BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Weltbank und Transition Towns

10. Dezember 2010 von

9.12.2010

Hi!

Irgendwie toll, wie unsere Aktionen hier in Bruessel mit denen in Cancun verknuepft sind. Auf unsere Weltbankaktion und „Don’t nuke our Climate“ haben wir einige positive Rueckmeldungen bekommen. Und wenn wir hier eine Aktion an einer Botschaft machen oder Briefe abgeben, muss die Botschaft das in das betreffende Land melden.

Bei unserem Brainstorming ueber lokale Loesungen oder Loesungsansaetze fuer eine klimagerechtere Welt fielen uns wunderbar viele schoene Projekte ein: Gemeinschaftsgaerten, Kooperativen, Umsonstlaeden, Veggie-Days, Stromwechsel, Staedte mit kostenlosem Nahverkehr, Transitiontowns, Baeumepflanzen, Ecovillages, Bikesharing….und viel mehr.

Danach gingen Susi, David und ich zu einem persoenlichen Treffen mit dem Repraesentanten der Weltbank fuer die EU-Institutionen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und durften eine Stunde lang kritische Fragen stellen. Also fragten wir: Wieso will die Weltbank die Aufsicht fuer die Klimafinanzierung uebernehmen? Wie laesst sich der Interessenkonflikt bewaeltigen, dass die Weltbank Kohleabbau finanziert? Sowie viele in unseren Augen „falsche Loesungen“ wie Palmoelplantagen, Biotreibstoffe allgemein oder riesige Staudaemme? Warum setzt sie sich fuer eine Ausweitung der CO2-Maerkte in Entwicklungslaendern ein? Wie wuerde ein Klimafonds unter Weltbankverwaltung aussehen? Wuerden Garantien vergeben oder Kredite? Was waeren hierfuer die Auflagen fuer die betroffenen Staaten? Was ist mit der Verantwortung, die Industriestaaten fuer den Klimawandel tragen? Inwiefern reagiert die Weltbank auf Sorgen der Zivilgesellschaft? Und warum wollte sie uns ueberhaupt treffen und was  passiert mit den Ergebnissen dieses Gespraechs?

Es wurde sehr klar, dass die Weltbank einfach oekonomisch, logisch und gewinnorientiert denkt, was natürlich zu erwarten war. Immer wieder wurden diese Argumente genutzt: Die Weltbank ist lediglich eine Agentur, die politische Entscheidungen der Regierungen umsetzt. Ihr Ziel ist Armutsbekaempfung (wobei diese hauptsaechlich als ein Wachstum des BIP verstanden wird). Dennoch brachte das Gespraech in sehr positiver Atmosphaere einige Erkenntnisse. Unser Argument der oekologischen Schuld wurde ueberraschend verstaendnisvoll aufgenommen. Interessant war die Aussage, die Weltbank wolle nicht aktiv die Kontrolle ueber die Klimafinanzierung uebernehmen, sondern erwarte lediglich Auftraege. Unser Gespraechspartner will den Vorstand der Weltbank um eine oeffentliche Stellungnahme hierzu bitten – mal sehen. Zudem meinte Mister Sipos, die Weltbank befinde sich gerade im Wandel, was die Konsultation und Beachtung der oeffentlichen Meinung betreffe – Gespraeche wie das, was wir gefuehrt hatten, werde also einfliessen und weitergegeben werden…

Wir konnten trotzt aller schoenen Worte klar machen, dass wir der Weltbank die Rolle des lediglich ausfuehrenden „unschuldigen“ Institution nicht abkauften und konnten unsere Ablehnung der Ausweitung der CO2-Maerkte, der falschen Loesungen wie Agrotreibstoffe, CCS und Regenwaldnutzung darlegen. Ich bewerte das Treffe deshalb positiv, und haette nicht gedacht, dass in so einem Buero so normale Menschen arbeiten, mit denen man reden kann und die guten Gruentee trinken. Andererseits war das natuerlich auch genau das Bild, das sie bei uns erwecken wollen, und sich als besonders demokratisch praesentieren. Hoffentlich stimmen Herr Sipos Aussagen ueber die „changing“ Weltbank.

Wir hatten noch einen spannenden Vortrag ueber „Transition Towns“ – damit sollte man ich wirklich auseinander setzen – sehr inspirierend – haben vor der Britschen Botschaft unsere Solidaritaet mit den Studentenprotesten aus Grossbritannien erklaert und einen Film gesehen „No Impact Man“. Ich bin nur leider viel zu muede, um darueber zu berichten. Schaut es Euch an!

http://transitiontowns.org/

http://noimpactman.typepad.com/

Es grüßt Euch die Ruth.


Bruxelles discute

5. Dezember 2010 von

4.12.2010

Salut aus Bruxelles, von der Youth Convergence on Climate Justice!

Gestern haben wir intensiv ueber den Emissionshandel aus dem Kyoto-Protokoll diskutiert, das leider einzige existirende Model zur Reduktion unserer Treibhausgasemissionen. Hier nochmal ein kurzer Ueberblick des Prinzips:

Staaten und Unternehmen erhalten Zertifikate fuer die CO2-Aequivalente, die sie ausstossen. Diese koennen sie auf dem Markt verkaufen, wenn sie weniger CO2 verbrauchen oder einkaufen, wenn sie mehr benoetigen. So entsteht ein globaler CO2-Markt. Zertifikate koennen auch durch Klimeschutzmassnahmen in Entwicklungs- und Schwellenlandern erworben werden. Eigentlich sollte die erlaubte Menge CO2 in jeder Phase sinken. Hier eine lustige Internetseite eines nicht ganz ernst gemeinten Unternehmens, das sich dasselbe Prinzip zunutze macht: Cheat Neutral.

Was ist das Problem dabei? Warum haben wir nicht schon laengst lauter klimafreundliche Unternehmen und Windparks in Afrika?

Hier noch eine Erklaerung von „The Story of Stuff„.

Im Laufe der gestrigen Workshops stellte sich heraus, dass der Emissionshandel und vor allem das sog. „Offsettig“ (Kompensierung von Emissionen, weitere Infos) sogar kontraproduktiv sein kann. Um es mit den Worten von David Heller (Klimaexperte von Friends of the Earth Europe) zu sagen: Im best-case-Szenario  fuehrt Offsetting zu keiner Verschlechterung des CO2-Ausstosses. Im worst-case-Szenarion bringt es sogar irreparable Umwelt- und soziale Schaeden!

In verschiedenen Workshops ueber das EU-ETS (EU-Emissionshandelssystem); REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation, weitere Infos) und CDM (Clean Development Mechanism), haben wir genauer kritsche Punkte beleuchtet.

Beispielsweise fiel auf, dass durch das Europaeische Emissionshandelssystem insgasamt von 2005-2012 nur 2% Treibhausgase eingespart wurden. Ganz einfach deshalb, weil in der ersten Phase (2005-2008) nur 3 von 27  Mitgliedsstaaten ihre Emissionsgrenzen unter den Basiswert aus 2005 senkten. Nur 10 Staaten senkten ihre Grenzwerte in der zweiten Phase niedriger. Und ausserdem koennen zusaetzliche Einsparungen in weiteren Phasen wieder zusaetzlich verbraucht werden. Damit spart die europaeische Industrie auf keinen Fall mehr, als sie muss…

CDM Zertifikate sind auch so eine Sache. Sie sind oft billiger, aber es ist sehr schwer zu bewerten, ob die Klimaschutzmassnahmen tatsaechlich zusaetzlich sind, oder nicht ohnehin geplant waren. Und dann erst Unternehmen, die klimaschaedliche Produkte herstellen, um dann fuer die Zerstoerung der Treibhausgase Zertifikate zu bekommen… Leider geschehen auch die wenigsten Investitionen in wirklich armen Regionen, sondern in Schwellenlaendern wie China. Beispielsweise gehen nur 1% der CDM/Finanzierungen Belgiens nach  Afrika, so ein Experte.

Sehr interessant war unsere Abschlussdiskussion mit einem Vertreter der Firma CO2logic, die CO2 Bilanzen von Produkten verbessert oder durch Offsetting ausgleicht, auf der einen und mit David Heller von FOEE auf der anderen Seite. Beide sind wohl wichtig, um den Klimawandel zu begrenzen. Die, die die einzigen rechtlichen Moeglichkeiten umsetzen, die wir haben, das Kyoto/Protokoll, und die, die fuer echte Klimagerechtigkeit kaempfen, vielleicht weniger bereit, sich mit Realitaeten abzufinden. Ich hoffe, dass wir alle einen Konsens finden, der naeher an Davids Position und trotzdem realistisch ist.

5.12.2010

Green New Deal, Green Capitalism or what else?

Der heutige Tag hier in Bruessel bagann mit einer spannenden Idee aus Schottland. Dort kartieren Klimaaktivisten die Hotspots fuer Klimagerechtigkeitsfragen in ihrer Region – Kohleminen, Bohrinseln, Waffenfabriken (weil Afghanistan/Irakkrieg auch aus Erdoelinteressen?) und die Banken, die das alles finanzieren. Dann kann man das schwaechste Glied der Kette angreifen, wie beispielsweise Foerderbaender fuer den Abtransport von Kohle. Und so ein Steinchen im Getriebe sein.

Danach begannen wir inzwischen ca. 70 Teilnehmer der Youth Convergence, uns den Kopf ueber grundlegende Zukunftsfragen zu zerbrechen. Ist eine klimagerechte Zukunft in unserem von Krisen geschuettelten Kapitalismus moeglich? Wie? Ist der Green New Deal, der durch Umverteilung durch Steuern, Innovation in umweltfreundliche Technologien und Kreativitaet versucht, dem Kollaps entgegen zu wirken, die Antwort?

Oder muessen wir tatsaechliche eine Revolution starten? Und wo fangen wir an? Bei uns im Kleinen oder gross?

Und wo wollen wir hin?

Fragt sich

Eure Ruth


Überleben ist nicht verhandelbar

1. Februar 2010 von BUNDjugend

Die Bun­des­ju­gend­lei­tung der BUND­ju­gend nimmt Stel­lung zu den Ge­scheh­nis­sen und Er­geb­nis­sen der Kli­ma­kon­fe­renz COP 15 im ver­gan­ge­nen Jahr im De­zember. Dabei gilt unser Dank den Bay­ern (JBN), die die Stel­lung­nah­me ent­wi­ckelt haben und die wir mit leich­ten Än­de­run­gen über­neh­men:

Klimagipfel in Kopenhagen vor dem Scheitern

Klimagipfel in Kopenhagen vor dem Scheitern

Ber­lin, Mün­chen, 22.​12.​2009.

Nach dem de­sas­trö­sen Ende der Kli­ma­kon­fe­renz in Ko­pen­ha­gen zei­gen wir uns ent­setzt über die Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit der Welt­kli­ma­po­li­tik. Die BUND­ju­gend be­trach­tet die­ses Schei­tern als Bank­rott­er­klä­rung der Ver­ein­ten Na­tio­nen sowie der Staats- und Re­gie­rungs­chefs.

Ko­pen­ha­gen hat die Kli­ma­po­li­tik nicht vor­an­ge­bracht, son­dern um Jahre zu­rück­ge­wor­fen. Dass nach einem viel­ver­spre­chen­den zwei­jäh­ri­gen Pro­zess seit der Kli­ma­kon­fe­renz auf Bali, den Vor­kon­fe­ren­zen in Bonn und Poz­nan, nun in „K(H)open­ha­gen“ ein Pa­pier nur zur Kennt­nis ge­nom­men wird, in dem leere Ta­bel­len­zei­len die letz­ten bei­den Blät­ter schmü­cken, macht uns fas­sungs­los.

Für uns stellt sich die Frage, ob es sich in Ko­pen­ha­gen nicht viel mehr um eine Wirt­schafts­kon­fe­renz han­del­te, als um eine Kon­fe­renz, die den Frie­den auf der Welt si­chern soll­te. Wäh­rend NGO-Ver­tre­ter zu­neh­mend von den Ver­hand­lun­gen aus­ge­schlos­sen wur­den, hat­ten In­ter­es­sen­ver­tre­ter der Wirt­schaft bis zu­letzt Zu­tritt. Dies er­weckt den Ein­druck, dass die Pro­fit­in­ter­es­sen der In­dus­trie mehr zäh­len, als die Stim­men derer, die den Kli­ma­wan­del be­kämp­fen, weil er ihre Le­bens­grund­la­ge be­droht.

Die Ar­ro­ganz der bei­den größ­ten CO2-Emit­ten­ten, China und der USA, ist ein Skan­dal. Ins­be­son­de­re von einem Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger kann etwas an­de­res er­war­tet wer­den, als im Kreis der mäch­ti­gen In­dus­tri­e­staa­ten ohne re­prä­sen­ta­ti­ve Be­tei­li­gung der Ent­wick­lungs­län­der ein Pa­pier zu er­ar­bei­ten, das die üb­ri­gen Staa­ten nur ab­ni­cken kön­nen – oder, wie ge­sche­hen, ein Schei­tern der Kon­fe­renz her­bei­füh­ren. Wir kri­ti­sie­ren diese von Deutsch­land pro­te­gier­te Ver­hand­lungs­tak­tik, bei der den Ent­wick­lungs­län­dern nur die Wahl zwi­schen einem nicht hin­nehm­ba­ren Mi­ni­mal­kon­sens und einem völ­li­gen Mis­ser­folg der Ver­hand­lun­gen haben, aufs Schärfs­te. Das ist kein fai­rer Um­gang, son­dern Er­pres­sung derer, denen das Was­ser oh­ne­hin bis zum Hals steht.

Die Zä­hig­keit der Ver­hand­lun­gen, die Tref­fen hin­ter ge­schlos­se­nen Türen, die Über­for­de­rung der Kon­fe­renz­lei­tung – dies alles zeigt, dass die Form der Kon­fe­renz der Trag­wei­te des Pro­blems nicht mehr an­ge­mes­sen ist. Es ist keine Lö­sung, die Pro­ble­me stets auf das nächs­te Jahr zu ver­schie­ben, wäh­rend auf Tu­va­lu der Was­ser­spie­gel steigt und die Ein­woh­ner auf ge­pack­ten Kof­fern sit­zen. Der Pro­zess muss über­dacht und nach einer neuen, ef­fek­ti­ve­ren und of­fe­ne­ren Stra­te­gie ge­sucht wer­den.

Auch das stun­den­lan­ge War­ten vor den Kon­fe­renz­tü­ren sowie letzt­end­lich der Aus­schluss aller BUND-De­le­gier­ten in den letz­ten Ver­hand­lungs­ta­gen sind für uns un­ver­ständ­lich und nicht hin­nehm­bar. Dies lässt daran zwei­feln, ob das Ab­kom­men tat­säch­lich, wie von den Ver­ein­ten Na­tio­nen er­dacht, unter Be­tei­li­gung der Zi­vil­ge­sell­schaft zu Stan­de kom­men soll­te. Ist dies nicht mehr po­li­ti­scher Wille, so wer­den wir an­de­re Wege su­chen, auf den Pro­zess kri­tisch Ein­fluss zu neh­men.

Wir als BUND­ju­gend wer­den den Druck auf An­ge­la Mer­kel und Nor­bert Rött­gen bis zur nächs­ten Ver­hand­lungs­run­de so lange stei­gern, bis Deutsch­land eine wirk­li­che Vor­rei­ter­rol­le ein­nimmt.

Wir for­dern nicht auf wei­te­re Gip­fel zu war­ten, son­dern selbst zu han­deln und Kli­ma­schutz von unten mit an­ge­mes­sen Druck zu prak­ti­zie­ren. Wir haben keine Zeit mehr für all­ge­mei­ne Ab­sichts­er­klä­run­gen. Die Ko­pen­ha­ge­ner Kli­ma­kon­fe­renz hat ge­zeigt, dass die glo­ba­le Kli­ma­schutz­be­we­gung jung, aktiv und sehr groß ist. Die­ses Po­ten­ti­al gilt es zu nut­zen!

Über­le­ben ist nicht ver­han­del­bar! Kli­ma­ge­rech­tig­keit jetzt!


"Was richtig war, bleibt richtig."

15. Januar 2010 von BUNDjugend

In der Januarausgabe des Umweltberichtes vom BMU (BundesUmweltMinisterium)
zieht die Bundesregierung ihre Bilanz aus dem „Copenhagen Accord“.
Demnach habe man sich in Kopenhagen erfreulicherweise auf das 2°C Ziel geeinigt, habe erreicht, Transparenzanforderungen an Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern aufzustellen und würde durch finanzielle Hilfen den Opfern des Klimawandels zur Seite stehen. Wenn jene übrigens ausreichende und transparente Treibhausgas-Minderungsziele anbieten würden, sähen sich Industrieländer laut Accord dazu bereit, jährlich 100Mrd Dollar für Klimaschutzmaßnahmen zu geben.
Der eigene politische Kurs sei OK. An den nationalen Klimaschutzplänen müsse nichts geändert werden, weil „richtig bleibt, was richtig war“.

Es ist schon sehr erstaunlich mit welcher Selbstverständlichkeit das BMU den Copenhagen Accord als Grundlage für die zukünftigen Gespräche sieht, haben doch die VN jenen nur zur Kenntnis genommen.
Zudem ist es verwirrend, dass gerade das BMU Tranzparenz von den Entwicklungsländern verlangt, sind es doch Industrieländer, die mit ihrem Bestehen aufs Offsetting für Intransparenz bei den Klimaschutzmaßnahmen sorgen und Schlupflöcher schaffen. Genauso sind doch die Industrieländer als Hauptemittenten in der Pflicht endlich vernünftige Minderungsziele anzubieten.

Es versetzt mich auch ins Staunen, dass die deutsche Klimaschutzpolitik richtig war und es immer noch sein soll. Worin besteht diese denn bitte?
Nur im Verbot von Glühbirnen? Angesichts dem geplanten Bau von fast 20 neuen Kohlekraftwerken glaube ich eher, es herrscht statt einer annehmbaren Klimapolitik eine rückwärtsgewandte Industriepolitik.


Das desaströse Ende

19. Dezember 2009 von BUNDjugend

Der Mini-Kompromiss, der nun nach zwei knapp Wochen Klimagipfel vorliegt, ist absolut unzulänglich! Nnimmo Bassey, Vorsitzender von Friends of the Earth International machte in erster Linie die Industrienationen für das Scheitern des Klimagipfels verantwortlich: „Copenhagen has been an abject failure. Justice has not been done. By delaying action, rich countries have condemned millions of the world’s poorest people to hunger, suffering and loss of life as climate change accelerates. The blame for this disastrous outcome is squarely on the developed nations.“

Zur offiziellen Stellungnahme von Friends of the Earth International geht es hier.

Das hoch umstrittene Kompromisspapier findet ihr auf der UNFCCC-Seite als PDF PDF.


Medienecho

18. Dezember 2009 von BUNDjugend

Wenn die Staats- und Regierungschefs in den nächsten Stunden ein völlig unzulängliches Papier verabschieden sollten, liegt das jedenfalls nicht am mangelnden Einsatz der vielen verschiedenen Aktiven vor Ort. Nicht nur die hundertausenden Menschen am Samstag, den 12.12. haben den Politikern unmissverständlich gezeigt, dass jetzt Zeit zum Handeln ist. Auch die Medienresonanz ist groß und die Berichterstattung größtenteils mit viel Sympathie für die Anliegen der NGOs vor Ort. Hier findet ihr einen kleinen Auszug:

Fernsehen:

  • ARD Tagesthemen vom 12.12. 22:45 Uhr (mit BUNDjugend – Jana Bochert ab Minute 4 für ca. 3 min)
  • ZDF heute in Europa vom 7.12. (David Wagner und BUNDjugend)
  • Ein Podcast von MDR Sputnik 360 Grad, am Anfang einige Interviews mit BUNDjugendlichen/Klimapiraten in Kopenhagen
  • 2 Mal ZDF Logo! mit Judith als Klimapiratin der BUNDjugend vom 11.12. und 16.12.

Weitere Videos gibt’s auf dem BUNDjugend Kanal bei YouTube.

Zahlreiche Berichte in den Printmedien (lokale ZZeitungen, taz, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche, Stern, etc.) runden das Bild ab.


Pirate Arrival

18. Dezember 2009 von BUNDjugend

Pirate Arrival – Der neue Film der BUNDjugend zur Ankunft der Klimapiraten in Kopenhagen vor einer Woche.


Ausschluss einiger NGOs aus der Konferenz

18. Dezember 2009 von BUNDjugend

gut16.12.9Mittwoch

Heute ist der große Tag der Reclaim Power und unserer Aktion. Die Reclaim Power Aktion ist eine friedliche Demonstration, bei der sowohl die Menschen außerhalb des Bella Centers als auch die Menschen innerhalb des Bella Centers mitmachen sollen. Das Ziel dieser Aktion ist es, in der Nähe oder auch auf dem Gelände des Bella Centers einen eintägigen, alternativen Klimagipfel zu veranstalten, da der Gipfel im Bella Center nicht das Überleben ganzer Völker sichern kann.
Dazu sollen Delegierte und NGO Mitglieder, die im Bella Center sind, hinauskommen und dort zur „Demonstration“ die von außen ankommt hin zustoßen.
Ber von dem Verlauf dieser Aktion später:)

Wir wollten heute mal früher am Bella Center ankommen, da wir keine Lust hatten wieder zwei Stunden draußen zu warten. Wir waren gegen 8 Uhr am Bella Center und mussten trotzdem schon eine Viertel Stunde warten. Die Organisation war aber diesmal wesentlich besser. Wir kamen problemlos durch die Sicherheitsschleusen und wollten gerade durch die Badge Kontrollen gehen, als wir mitbekamen, dass Friends of the Earth International für heute nicht mehr zur Konferenz zugelassen ist. Das rief viele Fragen in uns hervor, denn wir sind keine gefährliche Organisation und hatten auch kein Verbrechen begangen. Außerdem hörten wir, dass Avaaz, La Via Campesina und FoEI die einzigen Organisationen sind, die heute nicht zur Konferenz zugelassen werden.

So warteten wir erstmal ca. eine halbe Stunde, bis der Vorsitzende von FoEI aus einem Gespräch mit dem UNFCCC Sekretariat wieder kam. Er teilte uns mit, das dass Sekretariat bei seiner Meinung geblieben wäre und das der Grund für diesen Ausschluss der Brandschutz sei.
Wir waren mit diesen Angaben gar nicht einverstanden und setzten uns neben den Eingang des Konferenzzentrums. Nun gaben unsere Pressesprecher Statements ab und unser Vorsitzender hielt eine kurze Rede. Nach einiger Zeit kam ein offizieller Delegierter der kanadischen Delegation und sicherte uns seine Unterstützung zu.

Nach noch einmal einer halben Stunde kam Yvo de Boer, der Vorsitzende des Sekretariats der UNFCCC, um ein Statement zu dieser Entscheidung zu machen.
Seine Rede beinhaltete nichts, außer dass er meinte es gebe Feuerschutzbestimmungen und deswegen müsse die Zahl der NGO reduziert werden. Dies ist aber schon durch die Zweit-Badges geschehen und müsste eigentlich so funktionieren.
Wäre dies der einzige Grund, hätte die UNFCCC aber nicht einzelne NGOs ausschließen dürfen, sondern die Zahl der akkreditierten Menschen ALLER NGOs weiter beschränken müssen.

Nun schlug Yvo de Boer eine Diskussion hinter geschlossenen Türen mit VertreterInnen von FoEI, den anderen ausgeschlossenen NGO und dem UNFCCC Sekretariat um dieses Problem zu besprechen. Ich finde dieser Vorschlag ist wieder nur Zeitgewinnung. Jetzt war es schon ca. 11 Uhr. Sollte das Gespräch zwei Stunden gehen, ist die Hälfte des Tages schon vorbei.

Doch FoEI ging auf diesen Vorschlag ein und sandte ca. 5 VertreterInnen zu diesem Gespräch. Während dieses Gespräches passierte etwas sehr beunruhigendes.
Die PressevertreterInnen die mit uns sprechen und uns filmen wollten durften dies nicht mehr tun. Die UN Sicherheitsmenschen hielten sie davon ab.

Dies ist ein klarer Verstoß gegen die Pressefreiheit und somit gegen die Grundrechte. Dies hätte ich von der UN als letztes erwartet!

Nach ca. einer Stunde kamen unsere Delegierte von dem Gespräch mit dem Sekretariat zurück. Sie berichteten uns, dass das Sekretariat bereit ist, 12 Menschen von uns in das Konferenzzentrum zu lassen. Eigentlich dürfen an diesem Tag 96 Menschen von FoEI Zutritt erhalten. Nach einiger Diskussion wurde entschieden, das wir diesen Vorschlag nicht annehmen werden, da wir sonst das System akzeptieren würden.
So verließen wir also das Konferenzzentrum und fuhren zum Klimaforum.

Dort schaute ich mir nur noch die Liveübertragung der Reclaim Power Aktion an.
Dort ging es kurze Zeit heiß her. Manche Menschen hatten versucht den Zaun zu überwinden, wurden aber von der Polizei nieder geprügelt. Knapp 300 Menschen wurden verhaftet.
Insgesamt war die Aktion aber Gewalt frei und friedlich.

Abends gab es im Klimaforum noch eine Besprechung der Fasten idee für Donnerstag. Am Donnerstag sollen so viele Menschen wie möglich fasten, um einerseits ihre Solidarität mit den schon seit 42 Tagen fastenden Menschen des Climate Justice Fast (http://www.climatejusticefast.com/ )auszudrücken und andererseits natürlich zu zeigen, das es ein faires, ambitioniertes und international rechtlich verbindliches Abkommen in Kopenhagen geben muss.

Nach dieser Besprechung schrieb ich noch die Blogeinträge der letzten Tage und kam um ca. 00:30 Uhr am Donnerstag morgen im Hostel an;)

Insgesamt hatte dieser Tag mir die erschreckende Wahrheit gebracht, das sogar die UN im hohen Maße untransparent ist. Das sie willkürlich, ohne eine Angabe von plausiblen Gründen, Organisationen von den Verhandlungen ausschließen ist nicht akzeptabel.
Das sie dann aber auch noch so weit gehen, die Pressefreiheit der ReporterInnen einzuschränken ist im höchsten Maße rechtswidrig.

Naja nach dieser erschreckenden Erkenntnis ging ich schlafen:)


Presseartikel – Schulspiegel und Berliner Zeitung

16. Dezember 2009 von BUNDjugend

Hey liebe Leute,

hier noch zwei Presseartikel:)
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,666623,00.html
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1214/klimagipfelkopenhagen2009/0003/index.html

Liebe Grüße,
Bene


Der Plan für eine (hoffentlich) grandiose Aktion!!!

16. Dezember 2009 von BUNDjugend

Dienstag 15.12.09

Nun ist es schon wieder Dienstag und ich kann es kaum glauben.
Während dem Frühstück hörte ich eine SUPER Nachricht: Max hatte vier Badges für unsere Achtergruppe bekommen und fragte mich, ob ich eines bräuchte. Da heute im Bella Center eine Aktion stattfand an der ich mich gerne beteiligen würde und ich außerdem natürlich gerne auf die Verhandlungen gehen will, willigte ich natürlich sofort ein:)
Nach dem Frühstück gingen Lukas (aus der BUNDjugend Rheinland-Pfalz) und ich zum Spokescouncil. Dieses fand heute außerhalb des Bella Centers statt, da so auch die Jugendlichen ohne Zwei-Badge kommen konnten. Hier wurden wieder die Position der Internationalen Jugend in den Verhandlungen, die Verteilung der Zweit-Badges und Aktionen besprochen. Somit war es sehr produktiv:)
Um ca. 10 Uhr fuhren wir zum Bella Center, denn wir wollten an einem Treffen der Aktionsgruppe von FoEI um 11 Uhr teilnehmen. Leider war vor dem Bella Center eine riesige Menschenmenge und warteten 2 Stunden um dort hineinzugelangen. Das ist eine eindeutige Organisationsschwäche der UN oder der Dänischen Regierung. Nicht mal die Hälfte der Sicherheitsschleusen war geöffnet und es gab keine klaren Reihen für NGO, Presse und noch nicht registrierte Menschen. Das ist sehr bemängelnswert. Als wir dann um ca. 12 Uhr im Bella Center ankamen war nicht mehr viel Zeit bis zu der geplanten Aktion um 13,30 Uhr.
Bei dieser Aktion verteilten ich mich mit ca. 30 anderen FoEI Mitgliedern in der zentralen Halle des Konferenzzentrums. Nun klatschten wir alle zusammen und zogen uns derweil unsere blauen Ponchos an. Währenddessen riefen wir noch Sprüche, dass die EU mehr tun muss im Klimaschutz. Die meisten von uns setzten sich auf den Boden. Nach ca. fünf Minuten beendeten wir die Aktion.

Das war für mich insoweit gut, da ich noch um 14 Uhr zum täglichen CAN Meeting gehen wollte. Dort wurden mehrere Sachen besprochen:
Eigentlich sollen wir für Freitag nur 90 Badges bekommen. Doch CAN International versucht nochmals mit dem UNFCCC Sekretariat zu reden und mehr Badges raus zuhauen.
Japan und Russland blockieren zur Zeit die Verhandlungen. Wir müssen Druck auf diese ausüben um sie zum Umdenken zu bewegen. Vor allem da Japan gerade eine neue Regierung hat, die eigentlich in Sachen Klimaschutz weiter vorne ist als die alte Regierung.
Sonst wurden noch mehrere Berichte aus den verschiedenen Arbeitsgruppen hervorgebracht.

Um 15 Uhr war ein Treffen mit Abgeordneten der europäischen Länder. Unter anderem waren dort VertreterInnen der Niederlande, Finnland und Irland.
Die Jugendlichen stellten hauptsächlich Fragen an die Delegierten. Zum Beispiel sicherte ein Irlands Umweltminister zu, das Irland auf ein ambitioniertes Abkommen hin strebe. Sie fordern 40% CO2 Reduktion der Industriestaaten bis 2020 auf der Basis von 1990 und außerdem muss die Anpassungshilfe der Industriestaaten für die Entwicklungsländer additional zur Entwicklungshilfe sein. Außerdem bestätigten die Abgeordneten natürlich die Wichtigkeit der Jugendlichen auf diesen Verhandlungen.
Dieses Treffen war interessant, ich weiß aber nicht genau, was mir diese Infos gebracht haben. Aber ich arbeite auch nicht in der Politik Arbeitsgruppe.

Um 16,30 sollten eigentlich die Verhandlungen über das Kyoto Protokoll stattfinden, diese wurden aber kurzfristig verschoben.

Nun erhielt ich kurzfristig die Information, das um 18 Uhr eine Aktion der Internationalen Jugend für den nächsten Tag geplant werden würde und ich entschied mich, dort hinzugehen.
Dieses Treffen war sehr lang aber auch sehr konstruktiv.
Es wurde viel über die eigentliche Idee der Aktion diskutiert und dann neue Ideen entworfen. Die schlussendliche Aktion, die dann auch durchgeführt wurde war folgende:
Wir würden uns mit so vielen Jugendlichen wie möglich, in der großen Halle am nächsten Tag um 17 Uhr hinsetzen. Dort wollen wir sitzen bleiben, bis die Polizisten uns wegtragen.Wir diskutierten lange über die exakte Botschaft die die Internationale Jugend mit dieser Aktion verbreiten wollte. Letztendlich kamen wir zu der einstimmigen Entscheidung, das diese Botschaft ist:
Wir werden nicht weichen, bis ein faires, ambitioniertes und rechtlich verbindliches Abkommen in Kopenhagen erreicht ist.
Ich fande diese Aktion sehr unterstützenswert, wusste aber leider nicht, ob ich mich an dem illegalen Part der Aktion beteiligen will und darf.
Nach diesem Treffen ging ich glücklich nach hause (ins Hostel;)), da ich das Gefühl hatte was erreicht zu haben.