BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Anti-Kohle-Camp und Kette

29. April 2015 von BUNDjugend

Wir nehmen Anlauf nach Paris! Als Teil der Klimabewegung trafen knapp 100 Jugendliche vom 24. Bis 26. April im BUNDjugend Camp im rheinischen Braunkohle-Revier zusammen. Der Höhepunkt des Aktionswochenendes war die Anti-Kohl-Kette am Samstag, bei der 6000 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland, aus Polen, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Norwegen und weiteren Ländern eine geschlossene 7,5 Kilometer lange Menschenkette bildeten. Mit dieser symbolischen Grenze forderten die Demonstrant*innen den schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle, um das nationale Klimaziel von mindestens 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 zu erreichen.

2015_Anti-Kohle-Kette_NRW_BUNDjugend in der geschlossenen Kette-La-Ola

Ein buntes Programm im BUNDjugend Camp

In Workshopphasen setzten sich die Jugendlichen im Camp schon am Freitagabend mit den Klimaproblematiken auseinander. Außerdem wurde das 19 Meter lange Banner vorbereitet und ausgemalt. Nach dem gemeinsamen, veganen Abendessen, welches von einer Vokü für das Camp gekocht wurde, gab es noch letzte Infos zur Menschenkette. Am Samstagvormittag wurden fleißig bunte Kreuze/ Xe gebastelt, um unter dem Motto „Unsere Zukunft entscheidet sich hier“ an der Menschenkette teilzunehmen und eine deutliche Grenze zu ziehen. Während der Kette herrschte, trotz Regen und Nässe, eine super Stimmung mit vielen lauten und jungen Stimmen. Nach der Abschlusskundgebung in Immerath gingen einige Interessierte zum Skywalk, von wo man einen guten Blick in den Kohletagebau Garzweiler II hat.

Der Abend bot ein vielseitiges Programm mit einer Presseschau, leckerem Essen, der Premiere des Films „La Buena Vida- Das gute Leben“ und einer anschließenden Party.

Bevor die große Aufbruchsstimmung am Sonntag startete, gab es noch einen Überblick über Aktivitäten im Klimajahr 2015, als auch ein Vernetzungstreffen für BUNDjugend-Aktive und –Interessierte. Mit einer letzten gemeinsamen Mahlzeit und vielen helfenden Händen beim Abbau klang ein ereignisreiches und spannendes Aktionswochenende aus.

2015_Anti-Kohle-Kette_NRW-Zelt der BUNDjugend NRW im Camp

Der Protest geht weiter!

2015 wird ein entscheidendes Jahr für den Klimaschutz! Im Dezember findet die 21. Internationale Klimakonferenz in Paris statt, bei der ein neues Abkommen verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten soll. Als Teil der Klimabewegung ruft die BUNDjugend im Vorfeld der COP21 zu weiteren Protestaktionen auf.

Am 4. Juni findet im Vorfeld des G7-Gipfels eine Großdemonstration für mehr Klimaschutz und gegen TTIP und Armut in München statt. Die BUNDjugend wird sich gemeinsam mit der JBN an dieser Demo beteiligen. Hier kannst du dich informieren und beteiligen!

Auch zur Großdemo gegen die Freihandelsabkommen am 10. Oktober in Berlin wird die BUNDjugend mobilisieren und rund um die Demo ein großes Aktiven- und Vernetzungswochenende mit gemeinschaftlicher Unterkunft und Verpflegung organisieren.


„Lima in Brussels“ – Ein kurzer Zwischenbericht

11. Dezember 2014 von BUNDjugend

„What do we want? – Climate Justice! When do we want it? – Now!“ – Seit Samstag ist diese Forderung täglich in den Straßen Brüssels zu hören. 50 junge Aktivist*innen aus allen Ecken Europas beschäftigen sich hier eine Woche lang mit Themen rund um die Klimakonferenz in Lima, Peru. Auf der COP20 verhandeln die Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention und die Mitglieder des Kyoto-Protokolls einen Entwurf für ein neues Klimaabkommen, welches den 2012 ausgelaufenen Vertrag ersetzen soll. Dieses wird im nächsten Jahr in Paris beschlossen.

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Aktion ist das Zauberwort!

… das ist manchmal ziemlich kompliziert. Deswegen startete unser Programm mit einer allgemeinen Einführung zu den Klimaverhandlungen und Klimagerechtigkeit. Nach all der Theorie wurde es am Montag etwas praktischer: In einem Aktionstraining mit David von Friends of the Earth Europe wurden uns rechtliche Grundlagen erläutert und viele Tipps für kommende Aktionen mitgegeben. Am Dienstag konnte diese auch gleich in die Tat umgesetzt werden. Vor dem Berlaymont, dem Hauptgebäude der europäischen Kommission, haben wir unsere Solidarität mit den Philippinen gezeigt. Dort sind die Auswirkungen des Klimawandels schon jetzt drastisch spürbar. Die Inseln wurde seit 2012 jedes Jahr von einem Taifun heimgesucht. Im Anschluss zogen wir los, um die Lobbybüros im europäischen „Regierungsviertel“ von zum Beispiel Shell, Daimler, IETA (International Emissions Trading Association) aufzuspüren und deren Machenschaften aufzudecken. Am Abend besuchte uns die Federation of Young European Greens, um gemeinsam den Film „Disruption“ zu sehen. Danach entstand eine spannende Diskussion über die Mobilisierung nach Paris im nächsten Jahr.

Dienstag standen gleich zwei Aktionen auf dem Programm. Zunächst ging es erneut in die Nähe der europäischen Kommission, um Juncker zu seinem 60. Geburtstag mehr als 1.000.000 Unterschriften gegen TTIP zu übergeben. Das Bündnis Stop TTIP hat diese Unterschriften in Form einer selbstorganisierten Europäischen Bürgerinitiative innerhalb von nur knapp zwei Monaten gesammelt. Am Nachmittag haben wir uns verschiedensten Menschenrechts-Organisationen angeschlossen und sind mit Fackeln und Bannern, die den Schriftzug “Climate change is a human rights issue” trugen, durch die Straßen Brüssels gezogen. Ziel war der Veranstaltungsort für die jährliche Preisverleihung des „Stop The Killings“ Awards.

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An unserem fünften Tag bei „Lima in Brussels“ wurden die intensiven Diskussionen über die Mobilisierung nach Paris und den weiteren Prozess nach der COP21 in kleinen Gruppen fortgeführt. In Open Space Sessions, die fast täglich Teil des Programms sind, wurden verschiedenste Workshops von Teilnehmer*innen gegeben. Ein weiterer regelmäßiger Programmpunkt ist das morgendliche Treffen, um die Tagesplanung zu besprechen. Updates aus Lima bekommen wir unteranderem durch live Link-Ups mit anderen YoungFoE Gruppen.

Wenn ihr mehr erfahren wollt über unsere Zeit hier in Brüssel, könnt ihr den Lima in Brussels Blog lesen, euch die Fotos auf der Flickr Seite anschauen und diesen Hashtags folgen: #LimainBrussels #COP20 #COP20Lima #UNFCCC #climatejustice.


Kohlelobbyismus beim G20 Gipfel in Brisbane, Australien

14. November 2014 von BUNDjugend

Vom 15.-16. November 2014 findet der G20 Gipfel in Brisbane, Australien statt. Es werden 4.000 Abgeordnete und 3.000 Medienvertreter*innen erwartet. Der Gipfel ist geprägt durch die politischen Diskussionen der vergangenen 12 Monate. Als Hauptziel steht die Förderung eines stärkeren Wirtschaftswachstums auf der Agenda.

Aber gibt es keinen Punkt auf der Tagesordnung zum Thema Klimawandel? Nein, denn die australische Regierung hat Klimawandel von der Agenda gestrichen, obwohl das doch eines der zentralen Themen am Wochenende sein sollte.

Es ist anzunehmen, dass die Lobbyarbeit von Peabody Energy (die weltgrößte Kohlefirma) die Entscheidung der australischen Regierung beeinflusst hat. Peabody Energy beschreibt sich selbst als den weltgrößten privaten Sektor der Kohleindustrie, der die Welt mit notwendiger Energie versorgt, um das Leben aufrecht zu erhalten (“fueling the world with energy essential to sustain life”). Auch rund um den G20 Gipfels führt Peabody Energie die Lobbyarbeit der Kohleindustrie fort.

Um zu verhindern, dass der Kohlekonzern die Ergebnisse des Gipfels beeinflusst, hat die australische Jugendklima-Koalition AYCC (Australian Youth Climate Coalition) einen offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs geschrieben. In diesem Brief werden sie aufgefordert dem Klimawandel als eine Bedrohung sowohl aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht zu begegnen. Desweiteren sollen die Staats- und Regierungschefs der Lobbyarbeit von Peabody Energy Widerstand leisten und stattdessen die Stimme der jüngeren Generation, die die Konsequenzen des Klimawandels zu tragen hat, anhören.

Peabody Energy behauptet, dass die Kohleindustrie bei der Bekämpfung der weltweiten Armut eine wichtige Rolle spielt, indem sie eine billige Energieversorgung für alle Menschen ermöglicht. Doch wissen wir, dass die schnelle Ausbreitung der Industrie insbesondere schädlich für die Menschen unterhalb der Armutsgrenze ist, denn sie sind am meisten anfällig für die Folgen des Klimawandels, der vor allem durch CO2-Emissionen aus der Kohleverbrennung verursacht wird. Sie sind es auch, die die negativen Folgen der Kohleindustrie, wie Gesundheitsbelastungen, am meisten zu spüren bekommen. Diese Fakten werden von den Lobbyist*innen geschickt umgangen bzw. unterdrückt.

Am 25. August 2014 hat Peabody Energy in Vorbereitung auf den G20 Gipfel einen eintägigen Workshop über die Energieversorgung in der Welt in Brisbane veranstaltet. Der australische Geschäftsführer von Peabody Energy sagte in einer seiner Präsentationen “coal is the only affordable fuel, at scale, to meet rising energy needs” (Kohle sei im großen Maßstab der einzige bezahlbare Kraftstoff, um den steigenden Energiebedarf zu decken.) Im Februar hat Peabody Energy eine Kampagne zum Thema fortschrittliche Energien für das Leben gestartet, angeblich um auf die Energiearmut aufmerksam zu machen. So gelingt es den Lobbyist*innen ihre Strategie weiterführen zu können und vor allem die Kohleindustrie aufrechtzuerhalten. Weitere Hintergründe zum Lobbyismus von Peabody Energy werden in einem Artikel im Guardian ausführlich dargestellt.

Kohlelobbyismus in Deutschland

Auch in Deutschland ist die Lobbyarbeit der Kohleindustrie sehr stark. Erst am letzten Dienstag (11.11.2014) hat Sigmar Gabriel ein Positionspapier zum Thema Energiewende veröffentlicht in dem er sagt, dass er auf längere Sicht an Kohlekraftwerken festhalten möchte, um bezahlbar Strompreise und eine stabile Versorgung sicher zu stellen. Das Austreten aus Atomkraft und Kohlekraftwerken sei nicht gleichzeitig möglich. Diese Meinung machte er nach einem Krisengespräch mit Vattenfall deutlich. Noch 2007 versprach er als Umweltminister die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40% im Vergleich zu 1990 zu senken. Umweltministerin Barbara Hendricks sagte vergangene Woche, dass dieses Ziel nur durch staatliche Eingriffe und das Abschalten der ältesten Kraftwerke erreicht werden kann. Nun sagte sie in einem Interview, dass die Entscheidung über das Abschalten bei den Konzernen liegen sollte.

Mitsprache von Jugendlichen auf dem G20 Gipfel

Es ist wichtig, dass junge Menschen sich gegen diesen Lobbyismus einsetzten und sich stark machen, um ihrer Meinung Gehör zu verschaffen. Aus 19 von den 20 Ländern, die beim G20 Gipfel vertreten sind, haben Jugendklimaorganisationen den Brief von AYCC unterzeichnet, unter anderem auch das Jugendbündnis Zukunftsenergie, in dem die BUNDjugend Mitglied ist. Weitere Jugend-Organisationen, deren Länder nicht Teil der G20 sind, haben ebenfalls ihre Unterschrift unter den Brief gesetzt. Nun sammelt AYCC zusätzlich Unterschriften von Einzelpersonen, sodass jeder mit seiner Unterschrift das Anliegen des Briefes unterstützen kann.

Neben dem Brief hat AYCC ein kurzes Video über die absurden Lobby-Argumente der Kohleindustrie gedreht.

 


Eine Woche in Japan – zwei Tage in Fukushima

5. Mai 2014 von BUNDjugend

Katharina Ebinger, Landesjugendsprecherin der BUNDjugend Baden-Württemberg, hat im April eine Woche in Japan verbracht, um dort Menschen, Orte und Initiativen zum Thema Atomausstieg und erneuerbare Energien kennenzulernen.
Im Blog der deutsch-weißrussisch-japanischen Jugendinitative RESTART könnt ihr nachlesen, was währenddessen alles passiert ist!

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Klimapolitisches Vernetzungstreffen in Berlin

24. Februar 2014 von BUNDjugend

Am Freitag, den 14.Februar 2014, hat die BUNDjugend zu einem Vernetzungstreffen der Bundesgeschäftsstelle in Berlin eingeladen, um sich gemeinsam Gedanken zu den Klimakonferenzen in Lima (2014) und Paris (2015) zu machen. Aus diesem Anlass sind verschiedene Mitglieder von Jugendumweltorganisationen wie unter anderem der NAJU, dem JBZE und der Grünen Jugend nach Berlin gereist und haben an der dreitägigen Versammlung teilgenommen. Im Vordergrund des Treffens stand vor allem die Frage: ‚Wie können wir als Jugendliche und junge Erwachsene Einfluss auf die Forderungen unserer Politiker nehmen?‘, aber auch in welchem Maß die unterschiedlichen Umweltorganisationen in Deutschland sich zusammenschließen können, um eine gemeinsame Bewegung auf die Beine zu stellen. Nach der Kennenlernrunde am Freitagabend wurde besprochen, welche Vorstellungen und Erwartungen wir als Mitglieder an unsere Organisationen stellen können, anschließend fanden am Samstag Vernetzungsgespräche und Planungen für Aktionen um die Konferenzen statt. Zu diesem Zweck haben wir uns in drei Gruppen geteilt und haben dort über die, aus unserer Sicht, wichtigen Termine gesprochen:

  • Das Demowochenende um den 10. Mai in Berlin, wo es um das Gestalten der Energiewende geht
  • die Zwischenverhandlungen im Juni in Bonn, wo die Mandate für die im Winter stattfindenden UN-Klimakonferenzen ausgearbeitet werden
  • Allgemeiner gefasst die Planung für Lima und Paris; welche Aktionsformen möglich sind und wie sich wichtige Fragen wie Mobilisierung und Vernetzung umsetzen lassen

Die rund zwanzig Teilnehmer der Veranstaltung haben sich immer wieder ihre Zwischenergebnisse präsentiert und diese konstruktiv diskutiert und auf Realisierbarkeit untersucht. Im Rahmen des „Socializings“ wurden am Abend die Diskussionen in einer gemütlicher Runde fortgeführt.
Am Sonntag, dem letzten Tag des Treffens, wurden dann die nächsten Schritte besprochen, also wie wir uns zukünftig weiter auf dem Laufenden (besonders in unseren Projektgruppen) halten können und wer für welchen Aufgabenbereich verantwortlich ist.
Fazit: Im Verlauf der Veranstaltung wurde deutlich, dass wir eine Gruppe motivierter Jugendlicher sind, die sich nicht zurücklehnen und zuschauen wollen, sondern aktiv in die Verhandlungen eingreifen wollen. Wir wollen unsere Zukunft selber gestalten und nicht gestaltet bekommen von unsichtbaren, undurchsichtigen VertreterInnen, deshalb:

klimablog

Marius Friedrich


1,5 Wochen Klimakonferenz – 1,5 Wochen ungebremster Klimawandel – Wir gehen!

22. November 2013 von BUNDjugend

Als wir das Gebäude der diesjährigen Weltklimakonferenz vor eineinhalb Wochen betreten haben, waren unsere Erwartungen bereits nicht besonders hoch. Doch was dann passiert ist, übertraf unsere schlimmen Vorahnungen:

Überall im Konferenzgebäude sahen wir Sponsorenlogos von Firmen, die für fossile Energiegewinnung stehen. Drei junge Aktivist*innen wurden direkt am ersten Tag von der Konferenz verbannt, weil sie ein Banner gezeigt hatten, auf dem sie ihre Solidarität mit den Opfern des Taifun auf den Philippinen erklärten. Die bewegende Rede von Yeb Sano, dem philippinischen Delegationsleiter, blieb ohne jede Konsequenz für die Verhandlungen. Nach ein paar Beileidsbekundungen ging es zurück zur Tagesordnung und das heißt, zu Stillstand oder sogar Rückschritten beim Klimaschutz.

Auf dieser Konferenz wird nicht einmal mehr so getan, als ginge es um Klimaschutz. Hier geht es um kurzfristige Wirtschaftsinteressen jender Firmen und Staaten, die unser Klima und damit das Leben der Menschen heute und in der Zukunft bedrohen. Parallel zur Klimakonferenz trafen sich in Warschau die führenden Kohlekonzerne und Politiker*innen zur Welt-Kohle-Konferenz, um die absurde Vision von „sauberer Kohle“ zu erfinden. Christiana Figueres, Generalsekretärin der UNFCCC honorierte sie mit einer Rede. Zugleich werden Umweltorganisationen und Klimaaktivist*innen unübersehbar zurückgedrängt und ignoriert.

Die Staaten, die für den Klimawandel verantwortlich sind, sind meilenweit von einer ambitionierten und gerechten Klimapolitik entfernt. Die Delegation von Friends of the Earth International hat sich nach all diesen Geschehnissen und gemeinsam mit einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen zu einem außergewöhnlichen Schritt entschieden: Gemeinsam mit hunderten anderen Aktivist*innen haben heute das Konferenz-Gebäude aus Protest verlassen („Walk-out“) und werden nicht ins Stadion zurückkehren.

Doch wir sind nicht nach Hause gefahren, sondern haben uns in Warschau im Convergence Space versammelt. Das ist das Gebäude, in dem in den letzten Wochen alle Aktivist*innen zusammengekommen sind, die ohne Akkreditierung nach Warschau gekommen sind. Jetzt geht es darum, hier und überall die vielen Organisationen, Bewegungen und lokalen Initiativen zu einer starken globalen Bewegung zu vereinen und zu zeigen, dass eine gerechte und nachhaltige Zukunft möglich ist. Denn wir hören nicht auf, für echten Klimaschutz zu kämpfen. Wir werden 2014 auf der nächsten Klimakonferenz in Peru beziehungsweise in Paris 2015 zurückkommen. Und wir werden stärker zurückkommen als zuvor. Wie Silje Lundberg (YFoE Norwegen) gestern in einer Pressekonferenz gesagt hat: „Wir geben nicht auf, wir werden den Politiker*innen die Hölle heiß machen – hier und in unseren Heimatländern.“
http://www.flickr.com/photos/push_europe
http://www.flickr.com/photos/foeeurope/
http://www.flickr.com/photos/friendsoftheearthscotland/sets/72157637906662246/


The tug of war

15. November 2013 von BUNDjugend

Leider gibt es im Moment nur die englische Version. Die deutsche kommt hoffentlich morgen…

We already wrote a lot about corporate sponsoring of this climate conference (COP). We strongly felt that we have to do more about it and so we started another action today. So this time we will write about the tug of war:

So welcome to COP19 sports games!

Today we will have a real sports contest.

Discipline: tug war

Our teams trained a lot for this competition. Their goal is to have a strong impact on the climate conference negotiations.

Teams

Team 1: corporate lobbyists

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Their goal is to maintain a fossil fuel based industry and a weak and unambitious outcome of the negotiations.

They have big financial resources → they do not need sponsors – they are the sponsors

 

Team 2: climate activists

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They struggle for climate justice, intergenerational justice and ambitious agreements in Warsaw.

They do not have huge financial resources but do not underestimate them:

they are famous for their big fan base and they might have the chance to win this game.

We play in three rounds: “Ready, steady, go!”.

Here are photos the tug war:

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More photos are here: http://www.flickr.com/photos/push_europe/with/10855536285/

What sounds like a pretty funny action is not that funny in reality. We have the really strong impression that the climate talks are not about climate protection anymore but about
corporations‘ profits. This was evident especially last Monday. Three young climate activists are still banned from the COP for expressing their solidarity with the Philippine victims of the typhoon Haiyan by showing posters. Also our underage activist Nathan was only allowed to come in for 3 days and only in company of an overage person. On the other hand dirty energy corporate sponsor labels are literally everywhere in this building. We are shocked by the strong presence of fossil fuel corporations at the climate talks and think that they have become far to powerful. We want to send the message that we need to reclaim the climate talks. It should be the people who are represented at the COP and not the corporations!

Support our protest via twitter with hashtags #corporatecop #reclaimthecop


„Corporate COP19“ – “Firmen-COP19”

13. November 2013 von BUNDjugend

>>>> Todays Action: Climate Activists entering the „Corporate COP19“ <<<<

This COP is really a Corporate COP! While three activists have been banned from the COP for showing posters to express their feelings for the Philippine victims of the taifun, sponsor labels are literally everywhere: on the welcome bags, on the sofas, on the water dispenser, on pencils, usb-sticks… everywhere! And their lobbyists are for sure in constant contact with many negotiators. The additional shocking news were that there will be an International Coal Summit in Warsaw during the COP. The young activists on this COP decided to do an action to expose the corporate influence on this COP. Outside the COP, climate activists traveled through Warsaw to the buildings of the COP’s sponsors with their banners and took great pictures of their journey. Inside the COP, we performed a skit holding an auction involving all the COP19 sponsors. On the auction block have been things like funding of CCS, acceptance of clean coal in the convention, new markets, weak ambition etc. Some of us represented the UN, which were allowing that our climate is being sold to the highest bidder, others have been the sponsors in their black suits. A third group represented civil society, marginalized at the side of the event. They were protesting against the auction and reclaiming power. Finally the climate activists conquered the auction and displaced the corporate sponsors. While the action was a great experience and we had lots of fun, we still need to put corporate influence on this COP down in real life. We will continue to criticize the corporatization of this COP: Our climate is being sold to the highest bidder – we want it back!

Photos: http://t.co/QCeJlWUXrS

 

 

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>>>> Heutige Aktion: Klimaaktivist_innen entern die “Firmen-COP19” <<<<

Diese COP (Weltklimakonferenz) ist wirklich eine Firmen- COP! Während drei Aktivist_innen von der COP ausgeschlossen wurden, weil sie Poster gehalten haben, um ihre Gefühle für die philippinischen Opfer des Taifuns auszudrücken, sind Logos der Sponsoren buchstäblich überall: auf den Willkommenstaschen, auf den Sofas, auf den Wasserspendern, auf Bleistiften, USB-Sticks… überall! Und ihre Lobbyist_innen sind sicher in ständigem Kontakt mit vielen Verhandlungspartner_innen. Eine weitere schockierende Nachricht war, dass es während der COP einen internationalen Kohlegipfel in Warschau geben wird. Die jungen Aktivist_innen auf dieser COP haben entschieden, eine Aktion zu machen, um den Einfluss der Firmen auf diese COP bloßzustellen. Außerhalb der COP sind Klimaaktivist_innen mit ihren Bannern durch Warschau zu den Gebäuden der COP-Sponsoren gefahren und haben auf ihrem Weg tolle Bilder gemacht. Innerhalb der COP haben wir einen Sketch aufgeführt, in dem wir eine Auktion abgehalten haben, die alle Sponsoren der COP19 einbezogen hat. Manche von uns haben die UN, andere die Wirtschaftsleute in ihren schwarzen Anzügen repräsentiert. Eine dritte Gruppe spielte die Zivilgesellschaft, die an der Seite der Veranstaltung ausgegrenzt wurde. Die Aktivist_innen protestierten gegen die Auktion und wollten wieder in den Verhandlungen gehört werden. Schließlich eroberten die Klimaaktivist_innen die Auktion und verscheuchten die Sponsoren. Während diese Auktion eine tolle Erfahrung war und wir viel Spaß hatten, müssen wir immer noch den Einfluss der Firmen auf dieser COP im wirklichen Leben eindämmen. Wir werden die “Verfirmung” dieser COP weiter kritisieren. Unser Klima wird an den Höchstbietenden verkauft – wir wollen es zurück!

Hier gibts die Fotos: http://t.co/QCeJlWUXrS

(von Romina)


„We stand with the Philippines“ – Wir stehen an der Seite der Philippinen

13. November 2013 von BUNDjugend

Mr. Sano and climate activist announce to fast in solidarity with the victims

Die deutsche Version findet ihr unten…

Yeb Sano, the chief negotiator of the Philippines national delegation, has announced yesterday evening, that he is going to fast during the COP to express his feelings towards the victims of the taifun. We were deeply moved when hearing about it. So we decided to take part in another action on this together with a coalition of the Philippine delegation and several other young civil society groups and prepared it last night. So finally at lunchtime we did the action with about 100 young activists. Yeb Sano and Lidy Nacpil, chair of Philippines movement for climate justice, held a speech, we were chanting and holding signs saying „We stand with the Philippines“ and naming the affected provinces. At this action, over 30 people from civil society who are inside the COP announced that they decided to join Yeb Sano’s fast to express their solidarity. Some are going to fast during the whole COP, some will fast one day. There were many journalists at our action and many people are spreading messages and pictures within social media. We hope that the collective effort of our civil society groups help to raise awareness regarding the taifun and the devastating consequences of climate change in general. This action was an inspiring collective act of solidarity, humanity and emphathy that we miss very often inside official negotiations. There were some statements on sympathy by several countries‘ national delegations. But this sympathy is nothing more than mere lip service considering that developed countries are still denying a substantial financial support and real commitments towards the affected countries and communities.

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Yeb Sano, der Vorsitzende der philippinischen Delegation, hat gestern angekündigt, dass er während der COP fasten wird um seine Gefühle wegen der Taifunopfer auszudrücken. Wir waren zutiefst gerührt, als wir davon gehört haben. Deswegen haben wir uns entschieden, zusammen mit einer Koalition aus der Philippinischen Delegation und einigen anderen jungen zivilgesellschaftlichen Gruppen eine weitere Aktion durchzuführen und haben diese gestern Nacht noch vorbereitet. Zur Mittagszeit haben wir uns mit ca. 100 jungen Aktivist_innen versammelt. Yeb Sano und Lidy Nacpil, Vorsitzende der philippinischen Klimagerechtigkeitsbewegung, haben eine Rede gehalten. Wir haben im Sprechchor unsere Solidarität ausgedrückt und Banner gehalten, auf denen stand „We stand with the Philippines“ (grob: wir stehen an der Seite der Philippinen). Außerdem haben wir die Namen der betroffenen Provinzen auf Plakate geschrieben. Auf der Aktion haben über 30 Menschen aus der Zivilgesellschaft, die auf der COP sind, angekündigt, dass sie entschieden haben mit Yeb Sano zu fasten, um ihre Solidarität auszudrücken. Manche werden die ganze COP lang fasten und mache werden einen Tag bzw. im COP-Gebäude fasten. Es waren viele Journalisten bei unserer Aktion und viele Menschen verbreiten die Nachrichten und Bilder über die sozialen Netzwerke im Internet. Wir hoffen, dass die gemeinsame Anstrengung unserer zivilgesellschaftlichen Gruppen dabei hilft, die Aufmerksamkeit für den Taifun zu erhöhen und auf die zerstörerischen Konsequenzen des Klimawandels im Allgemeinen hinzuweisen. Diese Aktion war ein inspirierender gemeinsamer Akt von Solidarität, Menschlichkeit und Mitgefühl. Das sind genau die Dinge, die wir so häufig innerhalb bei den offiziellen Verhandlungen vermissen. Es gab zwar ein paar Aussprüche von Mitgefühl von den nationalen Delegationen aus einigen Ländern. Doch dieses Mitgefühl ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis wenn man bedenkt, dass die Industrieländer den betroffenen Ländern und Gesellschaften gegenüber immer noch finanzielle Unterstützung und wirkliche Verpflichtungen verweigern.

(von Romina)


Solidarity with Philippines – Solidarität mit den Philippinen

12. November 2013 von BUNDjugend

Today we took quite some time to express our solidarity with the Philippines. They were hit by a huge taifun called “Haiyan” that killed more than 10 000 people. A lot of other people were hurt or became homeless. Food supply on the Philippines is very limited at the moment.

We cannot link this taifun directly to climate change. All serious scientists think that such catastrophies will happen more often as earth temperature is rising. That is why all the developed countries that are in fact responsible for climate change should start to take action to help Philippines to deal with their crisis. At the climate conference in Warsaw delegates will also negotiate when and how money will be payed to the least developed countries through the Green Climate Fund (https://en.wikipedia.org/wiki/Green_Climate_Fund).

 

The chief negotiator from the philippins delegation Yeb Sano held a really strong and emotional speech at the opening plenary. You should really read it: http://t.co/fl1j5GIIcE . Here are some statements:

Up to this hour, I agonize while waiting for word as to the fate of my very own relatives. What gives me renewed strength and great relief was when my brother succeeded in communicating with us that he has survived the onslaught. In the last two days, he has been gathering bodies of the dead with his own two hands. He is hungry and weary as food supplies find it difficult to arrive in the hardest hit areas.”

I call on you to lead us. And let Poland be forever known as the place we truly cared to stop this madness. Can humanity rise to the occasion? I still believe we can.”

After he held this speech we gave standing ovations as NGO delegates and shouted “We stand with you!”. Mr. Sano announced in his speech that he will not eat during the climate conference unless he sees serious decision-making. When Mr. Sano left the plenary some of us followed him with banners expressing our solidarity. Unfortunately this lead to the exclusion of three environmental activists from the negotiations.

 

You can also help the Philippines! Share the speech of Mr. Sano and tell other people about it. Tell your government to “stop this madness” and take serious action against climate change. We can still do something, so we should do it now!!

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Heute haben wir uns einige Zeit genommen unsere Solidarität mit den Philippinen auszudrücken. Sie wurden von einem Taifun mit dem Namen „Haiyan“ getroffen und mehr als 10.000 Menschen kamen ums Leben. Viele andere wurden verletzt oder wurden obdachlos. Die Nahrungsversorgung auf den Philippinen ist momentan sehr eingeschränkt. Wir können den Taifun nicht direkt mit dem Klimawandel in Verbindung bringen, aber alle ernstzunehmenden Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass durch die steigende Erdtemperatur Naturkatastrophen wie diese weltweit zunehmen. Deswegen sollten alle Industrieländer, die für den Klimawandel hauptsächlich verantwortlich sind, anfangen die Philippinen ernsthaft bei der Bewältigung ihrer Krise zu unterstützen.

 

Der Vorsitzende der philippinischen Delegation Yeb Sano hielt eine sehr emotionale Rede während des Eröffnung-Plenums, was eine „Standing Ovation“ mit sich brachte, gefolgt von 3 Schweigeminuten.

2 Aussagen möchten wir daraus hervorheben :

Up to this hour, I agonize while waiting for word as to the fate of my very own relatives. What gives me renewed strength and great relief was when my brother succeeded in communicating with us that he has survived the onslaught. In the last two days, he has been gathering bodies of the dead with his own two hands. He is hungry and weary as food supplies find it difficult to arrive in the hardest hit areas.”

(Hier erzählt er grob, dass sein Bruder bisher als einziges Familienmitglied mit ihm Kontakt aufnehmen konnte. Sein Bruder hilft mit Leichen zu bergen aber hungert selbst, da die Nahrungsmittel schwer in den Krisengebieten ankommen)

I call on you to lead us. And let Poland be forever known as the place we truly cared to stop this madness. Can humanity rise to the occasion? I still believe we can.”

(Mr Sano hofft darauf, dass Polen der Ort ist, an dem wir den “Wahnsinn” beendet haben.)

Mr Sano kündigte in seiner Rede an, während seiner Anwesenheit auf der COP in einen Hungerstreik zu treten beziehungsweise zu fasten und erst aufzuhören, wenn ernstzunehmende Entscheidungen getroffen werden. Als Mr Sano das Plenum verlassen hat, sind ein paar von uns ihm mit Bannern gefolgt um unsere Solidarität auszudrücken. Leider führte das zum Ausschluss von drei Umweltaktivist*innen von den Verhandlungen für den restlichen Tag.

Ihr könnt den Philippinen auch helfen! Teilt die Rede von Mr. Sano und erzählt anderen Menschen davon. Bringt eure Regierung dazu diesen „Wahnsinn“ zu beenden und ernstzunehmende Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Noch können wir etwas tun, deswegen sollten wir es jetzt tun. Die Klimakonferenz darf nicht ohne Ergebnisse bleiben.

(von Ellen und Silvia)