BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Mein 1. Experiment: Handytasche nähen

17. Februar 2016 von BUNDjugend

Ihr Lieben, hier nun die versprochene (höchst unprofessionelle) Anleitung zum Nähen einer Handytasche – in der Hoffnung, dass sie für euch irgendwie verständlich ist!

Zuerst sucht ihr euch zwei Stoffe aus, einen für Außen (bei mir dunkelblau) und einen für das Innenfutter (hier hellblau). Dabei stehen euch alle Gestaltungsmöglichkeiten offen.

Dann fertigt ihr ein einfachBild_1_webes Schnittmuster aus Papier oder Tonkarton an. Dazu messt ihr die Breite eures Smartphones und rechnet etwa 2 cm (als Nahtzugabe) drauf. Bei der Höhe macht ihr es genauso: Höhe ausmessen + 2 cm für die Nähte (1).

 

 

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Den Stoff, den ihr für die Außenseite ausgewählt habt, nehmt ihr doppelt und klappt ihn um, sodass er an einer Seite „geschlossen“ ist (2). Dadurch spart ihr euch später eine Naht. An dieser Kante legt ihr das Schnittmuster an, zeichnet herum und schneidet den Stoff zu. Genauso macht ihr es mit dem Stoff für das Innenfutter.

Jetzt habt ihr zwei gleichgroße Stoffstücke, Außen- und Innenseite (3 und 4).

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Dann müsst ihr euch für eine Verschlussvariante entscheiden. Ich habe eine Lasche gewählt, die dann mit einem Druckknopf befestigt wird. Man könnte aber zum Beispiel auch einen Knopf per Hand annähen und ein Knopfloch zuschneiden.

Für die Verschluss-LascBild_5_webhe müsst ihr die Größe des Handys abschätzen und überlegen, wie weit die Lasche auf der Außenseite zu sehen sein soll. Ich habe ein Maß von 8cm Breite und 10cm Länge genommen – abschneiden könnt ihr immer noch. Ihr nehmt den Stoff für die Lasche doppelt, sodass links außen ist und näht die offene lange und eine der kurzen Seiten mit der Nähmaschine zusammen (5). Jetzt sollte nur noch eine kurze Seite offen sein.

 

Bild_6_webNun kehrt ihr den Stoff um, sodass die Nähte verschwinden (6).

 

 

 

 

 

Als nächstes lBild_7_webegt ihr den Innenstoff und den Außenstoff „ausgeklappt“ aufeinander und steckt die Lasche dazwischen (7), sodass das offene Ende etwa 1cm raus guckt.

 

 

 

Jetzt näht ihr an der oBild_8_webberen Seite einmal quer rüber, sodass die drei Stoffschichten zusammen genäht sind (8).

 

 

 

 

Ihr legt den Innenstoff um, stBild_9_webeckt ihn ab und näht beide langen Seiten zu (9). Das gleich macht ihr mit dem Außenstoff (10). Abstecken und an den beiden langen Seite zunähen.

 

 

 

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Jetzt kehrt ihr nur den ABild_11_webußenstoff um und stopft den Innenstoff in den Außenstoff rein.

Es sollte nun auf der gegenüberliegenden Seite zur Lasche noch ein schmaler Streifen des Außen- und Innenstoffes überstehen (11).

 

 

 

 

 

Diese Streifen klappBild_12_webt ihr um, sodass die „ausgefransten Enden“ nach innen zeigen und näht beide zusammen (12).

 

Wenn alles gut gelaufen ist, sieht eure Tasche jetzt so aus (13). Ich musste auch zwischendurch auftrennen!

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Zur Befestigung der Lasche am Handy könnt ihr zum Beispiel wie ich einen Druckknopf mit einer Zange anbringen (14). Solche Sets gibt es in jedem Bastel- und Nähladen.

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Viel Spaß beim Nachnähen!

Kathy


Selber machen statt machen lassen!

15. Februar 2016 von BUNDjugend

Dass wir in einem scheinbar unendlichen Konsumrausch leben, ist für die meisten von uns Halb- oder Hardcore-Ökos nichts Neues. Alles ist zu jeder Zeit verfügbar und das in unsagbarer Menge und Auswahl. So funktioniert unser momentanes Wirtschaftssystem. Dass Konsum uns aber auch selbst völlig abhängig macht und einem stückweise die Autonomie entzieht, darüber denkt man vielleicht nicht jeden Tag nach.

Mir ist in den letzten Wochen oft aufgefallen, dass ich Dinge nicht mehr selbst machen kann, sondern für die kleinsten Angelegenheiten an einen Profi geben muss, mir Hilfe holen muss. Es ist nicht so, dass ich das nicht gern tue. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die unter chronischer Hilfe-Resistenz leiden, merke aber doch, dass ich mich in Konsumfragen oft vollkommen abhängig fühle. Und das von Akteur*innen, die ich eigentlich gern meiden würde – dubiose Großkonzerne zum Beispiel.

Deshalb habe ich mir für die Fastenzeit vorgenommen, ein bisschen Autonomie zurück zu gewinnen, mich in gewissen Bereichen auf meine Hände und eigenen (hoffentlich existierenden) Fähigkeiten zu verlassen und Dinge selbst zu machen anstatt sie zu kaufen. Dem Konsum also den Kampf anzusagen!

DSC_0525_blogMein erstes Experiment startet gleich am 10.02. zum Beginn der Fastenzeit und fordert mich in Sachen Geduld absolut heraus. Ich fahre zu meiner FÖJ-Kollegin Marie nach Falkensee (ist das schon das Ende der Welt?!), die in der Jugendkunstschule „Haus am Anger“ arbeitet. Hier haben sowohl Schulklassen und Gruppen als auch einzelne Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich künstlerisch und umweltanalytisch auszuprobieren und unter Anleitung einfach mal drauf los zu basteln, zu nähen oder zu gestalten. So eine Abwechslung hätte ich im Schulalltag auch gern gehabt!

Ich habe mir vorgenommen, eine Handytasche als Geburtstagsgeschenk für meinen Vater zu nähen. Vielleicht haben einige eurer Elternteile auch gerade die „Ich taste mich ans Smartphone heran“-Phase, in der sie mit Begeisterung entdecken, dass man über dieses WhatsApp ja mit seiner Sport- oder Mädelsgruppe kommunizieren oder sich gar gegenseitig Bilder schicken kann. Warum also eine unpersönliche Hülle bestellen, wenn man auch eine selbst machen kann?

Marie ist ein echter Profi an der Nähmaschine und noch dazu eine super Lehrerin, was mir die Arbeit wirklich erleichtert. Es ist heute zugegeben „schon“ mein zweites Mal an diesem erstaunlichen Gerät, das mich aber trotzdem noch einschüchtert. Ich bin eine absolute Anfängerin, dafür aber sehr motiviert – und ungeduldig. In der Hoffnung, dass euch mein Eintrag dazu anregen wird, selbst ins DIY-Geschäft einzusteigen, versuche ich mich in den nächsten Tagen mal an einer kleinen Anleitung. Seid gespannt!

Kathy