BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Wenn Bauer und Müller an die Börse gehen

23. April 2012 von BUNDjugend

Auch mich hat es letztes Wochenende zum McPlanet in Berlin getrieben. Genau wie Laura am Anfang etwas verwirrt – allerdings mit einem etwas längeren Fahrtweg – habe ich viele interessante Dinge gelernt und tolle Leute wiedergetroffen.

An dieser Stelle möchte ich euch aber vom Workshop „Farming money“ von Daniel Pentzlin (BUND-AK Internationale Umweltpolitik) erzählen. Ausführlich, aber nicht langweilig, schrittweise und sehr verständlich hat er uns viele Zusammenhänge über die doch sehr komplexen Verbindungen zwischen Finanzkrisen und steigenden Nahrungsmittelpreisen durch Spekulationen vermittelt. Ich versuche an dieser Stelle einfach mal, euch einen groben Überblick zu geben, da das Thema sehr spannend und auch wichtig ist:

Daniel begann mit den sogenannten Terminmärkten, die an sich bereits seit zirka 8.000 Jahre existieren. Am Beispiel Weizen erklärt heißt das, dass der Bauer bereits vor der Aussaat eine Sicherheit über seinen möglichen Ertrag braucht, um gegebenenfalls bei der Bank Gelder für Maschinen, Arbeitskräfte, etc. zu erhalten. Eine längerfristige Planung machen die ständig schwankenden Rohstoffpreise jedoch nicht gerade leicht.

Deshalb einigen sich Bauer (als Beispiel für den Produzenten) und Müller (onsument) bereits im Vorhinein über Liefermenge, Lieferdatum und den Preis. Natürlich bedeutet das, wenn der aktuelle Weltmarktpreis von Weizen am Tag der Lieferung niedriger (bzw. höher) ist, machen der Bauer (bzw. Müller) eventuell Verluste. Diese nehmen beide jedoch für die Planungssicherheit in Kauf.

Dabei handelt es sich um einen Terminkontrakt, der über die Börse gehandelt wird. Die Möglichkeit der Zusammenkunft ermöglichen die Terminmärkte.

 Was aber, wenn der Müller nicht so früh bereits einen Vertrag über seinen möglichen Verbrauch in der Zukunft abschließen will? An der Stelle kommen das erste Mal Zwischenhändler ins Spiel: Sie machen zunächst einen Vertrag mit den Bauern und später zu gegebenen Zeitpunkt mit den Müllern. Das Ergebnis muss bei der Rohstoffmenge allerdings Null ergeben, weil – wie Daniel so schön festgestellt hat – der Zwischenhändler am Ende nicht mit einer Tonne Weizen dastehen möchte, da sein Unternehmen nur als Briefkastenfirma in einem Steuerparadies existiert…

Damit der Weizen aber nicht über die ganze Welt verschifft wird, verkauft der Bauer einfach seinen Weizen an den nahegelegensten Müller und erhalt von seinem Zwischenhändler die entsprechende Preisdifferenz bzw. muss diese zahlen, sofern er ihn teurer verkauft hat.

Jetzt sind wir bei der ersten Person angelangt, die nicht mehr investiert, sondern spekuliert. Das heißt, das Geld wird nicht mehr für etwas verwendet (z.B. eine Tonne Weizen), sondern der Zwischenhändler spekuliert nur auf einen steigenden Weizenpreis, damit er seinen Vertrag mit dem Bauern teurer an den Müller weitergeben kann. Dabei hat er allerdings kein Interesse, die entsprechende Weizenmenge auch tatsächlich zu erhalten.

 Das ist aber noch lange nicht das Ende der Geschichte. Es gibt nämlich auch die Spekulanten, die sich gar nicht mehr mit beiden Seiten beschäftigen: Sie machen z.B. einen Vertrag mit den Bauern im Vorhinein zu einem gewissen Preis. Sollte der aktuelle Weltmarktpreis für Weizen allerdings am Verkaufstag gestiegen sein und der Bauer hat seien Preis zu einem höheren Wert verauft, muss er diese Differenz an den Spekulanten zahlen. Dadurch kann der Bauer zwar keinen höheren Preis für seinen Weizen erzielen, aber es gibt ihm – unabhängig vom Weltmarktpreis – die Sicherheit, einen bestimmten Gewinn zu erzielen.

 Und was hat das mit der Finanzkrise zu tun? Als die Finanzkrise 2007 begann, hatten sehr, sehr viele Menschen ihr Geld in unsichere Immobilien/Aktien/etc. investiert. Als die Preise allerdings drastisch gesunken sind, haben diese ihr Geld daraufhin abgezogen und in den relativ sicheren Rohstoffmarkt gesteckt, als auf steigende Rohstoffpreise gesetzt.

 Der Bauer hat nun die Wahl, entweder seinen Weizen sofort für einen gewissen Wert zu verkaufen oder aber den Weizen zu lagern und einen höheren Preis über einen Terminkontrakt mit einem Zwischenhändler zu erhalten (sofern die Lagerkosten nicht die Preisdifferenz überschreiten), da der Preis im Rahmen eines Terminkonktraktes immer ein wenig höher als der aktuelle Weltmarktpreis liegt.

Eine dritte Möglichkeit ist, dass Bauer und Müller einen Kompromiss finden – auch dieser liegt höher als der aktuelle Weltmarktpreis. Dies passiert aber nicht nur beim Bauern nebenan, sondern in riesigen Mengen, wodurch die Rohstoffpreise weltweit dratisch ansteigen.

Die Folge ist, dass ärmere Menschen, die bereits einen Großteil ihres Geldes für Nahrungsmittel ausgeben, hungern müssen, da sie sich bereits die kleinste Steigerung in den Preisen nicht mehr leisten können, geschweige denn Geld für weitere Kosten oder Schulbildung übrig haben. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation wurden 2007/2008 mehr als 100 Milionen zusätzliche Menschen in die Armut gedrängt.

Da die Finanzkrise auf dem Rohstoffmarkt ein großes Ungleichgewicht durch massenhaft, unwissende Spekulanten ausgelöst hat, haben die meisten Anleger auch nur Verluste erlitten. Die Banken sind die Einzigen, die in dieser Situation gewinnen: Wenn es nämlich zu einem Terminkontrakt kommt, müssen beide Parteien Sicherheiten hinterlegen und eine Abgabe für die Verwaltung der Gelder leisten. Bei so vielen Anlegern lohnt sich das Geschäft schnell und die Bank kann mit die Sicherheiten sogar weiter investieren, sofern diese abgesichert sind…

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Daniel für den interessanten Workshop und dass du dein Wissen über dieses doch sehr komplexe Thema mit uns geteilt hast, ohne jemanden auf der Strecke zu lassen :-)

Last but not least möchte ich euch auch auf die Studie „Farming money“ von Friends of the Earth Europe aufmerksam machen für alle, die sich nochmal ausführlich damit beschäftigt, wie europäische Banken von Nahrungsmittelspekulationen profitieren und welche Auswirkungen das hat. Ihr findet die Studie hier.

Es grüßt (inzwischen wieder aus Kiel), eure Marika

PS: Ich muss gestehen, auf der Rückfahr trotz Verspätungen mal endlich von der Deutschen Bahn positiv überrascht worden zu sein…


Gehen die Klimaverhandlungen wieder von vorne los?

7. Dezember 2011 von BUNDjugend

Nun ist schon Mitte der zweiten Woche der Klimaverhandlungen in Durban – und es geht nicht vorwärts.

2007 wurde im Rahmen des Bali Actions Plans festgelegt, dass die Verhandlungen um die zweite Verplichtungsperiode des Kyoto-Protokolls bis 2009 abgeschlossen sein sollen, um eine rechtzeitige Ratifizierung zu ermöglichen. Gleichzeitig soll in einer zweiten Arbeitsgruppe verhandelt werden, wie die USA in ein gemeinsames Abkommen einbezogen werden kann. Bei diesem Prozess handelt es sich um ein sogenanntes Mandat (= ein Auftrag, etwas zu tun). Leider ab es weder 2009 in Kopenhagen, noch 2010 in Cancun ein Ergebnis. Deshalb wurde dieses Mandat verlängert.

Zur Zeit kämpft die EU in Durban jedoch für ein neues Mandat, als ob es das Mandat von Bali nicht mehr geben würde: Ihr Ziel ist es, bis 2015 ein neues, globales und verbindliches Abkommen zu erschaffen und dieses bis 2020 zu ratifizieren. Dies ist jedoch viel zu spät, um einen Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur von mehr als 2°C (geschweige denn die sicheren 1,5°C) bis zum Ende des Jahrhunderts zu vermeiden.

Und eben dieses Mandat verwendet die EU als Bedingung, um einer zweiten Verpflichtungsperiode im Rahmen des Kyoto Protokolls zuzustimmen. Diese zweite Verpflichtungsperiode ist mit den bisherigen Zusagen der verschiedenen Länder für Reduktionsverpflichtungen jedoch relativ unsinnig.

Außerdem möchte die EU das Kyoto Protokoll nicht erhalten, da es das einzig rechtlich verbindliche Klimaschutzabkommen bisher ist. Die EU möchte vielmehr die in ihm enthalten Marktmechanismen, wie den Europäischen Emissionshandel oder den Mechanismus für eine nachhaltige Entwicklung. Die es in den Industrieländern sehr viele Menschen gibt, die durch diese Marktmechanismen viel Geld verdienen, setzt sich die EU für eine Ausweitung der existierenden und neue Marktmechanismen ein, ohne dass dadurch tatsächlich oder nachhaltig Klimaschutz betrieben wird.

Auch was die Finanzierung für Länder des Globalen Südens für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen angeht, geht es eher zurück als vorwärts. Die Vereinbarungen des “Copenhagen Accords” – zunächst aufgrund des Vetos vieler Staaten von der Versammlung nur “zur Kenntnis genommen” – wurden in Cancun angenommen. Allerdings ohne Zustimmung Boliviens (da laut der mexikanischen Verhandlungsführerin Konsens nicht Einstimmigkeit bedeute) und viele vom Klimawandel bedrohte Staaten wurden mithilfe der viel zu niedrigen, aber versprochenen Finanzierung für den Green Climate Fund unter Druck gesetzt. Angedacht waren gemeinsam USD 30 Milliarden in der Zeit von 2010-2012 und ein Anstieg auf bis zu USD 100 Milliarden jährlich ab 2020.

Nun ist es mal wieder die USA, die die Verhandlungen um den Green Climate Fund boykottiert: Statt eines Anstieg solle die Zusage eine einmalige Zahlung von USD 30 Milliarden und ab 2020 USD 100 Milliarden gemeint haben. Zwischen 2014 und 2020 soll es also laut USA keinerlei Zahlungen für die Länder des Globalen Südens geben. Es ist unklar, inwieweit es sich hierbei um eine verbindliche oder eine taktische Aussage handelt.

Und wenn es nach der USA geht, soll die Verwaltung des Green Climate Fund nicht unter der Aufsicht der gleichberechtigten Klimarahmenkonventions (jedes Land eine Stimme), sondern von der Weltbank (Stimmenmehrheit liegt bei den Industrienationen) geleitet werden. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Soviel erstmal dazu. Viele Grüße aus Brüssel, Marika


Unterstützung für Unterstützer

7. Dezember 2011 von BUNDjugend

Die Woche hier in Brüssel begann mit viel Schwung – und einer Skype-Konferenz mit Susi Hammel, die gerade in Durban vor Ort ist. Die erste Woche der Verhandlungen sind bereits vorbei und bei den vielen (fossilen und nur scheinbar funktionierenden) Windmühlen, gegen die die Jugendvertreter und die NGOs anzukämpfen haben kann auch ihnen Energie und Schwung nicht schaden. Der globale Klimaaktionstag letzten Samstag hat seinen Beitrag dazu geleistet, nun gilt es, die Agenda für die nächste Woche zu setzen um möglichst sichtbare Zeichen zu setzen, dass die Verhandlungen noch nicht vorbei sind, und es sich lohnt, weiter für effektiven Klimaschutz zu kämpfen.

Susi berichtet von der Notwendigkeit, der EU Dampf zu machen, damit die zweite Verpflichtungsphase des Kyoto-Protokolls tatsächlich zustande kommt. Das ist wichtig, damit es keine Lücke zwischen der ersten Phase und dem, was danach kommen soll gibt. Die erste Verpflichtungsphase endet mit dem Jahr 2012 – die Zeit drängt also, nachdem weder in Kopenhagen 2009, noch in Cancun 2010 ein Nachfolgeabkommen vorgelegt werden konnte. Jetzt bleibt also nur noch, zu verhindern, dass es ab Ende nächsten Jahres überhaupt keine verbindliche Vereinbarung mehr gibt, weiter Klimaschutz zu betreiben. Das ist nur möglich, indem das Kyoto-Protokoll eine zweite Verpflichtungsphase bekommt, da weitere Abkommen nicht vor allerfrühestens 2015, eher aber 2022 zu erwarten sind.

Die EU spielt nun mal wieder den Heilsbringer, indem sie sich daran interessiert zeigen, das Kyoto-Protokoll weiterlaufen zu lassen – allerdings unter Bedingungen, die höchst unfair sind. So werden zum Beispiel die Entwicklungsländer unter Druck gesetzt, indem die EU androht, Gelder zu kürzen, wenn diese keine eigenen Reduktionen machen.

Deshalb wird es am Mittwoch eine große Aktion in Durban geben, bei der die Jugendvertreter zusammen mit anderen NGOs die EU auffordern, das Kyoto-Protokoll beizubehalten, bedingungslos und ohne es durch den Emissionshandel noch schwächer zu machen, als es ohnehin schon ist. „We love KP“ wird der zentrale Slogan der Aktion sein.

Da können wir hier in Brüssel natürlich nicht stillsitzen und zuschauen! So waren weitere zentrale Punkte unseres Programms heute ein Aktionstraining, bei dem wir uns mit Methoden beschäftigt haben, wie man gewaltfrei seine Meinung zeigen kann. Mit der Gewaltfreiheit ist das natürlich so eine Sache: was in Deutschland normal ist, kann in Belgien dazu führen, dass die Polizei einen nicht gerade mit Samthandschuhen anfässt – in Russland bedeutet es vielleicht sogar das Ende der Karriere. Deshalb haben wir gelernt, was die rechtlichen Konsequenzen von Aktionen hier in Brüssel sein können und haben geübt, wie man deeskalierend mit der Polizei sprechen kann.

So sind wir gut ausgerüstet, um am Mittwoch selbst aktiv zu werden: eine Aktion, um unsere Solidarität zu zeigen, mit denen, die dort in Durban verhandeln – unermüdlich, um das am wenigsten Schlechte zu erreichen und so vielleicht Klimawandel unter 2°C zu halten und damit den Menschen, die zumeist keine Stimme haben, eine Chance zu geben.

 

Eure Jutta


Zweiter Tag in Brüssel

4. Dezember 2011 von thegirlfrominamapa

UNFCCC Workshop

Morgens gab es gleich zu Beginn eine anspruchsvolle Powerpointpräsentation über die Geschichte, den Hintergrund und Funktion der UNFCCC.

Oleg hat damit angefangen, wie er über seine politischen Aktivitäten u.a. zu Klimaverhandlungen mit der UNFCCC in Kontakt gekommen ist.

Momentan bereitet er regelmäßig Gruppen jugendlicher Aktiver auf Klimakonferenzen vor, indem er ihnen die Arbeitsweise und Verstrickung der Akteure erläutert.

Außerdem gab er auch noch einige Tipps zu Möglichkeiten vor Ort als junge Klimaaktivisten mitzumischen, wie zum Beispiel sich während der Verhandlungen für die unterrepräsentierten Länder des globalen Südens einzusetzen indem man an sie als weitere teilnehmende Person unterstützt.

Eine kleine aber feine Nebeninformation, die ich persönlich sehr interessant und anschaulich fand, war der Vergleich der jeweiligen Verhandlungsdauer zu Beginn der Klimakonferenzen vor 23 Jahren und heute.

Während man früher noch das Gefühl haben konnte, dass die teilnehmenden Politiker sich verantwortlich fühlten und dadurch auch Interesse hatten, die Verhandlungen voranzutreiben bzw. Ergebnisse hervorzubringen, merkt man heute immer wieder aufs Neue, dass in vielen Fällen einfach nur Zeit geschunden wird – Zeit die wir einfach nicht mehr haben.

In seiner Präsentation ist Oleg hauptsächlich auf die Struktur der Verhandlungen und die Rolle der verhandelnden Partner in diesen eingegangen.

Im Anschluss gab es deswegen auch noch einen ergänzenden Vortrag von Marika zu den konkreten Verhandlungsgegenständen in Cancun und Kopenhagen und den jeweiligen Ergebnissen.

Facilitating Workshop

„Facilitating“ lässt sich prinzipiell als „moderieren“ verstehen, auch wenn es wörtlich übersetzt „etwas bereitstellen / erleichtern / ermöglichen“ heißt.

Im Workshop ging es also um Fragen wie:

  • Wie mache ich einen bestimmten Entscheidungsfindungsprozess durch meine Moderation für eine Gruppe leichter?
  • Welche Werkzeuge kann ich dafür benutzen und inwieweit ist es sinnvoll auf jeden einzeln einzugehen?
  • Wann habe ich die Aufgabe bestimmten Mitgliedern der Gruppe klar zu machen, dass sie sich an die Diskussionsregeln halten sollen, die die Gruppe vorher für sich aufgestellt hat?

Der Workshop fing damit an, dass wir uns jeweils in Paaren gegenseitig ein von uns positiv oder auch negativ wahrgenommenes Beispiel einer Gruppenmoderation erzählt haben, während unser Gegenüber sich im „active listening“ geübt hat.

„Active listening“ soll die für einen Moderator wichtige Fähigkeit schulen, gerade Gehörtes kurz und bündig zu wiederholen – ohne an Inhalt einzubüßen.

Danach wurden die verschiedenen Moderationsmethoden vorgestellt mit ihren Stärken und Schwachstellen.

Zu guter Letzt gab es die Möglichkeit eine Proberunde zu Moderieren bzw. Feedback zu geben, wie gut man sich als Gruppe moderiert gefühlt hat.

 

Fotos gibt es wie schon bei meinem letzten Eintrag leider erst im Nachhinein.

Viele liebe Grüße, aber stattdessen aus Brüssel.

 


Durban ist endlich in Brüssel

4. Dezember 2011 von BUNDjugend

Gestern sind wir in Brüssel angekommen – uns steht eine Woche mit politischen Diskussionen, Workshops, Aktionen und Live Skype-Telefonaten mit Aktivisten aus Durban bevor.

Der Freitag startete recht entspannt. Wir haben uns kennen gelernt und das wunderbare Essen unseres Kochs Cyrill genossen.

Am Samstag haben wir zusammen mit der Federation of Young European Greens (FYEG) an einen Workshop mit David von Friends of the Earth Europe (FoEE) teilgenommen. In einem anschaulichen, doch recht unfairen Quiz („Well, climate change is unfair“) haben wir über Landressourcen in Form von Zeitungspapier gestritten. Der Vortrag endete mit der für die Klimaverhandlungen sehr treffenden Frage „Would you take a bus ride if you knew that you only had 33% chance of survival?“ …

Danach hatten wir unser erstes Morning (wohl eher Lunch) Meeting. Diese finden jeden Tag zu Beginn statt, um organisatorische Dinge und den Tagesablauf zu klären. Anschließend sind wir zur Demonstration im Rahmen des Global Day of Action gegangen. Mehr dazu (inklusive Fotos) später von Amani.

Vor der Demo haben wir allerdings noch kurz ein „I love KP“-Bild gemacht, um die Kampagne der International Youth bei den Klimaverhandlungen zur Rettung des Kyoto-Protokolls zu unterstützen. Zur Zeit versuchen Länder wie USA, Canada und Japan in Durban eine zweite Verpflichtungsperiode ab 2013 zu verhindern und stattdessen durch ein globales System allerdings mit freiwilligen, unverbindlichen und völlig unzureichenden Zusagen zu ersetzen (die bisherigen Zusagen würden uns zu einer Erwärmung von bis zu 5°C am Ende des Jahrhunderts führen und davon werden 65% der Reduktionen bereits von den Entwicklungsländern getragen). Bei dem Kyoto Protokoll handelt es sich leider bisher um das einzige Instrument mit verbindlich verpflichtenden Emissionsreduktionen.

Am Abend gab es dann unseren ersten Skype-Anruf nach Durban (leider ohne Videofunktion) mit Neva, Cat und Luke von UK Youth Climate Coalition (UKYCC). Sie haben uns von der Stimmung in Durban berichtet sowie einen groben Überblick über die aktuellen Verhandlungen, Aktionen und den Global Day of Action in Durban (viele Leute, motivierende Stimmung, sehr friedlich) gegeben.

Soviel zum ersten Tag von Durban in Brussels. Leider streiten wir uns hier recht viel mit dem Internet, weshalb ein tägliches Update manchmal schwierig erden könnte. Aber wir versuchen weiterhin, euch regelmäßig auf dem Laufenden zu halten!

Viele Grüße, Marika


YFoEE Camp Dänemark

3. November 2011 von thegirlfrominamapa

Letzte Woche Donnerstag bis Sonntag (27.-30. Oktober) war ich auf dem Young Friends of the Earth Europe (YFoEE) Camp in Kopenhagen zum Thema „Kampagnen planen“. Gastgeber war NOAH, die YFoEE-Gruppe Dänemarks und mit dabei YFoEE- Mitglieder aus 12 anderen europäischen Ländern. Demnach war auch das ganze Camp in Englisch – bis auf die kroatischen Schimpfwörter, die uns am kulturellen Abend, als Ersatz für die eigentlich mitgebrachten aber auf der 27stündigen Zugfahrt auf mysteriöse Weise im Magen verendeten Kekse, beigebracht wurden.

Die ersten zwei Tage waren wir hauptsächlich im Folkets Hus – einem besetzten Haus, das irgendwann den Besetzern zugesprochen wurde, mit  einem schönen kleinen Park (und Feuerstelle), wunderschönen Fassaden und krass grünen Wänden. Man kann sagen es war Liebe auf den ersten Blick.

Dann ging es sofort los mit einer  Kennenlernrunde und einer  Einführung in die Themen Ernährung und Landwirtschaft und Climate Justice, mit einem  anschaulichen Beispiel der Verteilung des Co2-Austosses auf die Weltbevölkerung (Bild: die G8 Staaten machen sich breit und der Rest muss zur Seite rücken).


(Wen das Bsp. interessiert kann es in diesem Handbuch http://www.networkforclimateaction.org.uk/toolkit/outreach_ideas/materials_for_talks_and_workshops/workshop_climate_camp.pdf auf S.13 finden.)

 

Abendessen gab es im Anschluss in einem Öko-Restaurant mit viel zu großen Portionen, einer etwas grellen Gestaltung, super lustigem Toilettenschild und verdammt gutem veganen Kuchen.

  

Am Freitag ging es gleich weiter mit dem eigentlichen Juwel des Camps: Kampagnen planen ganz von vorne.  Bis Sonntagmittag wurde alles rund um das Kampagnenplanen besprochen – einschließlich der Themen Pressearbeit, Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene, Zeitmanagement, Aktionsformen und deren Wirksamkeit. Sehr viel Stoff für so ein „kurzes“ Wochenende – demnach vollgestopft war das Programm und jeder kleine Energizer eine tolle Atempause (auch wenn ich meistens sofort wieder „ausgeschieden“  bin, falls das überhaupt möglich war).

Aber zurück zum eigentlichen Thema:

        

Die Kampagnenplanung wurde uns mithilfe in der Vergangenheit erfolgreich oder auch    weniger erfolgreich durchgeführter Beispiele erklärt. Parallel dazu lief die Arbeit in Kleingruppen an eigenen Kampagnen zu den Themen Ernährung und Landwirtschaft, Climate Justice (Push Europe) und Verkehr. Dabei war es egal, ob die Kampagnen rein fiktiv bleiben oder umgesetzt werden sollen.

Also haltet die Augen und Ohren offen – dann  werdet ihr hier in nächster Zeit noch mehr von der tatsächlichen praktischen Umsetzung mitbekommen!


Durban ist in Brüssel

19. Oktober 2011 von BUNDjugend

Was? Internationale Jugendkonferenz “Durban in Brussels” zum Thema Klimagerechtigkeit
Wann? 02. bis 10.12.2011
Wo? In Brüssel
Weitere Infos? Findet ihr hier.

Bald ist es wieder soweit: Vom 28.11. bis 09.12.2011 tagt die 17. UN-Klimakonferenz in Durban/Südafrika. Trotz oder gerade weil es in Kopenhagen, Cancun und auf den vielen Zwischenkonferenzen wenn überhaupt nur schleppend vorangeht, immer mehr Industrieländer das bisher einzige rechtlich verbindliche Kyoto-Protokoll zu kippen und mit allen möglichen Schlupflöchern sich vor wirklichem Maßnahmen zu drücken versuchen und ein gerechetes, international verbindliches Klimschutzabkommen in weite Ferne gerückt scheint, müssen wir um unsere Zukunft kämpfen!

Deshalb findet auch dieses Jahr wieder parallel zu den Verhandlungen – vom 02. bis 10. Dezember – in Brüssel die Jugendkonferenz “Durban in Brussels” unter dem Thema Klimagerechtigkeit statt. Diese wird von unserem europäischen Netzwerk Young Friends of the Earth Europe (YFoEE) organisiert.
Wir wollen gemeinsam mit allen Interessierten egal welchen Wissensstand uns mit dem Begriff Klimagerechtigkeit auseinandersetzen, über aktuelle Klimawissenschaft diskutieren, die Klimaverhandlungen verfolgen, mit Campaignern in Durban sprechen und viele Aktionen in Brüssel veranstalten, um die Aktivisten vor Ort zu unterstüzen. Das Programm ist offen, damit ihr individuellen Vorschläge, Ideen und Fähigkeiten einbringen könnt und ihr habt die Möglichkeit, euch mit vielen spannenden JugendaktivistInnen aus ganz Europa auszutauschen. Hier findet ihr ein paar Eindrücke von der Konferenz “Cancun in Brussels” im letzten Jahr und wenn ihr ein bisschen stöbert auch noch einige Infos aus dem Bereich internationale Klimapolitik.

In Kürze wird es einen Newsletter geben, für alle die auf den aktuellsten Stand gehalten werden wollen. Und falls ihr Interesse habt, euch bereits jetzt in die Planungen mit einzubringen, dann seit ihr jederzeit herzlich willkommen! Wir telefonieren ca. alle 2 Wochen über Skype und tauschen uns regelmäßig per Mail aus. Meldet euch einfach bei mir: marikadotfiedleratbundjugenddotde!

Viele Grüße, Marika


Bericht vom YFoEE-AGM

9. April 2011 von BUNDjugend

Vor nicht allzu langer Zeit hat in Bad Nauheim das Annual General Meeting (AGM) von unserem europäischen Netzwerk Young Friends of the Earth Europe (YFoEE) stattgefunden. Wie der Name schon sagt, ist das mit unserer Delegiertenversammlung vergleichbare Treffen einmal im Jahr, damit sich die Mitglieder austauschen und das Netzwerk weiterentwickeln können.

Nach der Ankunft und einigen Namensspielen am Donnerstag, haben wir uns am Freitag Vormittag mit der Struktur und den Kampagnen der Mitgliedsorganisationen beschäftigt. Es war sehr spannend zu hören, wie die unterschiedlichen Organisationen aufgebaut sind. Viele existieren schon länger, manche haben gar keine richtige Jugendorganisation und wiederum andere sind erst im letzten Jahr entstanden. Dementsprechend unterschiedlich war auch die Bandbreite der Themen, mit denen sich die Mitglieder beschäftigen und von wie vielen Aktionen sie bereits berichten konnten. Aber eins haben alle gemeinsam: Es mangelt immer am Geld und häufig auch an der Mobilisierung der Menschen.

Danach hat Sophie – YFoEE-Mitarbeiterin im Brüsseler Büro – uns die Struktur und Arbeitsweise von YFoEE erklärt. Dazu gehört nicht nur sie als Koordinatorin von YFoEE, sondern auch die Steuerungsgruppe, die Arbeitsgruppen und auch die Mitgliedsorganisationen sowie deren Verhältnis untereinander.

Außerdem berichtete Sophie von den Aktivitäten im letzten Jahr. So sprach sie über die Arbeit der Steuerungsgruppe, die Beteiligung YFoEEs an der diesjährigen YouPEC unter dem Thema Biodiversität) das YFoEE-Summer Camp in Polen aber auch unser Mitwirken in unserer „Erwachsenenorganisation“ Friends of the Earth Europe/International (FoEE/FoEI).

Im Anschluss sprach Susi über die Arbeit der Climate Justice Working Group. Diese hat sich beim letzten AGM in Hilversum gebildet und war seitdem nicht nur bei den verschiedenen Klima-(Zwischen)Konferenzen aktiv. So haben wir beim Klimaforum in Bonn einen Workshop gemacht, planen das Climate Justice Seminar, welches im Juni stattfindet, waren beim Climate Campaigner Meeting von FoEE vertreten und sind gerade dabei, ein Projekt unter dem Titel European Youth for Climate Justice zu entwickeln.

Danach haben wir uns ausführlicher mit dem Verhältnis zwischen YFoEE und den Mitgliedsorganisationen sowie deren Bedürfnissen beschäftigt. Es zeigte sich, dass das Netzwerk aufgrund der Möglichkeit für Erfahrungsaustausch, Fortbildung und zur internationalen Vernetzung bei europäischen Themen geschätzt wird, aber sich auch gleichzeitig noch in der Entwicklung befindet. Deshalb sind auf YFoEE-Treffen die Strukturen immer wieder ein wichtiges Thema.

Nachdem wir uns am Samstag Vormittag nochmal an den Themen Kommunikation, Fortbildungen und der Planung des YFoEE Summer Camps in Ungarn gearbeitet haben, ging es nach dem Mittagessen zu einer Exkursion an die frische Luft.

Am späten Nachmittag haben wir uns dann der Weiterentwicklung der YFoEE-Webseite sowie der Zusammenarbeit zwischen YFoEE und dessen „Erwachsenenorganisation“ FoEE beschäftigt. David Heller, Network Development Coordinator von FoEE, hat uns dafür ein wenig in die Arbeitsweise seines Netzwerkes eingeführt und wir haben uns mit den Dingen beschäftigt, die bei der Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen uns Erwachsen gut laufen, nicht so gut laufen, unklar sind oder wo wir Ideen beitragen können.

Am Sonntag haben wir uns erst mit den Plänen der Mitgliedsorganisationen für das kommende Jahr und darüber hinaus beschäftigt. Danach ging es dann um die konkreten Aktivitäten der Arbeitsgruppen (Climate Justice, Food and Agriculture, Communication).

In der Climate Justice Working Group gibt es bereits eine Menge Pläne. Zum einen steht Anfang Juni während der Klima-Zwischenverhandlungen das Klimagerechtigkeitsseminar von BUNDjugend und YFoEE an, „nebenher“ folgt bereits die „European Youth Campgain on EU“ von UK Youth Climate Coalition (UKYCC), BUNDjugend und YFoEE, einige aus dem Netzwerk werden in Durban anwesend sein, während in Brüssel parallel dazu wieder eine Jugendkonferenz stattfinden wird („Durban in Brussels“), sowie unser Engagement im European Youth Climate Movement und im Rio+20-Prozess wurden besprochen.

Die Food and Agriculture Working Group hingegen musst zunächst erst einmal wieder ins Leben gerufen werden und in der Communications Working Group ging es viel um die Homepage, den Newsletter sowie alles weitere, was mit Kommunikation zusammenhängt.

Am Abend besuchten uns noch zwei Mitglieder der BUNDjugend Hessen und erzählten von ihrer Arbeit. Außerdem wurde die neue Steuerungsgruppe von YFoEE gewählt. Nachdem wir uns von den „alten“ Mitgliedern verabschiedet haben – ein großes Dankeschön für ihre unermüdliche Arbeit (und das leckere Essen auf dem AGM!!) geht dafür an Anna, unser BUNDjugend-Mitglied im letzten Jahr – freuen sich nun acht neue Mitglieder auf ein spannendes Jahr – und mit ihnen auch Susi vom BUND, die bereits in den letzten Jahren sehr viel Engagement in das Netzwerk gebracht hat!

Soviel dazu, eure Marika


Weltbank und Transition Towns

10. Dezember 2010 von straciatella

9.12.2010

Hi!

Irgendwie toll, wie unsere Aktionen hier in Bruessel mit denen in Cancun verknuepft sind. Auf unsere Weltbankaktion und “Don’t nuke our Climate” haben wir einige positive Rueckmeldungen bekommen. Und wenn wir hier eine Aktion an einer Botschaft machen oder Briefe abgeben, muss die Botschaft das in das betreffende Land melden.

Bei unserem Brainstorming ueber lokale Loesungen oder Loesungsansaetze fuer eine klimagerechtere Welt fielen uns wunderbar viele schoene Projekte ein: Gemeinschaftsgaerten, Kooperativen, Umsonstlaeden, Veggie-Days, Stromwechsel, Staedte mit kostenlosem Nahverkehr, Transitiontowns, Baeumepflanzen, Ecovillages, Bikesharing….und viel mehr.

Danach gingen Susi, David und ich zu einem persoenlichen Treffen mit dem Repraesentanten der Weltbank fuer die EU-Institutionen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und durften eine Stunde lang kritische Fragen stellen. Also fragten wir: Wieso will die Weltbank die Aufsicht fuer die Klimafinanzierung uebernehmen? Wie laesst sich der Interessenkonflikt bewaeltigen, dass die Weltbank Kohleabbau finanziert? Sowie viele in unseren Augen “falsche Loesungen” wie Palmoelplantagen, Biotreibstoffe allgemein oder riesige Staudaemme? Warum setzt sie sich fuer eine Ausweitung der CO2-Maerkte in Entwicklungslaendern ein? Wie wuerde ein Klimafonds unter Weltbankverwaltung aussehen? Wuerden Garantien vergeben oder Kredite? Was waeren hierfuer die Auflagen fuer die betroffenen Staaten? Was ist mit der Verantwortung, die Industriestaaten fuer den Klimawandel tragen? Inwiefern reagiert die Weltbank auf Sorgen der Zivilgesellschaft? Und warum wollte sie uns ueberhaupt treffen und was  passiert mit den Ergebnissen dieses Gespraechs?

Es wurde sehr klar, dass die Weltbank einfach oekonomisch, logisch und gewinnorientiert denkt, was natürlich zu erwarten war. Immer wieder wurden diese Argumente genutzt: Die Weltbank ist lediglich eine Agentur, die politische Entscheidungen der Regierungen umsetzt. Ihr Ziel ist Armutsbekaempfung (wobei diese hauptsaechlich als ein Wachstum des BIP verstanden wird). Dennoch brachte das Gespraech in sehr positiver Atmosphaere einige Erkenntnisse. Unser Argument der oekologischen Schuld wurde ueberraschend verstaendnisvoll aufgenommen. Interessant war die Aussage, die Weltbank wolle nicht aktiv die Kontrolle ueber die Klimafinanzierung uebernehmen, sondern erwarte lediglich Auftraege. Unser Gespraechspartner will den Vorstand der Weltbank um eine oeffentliche Stellungnahme hierzu bitten – mal sehen. Zudem meinte Mister Sipos, die Weltbank befinde sich gerade im Wandel, was die Konsultation und Beachtung der oeffentlichen Meinung betreffe – Gespraeche wie das, was wir gefuehrt hatten, werde also einfliessen und weitergegeben werden…

Wir konnten trotzt aller schoenen Worte klar machen, dass wir der Weltbank die Rolle des lediglich ausfuehrenden “unschuldigen” Institution nicht abkauften und konnten unsere Ablehnung der Ausweitung der CO2-Maerkte, der falschen Loesungen wie Agrotreibstoffe, CCS und Regenwaldnutzung darlegen. Ich bewerte das Treffe deshalb positiv, und haette nicht gedacht, dass in so einem Buero so normale Menschen arbeiten, mit denen man reden kann und die guten Gruentee trinken. Andererseits war das natuerlich auch genau das Bild, das sie bei uns erwecken wollen, und sich als besonders demokratisch praesentieren. Hoffentlich stimmen Herr Sipos Aussagen ueber die “changing” Weltbank.

Wir hatten noch einen spannenden Vortrag ueber “Transition Towns” – damit sollte man ich wirklich auseinander setzen – sehr inspirierend – haben vor der Britschen Botschaft unsere Solidaritaet mit den Studentenprotesten aus Grossbritannien erklaert und einen Film gesehen “No Impact Man”. Ich bin nur leider viel zu muede, um darueber zu berichten. Schaut es Euch an!

http://transitiontowns.org/

http://noimpactman.typepad.com/

Es grüßt Euch die Ruth.