BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Endlich mal gemacht, mit größerem Impact als gedacht!

1. April 2016 von BUNDjugend

Vegan essen fühlt sich großartig an, heißt aber Widerstand: Man muss sich öfter erklären, entschuldigen oder Angeboten entsagen. Widerstand gegen ein System, das nur auf egoistischem Genuss aufbaut. Menschen essen Fleisch aus Genuss oder weil man es halt schon immer tut. Andere stichhaltige Argumente fallen mir nicht dafür ein. Für mich sind das aber unverhältnismäßige Argumente, verglichen mit dem ganzen bei Tierzucht, -haltung und -schlachtung erzeugten Leid. Auch auf andere tierische Produkte kann ich deswegen getrost verzichten.

Engel Klimafasten

Werbung als Antrieb

Die Täuschungen durch Werbung sind ein wichtiger Antrieb für Fleisch- oder Tierkonsum. An einer sauberen, glänzenden, weißen Fleischtheke spürt man nicht die Enge, den Stress, die Verletzungen und das sonstige Elend im Stall. Ein rotes, „gesundes“, „appetitliches“ Steak wird nicht mit den Abzessen, der geschundenen Haut, den verdreckten Spaltböden und der medikamentösen Behandlung der Tiere in Verbindung gebracht. Ebenso ist es in einem Modegeschäft, dessen edler, seriöser, verführerischer Auftritt und transportierter Lifestyle im Kopf und im Gefühl einfach nicht zur elendigen Pelz- und Lederproduktion und abgezogenen, lebenden Tieren passen will. Ebenso ist es mit einem Liter frischer Milch usw.

Konsum ist Verantwortung

Wenn die Verblendung und Entkopplung der Werbung, Industrie und des Einzelhandels nicht zum völligen Desinteresse und Ignoranz der Tierhaltung etc. führen, sondern die Konsumierenden sich aufklären, greifen vorerst andere psychologische Abwehrmechanismen, denke ich. Man weiß zwar von den Bedingungen, aber man fühlt nicht, wie sich so ein Tier in Massentierhaltung fühlen muss. Die Empathie wird verdrängt.

Man denkt, dass radikale Bilder von Tierrechtler*innen produziert wurden, um zu schockieren. „Diese extremen Beispiele sind sicher nur Einzelfälle. Mein Leder- und mein Fleisch- und mein Zirkustier wurden sicherlich gut behandelt,“ wird der Industrie und dem Einzelhandel gegenüber gutgläubig gedacht. Oder man kritisiert die Darstellungsform (zum Beispiel den Aufbau eines Schlachthof-Videos) anstatt sich mit dem gezeigten Leid auseinander zu setzen – auch aus Schutz vor der schnell erkennbaren Einsicht: Dieses Problem ist zu groß für eine einzelne Person.

Unser Gehirn wehrt sich gegen die individuelle Verantwortung und will an gängigen Verhaltensweisen festhalten. Dann denkt man: „Die Politik müsste was machen!“ Dabei ist neben politischer Wirksamkeit (die man auch selbst erzeugen muss!) das eigene Konsumumfeld ein wichtiger Wirkhebel. Und den möchte ich niemals unterschätzt hören.

Mehr als nur „gut für’s Klima“

Mein Klimafasten-Experiment ist nicht auf sechs Wochen begrenzt. Es schlägt unerwartet größere Wellen. Mitmenschen haben erstmals über Veganismus erfahren, haben ihre eigenen Essgewohnheiten teilweise spontan – wenn auch für kurz – umgestellt, haben sich lautstark und mehrmals darüber unterhalten. Und ich habe mich daran erinnert, wie wichtig mir die Gerechtigkeit unseren Mitlebewesen gegenüber ist. Wie eklig und überflüssig ich Schmerz und Unterdrückung finde. Und dass ich bereit bin, dafür auf die Straße zu gehen.

Um das Schund-System von Speziesismus und seiner Industrialisierung von Leben und Tod, Karnismus und seinen Heucheleien und Rassismus und seinen Genoziden zu bekämpfen. Dafür muss man sich immer wieder die Missstände, die Entkopplungsstrategien und die Ungerechtigkeit bewusst machen.

Eine Frage hätte ich da aber noch. Gerade bei Tieren, die ein mir ähnliches Nervensystem haben, die den gleichen Schmerz fühlen, wie ich es täte, fällt es mir leicht, sie zu schützen. Auch alle anderen Tiere kann ich leicht schützen, da sie kulturell bedingt eh nicht auf meinem Teller landen würden (z.B. Insekten, Weichtiere oder Meeresfrüchte).

Wenn ich nun aber die Grenze bei Pflanzen ziehe, ist es auch eine Form von Speziesismus. Bei Pflanzen weiß die Wissenschaft zurzeit zumindest, dass sie miteinander kommunizieren und interagieren können. Soll ich dann vermuten, dass ihnen bei Zucht, Haltung und Ernte auch Schmerzen zugefügt werden? Kann ich als empathischer Mensch dann das Leid von Pflanzen für meine Ernährung in Kauf nehmen?

Laura


Die Fastenzeit ist vorbei und jetzt?

31. März 2016 von BUNDjugend

Wieder alles wie vorher?

Bei mir keineswegs. Der Umstieg auf eine vegane Ernährungsweise ist mir glücklicherweise nicht sehr schwer gefallen. Am Anfang war es noch etwas anstrengend auf alles zu achten, was in den ganzen verschiedenen Lebensmitteln steckt. Manchmal hat man es auch einfach kurz vergessen, dass man nicht von dem Stück Kuchen probieren sollte, in dem wahrscheinlich ein Haufen Eier, Milch und Butter verbacken wurde. Doch die Umstellungszeit war bei mir relativ kurz und schnell hatte ich viele neue Gerichte ausprobiert und nachgekocht, die jetzt zu meinen Standard-Gerichten gehören. Gewohnheiten abzulegen und sich neue anzuschaffen, dauert meistens zwei Wochen und so war es bei mir ebenfalls.

Wertvolle Starthilfe

Was mir am Anfang sehr geholfen hat, war das veganstart-Programm von Deutschlands größter Tierrechtsorganisation Peta. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, der mal einen Monat vegan leben ausprobieren möchte und dabei etwas Unterstützung braucht. Sei es, um erinnert zu werden, Rezept-Ideen zu bekommen oder Informationen zu einer gesunden Ernährungsumstellung zu erhalten.

Man kann auf der Internetseite veganstart.de einfach seine E-Mail-Adresse angeben und dann bekommt man kostenlos einen Monat lang jeden Tag eine E-Mail von einer Ernährungswissenschaftlerin mit praktischen Tipps und Informationen über die vegane Ernährung. Nach den 30 Tagen wird man nicht weiter zugespamt und man bekommt auch keine Werbung für irgendwelches Geldausgeben-Zeugs oder ähnliches. Einfach klasse!

V oder nicht V?

Ich finde ein abschließendes Fazit nun doch irgendwie ziemlich schwierig zu formulieren. Der Abschluss-Blogeintrag von Vera hat mir sehr gut gefallen und geholfen, mein Fazit zu ziehen. Ihren Kommentar über die strikte Einteilung zwischen vegan, vegetarisch, allesessend, vielleicht auch noch pescetarisch oder paelo („Steinzeitfutter“) kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich teile diese Meinung, weil durch die strikten Einteilungen unsichtbare Grenzen gezogen werden, mit denen man andere Menschen oder sich selbst abgrenzt. Diese unterschwellige Feindseligkeit gegenüber der jeweilig anderen „Ernährungsgruppe“ fördert den Trotz, bei seiner eigenen Meinung zu bleiben und darauf zu beharren, dass das, was man selbst tut, das Beste und einzig Richtige ist.

Ich freue mich immer, wenn ich von jemandem höre, dass er vegan lebt oder Vegetarier ist. Aber ich denke es gibt genug Menschen, die bei dem V-Wort direkt dicht machen und überhaupt nichts davon hören wollen, weil es ihnen so auf die Nerven geht. Dabei sollte es doch möglich sein, eine so gute Sache besser an den Mann/die Frau bringen zu können. Ich glaube, es wäre einfacher, wenn diese strikten Grenzen zur Einteilung der Ernährungsgruppen nicht so explizit gezogen werden würden. Es muss doch nicht die 100% pflanzliche Ernährungsweise sein, aber es wäre schon mal ein Anfang, sich an die 70% oder ähnliches anzunähern.

Was habe ich geschafft?

Deswegen hier meine Fakten: Ich habe in den 40 Tagen #Klimafasten um die 17 Tiere vor dem Tod bewahrt (der Durchschnittsdeutsche verzehrt ca. 150 Tiere im Jahr). Pro Minute werden 35 Fußballfelder gerodet für Anbauflächen und 90% des weltweit angebauten Sojas, 50% des Getreides, 40% der gefangenen Fische werden an Nutztiere verfüttert, während 1 Milliarde Menschen an Hunger leiden. 51 % der weltweiten Treibhausgase werden durch die Haltung von Nutztieren verursacht – das ist mehr als der weltweite Verkehr zusammen.

Es gibt noch so viele andere Fakten, die viele überhaupt nicht hören möchten, aber mir sind sie nach der Fastenzeit noch immer bewusst und deswegen werde ich mich von der 100% pflanzlichen Ernährung nicht all zu weit entfernen. Ich werde aber sicherlich nicht die Grenze um mich ziehen und sagen, dass ich zu dieser einen Gruppe gehöre, die mit V anfängt und allen anderen ein schlechtes Gewissen bereitet, die nicht dazugehören. Das ist überspitzt gesagt, weil es nicht wirklich so ist. Jedoch denken viele nicht „V-Esser“ so und blocken aus Trotz die Meinung von der pflanzlichen Ernährungsweise ab.

Ich hoffe alle Leser/innen nehmen aus den vielen unterschiedlichen Blockeinträgen etwas mit und konnten gestärkt werden, das ein oder andere Klima-Projekt selbst mal auszuprobieren oder sich wenigstens Gedanken darüber zu machen.

Liebe Grüße,

Lea


Flexigane Geschichten aus der Tupperdose

30. März 2016 von BUNDjugend

Joghurtsehnsucht

Als kleiner Rückblick: Vegan war mein Vorhaben. Ostern liegt ein paar Tage zurück und ich möchte heute noch einmal auf meine Klimafastenzeit zurückblicken, mit der vorab bekannt gegebenen Zusammenfassung: Das Ganze war um Längen schwieriger als gedacht, ich war so semi-konsequent.

Die Bäcker-Brötchen-Mission: Meine Augen blitzten erfreut auf, als ich bei Denns entdeckte, dass dort alle Gebäckköstlichkeiten gekennzeichnet werden, wenn Tierprodukte enthalten sind. Doch ansonsten hieß es bei den meisten Bäckern spekulieren. Und da ich auch nicht jedesmal nachfragen mochte, bin ich auf die einfachste Variante umgestiegen: Ich hab mir an so manchen Tagen schicke Brötchen selber gebacken – ein grandioses Rezept!

Brotaufstrich-Gespräche: Totalen Spaß gemacht hat es, Neues für oben drauf aufs Brötchen auszuprobieren. So bekam ich an einem Wochenende Besuch von meiner alten Mitbewohnerin und wir haben uns bei leckerstem Morgenfrühstück mit meinem geliebten Paprika-Hummus und Auberginen-Antipasti über dies und das unterhalten.

Genau hinschauen: Die Nutzung riesiger Landflächen, der hohe Wasserverbrauch und das Ausmaß der Treibhausgasemissionen – ich habe mich insbesondere auf die Suche nach den Umweltauswirkungen der Tierproduktion begeben. Eine Vielzahl an Argumenten bestärkt die vegane Lebensweise. Dennoch, dass „vegan“ derzeit boomt, ist auch an so manchen Stellen mit Vorsicht zu betrachten. So schlendere ich am Kühlregal entlang und entdecke: Neu – Die Rügenwalder Mühle bietet vegane Mühlen Hamburger an“. Ein bisschen gruselig schon, wenn Fleischkonzerne den Trend für sich entdecken und mit ihm hoch industriell aufwendig verarbeitete Produkte vermarkten.

Monkeys

Gerettet geht in Ordnung?: Das erste Mal schwächeln lassen, hat mich meine Foodsharing-Abholung – Neben Unmengen an Gemüse und Obst gabs eben auch leckersten Naturjoghurt und Milch. In meinem Kopf schwebte „Das ist was anderes“ und schon hatte ichs stibitzt und mitgenommen. An sich voll in Ordnung, nur schlenderte durch meinen Kopf im Nachhinein „Du warst nicht konsequent“, was in den folgenden Wochen auch ab zu meinem Gewissen legitimierte, mal da einen Kaffee mit Milch zu trinken und da Feta über meinen Auflauf zu streuen. Zusammenfassend habe ich dann doch viel zu viele von Lauras Vegetarisch-Gutscheinen verbraucht.

Ausblick: Ich nehme viele spannende Rezepte in meinen Alltag und weiß nun, wo ich den leckersten Soja-Cappuccino genießen kann. Während meiner Klimafastenzeit ist mir jedoch besonders aufgefallen, wie sehr mich die Einteilung „vegan, vegetarisch, allesessend“ stört. Denn jemand, der angenommen sich an 28 Tagen im Monat ohne tierische Produkte ernährt, jedoch an zwei Tagen im Monat ein Stück Fleisch ist, derjenige wäre weder Veganer noch Vegetarier, besäße jedoch einen weitaus nachhaltigeren Ernährungsstil als so manch anderer. Es gibt einfach nicht nur drei Cluster, die Übergänge sind auch hier fließend. So werde auch ich, um wieder mit Lauras Worten zu schließen, Flexiganer bleiben: vegan & ab und zu vegetarisch ist einfach eine allzu schicke Kombination. Schade dennoch, dass ich für diesen kleinen Zeitraum mein Vorhaben nicht durchgehalten habe

Ganz ganz liebe Grüße,
Vera


#Klimafasten: Mein veganer Imperativ

12. März 2016 von BUNDjugend

Tja, durch zwei Familienfeiern und ein Versehen eines Kellners sind nun schon all meine 5 Vegetarisch-Gutscheine aufgebraucht. Das macht mir aber nichts aus, nun muss ich einfach noch stärker auf Zutaten achten. Ich vermute aber, dass in noch viel mehr Produkten unvegane Inhaltsstoffe versteckt sind, als ich es bisher überschauen könnte. Zum Beispiel befürchte ich, dass in einigen der wenigen Brötchen, die ich in letzter Zeit gegessen habe, Butter  verbacken wurde. Auch Brot ist tückisch, habe ich herausgefunden.

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Ansonsten läuft es aber sehr gut. Ich finde drei beziehungsweise sechs Wochen fasten hört sich global betrachtet total wenig an. Es ist absolut zu schaffen. Manchmal trauere ich noch leckeren, vegetarischen Gerichten unserer Mensa hinterher. Aber Joghurt-Dip zu Kartoffelpuffern ist halt einfach nicht vegan. Es macht mich immer ein bisschen sauer, dass das Studentenwerk es nicht hinbekommt ein vollwertiges veganes Gericht pro Tag anzubieten. Aber das ist mein voller Ernst: Salzkartoffeln und Bohnen mit Olivenöl und Currypulver machen zum Mittag auch glücklich.

Laura


Zwischenbericht zum Klimafasten – Leichter gemacht, als gedacht!

7. März 2016 von BUNDjugend

Das ist mein Zwischenresümee zu meiner Fastenzeit. Sich vegan zu ernähren, fällt mir viel leichter, als ich zunächst erwartet habe.

Durch die vielen Angebote und Möglichkeiten vegan zu essen und essen gehen zu können, muss ich meinen Lebenstil nicht großartig ändern. In der Mensa in Darmstadt, in der ich immer zu mittag esse, gibt es täglich ein veganes Gericht. Selbst wenn es einem nicht sonderlich zusagt, kann man immer noch auf das große Salatbüffet zurückgreifen oder einfach eine Beilagen-Party veranstalten! Somit muss ich abends nicht auch noch mein Mittagessen für den nächsten Tag kochen. Das erleichtert vieles!160305_Lea Cölsch_Food3

Mit Freunden essen gehen, klappt ebenfalls super! Sei es beim Marokkaner, Mexikaner, Asiate oder beim Dönerladen um die Ecke (Falafeldöner ohne Soße!) – es fehlt nicht an Möglichkeiten. Auch in einem gutbürgerlichen Deutschen Restaurant konnte ich einen leckeren Bohnen- Kartoffeleintopf genießen!

Die einzige Situation, die brenzlich verlief und in der ich fast schwach geworden wäre, war als wir Pizza bestellt haben. Ich konnte nur Gnocchi mit Tomatensauce essen. Und in diesem Moment, in dem ein Pizzastück übrigblieb und nicht aufgegessen wurde und meine Gnocchi echt nicht so lecker schmeckten, kostete es mich viel Überwindung, mich nicht auf dieses Pizzastück zu schmeißen! Aber ich habe es geschafft! Und darauf bin ich echt stolz!

Meine Freunde bewunderten und beschmunzelten mich und wir machen auch immer noch viele Witze über meine Abstinenz. Eine vegane Ernährung kann also auch Unterhaltung bieten ;)

Was mir am Anfang auch sehr gefehlt hat (und eigentlich immer noch fehlt) ist mein absolutes Lieblingsessen: Quark mit Marmelade! Sei es auf dem Bröchten morgens oder einfach nur so zum Naschen. Stattdessen habe ich etwas neues fürs aufs Brot schmieren zum Frühstück endeckt, was auch wirklich super lecker ist und mich über den Quark hinweg tröstet: Erdnussmus + Marmelade! Diese Kombination ist wirklich ein Traum!

160305_Lea Cölsch_Food2Auch bei meiner Familie zu Hause am Wochenende, ist mein Klimafasten nicht viel komplizierter als in Darmstadt. Ich koche zwar meistens immer extra für mich, aber sie finden es nicht nervig und haben meine Umstellung akzeptiert. Vor allem mein Papa möchte immer gerne alles probieren, was ich koche. Meine etwas zurückgebliebenen Kochkünste stellen die vegane Küche dabei allerdings in einem nicht allzu guten Licht da. Ich beteuere dann  immer, dass es nicht daran liegt, dass das Gericht vegan ist, sondern dass ich einfach miserabel im würzen bin ;) Mir allerdings schmeckt es immer sehr gut, wieso sollte ich also etwas ändern?

Mein Zwischenfazit somit ist, dass ich mich echt gut fühle, Spaß am kochen habe, aber trotzdem nicht mehr Arbeit oder Zeit investieren muss, um vegan zu leben.

Hoffentlich habt ihr auch nicht allzu große Schwierigkeiten beim Klimafasten bzw. erlebt täglich Erfolgserlebnisse! Denn das macht es ja schließlich aus, dass man stolz auf sich sein kann, klimaneutraler und bewusster zu leben!

Liebe Grüße

Lea


#Klimafasten: Mit dem „Vegan-Survival-Kit“ durch die erste Woche

21. Februar 2016 von BUNDjugend

Spontan traf ich am letzten Samstag die Entscheidung, mich in der Fastenzeit vegan zu ernähren. Nämlich um meinen Beitrag am Tierleid zu verringern und um meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Und einfach, um mal was neues auszuprobieren. :)

Seit 1,5 Jahren ernähre ich mich bereits vegetarisch. Darauf konnte sich meine Familie relativ gut einstellen („Ich hab den Hack in extra große Klumpen gemacht, damit du ihn besser aus der Suppe raus suchen kannst“). Vegan hingegen stellt für meine Familie eine derartig große Herausforderung dar, dass mir schon im Vorfeld angekündigt wurde, dass „da jetzt nicht auch noch drauf Rücksicht genommen werden kann“. Nun ja, damit hatte ich eh gerechnet.

Bisher lief aber alles ganz gut. Ich war am Wochenende mit meinen Freunden unterwegs, für die vegane Ernährung kein Mysterium ist und daher war es total easy mit der rein pflanzlichen Ernährung. Vegan für Fortgeschrittene hingegen ist der Alltag, wenn jemand anderes kocht. Beispielsweise hat meine Mama heute Quiche mit Rosenkohl und viel Käse gemacht. Schade aber auch.

Tja, was solls… Für mich muss ich dann wohl was anderes improvisieren. Frisch gebackenes Brot mit Chilibohnen und Paprika schmeckt auch. Oder mit Kichererbsenaufstrich und getrockneten Tomaten.

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„Vegan-Survival-Kit“ von Miriam

Zum Glück habe ich mir am Montag ein „Vegan-Survival-Kit“ zusammengestellt: leckere Aufstriche, frisches Obst und Gemüse, Hefeflocken, Räuchertofu, pflanzliche Milch und Joghurt. Ohne eine derartige Basis von pflanzlichen Nahrungsmitteln würde die Fastenzeit wohl sehr lang und frustrierend.

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Veganes Eis am Stiel

Aus veganem Pfirsich-Maracuja-Joghurt habe ich auch direkt ein paar Portionen veganes Eis am Stiel hergestellt. Ich bin mal gespannt auf das Ergebnis. :) Auch sonst bin ich ziemlich gespannt, was diese Fastenzeit noch mit sich bringt.

Miriam


Meine Klimawochen

13. Mai 2015 von presse4bundjugend

Ich blättere durch die Klimaexperimente-Broschüre und schon möchte ich alle möglichen Dinge ausprobieren, klimafreundliche Lebensstile entdecken. In meinem Kopf beginnen die Ideen zu kreisen und schon male ich mir aus: Wenn ich bei MeinGrundeinkommen oder ganz einfach im Lotto gewinne, miete ich mir eine Ladenfläche und vewandle sie in die „Werkstatt der Klimaexperimente“, veranstalte vegane Kochabende, Upcycling-Nähnachmittage und lege Urban-Gardening-Beete an… und und und..

DSC_0027_webOk. Meine Phantasie – kein Kommentar ;) Dennoch: So viel kann jeder gestalten, Alternativen austesten.  Und so kam mir der Gedanke: Warum nicht vier Wochen lang das Motto: „Mein Lebensstil- das Experiment.“

Meine #Klimawochen: Jede Woche jeweils ein Thema – Mobilität, Energie, Konsum und Ernährung. Zu jedem möchte ich Veranstaltungen und  Projekte besuchen, selbst kleine Dinge angehen, die schon lange auf meiner To-Do-Liste stehen: Den Hausmeister fragen, ob wir überhaupt Ökostrom beziehen, endlich einmal mein Fahrrad reparieren und leckere vegane Rezepte recherchieren. Jeden Freitag gebe ich einen kleinen Rückblick der vergangenen Woche und male schon einmal aus, was ich für die kommende Woche plane. Näheres findet ihr auch auf dem „Gestalte deine Klimawoche“-Aufruf.

Ich werde in Berlin herumradeln und Neues entdecken – es gibt so viele tolle Projekte: den Prinzessinengarten, den Leila und ein festes foodsharing-Netzwerk. Doch besonders interessiert mich auch, welche Klimaexperimente man gut auch an Orten durchführen kann, deren – ich nenne sie mal „Öko-Alternativ-Infrastruktur“ längst nicht so groß ist. Denn Berlin kann kein Maßstab sein. Ich selbst komme aus einem 300 Personen- Minidorf und weiß, wie schwer es ist, dort allein irgendjemandem erzählen zu wollen, doch bitte nicht mit dem Auto zu fahren, nur deswegen weil die Alternativen fehlen. So werde ich innerhalb meiner Klimawochen auch nach Hause fahren und verstärkt die Frage stellen: Welche Rahmenbedingungen müssen für manche Klimaexperimente gegeben sein?

Allgemein bin ich super motiviert, experimentierfreudig und kann es kaum erwarten, loszulegen. Ich freue mich über jeden, der mitmacht, kommentiert und Erfahrungen austauschen möchte. Ich werde berichten!

Ganz viele, liebe Grüße, Vera


#klimafasten: Wir feiern Woche vier!

19. März 2015 von presse4bundjugend

– und das mit den leckersten veganen Wraps bei super Sonnenschein:

Gestern war es soweit: Die vierte Woche unseres #Klimafastens ist vorüber und ab heute rutschen wir schon in die fünfte. Wie die Zeit vergeht! Zur Feier des Tages haben Ferdi, Toril und ich die Küche unsicher gemacht: Salate, Paprika und Avocado kleingeschnitten, Hummus, Kidneybohnen und Guacamole zubereitet,  und den selbstgemachten Tortilla-Teig geknetet und geknetet, platt ausgerollt und in der Crepe-Pfanne wunderbar angebräunt. Lecker! Dann wurde wild befüllt. Das Rezept eignet sich einfach perfekt für ein Frühlingspicknick im Grünen (und nein, jetzt bitte nicht die Felle als Untergrund erwähnen). Als Abrundung des Tages haben wir uns noch den Film „Blaues Gold“ angesehen, wobei im Anschluss ein spannendes Gespräch rund um den Handel von „virtuellem Wasser“ und den inneren Rechtfertigungsdruck beim Vegan-Experiment entstanden ist.

Und so gibt es auch weitere Updates von uns Experimentierern:

Laura
„Ich habe mein Bestes gegeben kein Geld für Lebensmittel in einer Kunststoffverpackung auszugeben. Doch leider konnte ich letzte Woche keinen anderen Weg finden, als Rosinen, Chips und Rohrzucker zu kaufen, obwohl jedes dieser Produkte in Plastiktüten steckte. Zugute halten kann ich mir, dass ich die Zutaten und auch das Knabberzeug für eine Familienfeier besorgen musste und sie unter dem ansonsten plastikfreien Einkauf die einzigen sündhaften waren. Ich versuche weiterhin eisern zu bleiben und solchen Malheurs zu entgehen“

Katja
„Die ersten zwei Wochen fiel mir der Verzicht sehr schwer. Der Weg durch den Supermarkt glich einem Spießrutenlauf und ich hörte plötzlich überall Leute von Eis oder Toffeeschoki reden. Nun bin ich über den Berg – sowohl zeitlich als auch emotional. Ich habe geistig viel dazugewonnen, während körperlich ein paar Gramm den entgegengesetzten Weg nahmen. Für die nächsten drei Wochen ohne Schoki und Co. bin ich zuversichtlich. Mal sehen, wie die erste Ostersüßigkeit nach der Fastenzeit schmeckt. Und auf wieviel Zucker ich überhaupt noch Lust habe – oder in Zukunft gerne verzichten will.“
(Auszug aus Katjas Artikel auf ihrem eigenen Blog: Schaut doch mal vorbei!)

Viele, liebe Grüße,
Vera

 


#klimafasten: Woche eins von sechs: Check!

27. Februar 2015 von presse4bundjugend

Die erste Woche des Klimafastens ist rum und ich ernähre mich immer noch vegan. Eigentlich finde ich es auch gar nicht so schwierig mich ausschließlich von pflanzlichen LebensDSC_0024_yeahh_quer_hellmitteln zu ernähren und der Verzicht im Alltag hält sich in ertragbaren Grenzen. Ich habe allein in den vergangenen sieben Tagen viele neue Rezepte ausprobiert und fange langsam an selber kreativ beim Kochen zu werden. Allerdings muss ich mir eingestehen, dass ich am Wochenende schon einen ziemlichen Hype auf Milch bekommen habe und es mir schwierig fiel, nicht einfach einen kleinen Schuss Milch in meinen Tee zu tun oder gar am Sonntagmorgen einen leckeren Latte Macchiato zu trinken. So war Mandelmilch meine Alternative, doch habe ich nach einer halben Tasse Schwarztee aufgegeben und bin wieder zum Kräutertee zurückgekehrt. Ich denke jedoch, dass ich in kommender Zeit verschiedene pflanzliche Milchalternativen ausprobieren werde und mich irgendwann daran gewöhnen kann.

Meine vegane Ernährung wird von Tag zu Tag routinierter, sodass ich jetzt auch anfangen kann mich mit den klimabezogenen Aspekten zu beschäftigen.

Bis dahin, weiter frohes Klimafasten!

Toril


#klimafasten: experimentum veganum

18. Februar 2015 von presse4bundjugend

Am 18. Februar ist Aschermittwoch und damit startet auch die 40 tägige Fastenzeit bis Ostern. Das nehmen wir als Anlass ein Experiment für einen klimafreundlicheren Alltag zu starten.
Ich habe mir bewusst das Ziel vorgenommen, in der Fastenzeit auf alle tierischen Produkte, egal ob Fleisch, Käse, Honig, Milch oder Butter, zu verzichten. Das Wort „Experiment“ (von lateinisch experimentum) heißt übersetzt so viel wie „Versuch“, „Beweis“, „Probe“ oder auch „Prüfung“. Aus diesem Grund habe ich mir ein Vorhaben ausgewählt, welches mich vor eine große Herausforderung stellen wird.

PhantomwurstIn meinem Alltag verzichte ich mittlerweile ganz auf Fleisch, doch genieße ich ein Stück Käse oder etwas Milch im Kaffee/Tee und im Müsli sehr. Das wird sich in der kommenden Zeit ändern, denn nun heißt es für mich zum Beispiel anstelle von Kuhmilch auf Soja-, Hafer- oder Reismilch umzusteigen. Besonders in meinem Alltag, der sich zum aller größten Teil in der Stadt abspielt, werde ich mir eine gute Strategie überlegen müssen, um meinem Vorhaben treu zu bleiben. Zum Mittagessen kann ich nun nicht mehr einfach schnell einen Gemüsedöner mit leckerer Kräutersauce oder einfach einen Reisteller mit Soße, die meistens mit Sahne oder auch Käse zubereitet ist, essen. Ich werde auch meine eigenen Kochstrukturen verändern müssen. Dazu bedarf es in der Tat einiges an Recherche, denn mir fehlen bisher noch gewisse Tricks und Tipps, um ein vielseitiges und abwechslungsreiches Wochenmenü zusammenzustellen.

Doch steht das ganze Projekt ja nun unter dem Motto „Fasten fürs Klima“, weswegen ich den klimatischen Aspekt in kommender Zeit ganz besonders Betrachten werde: Fleisch und tierische Produkte sind riesige Klimakiller. Durch eine vegane Ernährung kann man im Vergleich zu ein*er Allesesser*in 20% der Emissionen im Bereich Ernährung einsparen und so einen deutlichen Schritt in Sachen klimafreundlicher Leben machen. Während meines Experiments werde ich mich neben den Problematiken und Themen wie dem Soja-Anbau, veganer Kosmetik und veganer Kleidung bestimmt mit vielen neuen Aspekten im Bezug auf eine klimafreundliche Ernährungsweise auseinandersetzten.

Ich bin schon sehr gespannt, was mir dabei noch über den Weg laufen wird. Auf die leckeren und für mich neuen Rezepte freue ich mich jetzt schon!

Toril

Bild: flickr, kgbdd, phantomwurst