BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Plasten fasten

8. März 2016

Was schon Halbzeit? Irgendwie weiß ich gar nicht recht, was ich berichten soll. Eigentlich kann ich bloß von Ausnahmen erzählen… Leider hatte ich mir auch vorher nicht so richtig überlegt, wie ich meinen Plan in der Praxis umsetzen kann. Die erste Woche der Fastenzeit war noch ziemlich simpel. Essen war irgendwie teils noch da, teils gabs das unverpackt in der Uni-Mensa. Und dann waren wir halt containern… Da fängts schon an: 160221_Mascha Peters_1Entspricht das jetzt dem Plastikfasten, wenn ich in Plastik verpackte Lebensmittel aus dem Container konsumiere? Ich habe für mich beschlossen, dass sie nicht zu verwerten, bloß um Plastik aus dem Weg zu gehen, einfach sinnlos ist. Schließlich rette ich immerhin die sonst unnötig produzierten Lebensmittel und gebe auch der Verpackung somit noch ein wenig mehr Nutzen.

In der zweiten Woche wurde es dann schon echt schwierig, kein Plastik zu konsumieren. Ich war bei meinen Eltern zu Besuch. Natürlich konnte ich von meiner Mutter schlecht erwarten, dass sie jetzt mir zu Liebe in das Klimafasten einsteigt und mit Biegen und Brechen plastikfrei einkauft…

Des Familienfriedens zu Liebe habe ich somit oft mein Fasten gebrochen und auch eingepackte Sachen gegessen. Immerhin kommt meine Familie mittlerweile gut mit meinen veganen Essgewohnheiten zurecht. Vielleicht hätte ich da noch konsequenter sein können, wenn ich einfach selber eingekauft hätte…

Da gerade Semesterferien sind, bin ich jetzt schon wieder zwei Wochen unterwegs Freunde und Verwandte besuchen. Tja und wieder mache ich unzählige Ausnahmen, schließlich kann ich als Besuch doch nicht vorgeben, was eingekauft wird?

Naja ab nächster Woche wird das hoffentlich besser. Dann hab ich wieder Uni und muss mich selbst versorgen.

In manchen Dingen bin ich aber immerhin schon auf dem richtigen Weg und ich sehe diese Fastenzeit auch eher als Experiment an, um auch langfristig Lösungen für ein klimafreundlicheres Leben zu finden. In Sachen Hygiene und Kosmetik bin ich schon seit einiger Zeit dabei, viel einzusparen. Meine Zähne putze ich eigentlich nur mit Kokosöl und Natron, mein Deo besteht fast aus den gleichen Zutaten, gepaart mit etwas ätherischem Orangen- und Teebaumöl. Shampoo und Duschgel benutze ich auch schon lange nicht mehr. Ab und zu Lavaerde und ansonsten warmes Wasser sind vollkommen ausreichend!

Das Leben meiner Zahnbürste neigt sich jetzt leider dem Ende zu. Da hab ich mal im Internet recherchiert und tatsächlich ein Exemplar aus reinem Bambus (Stiel und Borsten!) gefunden und bestellt. Ich bin gespannt, ob die mit den herkömmlichen Zahnbürsten mithalten kann. Bericht folgt dann beim nächsten Mal.

Was die Lebensmittel angeht gibt es noch Verbesserungsbedarf. Mein Freund ist bei der Foodcoop dabei. Da möchte ich jetzt auch gerne einsteigen. Dann kann man Linsen, Reis und co. in 10 Kilo-Säcken kaufen und spart so auch eine Menge blöder Plastikverpackungen. Obst und Gemüse möchte ich in Zukunft auch vermehrt auf dem Markt oder im Bioladen einkaufen. Eine Gemüse-Kiste wird jetzt auch bestellt.

Produkte wie Tofu und pflanzliche Milch/Joghurt/Sahne muss ich dann wohl auch vermehrt selber machen. Ein wenig hab ich da auch schon experimentiert.

Pflanzenmilch ist gar nicht so schwer (Einfach z.B. eine Hand voll Sojabohnen einweichen, mit ganz viel Wasser kochen, pürieren, evt. durch ein Sieb streichen). Zumindest wenn man sie nur zum Kochen und Backen verwenden möchte. So richtig lecker, das man sie gerne pur trinken möchte, hab ich sie noch nicht hinbekommen. Wenn da jemand Tipps hat, würde ich mich freuen!

Aus der Milch kann man auch eine Art Tofu-Quark leicht selbst herstellen. Dann nimmt man am besten mehr Sojabohnen, sodass die Milch richtig dickflüssig wird, gibt dann zur noch warmen Milch etwas Salz und ca. 4-5 EL Zitronensaft. Dann lässt man die Milch etwa 15 Minuten stehen (nicht rühren!) sodass das Eiweiß denaturiert (sieht flockig aus). Die Masse wird jetzt in ein feines, mit einem Tuch ausgekleidetes Sieb gegossen. Das Tuch über der Masse zusammenlegen und mehrere Stunden abtropfen lassen. Im Kühlschrank wird der Tofu auch noch etwas fester. Die Konsistenz erinnert an Frischkäse. Ich nutze den Tofu gerne als Basis für Aufstriche oder Soßen. Um richtig schnittfesten Tofu zu erhalten braucht man wahrscheinlich ein stärkeres Gerinnungsmittel, wie z.B. Nigari (aus Meerwasser gewonnenes Mineralsalzgemisch).

Also mal sehen was die zweite Hälfte noch so mit sich bringt. Bin gespannt, ob ich es schaffe, konsequenter zu sein!

Mascha


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