6.12.2010
Falsche Loesungen: CCS, Atomkraft und Agrotreibstoff
Das ist doch kaum zu glauben: In Cancun wird diskutiert, ob fuer Atomkraftwerke bald CDM-Zertifikate vergeben werden sollen! Dabei stehen drei Moeglichkeiten zur Debatte: entweder sie werden nicht als Klimeschutzprojekt betrachtet, sie werden es, oder nur die, die nach 2008 gebaut wurden. Aber es ist doch Wahnsinn, ueberhaupt neue Atomkraftwerke zu bauen! (Shut up US and France!)
Unter diesem Motto: “Falsche Loesungen” stand unser Tag heute hier auf der Youth Convergence on Climate Justice von YFoEE hier in Bruessel.
Eigentlich ist auch der Emissionshandel in seiner jetzigen Form eine falsche Loesung. Das fiel uns auf, als wir sogenannte “Loopholes” oder “Schlupflöcher” untersuchten, die er bietet. Dafuer gibt es drei Beispiele:
-der Uebertrag von Zertifikaten in folgende Phasen
- der CDM-Mechanismus
- die LULUCF-Anrechnungsregeln
Wer am besten erklaeren kann, warum, gewinnt einen tollen Aufkleber
Bin gespant auf Eure Erklaerungen im Anhang.
Mein Tag war schnell gefuellt mit Aktionsplanung (es ist praktisch, so “an der Quelle” der Europapolitik und des europaeischen Lobbyismus zu sitzen) und veganem Kochen mit einem lieben Riesen
Gerade eben hatten wir ein wirklich gutes Aktionstraining und haben noch Banner gemalt – fuer Morgen, den Tag der “1000 of Cancuncs”. Seid gespannt!
7.12.2010
Action Day!
Heute am 7. Dezember fand ueberall auf der Welt der “1000 of Cancuns”-Aktionstag statt. Auch wir hier in Bruessel waren dabei, mit einem langen Spaziergang von der Europaeischen Komission, ueber die Japanische und Franzoesische Botschaft und das Flaemische Parlament bis zum Haupquartier von BNP Paribas, einer Bank, die in grossem Stil Atomkraft unterstuetzt.
Unsere Botschaft: Atomkraft ist keine Loesung fuer die Klimakrise, sondern ueberhaupt keine Loesung! Anlass war, dass unter anderem die Franzoeische und Japanische Delegation in Cancun dafuer eintreten, fuer Atomkraft CDM-Zertifikate zu vergeben.
Dazu gibt es eine englische Pressemitteilung sowie Fotos auf Flickr.
Und heute Abend wird noch ein toller Film fertig!
Eine zweite Aktion heute Abend mit belgischen Tierschuetzern richtete sich an Supermaerkte, unser Konsumverhalten und das kapitalistische System als grundlegendes Problem der Krise. Bunte, laute Menschen stuermten einen Carrefour-Supermarkt, waehlten die am absurdesten verpackten Lebensmittel, die mit den fragwuerdigsten Produktionsbedingungen und der schlechtesten CO2-Bilanz aus und veranstalteten einen Wettbewerb. Draussen gab es eine vegane, regionale Suppe.
Morgen geht’s weiter!
Grüße,
Ruth

Allerdings haben sich bei den Lösungen die Geister geschieden: Während Jan der Meinung war, dass dies ein Grund sei, den Mechanismus zu verbessern, haben wir festgestellt, dass dies nicht möglich ist, da die Anreize an allen Stellen so sind, einfach nur Profit zu machen (und somit fragwürdige Großprojekte zu unterstützen) und bei der Masse an Projekte effektive Kontrollmöglichkeiten gar nicht möglich sind.
Der Freitag stand unter dem Motto „Climate and Social Justice“. Dabei hinh es um die Themen Energiearmut (auch in Industrieländern gibt es noch genügend Menschen, die sich die Stromrechnung nicht leisten können), um Energiepolitik im Bildungssystem und Klimaflüchtlinge. Highlight war wohl der Besuch von einer unser Sprecher Elar Calle Huaman aus Peru – er ist Mitglied der Organisation Capata, welche gegen den unerlässlichen Bergbau in Peru berichtetet. Wir erfuhren viel von den Auswirkungen und die unmögliche Lizenzvergabe von Seiten der Regierung Perus. Durchschnittlich verbraucht jedes amerikanische neugeborene Baby in seinem Leben 1,63 Millionen Kg an Mineralien, Metallen und Treibstoffe – gleichzeitig steigt die Bevölkerung weltweit und somit auch der Bedarf an Rohstoffen. Dabei ist das Metallgeschäft das lukrativste, da in den letzten Jahren der Preis kontinuierlich gestiegen ist, während die Löhne stagnierten. Die Finanzkrise hat dem ganzen nur einen kleinen Knick hinterlassen.
ht 74% seiner Metalle aus Lateinamerika). 72% der Länder in Peru wurde bereits in Form von Lizenzen an Öl- und Gasunternehmen vergeben – größtenteils im sensible Amazonasgebiet gelegen. Ein Großteil der Wasserressourcen des Amazonas geht für den Bergbau verloren, da dies nicht nur in Peru der Fall ist. Der in Europa bereits aufgrund der starken Umweltschäden verbotene Form des offenen Tagebaus ist dort leider Standard. Ganze Dörfer werden dadurch umgesiedelt und zerstört, mal ganz abgesehen von der Natur.








… Wunder oh wunder: der deutschen Tochterfirma von RWE(npower). Man muss dazu sagen, dass die Wahl europaweit war und RWE als eine von drei nominierten Unternehmen sage und schreibe 58% aller Stimmen auf sich vereinen konnte. Der Preis – welcher an jeweils ein Unternehmen aus dem Bereich Finanzen (Goldman Sachs) und eines aus dem Bereich Klima mit dem schlechtesten Einfluss auf die EU-Politik geht – wurde bereits das fünfte Mal vergeben. Es war jedoch das erste Mal, dass er tatsächlich persönlich in Form von Matthias Dürr (Senior Manag
er European Union Affairs of RWE (npower)) entgegengenommen wurde! Während der Zeremonie machten ein paar als Putzfrauen gekleidete Aktivisten ihn darauf aufmerksam, dass er trotz zahlreicher Greenwashing-Versuche noch immer nicht sauber sei. Danach verschwand er – zu einem Lobbytreffen mit der Europäischen Kommission.
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co
ch eine begrenzte Menge an Emissionen in Form von Emissionszertifikaten zugesprochen. Nicht benötigte Zertifikate können europaweit gehandelt werden. Über diesen Mechanismus werden zirka die Hälfte aller Emissionen der EU erfasst. Leider werden noch immer viel zu viele Zertifikate ausgegeben und davon auch noch ein Großteil umsonst. Das heißt, Firmen können zusätzliche Gewinne machen, indem sie kostenlose Zertifikate weiterverkaufen. Außerdem wird die Deckelung der Emissionszertifikate durch den Zukauf von weiteren sogenannten CDM-Zertifikaten aus Ländern außerhalb des Emissionshandels ausgehebelt, indem diese dort ökologisch und sozial unverantwortliche Projekte fördern (Mehr zum Thema
ösungen, wie Atomkraftwerke, CCS für fossile Energieträger, Agrosprit und Offsetting, ausgeschlossen und trotz allem ist es der EU immer noch möglich. Dabei müssen wir allerdings unsere Energieeffizienz radikal verbessern (statt für die gleiche Energie mehr produzieren sollten wir anfangen, für weniger Energie das Gleiche zu produzieren und demenstprechend tatsächlich Energie einsparen), den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und den Ausbau von Erneuerbaren Energien beschleunigen und müssen einiges in unserem persönlichen Lebensstil ändern (z.B. innereuropäische Flüge abschaffen).