BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Von kleinen und großen Stromfressern

10. März 2016

Wie im letzten Beitrag angekündigt, habe ich mich im Rahmen meines Wattfastens zunächst etwas genauer mit dem Energieverbrauch der verschiedenen Geräte in meiner WG beschäftigt. Dazu habe ich mir als erstes beim BUND Berlin ein Strommessgerät ausgeliehen. Das war super unkompliziert und natürlich kostenlos – in eurer Nähe gibt es bestimmt auch eine Stelle, wo man Messgeräte ausleihen kann! Damit kann man zwar „nur“ den Verbrauch von Geräten messen, die an einer Steckdose hängen (und nicht den von mindestens ebenso relevanten Verbrauchern wie Warmwasser, Heizung, Gasherd, Beleuchtung etc.), aber fürs Erste werdet ihr sicher auch dabei schon die ein oder andere interessante Entdeckung machen!

Als nächstes ging es nun darum, mir zu überlegen, bei welchen Haushaltsgeräten ich was anschauen würde. Inspirationen dazu holte ich mir auf der Website von Smergy. Hier findet sich ein bunter Strauß an Energiespartipps, angefangen bei den Klassikern wie „Weniger heizen“ bis hin zu Ideen für „fortgeschrittene Energiedetektiv*innen“ à la „Elektronische Thermostate einbauen“. Das Smergymeter spuckt dann direkt aus, wie viel CO2 und Geld man durch die jeweiligen Tipps einsparen kann. Davon inspiriert, nahm ich verschiedene Geräte genauer unter die Lupe.

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Waschmaschine: Größter Energiefresser beim Waschen ist das Erhitzen des Wassers. Dementsprechend war eigentlich von Vornherein klar, dass der Energieverbrauch mit steigender Waschtemperatur in die Höhe schießen würde. Um herauszufinden, um wie viel genau, wusch ich Kochwäsche bei 90, 60 und 40 Grad (meine Mitbewohnerinnen machten sich schon ernsthaft Sorgen, wieso ich auf einmal anfange, bei 90 Grad zu waschen :). Hier die Resultate: 90 Grad – 1,92 kWh, 60 Grad – 0,96 kWh, 40 Grad – 0,77 kWh. Statt mit 90 bei 60 Grad zu waschen, spart also bereits die Hälfte an Energie ein, um weitere zehn Prozent sinkt der Verbrauch dann bei 40 Grad. Die größte Überraschung gab es dann aber, als ich gestern die mysteriöse „Schneeflocken“-Einstellung ausprobierte: 0,15 kWh standen nach dem Waschen zu Buche – im Vergleich zu 40 Grad also nochmal 80 % weniger Energie! Zum Glück sind Waschmittel heutzutage so gut geworden, dass die Wäsche auch bei weniger als 40 Grad perfekt sauber wird – dem Energiesparen steht hier also nichts im Weg :).

Kühlschrank: Neben Heizen ist auch Kühlen sehr energieintensiv, weswegen als nächstes der Kühlschrank dran war. Um einen Vergleich anstellen zu können, maß ich den Verbrauch bei unterschiedlichen Einstellungen jeweils über 24 Stunden. Überraschendes Ergebnis: Niedrigste (Innentemperatur 7,5 Grad, Verbrauch 0,177 kWh) und höchste Stufe (Temperatur 3 Grad, Verbrauch 0,180 kWh) unterscheiden sich kaum im Verbrauch! Bevor ihr jetzt aber denkt, dass ihr euren Kühlschrank problemlos runterkühlen könnt, kommt ein kleiner, aber feiner Haken: Der Energieverbrauch hängt beim Kühlschrank ganz stark davon ab, wie oft und wie lange er geöffnet wird. Vermutlich wurde er also bei mir an dem Tag mit der höheren Temperatur zufällig wesentlich öfter geöffnet als am zweiten Messtag. Von daher sind die Ergebnisse leider wenig aussagekräftig. Was sich aber dennoch als Fazit ziehen lässt, das ist, dass ihr dem Klima einen großen Gefallen tut, wenn ihr euch schon vor dem Öffnen der Tür überlegt, was ihr braucht, und nicht erst aufmacht und dann anfangt nachzudenken, worauf euer Magen gerade Lust hat :). Außerdem kann es hilfreich sein, den Kühlschrank von Zeit zu Zeit aufzuräumen, um das gewünschte Marmeladenglas nicht ewig suchen zu müssen, um dann festzustellen, dass es der Mitbewohner augenscheinlich bereits alle gemacht hat. Und – das ist jetzt ein Tipp für die Hardcore-Wattzähler :) – je voller der Kühlschrank ist, desto weniger kalte Luft geht beim Öffnen der Tür verloren. Solltet ihr also große, ungenutzte Hohlräume in eurem Kühlschrank haben, füllt sie doch einfach mit zusammengeknüllter Zeitung oder ähnlichem und schon schicken die arktischen Gletscher eine Dankes-Postkarte :).

Als nächstes habe ich vor, zu untersuchen, ob es sich direkt im Stromverbrauch niederschlägt, wie ich meinen Laptop nutze (ob ich also bei voller Lautstärke einen Film schaue oder still und heimlich einen Klimafasten-Beitrag schreibe). Und dann warten noch ein paar kleinere Küchen- und Badutensilien schon sehnsüchtig darauf, ans Messgerät angeschlossen zu werden.

Bis bald,

Jan


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