute unsere Workshops und Diskussionen halten, wurde noch immer fleißig über eine Solidaritäts-Aktion mit AOSIS (der Verhandlungsblock der Small Island States) und dem afrikanischen Delegationsblock diskutiert. Danach, weil spazieren gehen und die Aufregung über unsere Entdeckung doch recht müde macht, fühlte ich mich nicht mehr in der Lage, konstruktiv an der Aktionsdebatte teilzunehmen. Deshalb nahm ich an einem Workshop unter dem Titel „Public Narrative“ von Oleg teil. Und Yeah! Ein weiteres Aha-Erlebnis. Wie können wir eine große Bewegung werden, die Jugend der Welt motivieren, Kräfte mobilisieren? Eine Möglichkeit ist „Public Narrative“ – erzähle Deine eigene, motivierende Geschichte. Warum kämpftst Du für Klimagerechtigkeit? Was war der Moment, an dem Du verstanden hast, was Du willst und das Du es schaffen kannst? Dann, erzähle die Geschichte von Uns. Wie können wir gemeinsam unsere Ziele erreichen? Was sind unsere gemeinsamen Werte und Überzeugungen, die uns Kraft geben? Und dann, erzähle die Geschichte vom Jetzt. Warum ist es genau jetzt wichtig, dass wir unsere Regierungen dazu bringen, im Interesse unserer und kommender Generationen zu handeln und die Klimaerwärmung zu begrenzen? Mache klar, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Mache anderen Mut, für Ihre Zukunft, für Solidarität und Gerechtigkeit einzutreten. Setze der Angst und Apathie Hoffnung und Gemeinschaftsgefühl entgegen.


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