BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Cancun, 29. November

1. Dezember 2010

Der erste Tag auf der Klimakonferenz in Cancun. Ich war schon einmal auf einer internationalen Konferenz, also weiß ich schon in etwa was auf mich zukommt, aber ich bin trotzdem aufgeregt. Aufgeregt, weil da sicherlich viele Herausforderungen auf mich zukommen, aber auch weil es bestimmt Spaß machen wird.

Auf dem Weg zur CancunMesse, einer der beiden Konferenzgebäude, steh ich erst mal im Stau. Da kann man nur hoffen, dass sich die Verhandlungen schneller bewegen als der Verkehr. Endlich angekommen, denkt man erst mal nicht an Klimaerwärmung, denn das Gebäude ist auf arktische Temperaturen runtergekühlt.

Das erste Working Group Treffen, an dem ich teilnehme, wird dominiert von Amerikanern, mit denen ich hier überhaupt viel zusammenarbeiten werde. Die wollen während der Konferenz auf ihr Rapid Response Network zurückgreifen. Das ist ein Netzwerk von Leuten in den Staaten, die per Email oder Telefon gebeten werden sollen, kleinere Aktionen bei sich zu  organisieren. Wenn viele Rapid-Responders Druck zu Hause aufbauen, kann das durchaus Einfluss auf die Delegationen hier haben. Wir schicken gleich am ersten Tag eine Willkommens-Email an das Netzwerk, um sie an den Start der Konferenz zu erinnern.

Das nächste Treffen geht um Aktionen, die wir Jugendliche in den nächsten Tagen hier durchführen wollen. Nur so viel sei verraten: Es waren wieder tolle Ideen dabei. Aber es ist auch klar, dass wir dieses Jahr nicht ganz so aktiv werden können wie in Kopenhagen. Erstens sind weniger junge Leute anwesend, und zweitens sind zumindest vorerst die UN Vorschriften für Aktionen ziemlich restriktiv.

Der erste Tag ist dann schnell vorbei.  Irgendwie sind die Stunden durch die Meetings, die vielen Gespräche und natürlich das Erkunden des großen Konferenzareals nur so dahingeflogen. Am Abend hat Mexiko eine Willkommensfeier organisiert. Über das kostenlose Essen freut man sich nach so einem Tag ganz besonders. It’s COP time again.

Dominik


Tag der Klimagerechtigkeit

30. November 2010

Heute begann der Tag mit den ersten Infos von den Klimaverhandlungen. Durch die Zeitverschiebung fangen die Verhandlungen meist erst gegen 17 Uhr an und gehen bis in die Nacht hinein, sodass wir erst am Morgen darauf wissen, was gelaufen ist. Und gestern ist nicht viel gelaufen. In den Eröffnungsreden wurde viel Altbekanntes gesagt: Ein globales, rechtlich verbindliches Abkommen ist in den nächsten zwei Wochen nicht zu erwarten, doch die Regierungen hoffen wenigsten auf eine teilweise Einigung in verschiedenen Bereichen, wie etwa Klimafinanzierung, Waldschutz oder Technologietransfer. Ansonsten gibt es leider immer noch die starke Tendenz, von einem rechtlich verbindlichen globalen Emissions-Reduktionsziel, das auch dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht hinzu freiwilligen, nationalen Reduktionszielen, die leider summiert mal gar nicht dem entsprechen, was wir eigentlich leisten müssten. Die USA wird sich nach dem gescheiterten Klimaschutzgesetz und den gescheiterten Wahlen wohl herzlich wenig bewegen (obwohl die Angst steigt, dass China im Bereich der Erneuerbaren Energien bald Vorreiter wird), China wird keine verbindlichen Verpflichtungen annehmen, sofern sich die Industrieländer nicht bewegen und die EU bleibt bei ihren 20%-Ziel bis 2020 (im Vergleich zu 1990), obwohl sich das EU-Parlament für 30% ausgesprochen hat. Soviel dazu.

Dementsprechend gab es statt des Cancun-Updates heute morgen von Oleg (Schweden) Oleg erzählt uns über die Geschichte der Klimaverhandlungeneine Einführung in die Geschichte der Klimapolitik und wir haben nochmal über die Aktion gestern (siehe http://blog.bundjugend.de/erster-offizieller-tag-von-cancun-in-brussels) gesprochen. Anscheinend haben sie die Leute tatsächlich noch bis 17 Uhr ungefähr vom Arbeiten abgehalten und ganze drei Stunden mit ihnen gesprochen. Und es sind auch noch einige Journalisten gekommen und die Aktion war am nächsten Tag in einigen (niederländischen) Medien zu finden.

Danach musste ich nun auch Anna verabschieden, die Zuhause leider andere Verpflichtungen hat. Ich grüße sie ganz herzlich, hoffe dass sie trotz Verspätung (hoch lebe die Deutsche Bahn) gut nach Hause gekommen ist und es war schön, dass du da warst!!

Am Nachmittag haben wir uns lange mit dem Thema GerechUnterschied zwischen Gerechtigkeit und Fairnesstigkeit und Fairness allgemein und Klimagerechtigkeit auseinandergesetzt, welche Gerechtigkeitstheorien es gibt, was alles dazugehört und welche Probleme es bei der Umsetzung gibt. Dabei gibt es (mal ganz verallgemeinert) drei Gerechtigkeitsansätze:

  • Das Gemeinwohl maximieren führt zu Gerechtigkeit
  • Die Freiheit aller Menschen respektieren führt zu Gerechtigkeit
  • Rechtschaffenheit fördern führt zu Gerechtigkeit

Das jedoch jede Theorie für sich alleine seinen Haken hat, mussten wir schnell feststellen, als Paul (Niederlande) uns zunächst eine recht einfache Frage stellte: Wenn ein Mensch einen Fluss mit seiner Fabrik vergiftet, von dem zwanzig Menschen leben müssen, ist es dann gerecht, ihm dies zu verbieten? Dies bejahten wir, schließlich ist bei einem Verbot mehr Menschen geholfen und somit das Gemeinwohl maximiert. Als jedoch die die Frage war, dass dieser Mensch sich für ein Verbot nicht interessiert und wir ihn quälen müssten, um eine Vergiftung des Flusses zu verhindern (da ein anderer Weg ausgeschlossen wurde), waren nur noch weniger Hände oben. Denn ist das Gemeinwohl dadurch tatsächlich noch maximiert, wenn die Gemeinschaft nicht damit leben kann, einen Menschen gequält zu haben? Kein Hand war mehr zu sehen, die Frage gestellt wurde, ob wir seine unschuldige Tochter quälen würden, um eine Vergiftung des Flusses zu verhindern (Prinzip der Rechtschaffenheit fördern). Diese Fragen haben alle zu sehr interessanten Diskussionen und Annahmen geführt.

Danach haben wir uns mit Klimagerechtigkeit befasst (weitere Infos zum Beispiel die Prinzipien des Netzwerkes Climate Justice Now – leider habe ich diese nur auf Englisch gefunden) und Gary (Schottland) hat uns erzählt, was er in den gängigsten „Definitionen“ gefunden hat:

  • Eine katastrophale Klimaerwärmung muss verhindert werden
  • Die strukturellen Ursachen von Emissionen müssen wir entgegentreten
  • Ablehnung von marktbasierten Mechanismen (wie z.B. den Emissionshandel, da er starken Schwankungen unterliegt, sogar zu einer Steigerung der Emissionen geführt hat und nur zur Profitsteigerung von Großuntenehmen führt, sprich: „We need System Change not Climate Change!), um Emissionen zu reduzieren
  • Sozial gerechte und ökologische Alternativen müssen gefördert werden
  • Demokratischer Besitz und Kontrolle von Unternehmen
  • Ressourcen Souveränität (z.B. für Essen, Energie, Wasser, Land, …)
  • Fossile Energieträger da lassen, wo sie sind
  • Ausgleich für die ökologischen Schulden, die die Länder des Globalen Nordens gegenüber Länder des Globalen Südens haben
  • Schutz von Ökosystemen (z.B. Wälder)
  • Ende von Militarismus und Autoritarismus, sowie Kontrolle der Gesellschaft

Es war schade, dass die vielen spannenden Diskussionen leider durch einen Kinder-Trommelkurs eine Etage tiefer etwas erschwert wurden.

Außerdem muss ich an dieser Stelle unbedingt nochmal unseren Koch erwähnen: Wir bekommen hier jeden Tag supergünstig, total leckeres, veganes Essen zubereitet!! Er bewirbt sich auch gerade bei einem veganen Restaurant und da drücken wir ihm natürlich ganz doll die Daumen!

Soviel erstmal heute – morgen wieder mehr.

Es grüßt eure Marika

PS an Julia: Ich habe ein paar belgische Kronkorken für dich!


Erster offizieller Tag von „Cancun in Brussels“

29. November 2010

Heute gab es neben dem Willkommen, einen Rückblick über die verschiedenen Workshops der People’s Assembly und einer Aktion des europäischen Netzwerkes des BUND (Friends of the Earth Europe = FoEE) auch schon den ersten spannenden Workshop. Aber von Beginn an…

TagesordnungNachdem wir uns Vormittags alle ein wenig kennengelernt (wir haben tatsächlich Teilnehmer, welche eine Fahrt von über 30 Stunden hinter sich haben!!) und über das Programm gesprochen haben, gab es wie gesagt einen kurzen Rückblick zur European Climate Justice People’s Assembly. Es gab verschiedene Workshops zum Beispiel zu den Themen Waldschutz in den Klimaverhandlungen und Kapitalismuskritik und am Ende wurde an einer gemeinsamen, kurzen Deklaration gearbeitet. Mehr dazu habe ich ja schon gestern berichtet.

Am Nachmittag waren wir bei einer unangemeldeten Aktion von FoEE. Dabei haben wir uns in der Nähe des Europaparlamentes getroffen und es sollte das Hauptgebäude einer Organisation besetzt werden. Welche wurde leider vorher nicht angekündigt, da dies der Aktion hinderlich gewesen wäre. Allerdings konnten wir uns dadurch leider nicht im Vorhinein informieren, was sehr schade, wie sich später herausstellte.

Am Schumanplein angekommen, waren auch schon 10 Leute im Konferenzraum und in einem Büro der International Emissions Trading Association. Von dort aus riefen sie aus dem Fenster unsere Forderungen und Bedenken. Zusätzlich standen etwa 15 bis 20 Leute auf der Straße und verteilten Flyer. Leider war der Ort nicht unbedingt geeignet, um Passanten zu erreichen, da von diesen nicht viele unterwegs waren.

Laura (Tasmanien und Belgien) verkündet die Absicht der Hausbesetzer

Nach kurzer Zeit trafen wir dann allerdings eine Mitarbeiterin der Organisation. Sie hatte bereits die Polizei gerufen, da sie dachte, dass wir in ihrem Büro etwas zerstören würden. Als sie allerdings erfuhr, dass Demonstration gegen die IETAwir keinerlei Gewalt anwenden, sondern sie nur von der Arbeit abhalten wollen, „bestellte“ sie diese wieder ab. Allerdings meinte sie, dass sie auf alle Fälle heute noch ins Büro musste, da sie morgen nach Cancun zu den Klimaverhandlungen fliegt und noch etwas zu arbeiten hat. Davon haben wir sie allerdings eine lange Zeit abgehalten.

Später am Nachmittag haben wir dann mit Susi (Deutschland) und Gary (Schottland) in einem Workshop über aktuelle Klimawissenschaft und die Klimaskeptiker geredet. Fazit: Das Zwei-Grad-Ziel ist lange nicht mehr genug, um tatsächlich extreme Wetterereignisse zu verhindern (Eine Grafik dazu hier) und Klimaskeptiker haben in den Medien nur eine Plattform, da diese „objektiv“ beide Seiten darstellen wollen (obwohl sie nicht wissenschaftlich argumentieren, von Großkonzernen finanziert werden und ihre Vertreter zwar Professoren,Susi  (links) und Gary (Mitte) aber nicht Meteorologen sind). Zusätzlich haben wir uns mit der Frage auseinander gesetzt, ob es einfacher ist, weitere Menschen zu überzeugen, auf ihren Konsum zu achten, oder ob man nicht viel eher auf die Politik setzen sollte, welche Regeln für die Produktion festlegen kann. Am Sinnvollsten schien es uns, Menschen zu überzeugen, politisch aktiv zu werden beziehungsweise selbst in die Politik zu gehen, um „das System“ von innen zu verändern.

Gegen 22 Uhr gibt es heute die sogenannten „Opening Plenaries“ der beiden UNFCCC-Arbeitsgruppen (Ein wenig mehr dazu hier), welche wir per Livestream verfolgen und diskutieren wollen. Wir dürfen also noch gespannt sein, ob vielleicht doch noch eine Überraschung passiert.

Es grüßt „links“ von Köln, eure Marika


Sing for the climate

29. November 2010

Am Sonntag, also unser zweiter Tag in Brüssel, wollten wir nach einer kurzen Nacht (unter anderem kurz, weil wir entzückt abends noch etwas länger unserem Zimmergenossen beim Mantra singen zugehört haben…. jaja die Ökos….und dann friedlich dabei eingeschlafen sind) erst einmal schön in Brüssel frühstücken gehen. Leider scheint die Frühstückskultur in Belgien nicht ganz so etabliert zu sein, sodass wir nach 2 stunden suchen und durch die Stadt hetzen, am Bahnhof resignierten, und uns in einer Bäckerei mit Croissants und Smoothies versorgten. Dann verabschiedeten wir uns von Lennart, der leider aufgrund seines Fulltime-VWL-Studenten-Lebens wieder abreisen musste .

Am Nachmittag fand dann die große „Sing for the climate“- Demo statt. Trotz eisiger Kälte kamen mehrere tausend Menschen zusammen, um für Klimagerechtigkeit und eine starke Klimapolitik zu demonstrieren. Während es übrigens in Deutschland bei jeder Demo eher Vokü-Vegan-Essen gibt, gibt’s hier Belgische Waffeln…sollten wir vielleicht auch bei uns einführen :D

Demo "Sing for the Climate"

“Climate Justice now!” and “Change the system, not the climate” hörte man also laut in der Brüssler Innenstadt und vor allem die Weihnachtsmarktbesucher waren davon doch leicht irritiert :-) ! Gut so!

Am Ende der Demo gab es dann einen ganz besonderen Höhepunkt: bei Glühwein von Oxfam sangen alle zusammen mit Begleitung eines Chores ein Lied, welches extra für die Demo komponiert wurde. Es entstand eine wirklich schöne Atmosphäre, die mich doch sehr an Kopenhagen erinnert hat und bei der mir noch einmal bewusst wurde, dass wir wirklich was mit der Klimabewegung erreichen können und müssen!

Hier der Songtext:

Hey you“Climate Justice
Cancun, don’t make it bad
Take these measures, to save the climate
Remember that there is only one earth
Then you can start, to make it better
Hey you, don’t be afraid
We’ll take action, go out and get it
The minute, you let it under your skin
Then you begin to make it better
At any time and any place
We’ll show our face
We’ll carry the world upon our sholders
So, don’t know that it’s a fool, who makes the rule,
Not making this world a little colder
Oh no no no non no no no
Ou earth, is not for sale
We’ll take actions, to save the climate
We want renewable energy
That is how we, can make things better
So just go out and join our band
Hey you, you can.
We’re waiting for someone to perform with
And don’t know that it’s just you
Hey you, you’ll do
The movement we need is on your shoulder
Na na na na na na na na na na
Cancun, don’t make it bad
Take these measures, to save the climate
Remember that there is no time to loose
We have to choose, to make it better, better, better, better!
Na na na nananana nanananan, Hey you!
Na na na nanananan nananana, Hey you!

Eure Anna, die leider bald schon wieder Brüssel verlassen muss, aufgrund ihres Fulltime-Umweltwissenschaften-Studiums ;)


Erste Eindrücke der “European Assembly of Climate Justice”

28. November 2010

Vom 29. November bis zum 12. Dezember veranstaltet unser europäisches Netzwerk Young Friends of the Earth Europe (YFoEE) in Brüssel eine Art Jugendkonferenz, um die UN-Klimaverhandlungen in Brüssel zu verfolgen, zu diskutieren und das Netzwerk zu stärken. Davor findet vom 26. bis 29. November die European Assembly for Climate Justice ebenfalls in Brüssel statt. Und wir sind dabei!Ein    Abstecher zum Kölner Dom

Nach einer kurzen Besichtigung des Kölner Doms, einigen verspäteten Zügen und ziemlich langer Bahnfahrt bin ich gestern am späten Nachmittag endlich in Brüssel angekommen! Der Hauptbahnhof ist sehr verwirrend, es finden sich dort Schilder in Massen und nachdem ich meinte, die Schule recht schnell gefunden zu haben, in der die European Climate Assembly stattfindet, schloss ein netter, leider nur französisch sprechender Mann die Türe vor mir ab. So musste ich feststellen, dass ich mir wohl die falsche Hausnummer notiert hatte.

Anna und Lennart bei der European Assembly for Climate JusticeNachdem ich mit Lennarts Hilfe (hoch lebe die Erfindung des Handys!) dann doch noch zur Erasmus Hoogeschool gefunden habe, lief gerade das Plenum, indem die Forderungen der European Assembly for Climate Justice aufgestellt wurden. Es schien mir allerdings eher nach dem Versuch, eine Klimakonferenz nachzuspielen, nur dass die verschiedenen Optionen nicht durch eckige Klammern, sondern durch Schrägstriche voneinander abgegrenzt wurden. Danach wurde über jedes einzelne Wort verhandelt.

Nach dem Abendessen gab es ein paar sehr spannende Kurzvorträge über die Klimakatastrophen in Pakistan und Russland. Dazu berichtete Qualandar Bux Memon (Pakistan) zunächst über die Situation in seinem Land und welchen Einfluss die britische Kolonialherrschaft hatte. Pakistan hat ungefähr 180 Millionen Einwohner. 60% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und genau die sind es, die am Meisten von der Flut betroffen sind.

Qalandar Bux Memon aus Pakistan über die Flut Offiziell sind 2.000 Menschen gestorben, 10 Millionen Menschen haben ihr zuhause verloren und ein Fünftel des Landes wurde überflutet. Dazu muss man noch sagen, dass ein Großteil der pakistanischen Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt. Die Gründe für die Flut finden sich im Abschmelzen der Gletscher, die Veränderung des Flusses Hindu durch die Zunahme von Seitenkanälen und die Abholzung der einzigen noch vorhandenen Wälder im Norden Pakistans.

Danach berichtete Evguenia Tchirikova über die Brände in Russland. Leider sprach dieser nur Russisch und es gab keine Übersetzer. Zum Glück haben sich Freiwillige gefunden, welche von Russisch zu Französisch und dann von Französisch zu Englisch übersetzten. Nur leider war die englische Übersetzerin akkustisch kaum zu verstehen, weshalb wir von diesem und den folgenden Vortrag nichts verstanden, außer ein paar Schlagworte (wir müssen an etwas arbeiten, Umwelt, Kapital, …). Doch auch daraus konnte man sich die groben Inhalte ableiten :-)

Eure Marika


Vom Torfkopp zum Moorfrosch

19. November 2010

Endlich ist er fertig: unser teuflischer Blue Cache zum Thema Moore und Seen! Wochenlang hat Martin daran gesessen und bis eben noch an den wichtigsten Details herumgefeilt. Rund um den Teufelssee soll er in 2 Routen führen, durch Moore und Seen, und am Ende erlebt man garantiert sein “blaues Wunder”! Wir packen also alles ein, schwingen uns auf die Fahrräder und machen uns mal wieder auf den Weg in den schönen Grunewald, um endlich unseren ersten Blue Cache zu verstecken.

Wir werden dort von den beiden FÖJlerinnen des Ökowerks erwartet, die den Cache mit uns anlegen. Es ist verdammt kalt, aber das hält uns nicht davon ab, diesen tollen Cache anzulegen. Zuerst muss das Roadbook versteckt werden, das alle wichtigen Infos und Rätsel enthält. Nach kurzer Zeit finden wir ein gutes Versteck und fahren, augerüstet mit Hammer und Bohrstock, los, um alles zu verstecken, den Boden zu untersuchen und die Koordinaten zu notieren. Unterwegs machen wir uns mit den Forschungen von Albert Moor vertraut, schützen Torf mit Dr. Kämpfer und landen schließlich in der Sandkiste. Jetzt aber nichts wie hin zum Schatz! Dieser liegt an einem ganz besonderen Ort mit einem ganz besonderem Geruch. Yeah, wir haben ihn! Was darin versteckt ist, ist natürlich ein großes Bluecacher-Geheimnis. Aber der weite Weg dorthin hat sich auf jeden Fall gelohnt!


Nightcache im Rotenburger Wald

19. Oktober 2010

An diesem Wochenende ist es mal wieder so weit: das Aktiventreffen steht vor der Tür! Es ist DAS Vernetzungstreffen für alle BUNDjugendlichen aus ganz Deutschland und das Programm ist auch dieses Jahr wieder sehr vielseititg: Diskussionen, Zukunftsvisionen, Castortraining und – dieses Jahr zum ersten Mal dabei – eine “digitale Nachtwanderung”. Also mit anderen Worten, ein Blue-Cache bei Nacht! Es ist der erste Blue-Cache, den Charly und ich anlegen. Er besteht aus zwei inhaltlich identischen Routen und thematisiert den virtuellen Wasserverbrauch von Konsumgütern, die unseren Alltag begleiten. Nachdem nun also fast alle Aktiven angekommen sind und sich durch ein superleckeres, veganes Abendessen und anschließend einige spaßige Energizer gestärkt haben, bricht schon ganz allmählich die Nacht über Rotenburg herein. Charly und ich laufen noch ein letztes Mal die beiden Routen ab, die wir schon mittags im Wald rund um den Kreisjugendhof angelegt haben. Haben wir auch nichts vergessen? Stimmen alle Koordinaten? Sind alle Reflektoren richtig angebracht? Wurde auch keine der netten, kleinen Filmdosen von einem Wildschwein verspeist? Super, alles ist perfekt, es kann also losgehen!

Ausgerüstet mit GPS-Geräten, Taschenlampen und Kamera lesen sich beide Gruppen gespannt die Story durch, die sie durch den Cache führt. Jetzt müssen wir nur noch die Startkoordinate eingeben, die uns zum ersten Reflektor führt. Das GPS-Gerät scheint ja zu funktionieren – doch wo ist denn nun der Reflektor? Nach intensivem Suchen können wir weit und breit keinen einzigen Reflektor finden… STOPP! Da drüben blitzt uns doch etwas Blaues entgegen! Das muss er sein. Die Begeisterung der Gruppe, die bis eben noch nicht so ganz erkennbar war, nimmt nun immer mehr zu. Etwa 200 Meter und einige Reflektoren weiter finden wir endlich die erste Dose. Sie enthält ein Schwein, eine Aufgabe, eine Koordinate und eine dreistellige Zahl. So – und was jetzt? Jule tippt alle wichtigen Infos in ihr Handy und wir folgen der Koordinate, die wir gefunden haben. Kurze Zeit später finden wir uns im Unterholz wieder und suchen nach einem Hinweis. “Dieser Krater ist doch sehr auffällig. Hier muss doch was drin sein!” “Vielleicht ist es ja vergraben!” “Ich glaube, wir kommen heute nicht mehr an…” Doch plötzlich leuchtet uns etwas Rotes aus einem Baumstumpf entgegen – die Dose! Yeah!!! Ein Stück Jeans, eine weitere Aufgabe und wieder eine dreistellige Zahl. Schnell ist alles notiert und wir folgen den Reflektoren, die uns zurück auf den Weg führen. Auch die dritte Dose können wir problemlos finden, diesmal handelt es sich um ein Stück Papier und eine weitere Koordinate. Das GPS-Gerät zeigt 700 Meter an. Merkwürdig… Voller Motivation folgen wir dem Pfeil durch die Dunkelheit und stehen irgendwann mitten im Wald, der Weg wird uns durch das ganze Gestrüpp bald vollständig versperrt. Mist! Es regnet und wir haben die Orientierung fast vollständig verloren. Schließlich finden wir doch auf den Weg zurück und machen uns auf den Heimweg. Den Cache haben wir nicht gefunden, doch morgen werden wir auf jeden Fall nochmal losgehen.

Auch die andere Gruppe, die von Charly begleitet wurde, ist cachelos zurückgekommen. Schade, doch wir sind uns einig, dass wir eine tolle, spannende und abenteuerreiche Nachtwanderung hatten. Die Methode Geocaching ist bei allen ganz gut angekommen und wir können mit gutem Gewissen noch viele weitere tolle Cacherouten anlegen. So, das wars dann für heute, aber morgen finden wir den Cache!


Im Dunkel wartet der Cache – hoffentlich!

12. Oktober 2010

„Ich glaube, ich hab was entdeckt!“, ruft Jannik uns zu, doch wir können keinen Hinweis an der gruseligen Mamorstatue, die bedrohlich auf uns hinunter sieht, entdecken. Wir wollen unbedingt weitere Koordinaten finden und denken gar nicht erst ans Aufgeben. „Vielleicht sollten wir einfach weiter in den Park laufen“, denke ich und noch bevor ich etwas sagen kann, macht sich Martin schon auf den Weg. Endlich! Wir haben einen Reißnagel an einem Baum erspähen können. „Das ist eigentlich kein richtiger Reflektor“, meint Martin, doch ich bin voller Tatendrang und hoffe, dass er uns den Weg zur nächsten Rätselstation weist. Schon geht die Suche weiter. Minuten vergehen und noch immer haben wir die nächste Rätselstation nicht entdeckt. Doch was ist das? Wir haben nicht bemerkt, dass wir den Berg hinauf gelaufen sind und finden uns am Fuße des Nationaldenkmals wieder. Nix wie rauf und ich halte die Luft an. Die Aussicht ist phänomenal und vergessen ist die bisher erfolglose Suche. Jannik und Martin sind ganz vertieft in die Rätselaufgaben, während ich immer noch nicht aus dem Staunen herauskomme. Nach einem kurzen Aufenthalt geht’s weiter. Ganz unerwartet finden wir plötzlich richtige Reflektoren und die erste Rätselstation, doch die Reflektoren führen uns wieder zur Startkoordinate. An Aufgeben ist nicht zu denken und wir gehen wieder zurück, immer mit offenen Augen, damit ja kein Reflektor übersehen wird. Aber es folgt eine Sackgasse und wir finden keine weiteren Reflektoren. Der Cache ist nicht mehr vollständig. Trotzdem hatten wir sehr viel Spaß und Jannik und ich gehen nun mit großem Eifer ans Planen unseres ersten Nightcaches.


Unser erster Cache – ein voller Erfolg!

12. Oktober 2010

Nachdem Charly und ich von Martin ausführlich in die Welt des Geocaching eingewiesen worden sind, können wir es kaum erwarten, selbst mal einen Cache durchzuführen, um einen kleinen Vorgeschmack zu bekommen. Martin schreibt noch schnell die wichtigsten Infos des Caches auf, packt das GPS-Gerät ein und schon geht es los. Schnell können wir auch Ruth, Anna und Frieder überzeugen, mit uns zu kommen und auf Schatzsuche zu gehen.

Wir machen uns auf den Weg in Richtung Fischerinsel, wo das erste Rätsel auf uns wartet. Dort angekommen überlegen wir gemeinsam, wann die Brücke gebaut wurde und wann die Märzrevolution stattgefunden hat. Die errechneten Koordinaten geben wir in das GPS-Gerät ein, das uns schließlich zum „Schatz“ führt. Wir laufen los und finden uns an einem wirklich schönen Ort auf der Fischerinsel wieder, mit Ausblick auf die Spree. Doch wo liegt er denn nun, unser lang ersehnter Schatz? Ist er in den Sträuchern versteckt? Oder vielleicht in dem Boot, das da vor uns in der Spree liegt? Nach intensivem Suchen fragen wir uns, ob wir uns nicht doch verrechnet haben. Doch plötzlich kommt Frieder freudestrahlend mit einer Dose in der Hand auf uns zugelaufen, die er zufällig an der Unterseite des Geländers entdeckt hat. Wir haben den Cache, juhu! Wir öffnen die Dose, tragen uns ins Logbuch ein und hängen sie wieder zurück, natürlich immer auf der Hut vor den gefährlichen Muggeln!Zufrieden und voller Motivation gehen wir wieder zurück zum Büro. Jetzt müssen wir den Cache nur noch im Internet loggen und – fertig! Unser erster Cache war ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon riesig auf weitere tolle Caches, die wir nun im Laufe unseres Projekts konzipieren und anlegen werden!


Anti-Atom-Demo

7. Oktober 2010

Die große Anti-Atom-Demo am 18.09.10 gesehen von Straciatella, 20, die gerade ihr FÖJ in der Bundesgschäftsstelle der BUNDjugend macht:

Das war ein tolles Gefühl. So viele Menschen, so viele Banner, so laut, so bunt. Was für ein Bild: Tausende von Demonstranten direkt vor dem Reichstag. Und zwischen der EU-Flagge und der Deutschen eine Anti-Atom-Flagge. Und das alles ganz friedlich.
Für mich war die Anti-Atom-Demo am 18.9.10 ein ganz eindrückliches Zeichen dafür, wie viele unterschiedliche Menschen dieses Thema auf die Straße bringt. Nicht nur altbekannte BUNDler oder Wendlandaktivisten sondern auch Jugendliche und die „Bachstelzen“ samt Fangemeinde. Wodurch die Stimmung eher an eine große Party erinnerte.
Die Demo zeigt mir aber auch, wie froh ich bin, in dieser Demokratie zu leben. Auch wenn die Reichstagswiese erst nicht erlaubt wurde. Wir dürfen (und müssen) genau da hin, wo die politischen Entscheidungsträger uns sehen!
Bleibt zu hoffen, dass sie unser Statement verstanden haben:
WIR WOLLEN DEN ATOMAUSSTIEG! Keine Laufzeitverlängerung und nicht noch mehr Müll!

„Atomkraft ist Brücken Blockadetechnologie!“, wie es auf unseren T-Shirts stand.