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Palmölfrei leben – ein etwas verfrühter Abschlussbericht

20. März 2016

Alle Achtung – wenn ich mich so durch die Blogbeiträge lese, komme ich mir wirklich wie eine Cheaterin vor… was cheaten? Mit Palmölfasten?? Was überall drin ist? Das ist dir zu einfach???

Ähm, nun ja. Sagen wir, ich bin durch meinen bisherigen Lebensstil positiv vorbelastet: Wir sind eine Müsli-Familie, das Müsli haben wir schon immer aus seinen Grundzutaten selbst zusammengerührt und wenn wir am Wochenende mal Brot essen, dann wird das meistens süß, nicht salzig – wodurch das Problem: „Aber was soll ich denn nun statt meines tollen (palmölhaltigen) Aufstrichs auf mein Brot tun?“ gar keines für mich war.

Wir sind auch sonst keine Brotfamilie: Ob meiner französischen Wurzeln essen wir zweimal am Tag warm, selbst wenn nur eine Person zuhause ist – die kocht dann halt einfach mittags schon mal für den Abend vor. Fertiggerichte, Salatkrönung und Tütensuppen sind mir seit den letzten acht Jahren nicht mehr in Erinnerung. Und da wir in Folge von den Weihnachtsmonaten und einer Reihe von Geburtstagen alle keinen Süßkram mehr sehen konnten, fastet zurzeit die gesamte Familie auf Schoki und co. Und selbst wenn nicht – Bio/Fair-Schokolade mit einem Kakao-Anteil von über 60% enthält in vielen Fällen kein Palmöl.

Nur im Badezimmer wurde es knifflig. Ich übersetzte die Zutatenliste meiner Kosmetik-Artikel, nur um erleichter festzustellen, dass der Großteil der Fettsäuren wahrscheinlich(!) aus Shea-Butter stammen könnte(!) – denn hier erwies sich leider die Aussage „größtenteils/hauptsächlich/meist“ in allen Wikipedia-Artikeln und Blogs als recht schwammig.

Ein größeres Problem bereiteten mir die Fettalkohole und andere Derivate, weil hier teilweise auch über die Hersteller nicht in Erfahrung zu bringen war, was jetzt nun das Herkunftsfett gewesen war. Also habe ich die letzten Wochen, seitdem meine Duschgels leer geworden sind, angefangen den großen Brocken Aleppo-Seife zu verwenden, den mir eine Freundin geschenkt hat.

Als Fazit kann ich sagen, dass es eigentlich relativ einfach ist, beim Essen auf Palmöl zu verzichten – wenn man Müsli statt Brot (und somit Margarine und Aufstriche) isst, auf Convinience-Produkte (egal ob bio, vegan oder nicht) verzichtet und den Süßkramkonsum auf dunkle Schokolade oder sehr hochwertige beschränkt (die man übrigens auch daran erkennt, dass sie kein Sojalecitin enthält, welches verwendet wird, um die Concierzeit zu verkürzen). Nur im Bad habe ich entschieden, dass mir das mühselige Auseinanderklabüsern von Inhaltsstoffen zu kompliziert ist: In Zukunft liegt in meiner Dusche nur noch ein Brocken Olivenöl-Seife, zum Pflegen nehme ich Mandelöl aus der Apotheke (wer schön duften möchte, tropft einfach ein ätherisches Öl seiner Wahl dazu). Ich könnte vermutlich auf die Suche nach Ersatzprodukten gehen oder anfangen, selbst Experimente zu machen, aber das ist mir ehrlich gesagt zu mühsam, und außerdem komme ich so auch mit weniger Verpackungsmüll aus.

Ich hoffe, ihr fandet meine Erfahrungen hilfreich – ich zumindest fand die anderen Blogbeiträge sehr inspirierend und werde vielen ihrer Tipps folgen, zum Beispiel, um meinen Plastikkonsum zu reduzieren. Jetzt kommt nur Ostern mit den ganzen Schokogeschenken auf mich zu…

Liebe Grüße,

Eure Julie


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