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Viel heiße Luft um Bonn

16. November 2017

von Josefine, Celia und Vera

Ambitionierte Dialoge oder zähes Wörterfeilschen?

Die COP23 in Bonn befindet sich in der zweiten Phase. Es geht also in die letzten Züge für dieses Jahr, aber Entscheidungen stehen noch nicht fest. Wir sind sehr gespannt, was uns in der letzten Woche der COP in Bonn erwarten wird und wie zuversichtlich wir eigentlich zum jetzigen Zeitpunkt der Verhandlungen noch sein können.

Das Pariser Klimaabkommen

Bereits zwei Jahre sind vergangen, seit das ambitionierte 1,5-Grad-Ziel auf dem Klimagipfel von Paris verabschiedet wurde. So positiv und hochgesteckt dieses Ziel auch scheinen mag, hat sich seither nicht viel getan. Es gibt eine Übereinkunft, aber wenig Bemühungen – insbesondere seitens der Industrieländer.

Die diesjährige COP

Zu Beginn war das Paris Agreement ein gutes Zeichen und ein Symbol für große, anstehende Veränderungen innerhalb unserer Gesellschaften und Politiken. Umso mehr müssen nun Taten folgen, wenn diese Ziele noch vor Ablauf der selbstgesetzten Deadline erreicht werden sollen. Das 1,5-Grad-Ziel darf nicht nur ein symbolisches Ziel bleiben! Dafür müssen die internationalen Politiken endlich aktiv werden und belastbare Entscheidungen fassen.

Was dieses Jahr auf der COP verhandelt werden soll, ist essentiell für die Zukunft unseres Planeten und unserer Nachbarn und Freunde im globalen Süden. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 soll nun umgesetzt werden – aber wie?

Diese Frage soll der „Facilitative Dialogue“ (jetzt Talanoa-Dialog genannt) beantworten. Er wurde im Pariser Klimaabkommen eingeführt und dient dazu, die nationalen Klimaschutzpläne (Nationally Determined Contribution, NDC) zu überprüfen. Die nationalen Klimaschutzpläne definieren, was ein Land unternehmen muss und welche Maßnahmen es ergreifen muss, um dem  Pariser Ziel nachzukommen. Eine Überprüfung der nationalen Handlungen ist nötig um festzustellen, was die Länder tun, bereits getan haben und noch tun müssen, um dem Ziel letztlich gerecht zu werden. Nächstes Jahr wird eine Überprüfung laut Abkommen erstmalig der Fall sein – doch es gibt noch keine verhandelten Mechanismen, wie eine solche Überprüfung auszusehen hat.

Warum es wichtig ist, sich einzumischen

Hier ist unser aktivistisches Engagement von großer Bedeutung! Unsere Stimmen sind die Stimmen der Zivilgesellschaft. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass die wirklich wesentlichen Elemente für das internationale Klima-Monitoring eingebracht werden. Dies beinhaltet beispielsweise einen gerechten Anteil an notwenigen Anstrengungen auf globaler Ebene. Zwar hat das Pariser Klimaabkommen ein ambitioniertes Ziel gesetzt, aber wird dieses Ziel letztendlich auch genauso ambitioniert umgesetzt? Die Halbzeit der COP lässt bereits eine Bilanz ziehen: Es gibt wie immer viel Engagement und außerordentlich großes Gehör in diesem Jahr von Seiten der Öffentlichkeit. Allerdings gibt es bisher wie immer zu wenig Zugeständnisse und Bemühungen seitens der verhandelnden Industriestaaten. Es gibt zu viel besänftigendes Reden anstelle von bekennenden Handlungen, während uns die Zeit durch die Finger rinnt wie Sand.

Der Klimawandel kennt keine Grenzen

Viele Inselstaaten haben ein schweres Jahr mit rekordbrechenden Hitzewellen, zerstörerischen Hurrikane und Überflutungen hinter sich – und das ist nur die Spitze des Eisberges. Da kommt die diesjährige Präsidentschaft von Fidji genau richtig, um den Fokus gezielt auf die am stärksten Betroffenen zu lenken. Hätten alle in den „sicheren Ländern“  schon einmal das erlebt, was im asiatisch-pazifischen Raum tagtäglich gefürchtet werden muss, so würden die Entscheidungen sicherlich viel schneller fallen.

Mit unserer Stimme auf der COP23 wollen wir mehr globale Solidarität und mehr Gerechtigkeit fordern. Wir wollen den Menschen im globalen Süden zeigen, dass es sehr viele Menschen gibt, die den Kampf um globale Fairness gemeinsam angehen wollen.

Unsere Mission auf der diesjährigen COP soll es sein, die Stimme der Betroffenen zu stärken, damit sie nicht immer nur abgenickt und eingelullt werden, sondern endlich gehört werden!


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