BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Es heißt: Endspurt für die Fastenzeit!

10. April 2017

Gini_Klimafasten_blogHallo zusammen,

die Fastenzeit, in welcher ich auf Fleischprodukte verzichten möchte, nährt sich dem Ende. Ich sehe die eine verbleibende Woche immer noch optimistisch und probiere weiterhin tolle, neue vegetarische Rezepte aus. Zu Hause kochte ich zum Beispiel leckere Pellkartoffeln mit selbstgemachtem Kräuterquark und meinen selbstgezogenen Sprossen. Ja, ich habe in der Fastenzeit die Sprossen noch mehr lieben gelernt als zuvor. Ich habe verschiedenste Verwendung für sie in den Gerichten gefunden und esse sie nicht mehr nur auf meinem Frischkäsebrot. Das liegt auch daran, dass ich unterschiedliche Sprossensorten ausprobiere. Auch machen sich die Sprossen super in einer chinesischen Nudelpfanne mit Sojasoße und buntem Gemüse.
Apropos asiatisches Essen… Mein Opa hatte vor ein paar Wochen Geburtstag und wie bei ihm üblich, gingen wir zu dem neu eröffneten japanischen Restaurant um die Ecke. Ich konnte leider nicht widerstehen, ein Gemüse-Nudelgericht mit zartem Hähnchenfleisch und Erdnuss-Kokos-Soße zu bestellen. Im Nachhinein plagte mich total das schlechte Gewissen. So habe ich gelernt, dass es auch mal okay ist, Ausnahmen zu machen, aber habe mich im gleichen Moment auch irgendwie angelogen. Man sieht, dass das Klimafasten ein Experiment sein soll, anstatt hundertprozentig darauf zu verzichten. Gerade als junger Mensch sollte man sich viel ausprobieren und dabei lernen, dass auch zum Beispiel wenig Fleisch essen besser ist, als es jeden Tag zu tun. Das habe ich auf jeden Fall schon vorher gewusst, aber schien es mir eine Herausforderung, mal komplett darauf zu verzichten.

Klimafasten im Alltag
Meinen Freund konnte ich nur halb von dem Fasten-Vorhaben überzeugen. Er murrte, als es nun schon viermal hintereinander vegetarisches/veganes Essen gab. Aber immerhin hat er nicht jeden Tag ein Fleischgericht gebraucht! Früher war für ihn ein Essen ohne Fleisch kein richtiges Essen, aber als ich nun mit ihm zusammen richtig schmackhafte Gemüsegerichte und Aufläufe kochte, fand selbst er, dass dazu gar kein Fleisch passte. Leider musste ich wieder ein paar Ausnahmen machen, da ich bei seiner Familie nun mal nicht wirklich darauf verzichten kann. Es wäre in meinen Augen total unhöflich und merkwürdig, wenn ich das Essen ablehnen würde.

Es fiel mir hingegen super leicht, auf Wurst und Fisch zu verzichten, da ich es auch vor der Fastenzeit nicht mochte. Ich bin weiterhin am Ausprobieren von verschiedensten vegetarischen/veganen Gerichten und finde in der BUNDjugend Bundesgeschäftsstelle immer mehr Anregungen, da wir zum Mittag immer vegan und biologisch kochen (gestern kochten Pascal und ich frisches Bärlauchpesto mit Nudeln, hmmm).

Wie mein persönliches Fazit zur Klimafastenzeit ist und was ich in der letzten Fastenwoche so gekocht habe, werdet ihr im nächsten Blogbeitrag von mir lesen.

Eure Gini


Motivation wo bist du?

6. April 2017

In den letzten Wochen lief, bis vor ein paar Tagen, alles gut. Kein Plastikkonsum, relativ schnelle Eingewöhnung und Alternativenfindung. Ich bekam zu meinem Geburtstag viel Schokolade, natürlich alles in Plastik eingepackt. Eine Woche nach meinem Geburtstag war es dann so weit. Diese lag tagelang vor meiner Nase, geradezu aufgetürmt. Und ihr müsst wissen, ich liebe Schokolade!

Pascal_Schokokuchen

Nach dem Stress der letzten Wochen und keine Lust mehr auf das Experiment, weil es mich nervte andauernd etwas nicht essen zu können, öffnete ich eine Pralinenpackung voller zart dahinschmelzender Schoki. Das Doofe daran war nur, dass ich alles einfach runterschlang und gar nicht genug kriegen konnte und im Endeffekt gar nicht gemerkt habe, dass ich meine leckere Lieblingssüßigkeit gegessen habe, also alles umsonst.

Ein schlechtes Gewissen kam dann noch dazu, als ich es in meinem Plastik-Update-Video auf YouTube davon erzählte, das war irgendwie peinlich. Niemand fand es schlimm, aber mein Ehrgeiz war etwas angeknackt. Unzufrieden also mit diesem Geschehnis nahm ich seitdem mein Experiment lockerer, immerhin ist es ein Versuch und viel weniger Plastik habe ich auch verbraucht, darauf kann ich sehr stolz sein!

Immer noch bekomme ich viel Zuspruch von Freunden, Familie und Zuschauern auf YouTube. Einige konnte ich selbst schon dazu anregen mehr auf ihren Plastikkonsum zu achten und ihr Leben bewusster zu gestalten.

In meinem Kopf schwebt seit einigen Tagen immer mehr der Gedanke „Was ist, wenn das Experiment vorbei ist? Werde ich gleich viel Plastik konsumieren oder weniger?“. Ich habe mich in den letzten Wochen noch intensiver mit dem Thema Plastik und dessen Vor-und Nachteilen auseinandergesetzt und bin mir sehr sicher, dass ich weiterhin sehr darauf achten werde wenig Plastik um mich herum zu haben. Da ich in der nächsten Zeit umziehen werde, werde ich diese Gelegenheit gleich nutzen, um mein Umfeld von unnötigem Plastik zu befreien und wenn nötig auf Alternativen zurückgreifen.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ich in den nächsten acht Tagen haben werde und melde mich hier auf dem BUNDjugend Blog zum Ende des #Klimafasten wieder.

Bis dahin und bleibt plastikfrei,

Pascal


Klimafasten – Es gibt viel zu entdecken

5. April 2017

Hallöle!

Nun ist schon der erste Fastenmonat vorbei und ich habe viel Neues ausprobiert und entdeckt. Ich merke, dass ich noch nicht 100%ig nach dem Zero-Waste-Prinzip Leben kann. Da es aber keine einmalige Aktion für sechs Wochen, sondern Teil meines Alltags werden soll, habe ich kein großes Problem damit. Ich habe mich daran gewöhnt, meinen Jutebeutel zum Bäcker mitzubringen und, wenn ich es nicht aus lauter Stress vergesse, mein Essen zum Mitnehmen ohne unnötige Plastiktüten zu bestellen. In größeren Städten wird natürlich jeder verpackungsfreie Laden besucht. In meiner Kleinstadt besteht da noch einiges an Potenzial. Warum wird denn das „gute Bio-Obst/Gemüse“ dreifach in Plastik eingepackt? Zwar brauche ich kaum Frischhaltefolie, dennoch werde ich bald Bienenwachstücher selbst machen, vielleicht als inspirierendes Geschenk.

Beschenkt wurde auch icsusih vor kurzem, als ein Packet der BUNDjugend bei mir ankam. Darin waren Socken eines Berliner Labels, veganes Duschbad, Aufstrich und noch eine Bambuszahnbürste. Socken – super bequem und schön bunt. Duschbad – zwar in einer Plastikverpackung, aber die kann ich ja wiederverwenden. Aufstrich – natürlich lecker. Bambuszahnbürste – wird verschenkt, mal sehen, wen ich damit zu einem nachhaltigeren Lebensstil motiviere. Mit meinem zuvor gekauften, festen Shampoo bin ich übrigens sehr zufrieden. Für die letzten zwei Wochen nehme ich mir vor, noch ein paar nützliche Alltagshelfer selbst zu basteln.

Bis dahin, lebt weiterhin die Veränderung!

Eure Susi


Sieben Wochen ohne Schweinerein: Halbzeit

3. April 2017

Das Einkaufen dauert im Moment immer ein wenig länger, vor allem in der Drogerie, wo man den Produkten das Palmöl nicht unbedingt auf den ersten Blick ansehen kann. Zu meiner großen Freude kann ich sagen: Alnatura hat palmölfreie Duschgelsorten, sagt meine Codecheck.info-App. In dieser Hinsicht war der Green Market das Paradies für mich: Soweit das Auge reicht nur vegane Produkte, leckeres Essen, das man kosten darf und ganz viel Naturkosmetik, die auch noch ohne Palmöl ist, wie zum Beispiel die Seifen von Lima, die ich ab jetzt ausprobiere. Meine Haut ist sehr trocken und entzündet sich recht schnell. Weder Waschgel für trockene Haut, noch welches, das gegen Unreinheiten helfen soll, zeigt irgendeine Wirkung. Und ich bin entsprechend sehr gespannt, ob die Seife mit Oliven- und Kokosöl, Kakaobutter, Aktivkohle und Lavendelöl endlich das richtige für meine Haut ist. Die Liste der Inhaltsstoffe ist jedenfalls deutlich kürzer als bei anderen Produkten.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich eine große Schwäche für Süßigkeiten und auch in dieser Hinsicht ist das Klimafasten eine sehr gute Sache für mich. Ich schaffe es sonst nie den Süßigkeiten, die meine Kollegen mitbringen, die kalte Schulter zu zeigen. Da das alles nur selten vegan ist und/oder Palmöl enthält, verzichte ich jetzt auf den Süßkram. Stattdessen habe ich eine Nussmischung dabei und gelegentlich mal vegane Schokolade. Wer weiß, vielleicht reichen die sieben Wochen ja aus, um mich auf Dauer so standhaft zu machen.

Meine Mutter feiert demnächst Geburtstag und ich werde dafür natürlich in die Heimat fahren. Schon meine Entscheidung vegetarisch zu leben, war für meine Eltern erst einmal eine Umstellung. Inzwischen haben sie kein Problem vegetarisch zu kochen, wenn ich zu Besuch bin. Vegan ist da natürlich noch eine andere Sache. Für die Geburtstagsfeier selbst werde ich aber einen Nachmittag lang eine Ausnahme machen. Ich kann und will nicht von Familie und Freunden meiner Mutter verlangen, dass sie mein Fastenvorhaben beim Backen berücksichtigen, aber ich weiß auch, dass es immer so viel leckeren Kuchen und Torten gibt, dass ich nicht nur den einen zufällig veganen Kuchen essen will.

Vegan zu leben fällt mir immer leichter: Mittlerweile mache ich mir jeden Morgen ein leckeres Brot mit veganen Aufstrichen, Salat, Tomate, Gurke und entweder Räuchertofu oder veganem Käse. Außerdem habe ich festgestellt, dass es dem Risotto nicht schadet, wenn man den Parmesan weglässt und dass mein Lieblingscurry sowieso vegan ist, wobei ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ob das denn sein kann.
Außerdem habe ich meine neue Lieblingseisdiele entdeckt: Kontor Eismanufaktur im Prenzlauer Berg. Da es jeden Tag wieder neue spannende Sorten gibt, wie zum Beispiels Salzkaramell-Popcorn, Zimt-Grießbrei, NY-Cheescake, Cookies and Cream, um nur einige zu nennen, muss man eigentlich täglich wieder hingehen. Zum Glück lädt das Wetter ja sowieso zum Eisessen ein.

Lucia


Leben ohne Plastikverpackungen?

31. März 2017

von Katharina Huboi

An sich war es für mich bisher gar keine so großes Schwierigkeit auf Plastikverpackungen zu verzichten, weil ich vieles, was man so nebenbei vermeiden kann, eh schon lange vermeide (z.B. in Plastiktüten oder -schalen vorgruppiertes Obst und Gemüse, Take-away-Essen, Tee in Beuteln und flüssige Seife). Versucht man aber mal wirklich, sich zu 100 Prozent zu verweigern, wird man krass darauf sensibilisiert, wo überall Plastik dran ist.

katharina

Eine Alltags-Mehrweg-Ausstattung (siehe Foto) habe ich schon länger (Fußnote: die Brotbox habe ich 2003 in meiner Schultüte gefunden!). Übriges Essen decke ich im Kühlschrank mit Tellern ab, statt mit Cellophan.

Nichtsdestotrotz war Kunststoff auf jeden Fall das Material, das ich bis zum Beginn des Klimafasten am meisten weggeworfen habe und bin seit dem noch ein ganzes Stück mehr darauf sensibilisiert worden, wo überall Plastik dran ist. Beispielsweise haben selbst Brottüten in gefühlt jedem zweiten Supermarkt ein „Plastikfenster“.

Aufwand

Um den Aufwand, den das plastikfreie Einkaufen mit sich bringt, erst einmal hinaus zu zögern, habe ich am Anfang viel von meinen Vorräten gelebt, was Nudeln, Reis, Linsen o.ä. anging. Frisches Obst und Gemüse unverpackt zu bekommen, ist ja in jedem Supermarkt möglich.

Vieles kann man leicht umgehen, aber spätestens als das Klopapier leer wurde, war ein Einkauf im Unverpackt-Laden nicht mehr zu vermeiden. In Berlin ist er in der Wiener Straße. Es gibt in mehreren größeren Städten Läden, die nach dem Unverpackt-Konzept geführt werden und die alles von Lebensmitteln über Hygieneartikeln bis hin zu Putzmitteln entweder ganz unverpackt oder in Mehrweg-Verpackungen, also plastikfrei, anbieten. Und diese Läden bieten die Bezugsquelle für alles, was sonst unersetzlich scheint: Zahnpasta, Zahnseide in Glasröhrchen, Menstruationstassen und Shampoo und Conditioner am Stück wie eine Seife (gibt’s auch bei Lush).

Einige Dinge, die eigentlich immer verpackt sind, wie z.B. Rucula oder Käse, kann man sonst auch auf jedem Wochenmarkt ohne Probleme lose oder mit selbst mitgebrachtem Gefäß erwerben.

Das klingt alles sehr kompliziert, aber man findet schnell heraus, wo was wie zu beschaffen ist: Suppengrün ist bei Kaufland unverpackt, dafür hat Kaiser’s Brottüten ohne „Plastikfensterchen“ etc. Außerdem ist es ja recht selten, dass Klopapier, Taschentüscher, Shampoo, Seife, Nudeln und Reis gleichzeitig leer sind und man lebensunfähig scheint. Also ich finde den zeitlichen Mehraufwand wirklich machbar.  Wenn man schon mal in einen Unverpackt-Laden gefahren ist, kann man das ja ausnutzen: Warum ein Pfund Reis kaufen, wenn man auch 2 kg kaufen kann? Und das Shampoo-Stück hält wohl auch 3x länger als normale Shampoo-Flaschen. Zack, 2x zu Rossmann gehen gespart.

Trotzdem ist mir aufgefallen, dass es schon eine Reihe an Dingen gibt, auf die ich verzichte, wie Mozarella, Lachs, Mascarpone und Crème Fraîche. Alles keine essenziellen Dinge, aber eben meiner Kenntnis nach auch nirgends ohne Plastik erhältlich . Man möchte an dieser Stelle bedenken, dass Kunststoffe erst im 20. Jh entwickelt wurden. Crazy wie das Zeug uns infiltriert hat.

Allerdings habe ich auch kein außergewöhnlich hohes Hygienebedürfnis, sodass ich kein Problem damit habe, Schwämme und Handtücher statt Küchenpapier und feste statt flüssige Seife zu benutzen.

Der Kostenpunkt:

Nudeln, Reis etc. im Unverpackt Laden (ich habe bisher in keinem Supermarkt plastikfreie Varianten gesehen) kosten etwas mehr als gewöhnlich, sind aber auch beste Bio-Produkte, kosten also wahrscheinlich genauso viel wie das Supermarkt-Äquivalent, beim Berliner Unverpackt Laden liegen die Preise je zwischen 30-40 Cent pro 100g also ca. 1,70€ für ein halbes Kilo Spagetti. Gemüse und Obst sind gleich teuer, auf manchen Märkten eher preiswerter, besonders, wenn man gegen Ende hingeht und die Verkäufer ihre Ware loswerden wollen.

Ein Nischenprodukt, wie Klopapier aus dem Unverpackt Laden ist für mich auf die Dauer wohl keine Alternative (85 Cent pro Rolle), aber für die Klimafastenzeit mache ich das gerne!

Ob es ein teureres Leben ist, hängt halt maßgeblich davon ab, was man sonst so für Alltags- und Essensachen ausgibt. Mit Discounter-Preisen kann man nicht rechnen, wenn man aber sowieso sonst alles im Bioladen kauft, kann man mit gleichen Preisen rechnen.

Eine kleine Produktauswahl:

Zahnpasta (Tube)

Alternative: Zahnpasta als Pillen, sehen aus wie Minzpastillen und schäumen im Mund (z.B. bei „Original Unverpackt“)

Shampoo, Haarkur, Duschzeug

Alternative: Produkt am Stück, wie Seife (u.a. bei Lush, Original Unverpackt)

Tampons

Alternative: Menstruationstassen (gibt’s auch bei dm)

Coffee to go Becher

Alternative: Es gibt ganz viele Kaffeebecher, die kleiner und hübscher sind als diese bekannten Termo-Becher, dafür aber nicht warm halten (aber das macht Pappe ja auch nicht).


Zero Waste – Sechs Wochen ohne Müll

24. März 2017

Servus, mein Name ist Lena, ich komme ursprünglich aus Coburg (Bayern) und mache derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der BUNDjugend Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Zu meinen Aufgaben zählt unter anderem das diesjährige Klimafasten zu organisieren und natürlich mitzumachen. Zunächst überlegte ich, was ich fasten könnte: Vegan ernähre ich mich schon, Auto habe ich keines… Wie wäre es mit Plastik? Das macht Pascal, mein FÖJ-Kollege, schon. Also ging ich noch einen Schritt weiter und entschied mich dazu, nach dem Zero-Waste-Prinzip keinen nicht-kompostierbaren Abfall zu produzieren. Wirklich gar keinen? Um mich nicht Gefahr zu laufen, nach einem Fastenbruch sofort entmutigt zu sein, schwächte ich mein Zielab und beschloss, während der Fastenzeit nicht mehr Müll zu produzieren, als in dieses Glas passt:

Glas_Hände_ohne_Kopf

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.

Nachdem mein Fasten-Vorhaben feststand, bemerkte ich, wie wenig ich doch über den Zusammenhang von Abfall und Klima wusste. Ja natürlich, die Produktion und Entsorgung von Verpackungen verursacht Treibhausgase – und nicht zu wenig. Aber viel mehr Wissen konnte ich zu diesem Thema nicht hervorkramen. Also bediente ich mich der unerschöpflichen Informationsquelle des Internets und las vier Stunden lang jeden Artikel, den ich zu Abfall(wirtschaft) und Klimaschutz finden konnte. Und siehe da: Viel mehr muss man gar nicht wissen. Die Problematik kurz zusammengefasst: Bei der energieintensiven Produktion von vielen Kunststoffen, Kleidungstücken und Geräten fallen Unmengen von giftigen Abgasen, Abfällen und Abwässern an. Nach dem Einkauf landen neben der Verpackung auch die Produkte selbst ziemlich schnell im Müll (Stichwort geplante Obsoleszenz). Damit schädigen unsere Konsumgüter das Klima gleich dreifach: Bei der Herstellung, beim Transport und bei der Entsorgung.

Man könnte meinen, dass der Großteil des entstehenden Abfalls recycelt wird und dadurch der klimaschädliche Abbau von Primärrohstoffen vermindert wird sowie Ressourcen geschont werden. Tatsächlich hat die deutsche Abfallwirtschaft bezüglich des Klimaschutzes in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht. Jedoch nützen die effizientesten Recycling- und Verwertungssysteme nichts, solange viel zu viel Abfall anfällt. Wir kaufen, um wegzuwerfen! Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Plastiktüte beträgt 25 Minuten. Wir kaufen lieber Wasser in Plastikflaschen, statt Mehrweg-Glasflaschen die Treppen hochzuschleppen oder noch besser Leitungswasser zu trinken. Wir nehmen lieber eingeschweißte Äpfel aus dem Supermarkt mit, statt sie vom Bauern um die Ecke zu holen. CDs, Handys und Batterien schmeißen wir heimlich – wenn auch mit schlechtem Gewissen –  in den Hausmüll, statt damit zum Recyclinghof zu fahren. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass die Deutschen brav ihren Müll trennen und auf die Umwelt achten, ist das Bewusstsein der meisten Menschen für Abfallvermeidung und Recycling im Alltag sehr gering. Muss man sich zwischen Bequemlichkeit und Umwelt- bzw. Klimaschutz entscheiden, siegt meist Erstere.

 


Klimafasten ist gar nicht so schwer, …

22. März 2017

… dachte ich mir. Allerdings bin ich dennoch auf einige Hindernisse gestoßen. Als Teilzeit-Vegetarier, Freund frischer Küche und einer lebensbewussten bayrischen Einstellung fühle ich mich der Natur sowieso sehr verbunden. Viele Dinge, wie Jutesack statt Plastiktüte, sind für mich bereits selbstverständlich. Deshalb entschied ich mich, das Klimafasten zu nutzen, um in dieser Zeit gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten. Also auch auf Lebensmittel, die in Kunststoff eingepackt sind, wie es zum Beispiel auch bei so einfachen Dingen wie einem Salatkopf oft der Fall ist.

Mein ursprünglicher Plan, jeden Tag morgens vor der Arbeit auf den Markt in der Innenstadt zu gehen, um frisches Gemüse und Obst zu kaufen, ist relativ schnell gescheitert. Da ich kein Auto habe, müsste ich insgesamt eine gute Stunde früher aufstehen. Da ich sowieso sehr lange Arbeitszeiten habe und froh bin, wenn ich ein wenig Schlaf erhalte, ging das nur ein paar Tage gut. Die Alternative war dann das Einkaufen im Bioladen. Dieser befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen meiner Arbeit und meinem Zuhause, ist also immer noch etwa zwei Kilometer Fußweg von mir entfernt. Allerdings bin ich ganz gut zu Fuß, was man auch sein sollte wenn man bei den Bergen lebt und jeden Tag insgesamt acht Kilometer auf die Arbeit und zurück geht. Es stört mich demnach nur wenig, die Einkäufe dann über diese Strecke nach Hause zu tragen.

Chris2Preislich ist der Bioladen natürlich etwas teurer als der Markt in der Innenstadt, allerdings muss ich sagen, dass das insgesamt gar nicht so viel Unterschied macht, wie man vielleicht denken könnte. Auch da gibt es Angebote und ich habe den Blumenkohl sogar schon günstiger (und größer) als im Lebensmittel-Discounter erhalten. Grundsätzlich ist es für den etwas kleineren Geldbeutel sinnvoll, einfach flexibel zu sein – und natürlich immer frisch zu kochen bzw. ggf. auch mal eine größere Menge einzukaufen. Bei uns kann man sich auch Gemüsekisten von lokalen Bauern liefern lassen. Ich habe mir bereits zwei Stück mit meinem Nachbarn geteilt. Der Bauer kommt einmal die Woche, macht seine Tour, bringt eine bunte Mischung Gemüse von seinem Feld vorbei und fährt dann wieder. Richtig günstig und frischer geht nicht!

Ich bin gespannt, was die kommenden Wochen noch bringen werden und werde natürlich auch hier wieder darüber berichten.

Servus, macht‘s guad!

Chris


Experiment: Schnell satt, auch ohne Fertigprodukte

20. März 2017

Hallo!

Klimafasten.. Vorher habe ich davon ehrlich gesagt noch nie etwas gehört. ,,Was ist das eigentlich?’’, habe ich mich gefragt und fing erstmal an, mich ein bisschen einzulesen. Menschen, die vierzig Tage lang auf etwas verzichten, um dem Klima etwas Gutes zu tun. Vielleicht sogar andere Menschen zu motivieren und ihnen zu zeigen, dass es mit nur ein bisschen Aufwand und Verzicht möglich ist, etwas zu bewegen und seinen persönlichen Ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Das hat mich beeindruckt und neugierig gemacht, es selber auch zu probieren. Jetzt die Frage: ,,Was faste ich am besten?’’

Zu mir: Ich heiße Jonas und komme aus Kassel, einer kleineren Stadt in der Mitte von Deutschland. Ich studiere und lebe hier in einer WG mit meinen beiden besten Freunden. Nebenbei arbeite ich an einer Ganztagsschule als Sozialassistent. In der Schule wird vor der großen Pause zusammen gegessen. Dadurch komme ich vier Tage in der Woche in den Genuss von einem Bio-Caterer bekocht zu werden, welcher jeden Tag frisch und ausgewogen mit Bio-Gemüse kocht. An den Tagen, an denen ich nicht in der Schule bin und mich voll und ganz meinem Studium und meinen Hobbys widmen kann, muss allerdings auch gegessen werden. Ich koche sehr gerne, das gehört auf jeden Fall auch zu meinen Hobbys. Wenn aber mal zwischen Lernstress und Hausarbeit keine Zeit für ausgewogenes Kochen bleibt, erwische ich mich schonmal dabei, wie ich mir kurz eine Pizza in den Ofen schiebe oder mir eine Instantsuppe anrühre. Ernährung ist wichtig, gute Ernährung ist besser, deshalb sollte es eigentlich nicht so schwer sein darauf zu verzichten. Vor allem, weil es einem selbst mit gutem Essen besser geht. Deswegen dachte ich mir, verzichte ich in den kommenden vierzig Tagen auf Produkte mit ‘fertigen‘ Bestandteilen. Um auch in stressigen Situationen bewusster zu essen und dazu noch etwas Gutes für die Umwelt und das Klima zu tun.

Was sind denn eigentlich Fertigprodukte und was haben sie für einen Vorteil für uns? Außer natürlich, dass sie immer gleich schmecken und schnell den Magen füllen.

Diese Fragen und wie mein Experiment klappt, könnt Ihr im nächsten Bericht lesen :)

Der Jonas


Plastikkonsum auf Null?

17. März 2017

Foto_PascalDie Umwelt zu schützen klingt erstmal sehr abstrakt. Nach nur wenigen Klicks durchs Internet ist es schon einfacher: keine Plastiktüten benutzen, alltägliche Dinge wie das Auto und Werkzeuge/Gegenstände teilen, energiesparende Geräte benutzen und wenig fliegen. Mal genauer hingeschaut und diese ganzen Dinge schon beachtend, fiel mir auf, dass ich doch schon ziemlich nachhaltig meine verfügbaren Ressourcen nutze. Doch würde ich mein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der BUNDjugend in Berlin machen, wenn ich nicht noch etwas lernen könnte?

Vor einigen Wochen kam die alljährliche Aktion „Klimafasten“, bei uns im Büro, ins Gespräch. Ich hatte sofort Lust mitzumachen und war dabei. Doch auf was verzichten? Ich wollte eine besondere Herausforderung. Auf bei der Herstellung und beim Recycling sehr energieintensives Aluminium verzichten? Ein guter Anfang. vegetarisch leben? Mache ich schon. Auf Plastikverpackungen verzichten? Hm… Das ist schwer, vielleicht zu schwer. Okay ich mache es! Die Idee war geboren und da ich einen eigenen YouTube-Kanal habe werde ich darauf alles in einer Videoreihe festhalten. Zwei Videos sind schon online gegangen, also schaut doch mal vorbei! :)

Die erste Woche startete ziemlich spontan, vorbereitet war ich überhaupt nicht. Den ersten Tag kam ich so noch ganz gut aus, am zweiten wollte ich mehr essen als nur Brötchen mit einem veganen Aufstrich aus einem Glas. Nach dem Arbeitstag ging’s zum ersten plastikfreien Supermarkt in Berlin. Der Laden mit dem Namen „Original Unverpackt“ war schwer zu finden, seine „Werbung“ sehr zurückhaltend, obwohl er meiner Meinung nach in jeder Straße stehen sollte, denn das Konzept der plastikfreien Produktionskette vom Bauern bis hin zum Konsumenten überzeugte mich sofort. Nach Betreten des Ladens ein Grinsen und die Frage „Warum gibt es sowas nicht schon seit 20 Jahren?“. Von Nahrungsmitteln bis hin zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Edelstahl-Brotboxen und Bambuszahnbürsten. Letztendlich kaufte ich mir Nudeln, Schokolade und Smarties. Nicht mein komplettes Ziel, aber ich versprach nächste Woche wiederzukommen.

Am nächsten Tag ging es für mich auf Seminar ins Wendland. Ich stieg aus dem Bus und lief einige Kilometer über das Feld. Ich war im Nichts und doch war überall Müll. Meine Reaktionen hielt ich natürlich im Video fest, doch konnte ich meine Gefühle kaum in Worte ausdrücken. Müll. Müll. Müll. Mir wurde nun so wirklich bewusst, warum ich mein Experiment startete…

Pascal


Sieben Wochen ohne Schweinereien

16. März 2017

Nachdem ich mit meinem Fastenvorsatz keine Süßigkeiten mehr zu essen, noch am ersten Tag kläglich scheiterte, stieß ich abends auf den Aufruf der BUNDjugend zum Klimafasten und entschied sieben Wochen lang vegan zu leben. Ich bin schon länger Vegetarierin, kenne viele superleckere vegane Rezepte und obwohl ich es eigentlich besser weiß, hole ich mir doch häufig schnell ein Käsebrötchen oder eine Zimtschnecke zum Frühstück, mittags bekomme ich ein vegetarisches Extraessen in der Grundschulmensa und wenn ich abends zufällig vegan gekocht habe, mache ich das mit Parmesan ganz schnell „kaputt“. Für die nächsten sieben Wochen soll sich das ändern.

20170315_104804~2Palmöl, das in jedem zweiten Produkt im Supermarkt steckt, ist ebenfalls eine ziemliche Schweinerei, immerhin werden aufgrund des hohen Bedarfs an Palmöl Tag für Tag riesige Regenwaldflächen gerodet, um Platz für die Palmölplantagen zu schaffen. Dass das nicht nur schlecht für die dort lebenden Tiere, sondern auch fürs Klima ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen.

Mithilfe der Codecheck.info-App habe ich mich auf die Suche nach dem Palmöl in meiner Wohnung gemacht. Und es war nicht so schlimm, wie erwartet.

Alles gefundene wegzuschmeißen erscheint mir weder ökologisch, noch ökonomisch sinnvoll und so checke ich ab jetzt beim Einkaufen erstmal alle Produkte auf Palmöl und suche dann nach Alternativen. Auch wenn das bedeutet, dass es jetzt eben keinen Schokoaufstrich zum Frühstück gibt, weil die entweder nicht vegan sind oder Palmöl enthalten.

Ein Großteil meiner Naturkosmetik enthält Bio-Palmöl. Ich stelle mir die Frage, ob das jetzt wirklich besser ist und damit vertretbar oder ob ich mir auch noch neue Kosmetik suchen muss. Bei meiner Recherche bin ich auf eine Studie des WWF gestoßen (http://www.wwf.de/2016/august/kein-palmoel-ist-auch-keine-loesung/). Zusammengefasst sagen sie, dass der Boykott von Palmöl auch nicht die Lösung ist, weil man erheblich größere Anbauflächen braucht, um unseren Palmölbedarf mit anderen Pflanzenölen zu decken und das damit der Umwelt noch größeren Schaden zufügen würde. Der WWF sagt also, dass man den Palmölanbau nachhaltiger, umwelt- und sozialverträglicher machen muss, wir aber vor allem auch unseren Bedarf drastisch senken müssen. Meine Kosmetik darf erstmal bleiben.

20170315_104913~2Die ersten Tage: Ich bereite mich auf die kommenden sieben Wochen vor, indem ich meine veganen Kochbücher raushole und alle Rezepte mit einem Klebezettel versehe, die ich unbedingt ausprobieren muss. Es sind einige.

Auf Arbeit bekomme ich mittags ein kostenloses Essen in der Mensa. Montags gibt es Nudeln, am Dienstag Fisch, mittwochs Fleisch, Donnerstag ist der vegetarische Tag und am Freitag gibt es Suppe oder Eintopf. Teilweise reden wir hier von vier Tagen an denen Fisch oder Fleisch im Essen enthalten ist. Die Vegetarier bekommen ein Extraessen, veganes Essen gibt es gar nicht. Scheint auch irgendwie niemand Interesse daran zu haben… Der Supermarkt gibt auch nicht so viel her, wenn man nicht kochen kann, sondern nur schnell was zwischendurch essen will, also esse ich zum Teil zwischen 8 und 17 Uhr nur Obst. Kann man mal machen. Man könnte aber auch einfach besser planen und sich zuhause ein Brot vegan belegen und mitnehmen.

Ob es jemanden wundert, dass ich in der Teamsitzung mit Frühstück die Brotaufstriche mit meinem Handy scanne? Es fragt jedenfalls niemand nach.

Ansonsten habe ich habe das Gefühl, dass ich so viel frisch koche, dass in allem, was ich kaufe, kein Palmöl drin ist, ohne dass ich besonders darauf achten muss. Außer bei Schokoaufstrich…

Lucia