BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Wahre Held*innen in Paris

8. Dezember 2015 von BUNDjugend

 

Bei der Klimakonferenz kommen Menschen aus aller Welt zusammen. Manche verhandeln über den tatsächlichen Vertragstext, streiten über Inhalte oder Formulierungen. Andere – wie wir zum Beispiel – versuchen, mit kreativen und medienwirksamen Aktionen Druck auf die Politiker*innen auszuüben. Und wieder andere sind hier, um von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten, ihre Stimme zu erheben und für ihre Rechte zu kämpfen.

Eine von ihnen ist Lourdes Huanca aus Peru – Gründerin und Präsidentin von FEMUCARINAP, einem Verband, in dem sich indigene Frauen, Kleinbäuerinnen und Arbeiterinnen zusammengeschlossen haben, um für ihre Rechte zu kämpfen.

Wir trafen Lourdes auf einer Veranstaltung, bei der die Strategien der indigenen Bevölkerung Perus für die Anpassung an den Klimawandel vorgestellt wurden. Wir hörten den Präsident*innen mehrerer indigener Organisationen beeindruckt zu, als sie von ihren Erfahrungen im Kampf um Landrechte, Partizipation und den Schutz ihrer Umwelt berichteten. In Paris treten sie für die Rechte indigener Völker ein. Sie wollen zeigen, dass sie nicht einfach die armen Opfer des Klimawandels sind, sondern Lösungen und Anpassungsstrategien vorzuweisen haben; dass sie die Natur, in der sie leben, seit Jahrhunderten kennen und schützen und dass sie in diesem Prozess nicht übergangen werden dürfen.

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Miteinander, nicht übereinander reden

Ein Schwerpunktthema der BUNDjugend ist Klimagerechtigkeit. Es ist uns ein Anliegen, mit den Menschen aus Ländern des Globalen Südens Solidarität zu zeigen. Wir wissen, dass die Länder des Globalen Nordens, insbesondere die EU, die USA und Russland, für über 75% 1 der Treibhausgasemissionen und damit maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind, aber andere Länder viel stärker unter den Auswirkungen leiden. Wir reflektieren unsere eigenen Privilegien; wir erkennen, in welcher Weise der Globale Norden durch den Kolonialismus, die Industrialisierung und die Lebensstile der Menschen dafür verantwortlich ist, dass globale Ungleichheit und Ungerechtigkeit fortbestehen kann. Wir wollen diese Ungerechtigkeit ins Bewusstsein rufen und für die besonders vom Klimawandel betroffenen Menschen eintreten.

Aber viel zu oft tun wir das, ohne mit diesen Menschen in Kontakt gekommen zu sein. Häufig sprechen wir über sie, ohne sie zu kennen. Im Grunde wissen wir kaum etwas über ihre Lebensumstände, wie auch? Schließlich hat nicht jede*r von uns die Möglichkeit, in den Globalen Süden zu reisen und tatsächlich mit den Menschen vor Ort zu sprechen.

Daher wollten wir diese Gelegenheit nutzen und mehr Mitgliedern unserer Gruppe den Kontakt ermöglichen. So entstand ein zweites Treffen mit Lourdes in der „Green Zone“ – dem Bereich des Konferenzgeländes, den auch Personen ohne Akkreditierung betreten dürfen.

Lourdes erzählte uns davon, wie sie gegen den Willen ihres Mannes vor neun Jahren FEMUCARINAP aufbaute. Ursprünglich war sie in einer anderen Organisation aktiv gewesen, stellte aber bald fest, dass Frauen dort unsichtbar gemacht werden. Die Aufgaben der indigenen Frauen in Peru, berichtete Lourdes, waren klar definiert: Hausarbeit, Feldarbeit und Kinderbetreuung. Viele Frauen arbeiteten hart und erlebten dabei weder Wertschätzung noch Respekt. Ihre Partizipation war nicht erwünscht, Männer führten die Organisationen an. Auch Gewalt gegen Frauen war ein Problem.

So beschloss Lourdes, dass sich zuerst die Situation der Frauen ändern muss: 2006 gründete sie FEMUCARINAP und machte sich damit ziemlich unbeliebt. Vom Staat wurde sie als terroristisch und gewalttätig gebrandmarkt, ihr Mann stellte sie vor die Wahl zwischen der Organisation und ihm – es erfolgten sogar Angriffe auf ihre Kinder. Lourdes hörte nicht auf zu kämpfen. Heute zählt die Organisation 126 000 Frauen in 16 Regionen Perus.

Der Kampf muss immer weiter gehen

In ihren Anliegen, sagte Lourdes, habe sie viele Überschneidungen mit Feministinnen. Ihr geht es um Respekt – auch, was die Sexualität angeht. Sie erzählte uns, dass der weibliche Orgasmus in ihren Gemeinschaften immer noch tabuisiert wird und dass Frauen von ihren Männern häufig sexuell ausgenutzt würden. Auch das ist einer der Arbeitsbereiche von FEMUCARINAP: Sie sprechen diese Themen an, organisieren Workshops und heißen auch Männer in ihren Veranstaltungen willkommen. Nur Führungspositionen dürfen diese nicht übernehmen – die sind ausschließlich weiblich besetzt.

Weitere Themen, für die Lourdes und die Mitglieder*innen ihrer Organisation kämpfen, sind Ernährungssouveränität und die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen. Sie stellen sich Konzernen in den Weg, die für Umweltzerstörung und Ressourcenausbeutung verantwortlich sind, und kämpfen für einen gesicherten Zugang zu Land und Wasser. Sie setzen sich für den Erhalt von indigenem Wissen und für einen schonenden Umgang mit der Natur ein, der auf indigenen Nutzungsweisen basiert. Für all diese Themen engagieren sie sich auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Lourdes hat nicht nur viel zu erzählen, sie ist auch eine Frau von unglaublicher Stärke und Präsenz. Sie selbst ist ein gutes Beispiel für das, was sie sagt: „No somos pobrecitas!“ Sie sind keine Opfer, keine armen Menschen, denen geholfen werden muss oder die Mitleid verdienen. Sie können ganz gut für sich selbst stehen. Was sie brauchen, seien Rechte und Autonomie: Landrechte, ökonomische Unabhängigkeit und das Recht auf den eigenen Körper.

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Und was können wir tun?

Wir haben Lourdes auch gefragt, wie wir unsere Solidarität zeigen können. Eine Möglichkeit sei die direkte Unterstützung der Organisation – finanziell oder vor Ort, wo in Kürze eine Universität indigener Völker gegründet werden soll. Wir sind herzlich eingeladen, sie zu besuchen, mitzuhelfen, von ihnen zu lernen und das Wissen weiterzutragen.

Darüber hinaus sind sie auch offen für unsere Ideen. Vielleicht stehen sie irgendwann vor einer Herausforderung, bei der wir sie durch Druck auf europäische Politiker*innen und Medien unterstützen können? Auf alle Fälle werden wir versuchen, in Kontakt zu bleiben. Denn um Teil einer internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung zu sein, müssen wir uns mit Menschen auf der ganzen Welt vernetzen und ihnen zuhören – um ihre Perspektive kennenzulernen.

Und was die Zeit hier in Paris angeht: Es steht immer noch auf Messers Schneide, ob Menschenrechte und die Rechte indigener Völker im Abkommen verankert werden. Am Donnerstag (10.12.) ist Human’s Rights Day. Es werden Aktionen stattfinden und wir werden dabei sein.

 

(1 Kumulierte energiebedingte CO2-Emissionen zwischen 1900 – 1999; Quelle: Germanwatch (2010): Globaler Klimawandel. Ursachen, Folgen, Handlungsmöglichkeiten. Berlin: S. 42.)


Treffen mit Entwicklungsminister Müller

4. Dezember 2015 von BUNDjugend

Es ist für uns alle von der BUNDjugend das erste Mal, dass wir für eine Klimakonferenz akkreditiert sind. Daher konnten wir uns noch nicht genau vorstellen, was uns hinter den Security-Checks erwarten würde. Inzwischen haben wir eine grobe Vorstellung davon – einen wirklich guten Überblick allerdings immer noch nicht ;-)

Kurz gesagt: Die COP ist groß, es gibt verschiedene Hallen, in denen sich Verhandlungssäle, Stände von Organisationen, Meetingräume, Bistros oder Medienpools befinden.

Natürlich gäbe es tausend Dinge zu tun, aber für uns begann die COP erstmal mit Vernetzung und Aktionsplanung. Das ist unser primäres Ziel: Wir wollen gemeinsam mit anderen Jugendlichen eine globale Bewegung für Klimagerechtigkeit darstellen. Um dieses Vorhaben gleich mit Leben zu füllen, sollte schon am Dienstag unsere erste Aktion stattfinden: Schließlich fand zu Beginn der Konferenz das Treffen der Staats- und Regierungschef*innen statt. Der perfekte Anlass, um unsere Stimme für Klimagerechtigkeit zu erheben!

Also planten wir montags gemeinsam mit Aktiven von Earth in Brackets und TierrActiva eine Aktion für den nächsten Tag. Ein großer Unterschied zu sonstigen Aktionsplanungen: Hier muss die Aktion 24 Stunden vorher angemeldet und dann erst bestätigt werden. Als der grobe Plan stand, brachen manche zum „Art Space“ außerhalb des COP-Geländes auf, um Banner zu malen und die restlichen Materialien vorzubereiten. Auf der Klimakonferenz muss das schnell gehen – wir versuchen, auf den aktuellen Stand der Verhandlungen und auf besondere Ereignisse zu reagieren, daher sind viele Aktionen sehr spontan.

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Am Montagnachmittag hatten wir jedoch noch einen weiteren Termin: Wir trafen, gemeinsam mit deutschen Jugendlichen anderer Verbände, den Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Vor dem Gespräch warf auch die Umweltministerin Barbara Hendricks einen Blick in den Raum, um uns kurz Hallo zu sagen.

Dann hatten wir eine halbe Stunde, um dem Minister Fragen zu stellen und unsere Forderungen vorzubringen. Besonders wichtig sind uns natürlich Fragen der Klimagerechtigkeit: Wird „Loss & Damage“, also der Umgang mit Schäden und Verlusten durch den Klimawandel, als eigene Säule im Abkommen verankert werden, wie es besonders verwundbare Staaten fordern? Wie können Absicherungsmechanismen für Menschen geschaffen werden, die durch den Klimawandel ihre Lebensgrundlage verlieren und ihre Heimat verlassen müssen? Und wo sollen die Gelder für den Green Climate Fund herkommen?

Wir forderten ihn auf, sich dafür einzusetzen, dass Menschenrechte, Generationengerechtigkeit und Loss & Damage nicht nur pro Forma im Vertrag erwähnt werden, sondern so verbindlich wie möglich festgeschrieben werden.

Ob das Gespräch mehr als ein schönes Foto zum Ergebnis haben wird, bleibt abzuwarten.


Die UN-Klimakonferenz 2015 beginnt!

2. Dezember 2015 von BUNDjugend

Nach vielen Monaten intensiver Vorbereitung und Mobilisierung hat gestern die 21. UN-Klimaverhandlung in Paris begonnen. Auch für die Aktiven der BUNDjugend vor Ort beginnen damit zwei spannende, spaßige und anstrengende Wochen.

Das ist die BUNDjugend-Delegation

Über die zwei Wochen der Klimaverhandlungen sind acht BUNDjugend Aktive hier in Paris. Andi (Mitglied im BUNDjugend Bundesvorstand) und Romina sind für beide Wochen akkreditiert. Maria ist für die erste Woche akkreditiert und wird die Verhandlungen den Rest der Zeit von außen beobachten. Toril (Steering Group Mitglied von Yound Friends of the Earth Europe) hat zwar keine Akkreditierung, dafür bereitet sie Aktionen vor und organisiert die Logistik für die YFoEE-Delegation. Alle vier wohnen gemeinsam mit den anderen YFoEE-Aktivisten in einem Hostel im Pariser Nordosten. Hier finden täglich Meetings, Briefings und Aktionsvorbereitungen statt. Außerdem haben wir die Möglichkeit an unterschiedlichen Orten unsere Treffen und Vorbereitungen stattfinden zu lassen. Wir werden euch mit Updates aus den verschiedenen Bereichen die nächsten zwei Wochen auf dem Laufenden halten.

Jede Aktion zählt!

… um zu zeigen, dass wir mir mit dem Verlauf der Verhandlungen keineswegs einverstanden sind. Deswegen hat YFoEE schon am ersten Tag der COP21 ein deutliches Zeichen an die Staats- und Regierungschef*innen gesendet, die sich am Montag und Dienstag in Paris trafen. Sie verfehlen in ihren Verhandlungen die Ziele von Klimagerechtigkeit und steuern weiterhin auf eine wachsende Ungleichheit zwischen den reichen und armen Staaten zu. Das hat YFoEE gemeinsam mit andere Jugendlichen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung heute auch nochmals direkt im Konferenzzentrum mit einer kreativen Aktion gezeigt. The COP21 is a rigged game for rich countries!, lautet der Bannerspruch und mit der parallel stattfindenden Aktion außerhalb des Verhandlungsgeländes wird deutlich wie groß die Ungleichheit zwischen dem Globalen Süden und Globalen Norden ist.

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So findet hier in Paris fast jeden Tag eine Aktion statt. Vor und nach der Aktion heißt es: Aktionsmaterialien vorbereiten, Öffentlichkeitsarbeit vorbereiten, Sprüche überlegen und andere Jugendliche einladen. Im Anschluss werden die Fotos und Beiträge auf allen Kanälen geteilt und verbreitet.

Wie könnt ihr die Klimaverhandlungen verfolgen?

north_america_europeZum einen könnt ihr euch über die YFoEE Homepage auf dem Laufenden halten. Dort werden politische Updates und die Aktionen täglich hochgeladen. Die Fotos der YFoEE Aktionen könnt ihr auch im YFoEE Flickr-Album finden. Eine sehr gute Quelle, um das Geschehen rund um die COP21 zu verfolgen, ist Storify. Hier findet ihr eine tägliche und umfassende Zusammenstellung aller Geschehnisse. YFoEE hat im Vorlauf der Klimaverhandlungen eine Myth-BusterSerie erstellt, die ihr auf jeden Fall lesen solltet! Der letzte Myth-Buster zum Beispiel stellt klar, dass der Klimawandel nicht nur ein Umweltthema ist. Um mehr dazurüber zu erfahren, schaut hier vorbei. Folgt auf jeden Fall auch den BUNDjugend Blog, denn hier werden wir regemäßige Eindrücke mit euch teilen. Und natürlich gibt es Updates über die üblichen BUNDjugend-Kanäle Facebook und Twitter. Persönliche Eindrücke von Toril und Andi bekommt ihr über ihre privaten Accounts.


G7 – Macht Schluss mit Subventionen für fossile Energie

6. Juni 2015 von presse4bundjugend

…und Action! Endlich können wir unsere bis spät in die Nacht vorbereitete Aktion in die Tat umsetzen. Gemeinsam mit weiteren YOUNGO-Jugendlichen versammelten wir uns um 9 Uhr morgens vor dem Kongresszentrum der UN-Klimaverhandlungen und schlüpften ruckzuck in unsere Rollen. Sieben Jugendliche verkleideten sich als die sieben Zwerge, die mithilfe von Masken die G7 Staats- und Regierungschef*innen darstellten. Alle anderen Jugendlichen bildeten einen Aktivist*innen-Block mit Schildern, Bannern und Fahnen. Sie forderten die Zwerge auf, die Subventionen fossiler Energien zu beenden. Eine Märchenerzählerin rief jeden Zwerg einzeln auf, nach vorne zu treten und berichtete über deren Fortschritte beim Abbau der Subventionen fossiler Energien. Im Anschluss wurden sie von der Märchenerzählerin mit den realen Zahlen konfrontiert, was mit lauten „Buh-Rufen“ der Aktivist*innen begleitet wurde. Die Zahlen stammen aus der Oil Change International Studie (August 2014).

blog 1Zuallererst trifft es Matheo Renzi (Italien). Der Erdöl- und Energiekonzern ENI, der zu einem Drittel Italien gehört, ist verantwortlich für 349 Ölkatastrophen im Niger Delta. Ebenso wie diese erschreckende Zahl ist auch die Zahl der Subventionen mit 865 Mio.$ beachtlich hoch.

Frankreich, Gastgeber der im November/Dezember stattfindenen COP21, muss sich als nächstes den kritischen Aussagen stellen. Die anteilig Frankreich gehörenden Firmen EDF und ENGIE gehören zu den 50 Großunternehmen , die am stärksten am Klimawandel beteiligt sind. Gemeinsam sind sie für 151 Mio. Tonnen des CO2-Ausstoßes verantwortlich, was fast 50% Frankreichs Gesamt-Emissionen ausmacht. Außerdem steckt Frankreich 115 Mio.$ in die Subventionierung fossiler Energien.

Traurig aber wahr: Der nächste G7-Zwerg Shinzo Abe ist Vorreiter unter den OECD-Staaten (Organization for Economic Co-operation and Development) in Sachen öffentlicher Finanzierung von Kohleprojekten. Japans jährliche Subventionen fossiler Energien betragen stolze 6347 Mio.$.

Auch Kanada steht nicht besser da als seine sechs Kollegen. Dort expandiert der Ölsektor derzeit rasant. Dies ist bedingt durch das Wachstum der Teersandproduktion und führt momentan zu eine Subventionierungssumme von 2042 Mio.$. So ist also auch Stephen Harper bloß ein kleiner Märchenerzähler.

Großbritannien subventioniert fossile Energien in Höhe von 963 Mio.$. David Cameron in Zwergengestalt wird nochmals vor Augen geführt, dass das Vereinte Königreich in den vergangenen 5 Jahren 300 mal mehr Geld in die Subventionierung von fossilen als in erneuerbare Energien investiert hat.

Die Regierung der USA finanziert mit 5,1 Milliarden US-Dollar Firmen, die fossile Energien fördern. Etwas kleinlaut tritt auch Obama wieder zurück in die Reihen der G7-Zwerge und macht nun Platz für Frau Merkel.

Eine Größe von 245.000 Fußballfeldern umfasst die Fläche der Kohleabbaugebiete in Deutschland. Damit ist Deutschland die Nummer 1 der Kohleförderung weltweit. Trotz der hochgelobten Energiewende werden insgesamt 393 Mio.$ in die Subventionierung fossiler Energien investiert. Solche Zahlen muss sich auch Frau Merkel wenig begeistert anhören.

Aus all den genannten Investitionen ergibt sich eine Summe von 18 Milliarden US-Dollar, die allein die G7- Staaten in die Subventionierung fossiler Energien investieren.

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Mit viel Spaß und lauten Stimmen konnten wir nicht nur gute Fotos für uns und ein Gemeinschaftgefühl mit anderen YOUNGOs gewinnen sowie die G7-Staaten symbolisch belehren, sondern auch die Aufmerksamkeit vorbeilaufender Delegierte. Weitere Eindrücke von unserer Aktion könnt ihr in unserem Flickr-Album bekommen.


Eisbären und Abkürzungen

6. Juni 2015 von presse4bundjugend

Mittwoch, dritter Tag der Klimazwischenverhandlungen: Wir treffen als kleine aber feine Delegation der BUNDjugend in Bonn ein. Die meisten von uns sind zum ersten Mal auf einer Veranstaltung des UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change, das Klimarahmenabkommen, das die Grundlage der Verhandlungen ist; an den Overflow an Abkürzungen gewöhnt man sich wohl). Die Zwischenverhandlungen sind die Klimakonferenz im kleinen Maßstab, beste Gelegenheit für uns einen Vorgeschmack auf Paris zu bekommen und zu verstehen, wie ein Nachfolgeabkommen von Kyoto zustande kommen könnte. Dieses wird hier in Bonn und auf den kommenden Zwischenverhandlungen, oder auch den sogenannten Intersessionals, vorbereitet.

20150604_1734_kleinUm überhaupt die Möglichkeit zu haben, die Verhandlungen und Events zu besuchen, musste sich jede*r von uns vorab akkreditieren lassen und bei der Ankunft am Kongresszentrum in Bonn registrieren lassen. Dabei erhält jede*r ein Badge mit Foto, Name und der NGO, in unserem Falle Friends of the Earth International. Außerdem muss man jedes Mal, wenn man das Kongresszentrum betreten will durch eine Securitykontrolle. Nachdem all das erledigt war, haben wir uns in einem kleinen Rundgang durch das Gebäude einen ersten Eindruck über die unterschiedlichsten und parallel ablaufenden Events machen können. Damit jede*r die Möglichkeit hat auf dem aktuellen Stand der Verhandlungen zu bleiben, gibt es tägliche Zusammenfassungen über die wichtigsten Geschehnisse. Diese gibt es nicht nur als Printversionen, die hier an jeder Ecke ausliegen, sondern auch sehr ausführlich und umfangreich im Internet (Storify). Darüber hinaus kann man die Verhandlungen auch in einem online Live-Stream verfolgen.

Am Anfang kann so eine Konferenz ganz schön überwältigend sein: wenn man es durch die Registrierung und die Security Checks geschafft hat, taucht man in einen ganz eigenen geschäftigen Kosmos ein: wie behält man den Überblick über die zahlreichen verschiedenen Konferenzräume? Was versteckt sich hinter all den Abkürzungen? Und warum haben wir einen gelben Badge bekommen, während andere Leute einen pinken um den Hals tragen? Zum Glück haben wir schon am vorherigen Abend eine kleine Einführung bekommen und auch jetzt helfen uns einige „alte Hasen“, für die das nicht die erste Konferenz ist, den Überblick zu behalten. Zuerst geht es zu einem „Climate Justice Treffen“. Hier kommen Vertreter verschiedener Organisationen zusammen, deren Anliegen es ist, den Aspekt der Klimagerechtigkeit in den Verhandlungen zu stärken. Das bedeutet, dass nicht nur über die Senkung von CO2 Emissionen verhandelt wird, sondern in diesem Prozess auch die geteilte aber verschiedene Verantwortung der einzelnen Länder berücksichtigt wird, sodass dem globalen Norden aufgrund seiner historisch gesehen sehr hohen Emissionen eine besondere Verantwortung zukommt und auch die Kapazitäten der Staaten berücksichtigt werden.

20150604_1715Während wir versuchen, uns auf der Konferenz zu orientieren, startet gleichzeitig in München die Großdemonstration gegen den G7-Gipfel, wo auf Schloss Elmau die Staats- und Regierungschefs am Wochenende zusammenkommen wollen. Angela Merkel hat angekündigt, Klimaschutz auf die Agenda zu schreiben. Wir haben da ein Auge drauf, damit die Belange der Staaten des globalen Südens nicht hinten runter fallen, wenn die Industriestaaten unter sich Absprachen treffen. Dazu protestieren BUNDjugendliche mit der JBN und laufen bei der Demo als Eisbären mit, die eine Weltkugel zum Schutz auf den Händen tragen. Das heißt, aus den Eisbären wird nichts: Bei 32°C im Schatten (Hallo Klimawandel!) ist an ein Anziehen der Kostüme nicht zu denken.

Ganz anders in Bonn: Wir nutzen die frühen Morgenstunden, um in Eisbärfellen ein Foto für einen kleinen Solidaritätsgruß zu schießen, um die umfassende Verantwortung der G7 ins Bild zu fassen.

Die erste Sitzung der Verhandlungen, die wir besuchten, war das multilateral assessment der Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action (glücklicherweise abgekürzt mit ADP, die Verhandlungsgruppe, die sich in Bonn trifft um den Verhandlungstext für Paris auszutüfteln). Beim multilateral assessment geht es darum, dass die einzelnen Staaten berichten, was sie gegenwärtig tun, um ihre Treibhausgasausstoß zu senken (diese Ziele werden INDC genannt, Intended National Determined Contribution). In der Zeit, die wir dort waren, kam Deutschland an die Reihe seine Vorhaben und Entwicklungen und die „Energiewende“ vorzustellen. Neben den diplomatisch höflichen Fragen der anderen Staaten, kam dabei allerdings nicht zur Sprache, dass Deutschland droht, seine Klimaziele für das Jahr 2020 zu verfehlen, sollten nicht vorher schon in größerem Stil Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Die von Sigmar Gabriel ins Spiel gebrachte Kohleabgabe wurde schon soweit zurückgezogen, dass sie die Lücke zum Klimaziel bei weitem nicht schließen können.

Wie es in Deutschland und weltweit um die Nutzung des Energieträgers Kohle bestellt ist, hat der BUND in seinem neuen Kohleatlas zusammengeführt, der diese Woche passend zu den Klimaverhandlungen veröffentlich wurde. Zusammenfassend berichtet davon die Deutsche Welle.

Am Abend trafen wir uns mit der Klimadelegation des Jugendbündnis Zukunftsenergie – im Biergarten. Auch dafür gibt es natürlich eigenen Verhandlerslang: „it’s beer o’clock!“. Dabei war es gerade interessant zu erfahren, wie junge Menschen den Gang der Verhandlungen einschätzen und welche Schwerpunkte sie für ihre Arbeit setzen.

Erledigt von den Eindrücken des Tages fallen wir hundemüde ins Bett. Geschätzt 765.927 Akronyme wollen verarbeitet und einsortiert werden. Noch kämpfen wir uns durch den Bodennebel des Verhandlungsdschungels aber die eine oder andere Lichtung ist schon in Sicht. Man kann nur hoffen, dass die Verhandler mehr Durchblick haben und den Text für Paris klar kriegen.


Anti-Kohle-Camp und Kette

29. April 2015 von BUNDjugend

Wir nehmen Anlauf nach Paris! Als Teil der Klimabewegung trafen knapp 100 Jugendliche vom 24. Bis 26. April im BUNDjugend Camp im rheinischen Braunkohle-Revier zusammen. Der Höhepunkt des Aktionswochenendes war die Anti-Kohl-Kette am Samstag, bei der 6000 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland, aus Polen, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Norwegen und weiteren Ländern eine geschlossene 7,5 Kilometer lange Menschenkette bildeten. Mit dieser symbolischen Grenze forderten die Demonstrant*innen den schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle, um das nationale Klimaziel von mindestens 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 zu erreichen.

2015_Anti-Kohle-Kette_NRW_BUNDjugend in der geschlossenen Kette-La-Ola

Ein buntes Programm im BUNDjugend Camp

In Workshopphasen setzten sich die Jugendlichen im Camp schon am Freitagabend mit den Klimaproblematiken auseinander. Außerdem wurde das 19 Meter lange Banner vorbereitet und ausgemalt. Nach dem gemeinsamen, veganen Abendessen, welches von einer Vokü für das Camp gekocht wurde, gab es noch letzte Infos zur Menschenkette. Am Samstagvormittag wurden fleißig bunte Kreuze/ Xe gebastelt, um unter dem Motto „Unsere Zukunft entscheidet sich hier“ an der Menschenkette teilzunehmen und eine deutliche Grenze zu ziehen. Während der Kette herrschte, trotz Regen und Nässe, eine super Stimmung mit vielen lauten und jungen Stimmen. Nach der Abschlusskundgebung in Immerath gingen einige Interessierte zum Skywalk, von wo man einen guten Blick in den Kohletagebau Garzweiler II hat.

Der Abend bot ein vielseitiges Programm mit einer Presseschau, leckerem Essen, der Premiere des Films „La Buena Vida- Das gute Leben“ und einer anschließenden Party.

Bevor die große Aufbruchsstimmung am Sonntag startete, gab es noch einen Überblick über Aktivitäten im Klimajahr 2015, als auch ein Vernetzungstreffen für BUNDjugend-Aktive und –Interessierte. Mit einer letzten gemeinsamen Mahlzeit und vielen helfenden Händen beim Abbau klang ein ereignisreiches und spannendes Aktionswochenende aus.

2015_Anti-Kohle-Kette_NRW-Zelt der BUNDjugend NRW im Camp

Der Protest geht weiter!

2015 wird ein entscheidendes Jahr für den Klimaschutz! Im Dezember findet die 21. Internationale Klimakonferenz in Paris statt, bei der ein neues Abkommen verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten soll. Als Teil der Klimabewegung ruft die BUNDjugend im Vorfeld der COP21 zu weiteren Protestaktionen auf.

Am 4. Juni findet im Vorfeld des G7-Gipfels eine Großdemonstration für mehr Klimaschutz und gegen TTIP und Armut in München statt. Die BUNDjugend wird sich gemeinsam mit der JBN an dieser Demo beteiligen. Hier kannst du dich informieren und beteiligen!

Auch zur Großdemo gegen die Freihandelsabkommen am 10. Oktober in Berlin wird die BUNDjugend mobilisieren und rund um die Demo ein großes Aktiven- und Vernetzungswochenende mit gemeinschaftlicher Unterkunft und Verpflegung organisieren.


„Lima in Brussels“ – Ein kurzer Zwischenbericht

11. Dezember 2014 von BUNDjugend

„What do we want? – Climate Justice! When do we want it? – Now!“ – Seit Samstag ist diese Forderung täglich in den Straßen Brüssels zu hören. 50 junge Aktivist*innen aus allen Ecken Europas beschäftigen sich hier eine Woche lang mit Themen rund um die Klimakonferenz in Lima, Peru. Auf der COP20 verhandeln die Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention und die Mitglieder des Kyoto-Protokolls einen Entwurf für ein neues Klimaabkommen, welches den 2012 ausgelaufenen Vertrag ersetzen soll. Dieses wird im nächsten Jahr in Paris beschlossen.

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Aktion ist das Zauberwort!

… das ist manchmal ziemlich kompliziert. Deswegen startete unser Programm mit einer allgemeinen Einführung zu den Klimaverhandlungen und Klimagerechtigkeit. Nach all der Theorie wurde es am Montag etwas praktischer: In einem Aktionstraining mit David von Friends of the Earth Europe wurden uns rechtliche Grundlagen erläutert und viele Tipps für kommende Aktionen mitgegeben. Am Dienstag konnte diese auch gleich in die Tat umgesetzt werden. Vor dem Berlaymont, dem Hauptgebäude der europäischen Kommission, haben wir unsere Solidarität mit den Philippinen gezeigt. Dort sind die Auswirkungen des Klimawandels schon jetzt drastisch spürbar. Die Inseln wurde seit 2012 jedes Jahr von einem Taifun heimgesucht. Im Anschluss zogen wir los, um die Lobbybüros im europäischen „Regierungsviertel“ von zum Beispiel Shell, Daimler, IETA (International Emissions Trading Association) aufzuspüren und deren Machenschaften aufzudecken. Am Abend besuchte uns die Federation of Young European Greens, um gemeinsam den Film „Disruption“ zu sehen. Danach entstand eine spannende Diskussion über die Mobilisierung nach Paris im nächsten Jahr.

Dienstag standen gleich zwei Aktionen auf dem Programm. Zunächst ging es erneut in die Nähe der europäischen Kommission, um Juncker zu seinem 60. Geburtstag mehr als 1.000.000 Unterschriften gegen TTIP zu übergeben. Das Bündnis Stop TTIP hat diese Unterschriften in Form einer selbstorganisierten Europäischen Bürgerinitiative innerhalb von nur knapp zwei Monaten gesammelt. Am Nachmittag haben wir uns verschiedensten Menschenrechts-Organisationen angeschlossen und sind mit Fackeln und Bannern, die den Schriftzug “Climate change is a human rights issue” trugen, durch die Straßen Brüssels gezogen. Ziel war der Veranstaltungsort für die jährliche Preisverleihung des „Stop The Killings“ Awards.

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An unserem fünften Tag bei „Lima in Brussels“ wurden die intensiven Diskussionen über die Mobilisierung nach Paris und den weiteren Prozess nach der COP21 in kleinen Gruppen fortgeführt. In Open Space Sessions, die fast täglich Teil des Programms sind, wurden verschiedenste Workshops von Teilnehmer*innen gegeben. Ein weiterer regelmäßiger Programmpunkt ist das morgendliche Treffen, um die Tagesplanung zu besprechen. Updates aus Lima bekommen wir unteranderem durch live Link-Ups mit anderen YoungFoE Gruppen.

Wenn ihr mehr erfahren wollt über unsere Zeit hier in Brüssel, könnt ihr den Lima in Brussels Blog lesen, euch die Fotos auf der Flickr Seite anschauen und diesen Hashtags folgen: #LimainBrussels #COP20 #COP20Lima #UNFCCC #climatejustice.


Klimapolitisches Vernetzungstreffen in Berlin

24. Februar 2014 von BUNDjugend

Am Freitag, den 14.Februar 2014, hat die BUNDjugend zu einem Vernetzungstreffen der Bundesgeschäftsstelle in Berlin eingeladen, um sich gemeinsam Gedanken zu den Klimakonferenzen in Lima (2014) und Paris (2015) zu machen. Aus diesem Anlass sind verschiedene Mitglieder von Jugendumweltorganisationen wie unter anderem der NAJU, dem JBZE und der Grünen Jugend nach Berlin gereist und haben an der dreitägigen Versammlung teilgenommen. Im Vordergrund des Treffens stand vor allem die Frage: ‚Wie können wir als Jugendliche und junge Erwachsene Einfluss auf die Forderungen unserer Politiker nehmen?‘, aber auch in welchem Maß die unterschiedlichen Umweltorganisationen in Deutschland sich zusammenschließen können, um eine gemeinsame Bewegung auf die Beine zu stellen. Nach der Kennenlernrunde am Freitagabend wurde besprochen, welche Vorstellungen und Erwartungen wir als Mitglieder an unsere Organisationen stellen können, anschließend fanden am Samstag Vernetzungsgespräche und Planungen für Aktionen um die Konferenzen statt. Zu diesem Zweck haben wir uns in drei Gruppen geteilt und haben dort über die, aus unserer Sicht, wichtigen Termine gesprochen:

  • Das Demowochenende um den 10. Mai in Berlin, wo es um das Gestalten der Energiewende geht
  • die Zwischenverhandlungen im Juni in Bonn, wo die Mandate für die im Winter stattfindenden UN-Klimakonferenzen ausgearbeitet werden
  • Allgemeiner gefasst die Planung für Lima und Paris; welche Aktionsformen möglich sind und wie sich wichtige Fragen wie Mobilisierung und Vernetzung umsetzen lassen

Die rund zwanzig Teilnehmer der Veranstaltung haben sich immer wieder ihre Zwischenergebnisse präsentiert und diese konstruktiv diskutiert und auf Realisierbarkeit untersucht. Im Rahmen des „Socializings“ wurden am Abend die Diskussionen in einer gemütlicher Runde fortgeführt.
Am Sonntag, dem letzten Tag des Treffens, wurden dann die nächsten Schritte besprochen, also wie wir uns zukünftig weiter auf dem Laufenden (besonders in unseren Projektgruppen) halten können und wer für welchen Aufgabenbereich verantwortlich ist.
Fazit: Im Verlauf der Veranstaltung wurde deutlich, dass wir eine Gruppe motivierter Jugendlicher sind, die sich nicht zurücklehnen und zuschauen wollen, sondern aktiv in die Verhandlungen eingreifen wollen. Wir wollen unsere Zukunft selber gestalten und nicht gestaltet bekommen von unsichtbaren, undurchsichtigen VertreterInnen, deshalb:

klimablog

Marius Friedrich


1,5 Wochen Klimakonferenz – 1,5 Wochen ungebremster Klimawandel – Wir gehen!

22. November 2013 von BUNDjugend

Als wir das Gebäude der diesjährigen Weltklimakonferenz vor eineinhalb Wochen betreten haben, waren unsere Erwartungen bereits nicht besonders hoch. Doch was dann passiert ist, übertraf unsere schlimmen Vorahnungen:

Überall im Konferenzgebäude sahen wir Sponsorenlogos von Firmen, die für fossile Energiegewinnung stehen. Drei junge Aktivist*innen wurden direkt am ersten Tag von der Konferenz verbannt, weil sie ein Banner gezeigt hatten, auf dem sie ihre Solidarität mit den Opfern des Taifun auf den Philippinen erklärten. Die bewegende Rede von Yeb Sano, dem philippinischen Delegationsleiter, blieb ohne jede Konsequenz für die Verhandlungen. Nach ein paar Beileidsbekundungen ging es zurück zur Tagesordnung und das heißt, zu Stillstand oder sogar Rückschritten beim Klimaschutz.

Auf dieser Konferenz wird nicht einmal mehr so getan, als ginge es um Klimaschutz. Hier geht es um kurzfristige Wirtschaftsinteressen jender Firmen und Staaten, die unser Klima und damit das Leben der Menschen heute und in der Zukunft bedrohen. Parallel zur Klimakonferenz trafen sich in Warschau die führenden Kohlekonzerne und Politiker*innen zur Welt-Kohle-Konferenz, um die absurde Vision von „sauberer Kohle“ zu erfinden. Christiana Figueres, Generalsekretärin der UNFCCC honorierte sie mit einer Rede. Zugleich werden Umweltorganisationen und Klimaaktivist*innen unübersehbar zurückgedrängt und ignoriert.

Die Staaten, die für den Klimawandel verantwortlich sind, sind meilenweit von einer ambitionierten und gerechten Klimapolitik entfernt. Die Delegation von Friends of the Earth International hat sich nach all diesen Geschehnissen und gemeinsam mit einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen zu einem außergewöhnlichen Schritt entschieden: Gemeinsam mit hunderten anderen Aktivist*innen haben heute das Konferenz-Gebäude aus Protest verlassen („Walk-out“) und werden nicht ins Stadion zurückkehren.

Doch wir sind nicht nach Hause gefahren, sondern haben uns in Warschau im Convergence Space versammelt. Das ist das Gebäude, in dem in den letzten Wochen alle Aktivist*innen zusammengekommen sind, die ohne Akkreditierung nach Warschau gekommen sind. Jetzt geht es darum, hier und überall die vielen Organisationen, Bewegungen und lokalen Initiativen zu einer starken globalen Bewegung zu vereinen und zu zeigen, dass eine gerechte und nachhaltige Zukunft möglich ist. Denn wir hören nicht auf, für echten Klimaschutz zu kämpfen. Wir werden 2014 auf der nächsten Klimakonferenz in Peru beziehungsweise in Paris 2015 zurückkommen. Und wir werden stärker zurückkommen als zuvor. Wie Silje Lundberg (YFoE Norwegen) gestern in einer Pressekonferenz gesagt hat: „Wir geben nicht auf, wir werden den Politiker*innen die Hölle heiß machen – hier und in unseren Heimatländern.“
http://www.flickr.com/photos/push_europe
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The tug of war

15. November 2013 von BUNDjugend

Leider gibt es im Moment nur die englische Version. Die deutsche kommt hoffentlich morgen…

We already wrote a lot about corporate sponsoring of this climate conference (COP). We strongly felt that we have to do more about it and so we started another action today. So this time we will write about the tug of war:

So welcome to COP19 sports games!

Today we will have a real sports contest.

Discipline: tug war

Our teams trained a lot for this competition. Their goal is to have a strong impact on the climate conference negotiations.

Teams

Team 1: corporate lobbyists

corporate cop

Their goal is to maintain a fossil fuel based industry and a weak and unambitious outcome of the negotiations.

They have big financial resources → they do not need sponsors – they are the sponsors

 

Team 2: climate activists

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They struggle for climate justice, intergenerational justice and ambitious agreements in Warsaw.

They do not have huge financial resources but do not underestimate them:

they are famous for their big fan base and they might have the chance to win this game.

We play in three rounds: “Ready, steady, go!”.

Here are photos the tug war:

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More photos are here: http://www.flickr.com/photos/push_europe/with/10855536285/

What sounds like a pretty funny action is not that funny in reality. We have the really strong impression that the climate talks are not about climate protection anymore but about
corporations‘ profits. This was evident especially last Monday. Three young climate activists are still banned from the COP for expressing their solidarity with the Philippine victims of the typhoon Haiyan by showing posters. Also our underage activist Nathan was only allowed to come in for 3 days and only in company of an overage person. On the other hand dirty energy corporate sponsor labels are literally everywhere in this building. We are shocked by the strong presence of fossil fuel corporations at the climate talks and think that they have become far to powerful. We want to send the message that we need to reclaim the climate talks. It should be the people who are represented at the COP and not the corporations!

Support our protest via twitter with hashtags #corporatecop #reclaimthecop