BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang

18. April 2017 von BUNDjugend

Die Fastenzeit ist zu Ende – und somit auch die Zeit meines kleinen Selbstexperimentes weitestgehend auf Plastikverpackungen zu verzichten. Gleichzeitig ist dieses Ende aber auch der Startpunkt, meine neu gewonnen Erfahrungen und Einsichten in meinen Alltag einzubauen und beizubehalten. Schließlich ist es mein Ziel gewesen, einen für mich alltagstauglichen Weg zu finden, weniger Plastikmüll zu verursachen.

Meine Bemühungen in diesen 40 Tagen haben soweit gut funktioniert und ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem, was ich erreicht und dazugelernt habe. Von Beginn an war ich sehr positiv gestimmt, da mich bereits mein erster plastikfreier Einkauf total begeistert und motiviert hat. Es ist zwar nur ein recht kleiner Einkauf Jasmin_Fotogewesen, aber alleine die Auswirkungen, die mir dabei klar geworden sind, waren eindrucksvoll. Bei einer kleinen Auswahl an Produkten (siehe Foto) habe ich bereits sechs Plastikverpackungen eingespart. Nüsse, Haferflocken und Leinsamen habe ich im Unverpackt-Laden in eigene Gläser abgefüllt. Obst und Kräuter habe ich frisch und lose eingekauft.

Als sehr interessante und positive Erfahrung empfand ich es außerdem, wie Verkäufer*innen an der Kasse reagiert haben, wenn ich lose Lebensmittel auf das Band gelegt habe. Kein einziges Mal bin ich belehrt worden, dass ich Tüten verwenden solle. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl, dass mein Vorgehen auf Verständnis gestoßen ist und gutgeheißen wurde. Auch Supermark-Mitarbeiter*innen können die täglichen Müllmassen nicht mehr sehen.

Allerdings gab es auch die ein oder anderen Dinge, die ich in der Zeit als recht schwierig empfunden habe. Dazu zählt zum einen, dass das Plastik-Fasten viel Zeit in Anspruch genommen hat. Einkäufe müssen geplant werden, neue Läden und neue Produkte ausfindig gemacht werden. Zum anderen hatte ich dadurch auch höhere Kosten als sonst. Des Weiteren empfanden es manche Freunde, mit denen ich einkaufen war, als kompliziert und zu aufwendig.

Abschließend kann ich diese Erfahrung aber nur jedem empfehlen. Das Experiment hat Spaß gemacht, mich auf schlechte Gewohnheiten aufmerksam gemacht und meinen Horizont erweitert.

Jasmin


Finales Klimafasten in Salzburg

14. April 2017 von BUNDjugend

 

BIld Klimafasten Salzburg Christian Unger

Die letzten Tage habe ich bei meiner Freundin in Salzburg verbracht. Meine Freundin achtet von Natur aus sehr auf ihre Ernährung und auch was und wo sie einkauft. Gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten war aber auch für sie etwas Neues.

Eine neu aufgekommene Herausforderung war die Tatsache dass ja auch die Beutel im Mülleimer aus Plastik sind. Diese wollte ich ebenfalls nicht mehr kaufen, also musste eine Alternative her. Ich habe nun Beutel aus Altpapier. Das Problem ist, dass diese Schwierigkeiten mit Feuchtigkeit haben. Das führt dazu, dass wir feuchte Abfälle nun vorher zum Trocknen ans Fensterbrett oder den Balkon legen.

Ich fand die Zeit sehr angenehm und habe viel Neues gelernt. Gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten ist schwierig, aber ich denke ich werde geschätzte gute 80 % meines neuen Konsumverhaltens auch zukünftig so beibehalten können. Es war ein sehr schönes Experiment und regte in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an!

Servus, macht‘s guad!

Chris

Die bisherigen Blog-Beiträge von Christ könnt ihr hier und hier nachlesen.


Motivation wo bist du?

6. April 2017 von BUNDjugend

In den letzten Wochen lief, bis vor ein paar Tagen, alles gut. Kein Plastikkonsum, relativ schnelle Eingewöhnung und Alternativenfindung. Ich bekam zu meinem Geburtstag viel Schokolade, natürlich alles in Plastik eingepackt. Eine Woche nach meinem Geburtstag war es dann so weit. Diese lag tagelang vor meiner Nase, geradezu aufgetürmt. Und ihr müsst wissen, ich liebe Schokolade!

Pascal_Schokokuchen

Nach dem Stress der letzten Wochen und keine Lust mehr auf das Experiment, weil es mich nervte andauernd etwas nicht essen zu können, öffnete ich eine Pralinenpackung voller zart dahinschmelzender Schoki. Das Doofe daran war nur, dass ich alles einfach runterschlang und gar nicht genug kriegen konnte und im Endeffekt gar nicht gemerkt habe, dass ich meine leckere Lieblingssüßigkeit gegessen habe, also alles umsonst.

Ein schlechtes Gewissen kam dann noch dazu, als ich es in meinem Plastik-Update-Video auf YouTube davon erzählte, das war irgendwie peinlich. Niemand fand es schlimm, aber mein Ehrgeiz war etwas angeknackt. Unzufrieden also mit diesem Geschehnis nahm ich seitdem mein Experiment lockerer, immerhin ist es ein Versuch und viel weniger Plastik habe ich auch verbraucht, darauf kann ich sehr stolz sein!

Immer noch bekomme ich viel Zuspruch von Freunden, Familie und Zuschauern auf YouTube. Einige konnte ich selbst schon dazu anregen mehr auf ihren Plastikkonsum zu achten und ihr Leben bewusster zu gestalten.

In meinem Kopf schwebt seit einigen Tagen immer mehr der Gedanke „Was ist, wenn das Experiment vorbei ist? Werde ich gleich viel Plastik konsumieren oder weniger?“. Ich habe mich in den letzten Wochen noch intensiver mit dem Thema Plastik und dessen Vor-und Nachteilen auseinandergesetzt und bin mir sehr sicher, dass ich weiterhin sehr darauf achten werde wenig Plastik um mich herum zu haben. Da ich in der nächsten Zeit umziehen werde, werde ich diese Gelegenheit gleich nutzen, um mein Umfeld von unnötigem Plastik zu befreien und wenn nötig auf Alternativen zurückgreifen.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ich in den nächsten acht Tagen haben werde und melde mich hier auf dem BUNDjugend Blog zum Ende des #Klimafasten wieder.

Bis dahin und bleibt plastikfrei,

Pascal


Klimafasten – Es gibt viel zu entdecken

5. April 2017 von BUNDjugend

Hallöle!

Nun ist schon der erste Fastenmonat vorbei und ich habe viel Neues ausprobiert und entdeckt. Ich merke, dass ich noch nicht 100%ig nach dem Zero-Waste-Prinzip Leben kann. Da es aber keine einmalige Aktion für sechs Wochen, sondern Teil meines Alltags werden soll, habe ich kein großes Problem damit. Ich habe mich daran gewöhnt, meinen Jutebeutel zum Bäcker mitzubringen und, wenn ich es nicht aus lauter Stress vergesse, mein Essen zum Mitnehmen ohne unnötige Plastiktüten zu bestellen. In größeren Städten wird natürlich jeder verpackungsfreie Laden besucht. In meiner Kleinstadt besteht da noch einiges an Potenzial. Warum wird denn das „gute Bio-Obst/Gemüse“ dreifach in Plastik eingepackt? Zwar brauche ich kaum Frischhaltefolie, dennoch werde ich bald Bienenwachstücher selbst machen, vielleicht als inspirierendes Geschenk.

Beschenkt wurde auch icsusih vor kurzem, als ein Packet der BUNDjugend bei mir ankam. Darin waren Socken eines Berliner Labels, veganes Duschbad, Aufstrich und noch eine Bambuszahnbürste. Socken – super bequem und schön bunt. Duschbad – zwar in einer Plastikverpackung, aber die kann ich ja wiederverwenden. Aufstrich – natürlich lecker. Bambuszahnbürste – wird verschenkt, mal sehen, wen ich damit zu einem nachhaltigeren Lebensstil motiviere. Mit meinem zuvor gekauften, festen Shampoo bin ich übrigens sehr zufrieden. Für die letzten zwei Wochen nehme ich mir vor, noch ein paar nützliche Alltagshelfer selbst zu basteln.

Bis dahin, lebt weiterhin die Veränderung!

Eure Susi


Leben ohne Plastikverpackungen?

31. März 2017 von BUNDjugend

von Katharina Huboi

An sich war es für mich bisher gar keine so großes Schwierigkeit auf Plastikverpackungen zu verzichten, weil ich vieles, was man so nebenbei vermeiden kann, eh schon lange vermeide (z.B. in Plastiktüten oder -schalen vorgruppiertes Obst und Gemüse, Take-away-Essen, Tee in Beuteln und flüssige Seife). Versucht man aber mal wirklich, sich zu 100 Prozent zu verweigern, wird man krass darauf sensibilisiert, wo überall Plastik dran ist.

katharina

Eine Alltags-Mehrweg-Ausstattung (siehe Foto) habe ich schon länger (Fußnote: die Brotbox habe ich 2003 in meiner Schultüte gefunden!). Übriges Essen decke ich im Kühlschrank mit Tellern ab, statt mit Cellophan.

Nichtsdestotrotz war Kunststoff auf jeden Fall das Material, das ich bis zum Beginn des Klimafasten am meisten weggeworfen habe und bin seit dem noch ein ganzes Stück mehr darauf sensibilisiert worden, wo überall Plastik dran ist. Beispielsweise haben selbst Brottüten in gefühlt jedem zweiten Supermarkt ein „Plastikfenster“.

Aufwand

Um den Aufwand, den das plastikfreie Einkaufen mit sich bringt, erst einmal hinaus zu zögern, habe ich am Anfang viel von meinen Vorräten gelebt, was Nudeln, Reis, Linsen o.ä. anging. Frisches Obst und Gemüse unverpackt zu bekommen, ist ja in jedem Supermarkt möglich.

Vieles kann man leicht umgehen, aber spätestens als das Klopapier leer wurde, war ein Einkauf im Unverpackt-Laden nicht mehr zu vermeiden. In Berlin ist er in der Wiener Straße. Es gibt in mehreren größeren Städten Läden, die nach dem Unverpackt-Konzept geführt werden und die alles von Lebensmitteln über Hygieneartikeln bis hin zu Putzmitteln entweder ganz unverpackt oder in Mehrweg-Verpackungen, also plastikfrei, anbieten. Und diese Läden bieten die Bezugsquelle für alles, was sonst unersetzlich scheint: Zahnpasta, Zahnseide in Glasröhrchen, Menstruationstassen und Shampoo und Conditioner am Stück wie eine Seife (gibt’s auch bei Lush).

Einige Dinge, die eigentlich immer verpackt sind, wie z.B. Rucula oder Käse, kann man sonst auch auf jedem Wochenmarkt ohne Probleme lose oder mit selbst mitgebrachtem Gefäß erwerben.

Das klingt alles sehr kompliziert, aber man findet schnell heraus, wo was wie zu beschaffen ist: Suppengrün ist bei Kaufland unverpackt, dafür hat Kaiser’s Brottüten ohne „Plastikfensterchen“ etc. Außerdem ist es ja recht selten, dass Klopapier, Taschentüscher, Shampoo, Seife, Nudeln und Reis gleichzeitig leer sind und man lebensunfähig scheint. Also ich finde den zeitlichen Mehraufwand wirklich machbar.  Wenn man schon mal in einen Unverpackt-Laden gefahren ist, kann man das ja ausnutzen: Warum ein Pfund Reis kaufen, wenn man auch 2 kg kaufen kann? Und das Shampoo-Stück hält wohl auch 3x länger als normale Shampoo-Flaschen. Zack, 2x zu Rossmann gehen gespart.

Trotzdem ist mir aufgefallen, dass es schon eine Reihe an Dingen gibt, auf die ich verzichte, wie Mozarella, Lachs, Mascarpone und Crème Fraîche. Alles keine essenziellen Dinge, aber eben meiner Kenntnis nach auch nirgends ohne Plastik erhältlich . Man möchte an dieser Stelle bedenken, dass Kunststoffe erst im 20. Jh entwickelt wurden. Crazy wie das Zeug uns infiltriert hat.

Allerdings habe ich auch kein außergewöhnlich hohes Hygienebedürfnis, sodass ich kein Problem damit habe, Schwämme und Handtücher statt Küchenpapier und feste statt flüssige Seife zu benutzen.

Der Kostenpunkt:

Nudeln, Reis etc. im Unverpackt Laden (ich habe bisher in keinem Supermarkt plastikfreie Varianten gesehen) kosten etwas mehr als gewöhnlich, sind aber auch beste Bio-Produkte, kosten also wahrscheinlich genauso viel wie das Supermarkt-Äquivalent, beim Berliner Unverpackt Laden liegen die Preise je zwischen 30-40 Cent pro 100g also ca. 1,70€ für ein halbes Kilo Spagetti. Gemüse und Obst sind gleich teuer, auf manchen Märkten eher preiswerter, besonders, wenn man gegen Ende hingeht und die Verkäufer ihre Ware loswerden wollen.

Ein Nischenprodukt, wie Klopapier aus dem Unverpackt Laden ist für mich auf die Dauer wohl keine Alternative (85 Cent pro Rolle), aber für die Klimafastenzeit mache ich das gerne!

Ob es ein teureres Leben ist, hängt halt maßgeblich davon ab, was man sonst so für Alltags- und Essensachen ausgibt. Mit Discounter-Preisen kann man nicht rechnen, wenn man aber sowieso sonst alles im Bioladen kauft, kann man mit gleichen Preisen rechnen.

Eine kleine Produktauswahl:

Zahnpasta (Tube)

Alternative: Zahnpasta als Pillen, sehen aus wie Minzpastillen und schäumen im Mund (z.B. bei „Original Unverpackt“)

Shampoo, Haarkur, Duschzeug

Alternative: Produkt am Stück, wie Seife (u.a. bei Lush, Original Unverpackt)

Tampons

Alternative: Menstruationstassen (gibt’s auch bei dm)

Coffee to go Becher

Alternative: Es gibt ganz viele Kaffeebecher, die kleiner und hübscher sind als diese bekannten Termo-Becher, dafür aber nicht warm halten (aber das macht Pappe ja auch nicht).


Zero Waste – Sechs Wochen ohne Müll

24. März 2017 von BUNDjugend

Servus, mein Name ist Lena, ich komme ursprünglich aus Coburg (Bayern) und mache derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der BUNDjugend Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Zu meinen Aufgaben zählt unter anderem das diesjährige Klimafasten zu organisieren und natürlich mitzumachen. Zunächst überlegte ich, was ich fasten könnte: Vegan ernähre ich mich schon, Auto habe ich keines… Wie wäre es mit Plastik? Das macht Pascal, mein FÖJ-Kollege, schon. Also ging ich noch einen Schritt weiter und entschied mich dazu, nach dem Zero-Waste-Prinzip keinen nicht-kompostierbaren Abfall zu produzieren. Wirklich gar keinen? Um mich nicht Gefahr zu laufen, nach einem Fastenbruch sofort entmutigt zu sein, schwächte ich mein Zielab und beschloss, während der Fastenzeit nicht mehr Müll zu produzieren, als in dieses Glas passt:

Glas_Hände_ohne_Kopf

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.

Nachdem mein Fasten-Vorhaben feststand, bemerkte ich, wie wenig ich doch über den Zusammenhang von Abfall und Klima wusste. Ja natürlich, die Produktion und Entsorgung von Verpackungen verursacht Treibhausgase – und nicht zu wenig. Aber viel mehr Wissen konnte ich zu diesem Thema nicht hervorkramen. Also bediente ich mich der unerschöpflichen Informationsquelle des Internets und las vier Stunden lang jeden Artikel, den ich zu Abfall(wirtschaft) und Klimaschutz finden konnte. Und siehe da: Viel mehr muss man gar nicht wissen. Die Problematik kurz zusammengefasst: Bei der energieintensiven Produktion von vielen Kunststoffen, Kleidungstücken und Geräten fallen Unmengen von giftigen Abgasen, Abfällen und Abwässern an. Nach dem Einkauf landen neben der Verpackung auch die Produkte selbst ziemlich schnell im Müll (Stichwort geplante Obsoleszenz). Damit schädigen unsere Konsumgüter das Klima gleich dreifach: Bei der Herstellung, beim Transport und bei der Entsorgung.

Man könnte meinen, dass der Großteil des entstehenden Abfalls recycelt wird und dadurch der klimaschädliche Abbau von Primärrohstoffen vermindert wird sowie Ressourcen geschont werden. Tatsächlich hat die deutsche Abfallwirtschaft bezüglich des Klimaschutzes in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht. Jedoch nützen die effizientesten Recycling- und Verwertungssysteme nichts, solange viel zu viel Abfall anfällt. Wir kaufen, um wegzuwerfen! Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Plastiktüte beträgt 25 Minuten. Wir kaufen lieber Wasser in Plastikflaschen, statt Mehrweg-Glasflaschen die Treppen hochzuschleppen oder noch besser Leitungswasser zu trinken. Wir nehmen lieber eingeschweißte Äpfel aus dem Supermarkt mit, statt sie vom Bauern um die Ecke zu holen. CDs, Handys und Batterien schmeißen wir heimlich – wenn auch mit schlechtem Gewissen –  in den Hausmüll, statt damit zum Recyclinghof zu fahren. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass die Deutschen brav ihren Müll trennen und auf die Umwelt achten, ist das Bewusstsein der meisten Menschen für Abfallvermeidung und Recycling im Alltag sehr gering. Muss man sich zwischen Bequemlichkeit und Umwelt- bzw. Klimaschutz entscheiden, siegt meist Erstere.

 


Klimafasten ist gar nicht so schwer, …

22. März 2017 von BUNDjugend

… dachte ich mir. Allerdings bin ich dennoch auf einige Hindernisse gestoßen. Als Teilzeit-Vegetarier, Freund frischer Küche und einer lebensbewussten bayrischen Einstellung fühle ich mich der Natur sowieso sehr verbunden. Viele Dinge, wie Jutesack statt Plastiktüte, sind für mich bereits selbstverständlich. Deshalb entschied ich mich, das Klimafasten zu nutzen, um in dieser Zeit gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten. Also auch auf Lebensmittel, die in Kunststoff eingepackt sind, wie es zum Beispiel auch bei so einfachen Dingen wie einem Salatkopf oft der Fall ist.

Mein ursprünglicher Plan, jeden Tag morgens vor der Arbeit auf den Markt in der Innenstadt zu gehen, um frisches Gemüse und Obst zu kaufen, ist relativ schnell gescheitert. Da ich kein Auto habe, müsste ich insgesamt eine gute Stunde früher aufstehen. Da ich sowieso sehr lange Arbeitszeiten habe und froh bin, wenn ich ein wenig Schlaf erhalte, ging das nur ein paar Tage gut. Die Alternative war dann das Einkaufen im Bioladen. Dieser befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen meiner Arbeit und meinem Zuhause, ist also immer noch etwa zwei Kilometer Fußweg von mir entfernt. Allerdings bin ich ganz gut zu Fuß, was man auch sein sollte wenn man bei den Bergen lebt und jeden Tag insgesamt acht Kilometer auf die Arbeit und zurück geht. Es stört mich demnach nur wenig, die Einkäufe dann über diese Strecke nach Hause zu tragen.

Chris2Preislich ist der Bioladen natürlich etwas teurer als der Markt in der Innenstadt, allerdings muss ich sagen, dass das insgesamt gar nicht so viel Unterschied macht, wie man vielleicht denken könnte. Auch da gibt es Angebote und ich habe den Blumenkohl sogar schon günstiger (und größer) als im Lebensmittel-Discounter erhalten. Grundsätzlich ist es für den etwas kleineren Geldbeutel sinnvoll, einfach flexibel zu sein – und natürlich immer frisch zu kochen bzw. ggf. auch mal eine größere Menge einzukaufen. Bei uns kann man sich auch Gemüsekisten von lokalen Bauern liefern lassen. Ich habe mir bereits zwei Stück mit meinem Nachbarn geteilt. Der Bauer kommt einmal die Woche, macht seine Tour, bringt eine bunte Mischung Gemüse von seinem Feld vorbei und fährt dann wieder. Richtig günstig und frischer geht nicht!

Ich bin gespannt, was die kommenden Wochen noch bringen werden und werde natürlich auch hier wieder darüber berichten.

Servus, macht‘s guad!

Chris


Plastikkonsum auf Null?

17. März 2017 von BUNDjugend

Foto_PascalDie Umwelt zu schützen klingt erstmal sehr abstrakt. Nach nur wenigen Klicks durchs Internet ist es schon einfacher: keine Plastiktüten benutzen, alltägliche Dinge wie das Auto und Werkzeuge/Gegenstände teilen, energiesparende Geräte benutzen und wenig fliegen. Mal genauer hingeschaut und diese ganzen Dinge schon beachtend, fiel mir auf, dass ich doch schon ziemlich nachhaltig meine verfügbaren Ressourcen nutze. Doch würde ich mein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der BUNDjugend in Berlin machen, wenn ich nicht noch etwas lernen könnte?

Vor einigen Wochen kam die alljährliche Aktion „Klimafasten“, bei uns im Büro, ins Gespräch. Ich hatte sofort Lust mitzumachen und war dabei. Doch auf was verzichten? Ich wollte eine besondere Herausforderung. Auf bei der Herstellung und beim Recycling sehr energieintensives Aluminium verzichten? Ein guter Anfang. vegetarisch leben? Mache ich schon. Auf Plastikverpackungen verzichten? Hm… Das ist schwer, vielleicht zu schwer. Okay ich mache es! Die Idee war geboren und da ich einen eigenen YouTube-Kanal habe werde ich darauf alles in einer Videoreihe festhalten. Zwei Videos sind schon online gegangen, also schaut doch mal vorbei! :)

Die erste Woche startete ziemlich spontan, vorbereitet war ich überhaupt nicht. Den ersten Tag kam ich so noch ganz gut aus, am zweiten wollte ich mehr essen als nur Brötchen mit einem veganen Aufstrich aus einem Glas. Nach dem Arbeitstag ging’s zum ersten plastikfreien Supermarkt in Berlin. Der Laden mit dem Namen „Original Unverpackt“ war schwer zu finden, seine „Werbung“ sehr zurückhaltend, obwohl er meiner Meinung nach in jeder Straße stehen sollte, denn das Konzept der plastikfreien Produktionskette vom Bauern bis hin zum Konsumenten überzeugte mich sofort. Nach Betreten des Ladens ein Grinsen und die Frage „Warum gibt es sowas nicht schon seit 20 Jahren?“. Von Nahrungsmitteln bis hin zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Edelstahl-Brotboxen und Bambuszahnbürsten. Letztendlich kaufte ich mir Nudeln, Schokolade und Smarties. Nicht mein komplettes Ziel, aber ich versprach nächste Woche wiederzukommen.

Am nächsten Tag ging es für mich auf Seminar ins Wendland. Ich stieg aus dem Bus und lief einige Kilometer über das Feld. Ich war im Nichts und doch war überall Müll. Meine Reaktionen hielt ich natürlich im Video fest, doch konnte ich meine Gefühle kaum in Worte ausdrücken. Müll. Müll. Müll. Mir wurde nun so wirklich bewusst, warum ich mein Experiment startete…

Pascal


Leben ohne Plastik: ein Selbstversuch

15. März 2017 von BUNDjugend

Motivation und Halbwissen

von Katharina Huboi

Bereits nach den ersten 4 Tagen Klimafasten, bin ich schon leicht gefordert von meiner Challenge. Was ist Klimafasten? Klimafasten ist ein Selbstexperiment, sich während der christlichen Fastenzeit an einer beliebigen Art von nachhaltigerem Leben zu versuchen, sei es vegane Ernährung, Verzicht aufs Auto, keine Make-up oder in meinem Fall: Verzicht auf Plastik und Rauchen.

An sich ist nicht rauchen kein Problem, ich rauche eh selten, wenn man aber wegen des verkomplizierten Alltags ohne Plastik schlechter gelaunt ist, wäre ‘ne Kippe hier und da doch eine schöne Sache so an sich. Tja, schlecht gewählte Kombi, selber schuld.

Aber mal ehrlich, das ist doch eine blöde Idee auf Plastik zu verzichten; es ist doch eh alles aus Plastik, soll ich jetzt keine Waschmaschine benutzen und wenn ich mein Brot in Papiertüten kaufe, wird’s halt schneller trocken und ich schmeiße ggf. einen Teil weg und wenn ich statt mancher Folien-Verpackungen Dinge in Dosen oder Tetra Packs kaufe ist damit doch auch niemanden geholfen oder? Außerdem sind Tetra Packs auch aus Plastik, du dumme Nuss, und ja du kannst viel in Gläsern kaufen, aber dann ernährst du dich auch nur noch von veganer Curry-Ingwer Paste, Joghurt und sauren Gurken. Und wenn ich wegen schwieriger Beschaffung von Käse öfter zur Avocado greife, wird mehr CO2 aus Flugzeugturbinen gepustet. Wie viele Avocados sind einmal Scheibenkäseverpackung? Oder ist es vielleicht sogar andersherum: Wie viel Scheibenkäsemüll ist einmal Avocado-Anbau und -Import? Meine Mehrwegverpackungen machen beim Abwaschen Wasser mit Spüli-Chemie schmutzig. Aber das ist doch nicht so viel Wasser wie das, was bei der Reinigung von Müll im Recycling-Prozess verwendet wird…oder?

Ich bin übermotiviertes Halbwissen auf zwei Beinen. Ich weiß nicht, ob Dosen oder PET umweltschädlicher sind und kann den Ressourcenverbrauch von verschiedenen Produkten nicht berechnen, um sie zu vergleichen. Ich weiß nicht, wie man die CO2-Belastung mit der Belastung durch Müll vergleichen kann. Viel zu viele Parameter, alles Äpfel und Birnen und mir fehlt das Fachwissen.

Meine Totschlag-Argumente für den Plastik Verzicht sind, 1) dass man dabei in vielen Punkten gar nicht auf andere Verpackungen umsteigt, sondern lose kauft und 2) dass ich bei Papier, für das ja die ganzen wichtigen Bäume gefällt werden, davon ausgehe, dass wenn ich es ins Gebüsch werfen würde, es durch den Darm von einem Regenwurm zu Erde wird oder so. Kunststoffe sind absolut nicht abbaubar, sie zerfallen bloß und schaden auf mindestens zweierlei Art: Zu nächst einmal „mechanisch“ in dem sich Tiere verheddern und ersticken oder sie gefressen werden, unverdaulich sind und Tiere bei vollem Magen verhungern. Und das sind keine dummen Zufälle, das passiert zu Hauf und dadurch könnten Ökosysteme kippen. Außerdem geben sie früher oder später, wenn sie lange genug rumliegen einige ihrer chemischen Bestandteile ab und sind giftig. Beliebtestes Beispiel sind wohl die Weichmacher, die an Östrogen-Rezeptoren andocken und somit Prozesse von weiblichen Hormonen im Körper in Gang setzten, die gar nicht da sind bzw. in viel geringerer Konzentration. Ergebnis: Keine neuen Knuts auf dem Nordpol. Ja auch dort kann man Kunststoff nachweisen, wie überall, alles ist verbunden und nirgends ist es clean. Gute Nacht, liebe Welt. Menschheit, wie kann man nur so hart verkacken?

Genug des Negativen. Ihr seht, man muss sich einige Gedanken machen, wie man seine Challenge definiert, in meinem Fall bin ich dazu gekommen, dass ich nicht ganz auf Plastik verzichte, sondern lediglich auf den Einkauf von in Plastik eingepackten Produkten, damit nähert man sich ein großes Stück dem „Zero-Waste“ Leben, aber weniger radikal. Ich kaufe Dosen und Tetra Packs lasse ich mir selber auch durchgehen, weil diese für Kunststoffprodukte wohl noch recht gut recyclebar sein sollen, habe ich gehört (Achtung: Postfaktismuswarnung!).

Fortsetzung folgt (Produkte, Zeitaufwand, Kostenpunkt). Adieu, over and out.


Plastiktüten adé! // Neugeborene Veganerin in den Kinderschuhen

14. März 2017 von BUNDjugend

Hallöchen, darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Lena und ich bin 19 Jahre alt. Seitdem ich denken kann, wohne ich in diesem kleinen Dorf namens Schildow, oberhalb der Stadtgrenze Berlins. Das tolle daran ist, dass man mitten im Nirgendwo an einem wundervoll friedlichen Wald wohnt und dennoch nur wenige Meter vom pulsierenden Großstadtleben entfernt lebt. Derzeit mache ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Biomarkt und bin superzufrieden damit.
Als ich vom Klimafasten gehört habe, bin ich sofort hellhörig geworden. Warum soll ich nicht nur mir selbst etwas Gutes tun, sondern meiner Umwelt im gleichen Zuge auch?

Plastiktüten? Es geht auch einfacher!

Ich wusste sofort, wie ich meinen Betrag dazu leisten kann – denn meiner Meinung nach wird mit Plastiktüten et cetera in meinem Bioladen, in dem ich arbeite, viel zu verschwenderisch umgegangen. Manche Kunden benutzen für einen einzigen Einkauf mehr als vier Plastiktüten, wobei sie jede einzelne Gemüsesorte in einer separaten Plastiktüte verwahren. Dass das Leben einer solchen Plastiktüte (in der Benutzung) gerade mal zwanzig Minuten beträgt, scheint den meisten Menschen leider erst viel zu spät aufzufallen und leider ist es anderen auch vollkommen egal, wie sie ihrer Umwelt damit schaden. Also möchte ich mit gutem Beispiel vorangehen und für die Fastenzeit komplett auf Plastiktüten verzichten. Zuvor bin ich auch oft mit Jutebeuteln einkaufen gegangen, doch nicht konsequent genug. Denn nur, wenn ich hundert Prozent gebe, weiß ich, dass mein Handeln nicht umsonst gewesen ist und, dass ich zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen konnte, den Heilungsprozess unserer Erde weiter nach vorne zu pushen. Denn, wie jeder weiß, gibt es nur diese eine Erde und dementsprechend sollte man sie auch behandeln. Warum schauen wir so oft weg, wenn das alles doch genau vor unserer Nase passiert? Viele von uns denken, dass wir alleine nicht viel gegen den Klimawandel ausrichten können, doch wir sind, was das angeht, wie ungekochte Spaghettis: Eine einzelne Nudel lässt sich leicht zerbrechen, doch wenn man einen ganzen Bund voller Spaghettis in der Hand hat, wird es einem wesentlich schwerer fallen, die Spaghettis zu zerbrechen. Also lasst uns mehr wie Spaghettis sein und dem Klimawandel den Kampf ansagen!

Aber das ist noch längst nicht alles, was ich in diesen sechs Wochen tun möchte.

Bereits ein paar Wochen vor dem Beginn des Klimafastens habe ich begonnen, mehr und mehr auf tierische Produkte zu verzichten. Zunächst nur, weil ich krank gewesen bin und mir bei dem Gedanken daran, Milch zu trinken oder ein Käsebrötchen zu essen, ziemlich schlecht wurde. Diese Krankheit ging eine ganze Woche, und in dieser einen Woche habe ich mir das Thema Verzicht oft durch den Kopf gehen lassen. Auf meiner letzten Seminarfahrt im Rahmen des FÖJs, welche unmittelbar vor meiner Krankheit stattfand, habe ich viel über Konsum gelernt, darunter auch über den Konsum von tierischen Produkten. In dieser einen Woche haben wir uns ausschließlich vegan ernährt. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass ich es überhaupt gar nicht vermisst habe, Käse zu essen und Milch zu trinken. Auf Fleisch habe ich schon eine ganze Weile zuvor verzichtet, ohne mich jedoch bewusst Vegetarier zu nennen.

Dann kam der Aufruf zum Klimafasten und mir war klar, dass das der Start in eine neue „Konsumära“ war, was mich persönlich angeht. Nur frisch, hauptsächlich bio und 100% vegan – so ernähre ich mich seit einigen Wochen und muss sagen, dass ich mich super fühle und weiß, dass ich auch anderen damit einen großen Gefallen tue.

Zum Beispiel unterstütze ich so nicht mehr länger die Massentierhaltung, welche ich schon verabscheue, seitdem ich mit vierzehn Jahren das Buch „Tiere Essen“ von Jonathan Safran Foer gelesen habe, welches sich sehr kritisch mit diesem Thema beschäftig. Dieses Buch ist sogar dafür verantwortlich gewesen, dass ich in diesem Alter für drei Jahre Vegetarierin gewesen bin, bis mir meine Familie aufgrund von Mangelernährung geraten hatte, es erstmal sein zu lassen. Doch ich denke, dass ich nun genug über Ernährung gelernt habe, um zu wissen, womit ich mein Defizit ausgleichen kann. Immerhin ist Milch nicht essenziell und der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sie einfach so trinkt. Ist es nicht paradox, dass auf der Welt mehr Getreide wächst, als die Weltbevölkerung essen kann und trotzdem etliche Menschen am Hungertod sterben? Das liegt daran, dass diese ganzen Felder beinahe nur aus Mastfutter bestehen.

Aber nun gut, ich schweife ab. Zurück zu meiner veganen Lebensweise!
Es macht mir unglaublich Spaß, vegan zu leben, wirklich. Man macht sich so viel mehr Gedanken darüber, was man eigentlich isst und ob das wirklich gut für einen ist. Ohne mir groß darüber Gedanken zu machen, habe ich einfach so vier Kilo abgespeckt, weil ich nicht mehr jeden Scheiß esse, sondern mehr darauf achte, dass alles frisch und gesund ist, mit einer gesunden Menge an Gemüse und ab und an mal Obst. Seit Beginn des Klimafastens verbringe ich viel mehr Zeit in der Küche und koche tolle Sachen – obwohl ich zuvor ein Kochmuffel gewesen bin. Es ist mir nie klar gewesen, wie viel Spaß es eigentlich machen kann, sich die fantastischsten Kreationen aus mystischem Gemüse, welches man zuvor noch nie gehört hat, und frischem Tofu aus meinem Bioladen zu zaubern. Es macht Spaß, bewusster zu werden und ich bin gespannt, wo mich diese Fastenzeit noch hinbringen wird.

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Mein neuer Liebling: Ein schnell gemachter Superfood-Salat aus Babyspinat, Quinoa, getrockneten Tomaten und Nüssen