BUNDjugend Blog - … und jetzt noch die Erde retten!

Tatort Gemüsebeet: Andreas Hoppe über einen Selbstversuch mit Hindernissen

29. Juli 2010

Mit einer verschrumpelten Erdbeere fing alles an;

Andreas Hoppe (auch bekannt als Mario Kopper im Ludwigshafener Tatort) wagt sich an seinen härtesten Fall: der Selbstversuch regionale Ernährung. Einerseits weil er sich über die Herkunft seines Essens Gedanken macht aber auch weil ihn die Frage beschäftigt; nur regional – geht das überhaupt?

Bio war gestern – jetzt ist regional essen angesagt.

Die Spielregeln sind schnell erklärt: 100 km ist der Radius, aus dem Essen mit dem Siegel »regional« stammen sollte, einzige Ausnahme: Kaffee (der dann aber wenigsten Fair-Trade sein sollte).

Denn nur Bio reicht schon lange nicht mehr – im Winter Südfrüchte essen ist out.

Hoppe versucht das scheinbar Unmögliche – „local food“ für ein Jahr – und stellt fest, dass der Selbstversuch Spaß macht, alltagstauglich ist aber nicht immer leicht. Problematisch waren beispielsweise die Drehtage, dort hat Hoppe eine Ausnahme machen dürfen – denn alles wurde strengstens von seiner Co-Autorin Jaqueline Roussetty kontroliert und dokumentiert.

Und man braucht nicht gleich einen eigenen Garten und muss stundenlang schuften, sondern lediglich herausfinden, wo es regionale Produkte gibt – Wochenmarkt, Neulandmetzger und Vollwertbäcker findet man fast überall. Oder man fährt raus aufs Land, denn kleinen Hofläden verkaufen nur Produkte aus dem eigenen Garten.

Wer regional isst lebt besser, gesünder und das gute Gewissen dabei ist inklusive – kurzes Fazit über ein druchaus unterhaltsames Buch.

// // Wenn dich jetzt die Leselust gepackt hast schreib doch ein Kommentar, warum genau du mehr über regionale Ernährung erfahren solltest – das schönste Kommentar gewinnt ein Exemplar [gereimt ist natürlich noch besser ;) ] // //

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Gesucht und gefunden

27. Juli 2010

Juhu, das wollte ich euch zeigen:

mundraub.org

ist eine interaktive Maps-Karte auf der du frei nutzbares Obst und Gemüse. Du kannst dieses ernten und auch eigene Fundstellen eintragen. Wie geil ist das denn?

Erfahrungsberichte erwünscht.

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Auf Entdeckungstour in Berlin

27. Juli 2010

Zeit sich zu erkundigen, was es denn in unserer geliebten Hauptstadt für Gemüse und Obstangebote gibt.

Wenn du aus Bonn, Hamburg oder München kommst schau dich doch auch mal um und erzähle, wo man bei euch frische Sachen aus der Region bekommen kann.

1. Bauerngärten

Eine sehr nützliche Erfindung für alle faulen Mitmenschen unter uns, die aber trotzdem ein gutes Gewissen haben wollen.

Die Berliner Bauerngärten bedienen sich eines einfachen und doch genialen Konzeptes;  Studenten legen im Frühling einen spiralförmigen Garten an, dann kann man sich ein “Stück des Kuchens” mieten und hat für die gesamte Erntezeit die Verantwortung und die großartige Möglichkeit den Eigenbedarf an Obst und Gemüse abzudecken – dabei kann man 45 m² mit etwa 25 verschiedenen Sorten sein Eigen nennen. Und so sieht das dann aus:

Die Bilder stammen von http://www.bauerngarten.net/ , dort findest du auch nähere Infos und den nächsten Bauerngarten in deiner Nähe.

Gute Ernte!

2. Dr. A. Moshiris Kräutergarten

In Berlin Charlottenburg werden verschiedenste Kräuter aus der ganzen Welt angebaut.

Erwerben kannst du dort:

  • Mehr als 480 Exotische Kräuter
  • Saatgut
  • Frische Kräutersträuße
  • Getrocknete Kräuter aus dem eigenen Anbau
  • Diverse Kräutertees
  • Kräuter zum Räuchern
  • Kräuteressige aus eigener Herstellung,
  • Kräuteröle
  • Kräuterpestos

Nicht schlecht für den Anfang oder?

Außderdem gibt es ein Kulturhaus in dem Ausstellungen gezeigt werden und Kochkurse.

Hier gehts zur Website.

Und wenn dir jetzt noch ein toller regio-Tipp aus deiner Region einfällt schreib mir einfach ne Mail.

Es grüßt Judith

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Neue Online-Kampagne: Unabhängige AKW-Kontrollen

19. Juli 2010

Die Betreibernähe der Püfungsbehörde TÜV Süd zu den Betreibern der Atomkraftwerke hat uns so schockiert, dass wir nun eine neue Online-Kampagne gestartet haben.

Mach doch bitte auch mit, un­ter­zeich­ne den Brief und leite die Ak­ti­on an deine Be­kann­ten wei­ter:

www.​ bundjugend.​de/​petition

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Der TÜV, die Abhängigkeit und die Atomkraftwerke

17. Juli 2010

Update: Schreibe einen Brief an Herrn Röttgen, um eine unabhängige Prüfung der Atomkraftwerke zu fordern: www.bundjugend.de/petition

Atomkraftwerke müssen regelmäßig auf ihre Sicherheit überprüft werden. In Deutschland geschieht dies durch den TÜV, welcher gegen die allgemeine Meinung kein unabhängiger Gutachter ist. Vielmehr ist er ein auf Gewinn ausgerichteter Konzern, dessen unabhängige Begutachtung wegen den folgenden zwei Argumenten sehr anzuzweifeln ist:

  • Die Schließung eines Kraftwerkes aus Sicherheitsbedenken durch den TÜV hätte den Verlust von millionenschweren Prüf-Folgeaufträgen zur Folge
  • 2/3 der TÜV-Süd-Aktien werden vom TÜV Süd e.V. gehalten. Zu den Mitgliedern des Vereins gehören unter anderem auch die Atomkraftbetreiber E.on, Vattenfall und EnBW, welche damit indirekt Einfluss auf den TÜV nehmen können.

Die aufgestellten Gutachten sind somit stark anzuzweifeln, wodurch unsere Sicherheit direkt gefährdet ist. Das ganze Thema wird sehr gut in dem kurzen Clip des ARD dargestellt:

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Werder-Beeren und Wochenmärkte

9. Juli 2010

Jenny schreibt: Gestern bin ich noch schnell am Nachmittag in den Kaiser’s. Da gab es Brombeeren aus Werder und Milch aus der Uckermark und das war’s dann auch schon fast. Beides natürlich nicht Bio, aber immerhin scheint die Milch ohne Gentechnik auszukommen. Heute wollte ich doch gerne etwas mehr einkaufen und bin zum Wochenmarkt auf dem Arkonaplatz gegangen. Die Standfrauen und Männer kamen mir alle sehr heldenhaft vor, da mir schon nach kurzer Zeit der Kopf wegbrutzelte. Die Idee war trotzdem gut, weil ich an einem Stand meine Taschen mit frischem (Bio-) Obst und Gemüse aus der Region gefüllt habe und auch noch Marmeladen und Pilze hätte kaufen können. Wenn man diese Mission wirklich straight durchziehen möchte, kommt man wohl nicht um die Märkte oder zur Not Biokisten herum. Ein bißchen frustrierend kann der Selbstversuch trotzdem sein. Der Italiener, der seine Pasta hier in Berlin frisch zubereitet, weiß nämlich nicht woher sein Lieferant die Zutaten bringt und am meisten Appetit hat mir der Fisch auf dem Grill gemacht und der kam definitiv aus Bayern… Außerdem ist dieser Bayer ein netter Mensch, der die Fische von seinem Papa holt. So kam ich mir fast schon ausländerfeindlich vor, als ich diesmal auf den Fisch verzichtet habe.

Eine Liste mit Märkten für Berliner: http://www.berlin.de/sen/wirtschaft/service/maerkte.html

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Die Erklärung von Cochabamba

9. Juli 2010

Ende April trafen sich für vier Tage rund 5.000 Delegierte aus 174 Ländern und mehrere zehntausend Aktivisten aus Bolivien zu einer World People’s Conference on Climate Change and the Rights of Mother Earth. Der Alternativgipfel endete mit der konsensbasierten Erklärung von Cochabamba, in denen die Unterzeichner Fundamentalkritik am Kapitalismus äußern, die Rechte der Mutter Erde und deren Schutz juristisch verbindlich festhalten und mehr Mitbestimmung in Klimafragen fordern.

Bolivien vertritt die Forderungen des Alternativgipfels während der UN-Klimaverhandlungen und setzt sich dafür ein, dass diese in den Verhandlungstext übernommen werden.

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Finanzierung zur Anpassung an den Klimawandel und für eine nachhaltige Entwicklung für Entwicklungsländer

9. Juli 2010

Ein großer Streitpunkt ist hier die Verwaltung der Gelder, die für die Anpassung an den Klimawandel gezahlt werden sollen. Industrieländer bevorzugen bestehende Institutionen wie die Weltbank. Allerdings gibt es aus Sicht der Entwicklungsländer entscheidende Argumente dagegen.

Obwohl die Weltbank eigentlich die Interessen von Entwicklungsländern schützen sollte, wird sie meist als politisches Instrument der Industrieländer genutzt, um ihre Interessen durchzusetzen. Dies ist möglich, da die Stimmverteilung nach Anteilen an der Weltbank ist. Das heißt, den meisten Einfluss haben USA, Japan, aber auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Gleichzeitig ist die Weltbank der weltweit größte Finanzgeber für fossile Energieträger. Gerade erst wurden in Südafrika trotz Widerstand der Zivilgesellschaft Kredite an Eskom für den Neubau des weltweit größten Kohlekraftwerks genehmigt. Kohlenstofffreie, kleine, dezentrale Kraftwerke bringen den Gemeinden zwar mehr für eine selbstständige, umweltfreundliche Entwicklung. Sie haben jedoch kaum eine Chance gegenüber riesigen, exportorientierten und kohlenstofflastige Kraftwerken. Außerdem trägt die Weltbank über ihre Finanzierung von Palmölplantagen, Sojaanbau und Viehhaltung im tropischen Regenwald für eine weitere Zerstörung von Wäldern, ihrer Artenvielfalt und somit zur Entstehung von weiteren Treibhausgasen bei.

Ziel der Entwicklungsländer ist ein gleichberechtigter, politisch und wirtschaftlich unkonditionierter Klimafond im Rahmen der Klimarahmenkonvention, der die Gelder verwalten soll. Angestrebt wird eine leichte Mehrheit der Entwicklungsländer, damit sie nicht um die Gelder betteln müssen. Denn diese sollten eher als Kompensationszahlungen seitens der Industrieländer aufgrund ihrer ressourcenintensiven Entwicklung und den daraus entstandenen anthropogenen Klimawandel gesehen werden, anstatt als Darlehen, welches Entwicklungsländer weiter abhängig macht.

Die sogenannte „fast-start finance“ aus dem Copenhagen-Accord ist ebenfalls Thema der Verhandlungen. Während besonders die USA diese finanziellen Zusagen gezielt nutzt, um mehr Zustimmung für den Copenhagen-Accord zu erlangen und ihre Interessen durchzusetzen, reichen diese leider bei weitem nicht aus, um die Anpassungsmaßnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels zu finanzieren, ganz zu schweigen von den sozialen und ökonomischen Folgen. Außerdem werden die Gelder nicht zusätzlich zur bereits vorhandenen Entwicklungshilfe bereitgestellt und viele davon sollen über den Zertifikatehandel regeneriert werden – dies würde bedeuten, dass Industrieländer sich die Gelder doppelt anrechnen lassen: als Entwicklungshilfe und um weitere Verschmutzungsrechte zu erhalten. Die erdölexportierenden Länder, wie Saudi Arabien, fordern sogar Kompensationszahlungen, da ihr Absatzmarkt durch den Klimaschutz eingeschränkt wird.

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Alte Verschmutzungszertifikate sollen den weiteren Emissionshandel verwässern

9. Juli 2010

Anhand des Vergleichsjahres 1990 haben die am Kyoto-Protokoll beteiligten Industrieländer angegeben, um wieviel sie ihre Emissionen prozentual in der ersten Verpflichtungsperiode reduzieren werden. Alle zusätzlichen Reduktion konnten in Form von Zertifikaten beziehungsweise Verschmutzungsrechten an andere Industriesektoren oder gar Länder verkauft werden, welche einen höheren Ausstoß haben, als Anzahl an Zertifikaten.

Durch den Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion ist allerdings die Menge an Treibhausgasen gesunken, ohne dass tatsächlich Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt wurden und der Bedarf an Verschmutzungsrechten wurde überschätzt. Trotzdem haben die entsprechenden Länder wie zum Beispiel Russland dafür Verschmutzungszertifikate erhalten. Diese wollen sie nun in eine mögliche weitere Verpflichtungsperiode übernehmen. Das hätte einen Anstieg der Zertifikatezahl und somit eine Senkung des Preises auf dem Markt zur Folge. Somit würde das Ziel, den Emissionen einen Preis zu geben und somit eine Umstellung auf eine umweltfreundliche Produktion wirtschaftlicher zu gestalten, verfehlt werden.

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Wälder in Industrie- und Entwicklungsländern als Kohlenstoffspeicher

9. Juli 2010

Im Rahmen der Bali Roadmap soll ein Weg gefunden werden, weiteren Raubbau und die Abholzung von Waldflächen zu verhindern, da dadurch große Mengen von Treibhausgasen freigesetzt und unsere Biodiversität gefährdet wird. Über „Land-use, land-use change and forestry“ (LULUCF = Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) möchten Industrieländer nun Wälder als Kohlenstoff-Senken anrechnen lassen, da diese Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden und ihn in ihre Biomasse einbauen. Die dadurch gewonnenen Verschmutzungsrechte sollen in anderen Sektoren ausgestoßen werden.

Ein Problem dabei ist, dass jedes Industrieland dabei sein eigenes Referenzjahr festlegen möchte. Dadurch können die Länder zum Beispiel voraussagen, dass die zukünftigen Emissionen durch eine Änderung der Landnutzung steigen bzw. durch einer Annahme von vielen zukünftigen Flächen sinken werden. Unter diesen Voraussetzungen können sie bereits jetzt zusätzliche Verschmutzungsrechte erwerben und diese für andere Sektoren nutzen, ohne tatsächlich Klimaschutzmaßnahmen durchgeführt zu haben. Dies kann über 400 Mio. t jährlich zusätzlich ausgestoßene Treibhausgase bedeuten, was 5% der Gesamtemissionen bedeutet (dies entspricht ungefähr dem Wert, welcher in der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls von 2008 bis 2012 reduziert werden sollte). Diese Standards würden sogar lockerere Regeln bedeuten, als sie für den Schutz der Wälder in Entwicklungsländern angesetzt sind.

Zum Schutz der Wälder in Entwicklungsländern ist ein Mechanismus namens „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ (REDD = Reduktion von Emissionen durch Entwaldung und Schädigung von Wäldern) angedacht. Positiv anzumerken ist hier, dass die Beachtung der Rechte von in den Wäldern lebenden indigenen Völkern und Gemeinden mit in den Verhandlungstext aufgenommen wurden. Allerdings ist man sich mal wieder bei der Finanzierung uneinig. Entwicklungsländer wollen auch hierfür einen multilateralen Klimafond im Rahmen der Klimarahmenkonvention. Industrieländer setzen sich jedoch dafür ein, REDD über marktbasierte Mechanismen zu finanzieren. Dies würde bedeuten, dass Industrieländer Entwicklungsländer finanziell dabei unterstützen, Entwaldung zu verhindern und dafür weiter Verschmutzungsrechte erhalten. Dies würde einen deutlichen Anstieg an Verschmutzungsrechten mit sich bringen und den Preis für die Zertifikate somit spürbar senken. Dadurch gäbe es für Unternehmen noch weniger Anreize, auf eine umweltfreundlichere Produktion umzustellen.

Außerdem wird in der Definition für Wälder leider immer noch nicht zwischen naturnahen Wäldern und Plantagen unterschieden. Das heißt, dass Monokulturen oder gar Plantagen mit genmanipuliertem Soja eingerechnet werden können, obwohl diese kein stabiles Ökosystem darstellen bzw. regelmäßig abgeholzt werden. Allerdings gibt es zumindest inzwischen ein Verbot der Umwandlungen von naturnahen Wäldern in Plantagen.

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