KOPENHAGEN KLIMAKONFERENZ – EIN WEITERER TAG ;)
Heute ist der 8.12.09 und wir kamen wir um 8:30 Uhr im Bella Center (dem Tagungsort der Konferenz) an. Dort passierten wir die Sicherheitsschleusen, die man aus jedem Flughafen kennt. Um 10 Uhr traf unsere Gruppe Antje von Broock, Delegierte des BUND. Sie berichtete uns über den aktuellen Stand der Verhandlungen und über die Meinung des BUND zu diesen Entwicklungen.
Nach diesem Treffen teilte sich unsere Gruppe auf. Mauro und Michele gingen zu einem Interview mit dem Präsident von Greenpeace International, Kumi Naidoo und die anderen machten sich auf den Weg zu verschiedenen Verhandlungen, Meetings und Side Events.
Ich machte mich auf den Weg zur Pressekonferenz des CAN (Climate Action Network). Das Climate Action Network ist ein Netzwerk von über 500 verschiedenen Organisationen.
Auf der Pressekonferenz wurden die positiven und negativen Entwicklungen der Verhandlungen aufgezeigt. Zum Beispiel wurde die Eröffnungsrede von Herrn Rasmussen bemängelt, da sie für solch ein wichtiges Zusammenkommen der Länder dieser Erde zu schwach war.
Nach dieser Pressekonferenz checkte ich erstmal meine Emails, schrieb Berichte, aß etwas und vervollständigte meinen weiteren Tagesplan;)
Um 14 Uhr begann nun das tägliche CAN-Meeting, auf dem die verschiedenen Experten der verschiedenen Verhandlungspfade (AWG-LCA, AWG-KP, SBI, REDD, etc.) Diese berichteten von den Verläufen und Inhalten der Verhandlungen an diesem Tag, besprachen die Strategie und wählten das „Fossil of the Day“. Das „Fossil of the day“ ist eine tägliche „Siegerehrung“. Dort wird das Land presentiert, das an diesem Tag die Verhandlungen am meisten blockiert und somit am klimaschädlichsten und zukunfstunfreundlichsten war.
Das CAN Meeting war sehr interessant, da man dort eine Menge über die Verhandlungen erfährt, an denen man nicht teilnehmen konnte.
Leider musste ich nach einer halben Stunde das CAN Meeting verlassen, da dann eine Treffen mit der beiden Vorsitzenden von AWG-LCA und AWK-KP begann.
Ah nun eine kurze Erklärung über diese beiden Fachbegriffe:
Die AWG-KP ist eine Abkürzung für Ad hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol. Dies ist aber nicht so kompliziert wie es scheint. In dieser Arbeitsgruppe arbeiten die Länder, die das Kyoto Protokoll ratifiziert haben. Sie arbeiten daran, für nach 2012 neue Klimaschutzverpflichtungen zu schaffen.
Das AWG-LCA ist eine Abkürzung für Ad Hoc Working Group on Long-term Cooperative Action under the Convention. In ihr werden Sachen wie Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel, Technologietransfer etc. behandelt.
Ja nun wieder zurück zu dem CAN Meeting:) Ich verließ es wie gesagt eine halbe Stunde früher, da ich noch auf das Treffen mit den beiden Vorsitzenden des AWG-LCA und des AWG-KP gehen wollte. Das war sehr interessant, da die beiden Vorsitzenden sehr gute Anfangsreden hielten und auch, aus unserer Sicht, positiv die Fragen beantworteten.
Dieses Treffen dauerte aber leider nur eine halbe Stunde.
Danach kam Anna, auch ein Mitglied des Patenprojekts, zu mir, und erzählte mir von einer Avaaz Aktion (Avaaz ist eine Organisation), bei der wir uns als Alien verkleiden müssen. Wir kamen etwas zu spät zu deren Treffen, aber es reichte noch, um mich von der Aktionsidee zu überzeugen;)
Nun verkleideten wir uns als Alien mit weiß-silbernen Anzügen, grünem Gesicht, Handschuhen und einem undefinierbaren Ding auf dem Kopf:)
Wir waren Alien von Planet B und unser Planet war vom Klimawandel zerstört worden. Wir sind nun in Kopenhagen, um nach „Klimaführern“ zu suchen. Wir gingen auf Delegierte zu , fragten sie nach Ihren Zielen und nach ihren finanziellen Zusagen. Wir fanden heraus ob dieses „altes Geld“ oder „neues Geld“ war. Altes Geld, ist zum Beispiel Geld, dass von der Entwicklungshilfe genommen wird um dann für Anpassungsmaßnahmen der Entwicklungsländer bereit ustehen.
Wir forderten ein verbindliches, ambitioniertes und faires Klimaabkommen.
Dies war nach meinem Empfinden eine super Aktion, da ersichtlich war um was es ging, eine Geschichte dahintersteckte und wir auch direkt mit den Delegierten kommunizierten.
Nach dieser Aktion ging ich daran mein Gesicht von der Farbe zu befreien, was mir bis jetzt nicht ganz gelang;)
Nun schrieb ich noch an meiner Zusammenfassung, checkte Emails, redete mit Menschen;) usw.
Um 18:30 Uhr hatte ich mein nächstes Treffen. Dieses war mit der Aktionsgruppe von YOUNGO (mehr Infos über YOUNGO bekommt ihr auf http://sites.google.com/site/unfcccyoungo/ ).
Dieses Treffen fand außerhalb des Bella Centers statt und ich ging dort mit Anna und Max (ein weiterer deutscher aus unserer Gruppe;)) dorthin. Wir hatten erst einige Probleme dort hinzukommen, schafften es am Ende aber doch;)
Dieses Treffen war sehr konstruktiv und es gab viele Aktionsideen.
Außerdem gab es noch mehrere „Updates“, wie z.B. dass für die große Demonstration am Samstag den 12. Dezember 2009 über 60.000 Menschen erwartet werden;) Das ist richtig super!!!!!!!
Die Aktionsgruppe plant Aktionen für die nächsten Tage und für die nächsten zwei Wochen.
Jeyyy nach diesem Treffen was bis um ca. 21:45 (mit Rückfahrt) Uhr ging, hatte ich keine anderen Treffen mehr;) Das war auch ganz gut, da ich noch etwas schreiben wollte. Ins Internet konnte ich leider nur beschränkt gehen, da man in unserem Hostel für das WLAN Geld zahlen muss.
Insgesamt war dieser Tag ein voller Erfolg für mich. Leider konnte ich heute nicht live die Verhandlungen verfolgen, doch diese entwickeln sich teils positiv teils negativ. Der Entwurf , für den Dänemark heimlich versucht hatte unter den Delegierten der Länder Zustimmung zu finden und der noch gar nicht vorgestellt wurde, zeigt eindrucksvoll, wie untransparent die Verhandlungen sind.
Doch es gibt Grund zur Hoffnung, dass Barack Obama jetzt teilweise frei über neue Klimaschutzbestimmungen entscheiden kann und nicht den Senat fragen muss!
Nun das war mein Bloggeintrag für den zweiten Tag auf den Verhandlungen;)
Die ganzen Schreibfehler tun mir leid, ich hab aber gerade keine Zeit und Lust sie zu korrigieren;)
