BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Die besten Natur-Apps

25. Juli 2016 von BUNDjugend

Für Naturinteressierte gibt es verschiedene interessante Apps. Einige helfen dabei, Arten zu erkennen und zu bestimmen, wofür man bisher teils dicke Bestimmungsbücher brauchte. Bei anderen Apps kann man naturkundliche Beobachtungen melden, um sich aktiv an der Erforschung der Natur zu beteiligen. Die beiden wichtigsten Apps zur Meldung von Beobachtungen sind naturgucker.de für alle Tiere und Pflanzen und NaturaList zur Meldung von Vögeln. Beide Apps sind allerdings nur für Menschen, die schon wissen, was sie gesehen haben.

Wer erst herausfinden möchte, wie eine Art heißt, braucht Apps für die Artbestimmung.
Ein gutes Beispiel, allerdings nur für die Nordseeküste, ist die kostenlose App BeachExplorer der Schutzstation Wattenmeer. Sie bietet einen reich bebilderten Schlüssel zur Bestimmung von immerhin 2000 Arten von Strandfunden. So fällt es auch weniger Geübten sehr leicht, die gefundene Schnecke, die Feder oder auch Meersalgen oder Vögel am Strand zu bestimmen. Man kann seine Strandfunde auch sofort mit der App melden und so zur Erforschung der Nordsee beitragen. Außerdem gibt es auf der zugehörigen Website beachexplorer.org aktuelle Naturbeobachtungs-Tipps.

Für alle diejenigen, die an Land unterwegs sind, empfehle ich die App Naturblick vom Museum für Naturkunde in Berlin. Die App befindet sich noch in der Beta-Phase, ist aber schon gut benutzbar. Ähnlich wie beim BeachExplorer können mit Naturblick verschiedene Pflanzen- und Tierarten bestimmt werden, indem äußere Merkmale ausgewählt werden. Zusätzlich bietet die App aber auch eine Erkennung für Vogelstimmen. Darüber hinaus werden in Naturblick unter „ Umgebung entdecken“ besonders spannende Naturgebiete auf einer Karte angezeigt und beim Anklicken gibt es sowohl Informationen über das Gebiet, aber auch über die dort zu findenden Tiere und Pflanzen. So kann man beim Sonntagsspaziergang vorher kurz aufs Smartphone gucken, wo denn der nächste schöne Naturort zum Entdecken liegt. Insbesondere für junge Menschen, die oftmals zur Ausbildung in die großen Städte ziehen und Natur auch in der Stadt erleben möchten, ist diese App der richtige Ansatz. Der einzige Wermutstropfen ist, dass die App im Moment nur für Berlin konzipiert ist und eine Ausdehnung erst einmal nicht vorgesehen ist.
Trotzdem warte ich schon – auch als Nicht-Berlinerin – mit Vorfreude auf die fertige App „Naturblick“.

Jenny Herbert aus dem Bundesvorstand am 17.07.16


„Buen Vivir – Vom Recht auf ein gutes Leben“

12. Mai 2015 von presse4bundjugend

Ein neugieriger Blick auf das Buch von Alberto Acosta

Der ecuadorianische Wirtschaftswissenschaftler Alberto Acosta war als Präsident der verfassungsgebenden Versammlung Ecuadors maßgeblich an der Integration von Buen Vivir in die Verfassung des Andenstaats beteiligt. In Europa, gerade in Deutschland, ist er ein oft geladener Gast, der im Rahmen von Postwachstumsdebatten als Vertreter und Verfechter für dieses Konzept spricht. Nun hat er mit dem Buch „Buen Vivir – Vom Recht auf ein gutes Leben“ endlich eine umfassende Beschreibung und Analyse zu Buen Vivir bzw. Sumak Kawsay (in Quechua) vorgelegt und verspricht damit eine solidarische Alternative zu Wirtschaftswachstum, Entwicklungsparadigma und umweltschädlicher Ressourcenausbeutung. Doch, kann das Buch diesem hohen Anspruch genügen?

Was ist das gute Leben oder Sumak Kawsay?

Wie soll nun das Gespenst der Entwicklung und die Idee von grenzenlosem Wachstum überwunden werden und wie sieht das gute Leben für alle aus? Buen Vivir ist ein Konzept aus dem Andenraum, welches von den Indigenen Lateinamerikas seit Jahrhunderten entwickelt, gelebt und praktiziert wird. Die grundlegende Basis besteht in einem Zusammenleben in Vielfalt und Harmonie mit der Natur. Buen Vivir ist ein Konzept, dass die Trennung und Herauslösung des Menschen aus der Natur aufheben möchte und stattdessen eine Vision herstellt, in denen die Werte Solidarität, Integralität, Suffizienz, Vielfalt und Demokratie gelebt werden. Kurz: Von dem allseits übermächtigen Anthropozentrismus (der Mensch steht im Mittelpunkt) will Buen Vivir (zurück) zu einem (Sozio)Biozentrismus, der ein Zusammenleben von Mensch und Natur harmonischer, nachhaltiger und gleichberechtigter gestaltet. Deshalb steht auch im Vordergrund, die Natur bzw. Pacha Mama mit Rechten auszustatten, die ihrer grenzenlosen Ausbeutung klare Grenzen setzen.

Anhänger*innen und Praktizierende des Buen Vivir haben deshalb auch ein radikal anderes Verständnis von Wirtschaft. Statt sich am Wachstum auszurichten, müsse sich die Wirtschaft wieder mehr an den Bedürfnissen von Menschen und Gesellschaft ausrichten und sich vor allem an den Grenzen der Ökologie messen. Nicht zuletzt berührt das Konzept dann auch Fragen von struktureller Ungleichheit und (globaler) Ungerechtigkeit. Wenn Menschen in ihren Interessen und Anliegen wieder ernst genommen werden sollen, müssten dann auch hierarchische Strukturen wie Rassismus, Klassismus und Patriarchalismus aufgebrochen werden. Acosta plädiert hier aber nicht für eine blinde Gleichmacherei, sondern für eine neue Wertschätzung von Vielfalt, Kulturen und somit auch Positionen, welche als gleichberechtigt betrachtet werden müssen. Die letzen Sätze im Buch treffen es dabei wohl ganz gut auf den Punkt:

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„Das „Gute Leben“ akzeptiert und unterstützt andere Lebensweisen, schätzt die kulturelle und politische Vielfalt, die Interkulturalität und die Plurinationalität. Dieser Pluralismus rechtfertigt und toleriert in keinem Fall die Zerstörung der Natur und auch nicht die Ausbeutung von Menschen oder die Existenz privilegierter Gruppen, die auf Kosten der Allgemeinheit und von der Arbeit und den Opfern anderer leben. Das „Gute Leben“ bezieht alle mit ein, sonst ist es kein gutes Leben!“ (Seite 197)

Nur Kritik oder auch Vision?

Buen Vivir sieht sich insbesondere als Kritik an und als Alternative zu dem lange vorherrschenden Entwicklungsparadigma des Globalen Nordens, das den Ländern des Globalen Süden mit den bekannten verheerenden Auswirkungen aufgedrängt wurde. Darüber hinaus wird Buen Vivir auch als eine radikale Kritik an kapitalistischen Marktstrukturen und Ausbeutungsverhältnissen offenbar. Eine Ausrichtung der Gesellschaft an einem wirtschaftlichen Wachstums wird ebenso abgelehnt wie die weitere Abhängigkeit von extraktiven Industrien. Insofern ist es nicht erstaunlich, dass Acosta sich in weiten Teilen des Buches an dieser Kritik abarbeitet. Er schreibt deshalb sehr viel dazu, was Buen Vivir nicht ist, was es nicht sein kann und nicht sein darf. Doch so bleibt an vielen Stellen im Buch zunächst unklar, was Buen Vivir dann sein könnte und wie die oben genannten Prinzipien tatsächlich praktisch gelebt werden. Sicherlich ist diese Kritik wichtig, um sich vom Bestehenden abzugrenzen und zu verdeutlichen, wozu es im Widerspruch steht. Doch diese Kritik ist nicht neu, sondern wird schon lange durch die Theorie der Dependencia und durch Umwelt- , Sozial- und Postwachstumsbewegungen im Globalen Norden und Süden so geäußert. Acosta setzt diese Kritik in einen neuen Rahmen und will Buen Vivir als eine mögliche Lösung vorschlagen. Dazu verbleibt er jedoch teilweise zu sehr in der Kritik, statt sich der positiven Vision und Utopie zu widmen. So mangelt es ein wenig an konkreten Vorschlägen und Ideen wie eine heutige Buen Vivir Gesellschaft aussehen könnte.

Der politische Hintergrund von Acosta wird in dem Buch an vielen Stellen mehr als deutlich, wenn das auch nicht unbedingt stören muss. Einige Teile des Buches lesen sich wie eine politische Rede oder kämpferische Aufrufe. Auch die Erfahrungen, die der Autor mit dem Prozess der ecuadorianischen Verfassungsgebung gemacht hat, nehmen viel Raum ein. Andersherum wird auch der intellektuelle Bezug immer wieder hergestellt. Acosta setzt sich mit vielen Denker*innen und Schriften auseinander und setzt damit dann auch ein gewisses Vorwissen bei den Lesenden voraus. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der Benutzung von vielen Fachwörtern aus Wissenschaft und Bewegung und Bezügen zu ähnlich gelagerten Diskursen, was bei neu interessierten Leser*innen eventuell manchmal Fragezeichen aufwerfen könnte.

Eine wertvolle Perspektive aus dem Globalen Süden

Das Buch von Acosta zu Sumak Kawsay ist dennoch ein sehr lesenswertes und empfehlenswertes Buch, welches einen wichtigen Beitrag für aktuelle Debatten um den Krisenkapitalismus, den Klimawandel und Postwachstum leistet. Es stellt dabei immer wieder einen guten Bezug zu den aktuellen globalen Problemen der Menschheit her und ergänzt die Diskurse zu Degrowth, Postwachstum und Suffizienz um eine sehr wertvolle Perspektive. Das Konzept von Buen Vivir ist gerade deshalb so essentiell, weil es aus dem Globalen Süden kommt und somit aus den Kämpfen und Widerständen von jahrhundertelang Unterdrückten und Ausgebeuteten entstanden ist. Das Buch liefert wichtige Denkanstöße für die Frage, wie eine andere Gesellschaft aussehen könnte und welche Werte dafür wieder in den Vordergrund treten müssen. Denn wie es scheint, sind gerade diese in den wirtschaftsdominierten und anthropozentrierten Gesellschaften auf der Strecke geblieben.

Am Ende mag in der Schwäche des Buches auch seine Stärke liegen: Denn Buen Vivir will kein fertiges Konzept sein und fertige Vorschläge liefern. Daher muss Acosta hier wohl an vielen Stellen wenig konkret bleiben. Vielmehr soll die Frage nach dem guten Leben für alle gerade im gemeinschaftlichen und gleichberechtigen Dialog ergründet werden. Die konkreten Lösungen liegen daher nicht schon auf dem Tisch, sondern entstehen gerade im Prozess und immer wieder neu. Dies ist die Stärke dieser großen Utopie ohne klare Antworten.


Vom Torfkopp zum Moorfrosch

19. November 2010 von

Endlich ist er fertig: unser teuflischer Blue Cache zum Thema Moore und Seen! Wochenlang hat Martin daran gesessen und bis eben noch an den wichtigsten Details herumgefeilt. Rund um den Teufelssee soll er in 2 Routen führen, durch Moore und Seen, und am Ende erlebt man garantiert sein „blaues Wunder“! Wir packen also alles ein, schwingen uns auf die Fahrräder und machen uns mal wieder auf den Weg in den schönen Grunewald, um endlich unseren ersten Blue Cache zu verstecken.

Wir werden dort von den beiden FÖJlerinnen des Ökowerks erwartet, die den Cache mit uns anlegen. Es ist verdammt kalt, aber das hält uns nicht davon ab, diesen tollen Cache anzulegen. Zuerst muss das Roadbook versteckt werden, das alle wichtigen Infos und Rätsel enthält. Nach kurzer Zeit finden wir ein gutes Versteck und fahren, augerüstet mit Hammer und Bohrstock, los, um alles zu verstecken, den Boden zu untersuchen und die Koordinaten zu notieren. Unterwegs machen wir uns mit den Forschungen von Albert Moor vertraut, schützen Torf mit Dr. Kämpfer und landen schließlich in der Sandkiste. Jetzt aber nichts wie hin zum Schatz! Dieser liegt an einem ganz besonderen Ort mit einem ganz besonderem Geruch. Yeah, wir haben ihn! Was darin versteckt ist, ist natürlich ein großes Bluecacher-Geheimnis. Aber der weite Weg dorthin hat sich auf jeden Fall gelohnt!


Nightcache im Rotenburger Wald

19. Oktober 2010 von

An diesem Wochenende ist es mal wieder so weit: das Aktiventreffen steht vor der Tür! Es ist DAS Vernetzungstreffen für alle BUNDjugendlichen aus ganz Deutschland und das Programm ist auch dieses Jahr wieder sehr vielseititg: Diskussionen, Zukunftsvisionen, Castortraining und – dieses Jahr zum ersten Mal dabei – eine „digitale Nachtwanderung“. Also mit anderen Worten, ein Blue-Cache bei Nacht! Es ist der erste Blue-Cache, den Charly und ich anlegen. Er besteht aus zwei inhaltlich identischen Routen und thematisiert den virtuellen Wasserverbrauch von Konsumgütern, die unseren Alltag begleiten. Nachdem nun also fast alle Aktiven angekommen sind und sich durch ein superleckeres, veganes Abendessen und anschließend einige spaßige Energizer gestärkt haben, bricht schon ganz allmählich die Nacht über Rotenburg herein. Charly und ich laufen noch ein letztes Mal die beiden Routen ab, die wir schon mittags im Wald rund um den Kreisjugendhof angelegt haben. Haben wir auch nichts vergessen? Stimmen alle Koordinaten? Sind alle Reflektoren richtig angebracht? Wurde auch keine der netten, kleinen Filmdosen von einem Wildschwein verspeist? Super, alles ist perfekt, es kann also losgehen!

Ausgerüstet mit GPS-Geräten, Taschenlampen und Kamera lesen sich beide Gruppen gespannt die Story durch, die sie durch den Cache führt. Jetzt müssen wir nur noch die Startkoordinate eingeben, die uns zum ersten Reflektor führt. Das GPS-Gerät scheint ja zu funktionieren – doch wo ist denn nun der Reflektor? Nach intensivem Suchen können wir weit und breit keinen einzigen Reflektor finden… STOPP! Da drüben blitzt uns doch etwas Blaues entgegen! Das muss er sein. Die Begeisterung der Gruppe, die bis eben noch nicht so ganz erkennbar war, nimmt nun immer mehr zu. Etwa 200 Meter und einige Reflektoren weiter finden wir endlich die erste Dose. Sie enthält ein Schwein, eine Aufgabe, eine Koordinate und eine dreistellige Zahl. So – und was jetzt? Jule tippt alle wichtigen Infos in ihr Handy und wir folgen der Koordinate, die wir gefunden haben. Kurze Zeit später finden wir uns im Unterholz wieder und suchen nach einem Hinweis. „Dieser Krater ist doch sehr auffällig. Hier muss doch was drin sein!“ „Vielleicht ist es ja vergraben!“ „Ich glaube, wir kommen heute nicht mehr an…“ Doch plötzlich leuchtet uns etwas Rotes aus einem Baumstumpf entgegen – die Dose! Yeah!!! Ein Stück Jeans, eine weitere Aufgabe und wieder eine dreistellige Zahl. Schnell ist alles notiert und wir folgen den Reflektoren, die uns zurück auf den Weg führen. Auch die dritte Dose können wir problemlos finden, diesmal handelt es sich um ein Stück Papier und eine weitere Koordinate. Das GPS-Gerät zeigt 700 Meter an. Merkwürdig… Voller Motivation folgen wir dem Pfeil durch die Dunkelheit und stehen irgendwann mitten im Wald, der Weg wird uns durch das ganze Gestrüpp bald vollständig versperrt. Mist! Es regnet und wir haben die Orientierung fast vollständig verloren. Schließlich finden wir doch auf den Weg zurück und machen uns auf den Heimweg. Den Cache haben wir nicht gefunden, doch morgen werden wir auf jeden Fall nochmal losgehen.

Auch die andere Gruppe, die von Charly begleitet wurde, ist cachelos zurückgekommen. Schade, doch wir sind uns einig, dass wir eine tolle, spannende und abenteuerreiche Nachtwanderung hatten. Die Methode Geocaching ist bei allen ganz gut angekommen und wir können mit gutem Gewissen noch viele weitere tolle Cacherouten anlegen. So, das wars dann für heute, aber morgen finden wir den Cache!


Im Dunkel wartet der Cache – hoffentlich!

12. Oktober 2010 von

„Ich glaube, ich hab was entdeckt!“, ruft Jannik uns zu, doch wir können keinen Hinweis an der gruseligen Mamorstatue, die bedrohlich auf uns hinunter sieht, entdecken. Wir wollen unbedingt weitere Koordinaten finden und denken gar nicht erst ans Aufgeben. „Vielleicht sollten wir einfach weiter in den Park laufen“, denke ich und noch bevor ich etwas sagen kann, macht sich Martin schon auf den Weg. Endlich! Wir haben einen Reißnagel an einem Baum erspähen können. „Das ist eigentlich kein richtiger Reflektor“, meint Martin, doch ich bin voller Tatendrang und hoffe, dass er uns den Weg zur nächsten Rätselstation weist. Schon geht die Suche weiter. Minuten vergehen und noch immer haben wir die nächste Rätselstation nicht entdeckt. Doch was ist das? Wir haben nicht bemerkt, dass wir den Berg hinauf gelaufen sind und finden uns am Fuße des Nationaldenkmals wieder. Nix wie rauf und ich halte die Luft an. Die Aussicht ist phänomenal und vergessen ist die bisher erfolglose Suche. Jannik und Martin sind ganz vertieft in die Rätselaufgaben, während ich immer noch nicht aus dem Staunen herauskomme. Nach einem kurzen Aufenthalt geht’s weiter. Ganz unerwartet finden wir plötzlich richtige Reflektoren und die erste Rätselstation, doch die Reflektoren führen uns wieder zur Startkoordinate. An Aufgeben ist nicht zu denken und wir gehen wieder zurück, immer mit offenen Augen, damit ja kein Reflektor übersehen wird. Aber es folgt eine Sackgasse und wir finden keine weiteren Reflektoren. Der Cache ist nicht mehr vollständig. Trotzdem hatten wir sehr viel Spaß und Jannik und ich gehen nun mit großem Eifer ans Planen unseres ersten Nightcaches.


Unser erster Cache – ein voller Erfolg!

12. Oktober 2010 von

Nachdem Charly und ich von Martin ausführlich in die Welt des Geocaching eingewiesen worden sind, können wir es kaum erwarten, selbst mal einen Cache durchzuführen, um einen kleinen Vorgeschmack zu bekommen. Martin schreibt noch schnell die wichtigsten Infos des Caches auf, packt das GPS-Gerät ein und schon geht es los. Schnell können wir auch Ruth, Anna und Frieder überzeugen, mit uns zu kommen und auf Schatzsuche zu gehen.

Wir machen uns auf den Weg in Richtung Fischerinsel, wo das erste Rätsel auf uns wartet. Dort angekommen überlegen wir gemeinsam, wann die Brücke gebaut wurde und wann die Märzrevolution stattgefunden hat. Die errechneten Koordinaten geben wir in das GPS-Gerät ein, das uns schließlich zum „Schatz“ führt. Wir laufen los und finden uns an einem wirklich schönen Ort auf der Fischerinsel wieder, mit Ausblick auf die Spree. Doch wo liegt er denn nun, unser lang ersehnter Schatz? Ist er in den Sträuchern versteckt? Oder vielleicht in dem Boot, das da vor uns in der Spree liegt? Nach intensivem Suchen fragen wir uns, ob wir uns nicht doch verrechnet haben. Doch plötzlich kommt Frieder freudestrahlend mit einer Dose in der Hand auf uns zugelaufen, die er zufällig an der Unterseite des Geländers entdeckt hat. Wir haben den Cache, juhu! Wir öffnen die Dose, tragen uns ins Logbuch ein und hängen sie wieder zurück, natürlich immer auf der Hut vor den gefährlichen Muggeln!Zufrieden und voller Motivation gehen wir wieder zurück zum Büro. Jetzt müssen wir den Cache nur noch im Internet loggen und – fertig! Unser erster Cache war ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon riesig auf weitere tolle Caches, die wir nun im Laufe unseres Projekts konzipieren und anlegen werden!


4] Bluestorming (oder doch lieber Brainstorming?), Anfang Juli

30. Juli 2010 von BUNDjugend


Zahlencode knacken, Polaroid Kamera finden, Tierspur erkennen, einen Baum hochklettern – was noch alles? „Sagt doch mal – was gibt es noch für Aufgaben, die ich in meinem Blue Cache verwenden kann?“, frage ich Christiane und Martin. Wir sitzen zusammen, überlegen und überlegen. Jeder legt in der Theorie eine Blue-Cache Strecke an, die wir uns dann vorstellen und gemeinsam auswerten. Was spricht die Cacher an? Wir sind uns einig: es muss etwas mit viel Action sein – klettern, Boot fahren, hinüber hangeln und so etwas – da hätten wir Lust drauf. „Sie sollen Menschen vor Ort befragen“ meint Martin, „Etwas mit Landart wäre cool“ sagt Christiane und wir müssen erkennen, dass wir vieles toll finden uns der klare rote Faden aber immer noch fehlt. Also weiter überlegen, und besprechen, Jeannine fragen, Konzept anpassen, wieder überlegen. Die Gestaltung der Website ist auch so ein Thema – was es da alles für Möglichkeiten gibt…

Denken, Reden, Lachen, Aufschreiben, Recherchieren, Anpassen und am Ende Blue Cache – hoffentlich!


3c) Mit GPS durch die Nacht

30. Juli 2010 von BUNDjugend

DA schon wieder ein Punkt! Es ist dunkel, warm und still. Also still, wenn man die schnaufenden, Äste zertrampelnden und quatschenden 5 Wesen ausblendet, die da nachts um 2.00 Uhr durch den Wald navigieren. Die Punkte an den Bäumen, die das Licht unserer Taschenlampe reflektieren, weisen uns den Weg zu den nächsten Koordinaten. Alle bleiben dicht beieinander und starren in die Finsternis, um keinen Hinweis zu verpassen. Seit einer Stunde sind wir auf dem Nachtcache unterwegs und kommen unserem Endziel immer näher. Dabei gilt es die Codes mithilfe der versteckten Sternzeichen zu knacken, um am Ende die Position des Final Cache heraus zu bekommen. Immer weiter geht es und wir werden zunehmend ungeduldig: Wie lange noch? Was wird in dem Cache sein? Wer entdeckt ihn als erster? Haben wir alle Codes richtig interpretiert? Wieder eine Strecke mit Leuchtpunkten, und dann noch eine und noch eine – bis: hunderte Punkte, überall um uns herum. Der Kreis aus leuchtenden Symbolen verrät uns: hier irgendwo ist der Cache versteckt. Wir suchen los, sind nach 20min schon fast verzweifelt – da meldet sich Dauko leise: „Ich hab ihn“ Wir warten noch einen Augenblick und lauschen in die Dunkelheit, ob da auch niemand ist, der uns beim Heben des Caches beobachten könnte – und dann holen wir den Schatz aus seinem Versteck…



3b) Inspirationen am Lagerfeuer

30. Juli 2010 von BUNDjugend

Gemütlich knistert ein kleines Feuerchen am Ufer des Sees. Prustent und zitternd, tauchen Dauko, Jakob und ich aus dem Wasser auf. „Brrr, ist das kalt“! Aber auch wunderschön! Die verwirrende Suche hat sich gelohnt: Verschwitzt und hungrig waren wir am Ufer eines phänomenalen See gelandet – klar bis zum Grund, mit Insel und Seerosen.
Sehr sinnig hier einen Nightcache zu verstecken – da wollte wohl jemand seinen Lieblingsplatz mit Eingeweihten teilen!
Martin und Aisha haben das Kochen übernommen und so sitzen wir nun eingemummelt in unserem Schlafsack um den Campingkocher und schlürfen zufrieden Nudeln mit leckerster Tomatensauce. Allmählich geht der Mond auf und es macht sich ein wohliges Gefühl breit. „Srrrrr, summm und piiieks“, da hat wohl die erste Mücke zugeschlagen. „Srrr, summ und … ha, hab ich sie!“ da hat wohl Aisha die erste Mücke ermordet. „Srrr, summ und … es werden immer mehr.“ Hiiilfe, wir sitzen in einem Mückenloch!. Egal, wir wollen die Zeit bis zum Nightcache nutzen, um bei Feuerschein und Mückensummen Inspirationen für Bluecache zu suchen. Allmählich werden wir wieder munter – spontane Ideen hüpfen hin und her. „An der Nordsee könnte eine Aufgabe für Bluecacher sein, Interviews mit Fischern zu führen. Sie nach ihrer Meinung zur Überfischung fragen!“ wirft Dauko ein. „ Wir könnten ihnen ein Schlauchboot mitgeben, und die Luftpumpe dafür verstecken!“ phantasiert Martin… Ideen und Fragen kommen und gehen, manche zerplatzen sofort wieder, andere nisten sich ein – und wir stellen fest: Es gibt noch viel zu tun! Pläne schmieden und konkret werden. Für den Moment erscheint uns Blucache wie ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten – wir müssen nur den richtigen Weg finden!



3a) Orientierungslos

30. Juli 2010 von BUNDjugend


Martin, bist du sicher, dass wir richtig sind?“ „Ähmm, na ja, nicht komplett!“ meint unser Diplomgeograph zerknirscht und guckt angestrengt auf die veraltete Fahrradkarte – seit gefühlten Stunden irren wir durch die Brandenburger Pampas auf der Suche nach unserem Nachtlager. Fünf verwirrte Gestalten auf klapprigen Fahrrädern verloren zwischen Wald und Wiese…und plötzlich fühlen wir uns wie Pioniere im Wilden Westen – weit und breit keine Zivilisation in Sicht! Oder etwa doch? Horcht doch mal! Motorengeräusche! Juhuu, dort hinten ist eine Straße! frohlockt Aisha. Sicher? Nein, gar nichts ist sicher hier im Nirgendwo. Allmählich geht die Sonne am Horizont unter – verflixt und zugenäht, wir wollten eigentlich noch vor Einbruch der Dunkelheit ankommen! Wieder losstarten, eine neue Richtung einschlagen, um die Kurve, holprige Waldwege entlang, weiterschwitzen. „Diese dämlichen GPS-Geräte – neumodischer Schnickschnack, zu nichts zu gebrauchen! Warum haben wir keinen vernünftigen Kompass im Gepäck?“ brumme ich verdrießlich vor mich hin. Da fällt es uns plötzlich wie Schuppen von den Augen. Warum nicht einfach die Startkoordinaten des Nightcaches eingeben…immerhin ist er ganz in der Nähe unseres Nachtlagers! Nervös tigert Martin hin und her, das Gerät flach auf seine Hand gelegt – ungeduldig wartet er auf vernünftigen Empfang. Wird es klappen? Hier im Wald werden die Radiosignale der Satelliten von den Bäumen abgelenkt und die Genauigkeit lässt oft zu Wünschen übrig. Wenn man Pech hat….aber nein, Martin gibt grünes Licht! Und wieder starten wir los, aber diesmal treten wir mit Plan in unsere Pedale! Das GPS-Gerät verrät uns den Weg und stimmt mich versöhnlich. „Na ja, so doof sind die Dinger gar nicht.“