Gestern habe ich ein kaltes, verregnetes Brüssel verlassen. Nach einer langen (zum Glück nur mit 15minütiger Verspätung) Bahnfahrt, bin ich im verschneiten Kiel angekommen. Doch das hält mich nicht davon ab, einen Rückblick über meine letzten beiden Tage bei „Cancun in Brussels“ zu geben.
Der Freitag stand unter dem Motto „Climate and Social Justice“. Dabei hinh es um die Themen Energiearmut (auch in Industrieländern gibt es noch genügend Menschen, die sich die Stromrechnung nicht leisten können), um Energiepolitik im Bildungssystem und Klimaflüchtlinge. Highlight war wohl der Besuch von einer unser Sprecher Elar Calle Huaman aus Peru – er ist Mitglied der Organisation Capata, welche gegen den unerlässlichen Bergbau in Peru berichtetet. Wir erfuhren viel von den Auswirkungen und die unmögliche Lizenzvergabe von Seiten der Regierung Perus. Durchschnittlich verbraucht jedes amerikanische neugeborene Baby in seinem Leben 1,63 Millionen Kg an Mineralien, Metallen und Treibstoffe – gleichzeitig steigt die Bevölkerung weltweit und somit auch der Bedarf an Rohstoffen. Dabei ist das Metallgeschäft das lukrativste, da in den letzten Jahren der Preis kontinuierlich gestiegen ist, während die Löhne stagnierten. Die Finanzkrise hat dem ganzen nur einen kleinen Knick hinterlassen.
Da die Umweltauflagen in Europa allerdings sehr hoch sind, verlagert sich die Förderung immer mehr in den Süden und nach China. Der zeitliche Druck wächst allerdings immer mehr aufgrund der wachsenden Anzahl von Umweltproblemen, Klimawandel, Wassermangel, Finanzkrise und die Verknappung der Rohstoffe.
In Peru wird der Bergbau hauptsächlich von transnationalen Unternehmen vorangetrieben. Dort gibt es keinerlei Regulations- oder Kontrollmechanismen. Die Investoren sind zu 57% aus Europa, zu 20% aus Nordamerika, zu 15% aus Südamerika und 6% aus Asien (Europa bezie
ht 74% seiner Metalle aus Lateinamerika). 72% der Länder in Peru wurde bereits in Form von Lizenzen an Öl- und Gasunternehmen vergeben – größtenteils im sensible Amazonasgebiet gelegen. Ein Großteil der Wasserressourcen des Amazonas geht für den Bergbau verloren, da dies nicht nur in Peru der Fall ist. Der in Europa bereits aufgrund der starken Umweltschäden verbotene Form des offenen Tagebaus ist dort leider Standard. Ganze Dörfer werden dadurch umgesiedelt und zerstört, mal ganz abgesehen von der Natur.
Das Wasser wird stattdessen eigentlich für den Reisanbau und die Nahrungsmittelversorgung der dort angesiedelten Bevölkerung benötigt. In der Verfassung ist eigentlich festgeschrieben, dass die lokale Bevölkerung bei der Lizenzvergabe eingebunden werden soll. Allerdings ist dies nicht der Fall und bei Protesten droht den Einheimischen Gefängnisstrafe, Folter und sogar die Todesstrafe, wenn sie nicht bereits im Auftrag der Unternehmen ermordet wurden (zur Zeit gibt es deshalb in England einen Fall gegen eine britische Firma). Am Ende konnten wir noch peruanischen Biokaffee kaufen, welcher im Norden Perus angebaut wird. Wie lange es dafür allerdings noch Ackerland gibt, ist bei der Profitgier fragwürdig.
Außerdem wünsche ich mir an der Stelle, dass alle die Petition von Capate für „No-Go Mining Zones“ unterschreiben. Diese findet ihr hier.
Eure Marika










… Wunder oh wunder: der deutschen Tochterfirma von RWE(npower). Man muss dazu sagen, dass die Wahl europaweit war und RWE als eine von drei nominierten Unternehmen sage und schreibe 58% aller Stimmen auf sich vereinen konnte. Der Preis – welcher an jeweils ein Unternehmen aus dem Bereich Finanzen (Goldman Sachs) und eines aus dem Bereich Klima mit dem schlechtesten Einfluss auf die EU-Politik geht – wurde bereits das fünfte Mal vergeben. Es war jedoch das erste Mal, dass er tatsächlich persönlich in Form von Matthias Dürr (Senior Manag
er European Union Affairs of RWE (npower)) entgegengenommen wurde! Während der Zeremonie machten ein paar als Putzfrauen gekleidete Aktivisten ihn darauf aufmerksam, dass er trotz zahlreicher Greenwashing-Versuche noch immer nicht sauber sei. Danach verschwand er – zu einem Lobbytreffen mit der Europäischen Kommission.
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co
ch eine begrenzte Menge an Emissionen in Form von Emissionszertifikaten zugesprochen. Nicht benötigte Zertifikate können europaweit gehandelt werden. Über diesen Mechanismus werden zirka die Hälfte aller Emissionen der EU erfasst. Leider werden noch immer viel zu viele Zertifikate ausgegeben und davon auch noch ein Großteil umsonst. Das heißt, Firmen können zusätzliche Gewinne machen, indem sie kostenlose Zertifikate weiterverkaufen. Außerdem wird die Deckelung der Emissionszertifikate durch den Zukauf von weiteren sogenannten CDM-Zertifikaten aus Ländern außerhalb des Emissionshandels ausgehebelt, indem diese dort ökologisch und sozial unverantwortliche Projekte fördern (Mehr zum Thema
ösungen, wie Atomkraftwerke, CCS für fossile Energieträger, Agrosprit und Offsetting, ausgeschlossen und trotz allem ist es der EU immer noch möglich. Dabei müssen wir allerdings unsere Energieeffizienz radikal verbessern (statt für die gleiche Energie mehr produzieren sollten wir anfangen, für weniger Energie das Gleiche zu produzieren und demenstprechend tatsächlich Energie einsparen), den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und den Ausbau von Erneuerbaren Energien beschleunigen und müssen einiges in unserem persönlichen Lebensstil ändern (z.B. innereuropäische Flüge abschaffen).




eine Einführung in die Geschichte der Klimapolitik und wir haben nochmal über die Aktion gestern (siehe http://blog.bundjugend.de/erster-offizieller-tag-von-cancun-in-brussels) gesprochen. Anscheinend haben sie die Leute tatsächlich noch bis 17 Uhr ungefähr vom Arbeiten abgehalten und ganze drei Stunden mit ihnen gesprochen. Und es sind auch noch einige Journalisten gekommen und die Aktion war am nächsten Tag in einigen (niederländischen) Medien zu finden.
tigkeit und Fairness allgemein und Klimagerechtigkeit auseinandergesetzt, welche Gerechtigkeitstheorien es gibt, was alles dazugehört und welche Probleme es bei der Umsetzung gibt. Dabei gibt es (mal ganz verallgemeinert) drei Gerechtigkeitsansätze:
urch tatsächlich noch maximiert, wenn die Gemeinschaft nicht damit leben kann, einen Menschen gequält zu haben? Kein Hand war mehr zu sehen, die Frage gestellt wurde, ob wir seine unschuldige Tochter quälen würden, um eine Vergiftung des Flusses zu verhindern (Prinzip der Rechtschaffenheit fördern). Diese Fragen haben alle zu sehr interessanten Diskussionen und Annahmen geführt.