BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Rückblick: Freitag, 3. Dezember

6. Dezember 2010

Gestern habe ich ein kaltes, verregnetes Brüssel verlassen. Nach einer langen (zum Glück nur mit 15minütiger Verspätung) Bahnfahrt, bin ich im verschneiten Kiel angekommen. Doch das hält mich nicht davon ab, einen Rückblick über meine letzten beiden Tage bei „Cancun in Brussels“ zu geben.

Der Freitag stand unter dem Motto „Climate and Social Justice“. Dabei hinh es um die Themen Energiearmut (auch in Industrieländern gibt es noch genügend Menschen, die sich die Stromrechnung nicht leisten können), um Energiepolitik im Bildungssystem und Klimaflüchtlinge. Highlight war wohl der Besuch von einer unser Sprecher Elar Calle Huaman aus Peru – er ist Mitglied der Organisation Capata, welche gegen den unerlässlichen Bergbau in Peru berichtetet. Wir erfuhren viel von den Auswirkungen und die unmögliche Lizenzvergabe von Seiten der Regierung Perus. Durchschnittlich verbraucht jedes amerikanische neugeborene Baby in seinem Leben 1,63 Millionen Kg an Mineralien, Metallen und Treibstoffe – gleichzeitig steigt die Bevölkerung weltweit und somit auch der Bedarf an Rohstoffen. Dabei ist das Metallgeschäft das lukrativste, da in den letzten Jahren der Preis kontinuierlich gestiegen ist, während die Löhne stagnierten. Die Finanzkrise hat dem ganzen nur einen kleinen Knick hinterlassen.

Da die Umweltauflagen in Europa allerdings sehr hoch sind, verlagert sich die Förderung immer mehr in den Süden und nach China. Der zeitliche Druck wächst allerdings immer mehr aufgrund der wachsenden Anzahl von Umweltproblemen, Klimawandel, Wassermangel, Finanzkrise und die Verknappung der Rohstoffe.

In Peru wird der Bergbau hauptsächlich von transnationalen Unternehmen vorangetrieben. Dort gibt es keinerlei Regulations- oder Kontrollmechanismen. Die Investoren sind zu 57% aus Europa, zu 20% aus Nordamerika, zu 15% aus Südamerika und 6% aus Asien (Europa bezieht 74% seiner Metalle aus Lateinamerika). 72% der Länder in Peru wurde bereits in Form von Lizenzen an Öl- und Gasunternehmen vergeben – größtenteils im sensible Amazonasgebiet gelegen. Ein Großteil der Wasserressourcen des Amazonas geht für den Bergbau verloren, da dies nicht nur in Peru der Fall ist. Der in Europa bereits aufgrund der starken Umweltschäden verbotene Form des offenen Tagebaus ist dort leider Standard. Ganze Dörfer werden dadurch umgesiedelt und zerstört, mal ganz abgesehen von der Natur.

Das Wasser wird stattdessen eigentlich für den Reisanbau und die Nahrungsmittelversorgung der dort angesiedelten Bevölkerung benötigt. In der Verfassung ist eigentlich festgeschrieben, dass die lokale Bevölkerung bei der Lizenzvergabe eingebunden werden soll. Allerdings ist dies nicht der Fall und bei Protesten droht den Einheimischen Gefängnisstrafe, Folter und sogar die Todesstrafe, wenn sie nicht bereits im Auftrag der Unternehmen ermordet wurden (zur Zeit gibt es deshalb in England einen Fall gegen eine britische Firma). Am Ende konnten wir noch peruanischen Biokaffee kaufen, welcher im Norden Perus angebaut wird. Wie lange es dafür allerdings noch Ackerland gibt, ist bei der Profitgier fragwürdig.

Außerdem wünsche ich mir an der Stelle, dass alle die Petition von Capate für „No-Go Mining Zones“ unterschreiben. Diese findet ihr hier.

Eure Marika


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