BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Endlich wieder Tetrapaks!

8. April 2016 von BUNDjugend

Sechs Wochen (fast) kein Plastik gekauft… und irgendwie will ich das jetzt erst recht nicht mehr.

Im Laufe der letzten Wochen wurde der Verzicht immer spürbarer. Der Apfelsaft schmeckte plötzlich doch nicht mehr so gut im Tee, ich „musste“ Geburtstagsgeschenke verschenken – plastikfrei! – und niemand konnte mir ein passendes Kamerakabel leihen, das ich vor kurzem verloren habe (deswegen gibt’s auch keine Fotos zu den Beiträgen). Mittlerweile habe ich doch eins was noch bei meinen Eltern rumlag.

Zudem bin ich unglücklicherweise keine allzu großartige Köchin, sodass ich doch recht oft auf Mensaessen oder Fastfood (argh) zurückgriff, was manchmal doch in die Hose ging.

Einmal hatte ich beispielsweise total Hunger und wäre auf dem Rückweg sonst sicherlich verhungert, weshalb ich spontan zu Subway (argh) ging. Ich dachte, dass ich mein Essen ohne Plastik kriegen könnte, wenn ich es dort esse. Aber der erste Griff der Verkäuferin war zu einem Einmalgummihandschuhspender in der Wand und ich bereute es doch dorthin gegangen zu sein.

Da ich immer noch sehr viel lernen musste (weshalb der Abschlussblogartikel erst jetzt fertig ist), hatte ich auch dauernd Lust auf Schokolade.

Ich bekam den Tipp, dass es Süßigkeiten bei Karstadt zum Selbstabfüllen gab, aber leider waren sie weder Fair Trade, noch bio oder vegan und richtig teuer. Und so lecker waren sie dann auch nicht…

Mittlerweile habe ich mir aber scheinbar das Bedürfnis nach Süßem ein bisschen abgewöhnt, was ja auch ein netter Nebeneffekt ist.

Frustrierend aber war die Sache mit dem Ausgehen. Eines Abends war ich was Trinken und die ersten zwei Gin Tonics waren kein Problem, doch dann war wohl Schichtwechsel und der Dritte wurde mit einem Strohhalm serviert. Vorher hatte ich gar nicht daran gedacht, dass Strohhalme auch ein Problem darstellen können. So sinnlos…

Aber ich habe auch Positives erlebt.

Zum Beispiel habe ich Roggenmehl als Shampoo benutzt, was erstaunlich gut funktionierte. Jedenfalls besser als die zuvor genutzte Olivenseife. Man sollte es nur gründlich ausspülen. Das werde ich bestimmt jetzt noch öfter machen.

Ein Deorezept aus dem Internet habe ich auch ausprobiert und hatte auch ganz gute Ergebnisse. Es wirkte zwar nicht ganz so gut, wie ein 24 Stunden Power Deo, aber ist viel cooler.

Außerdem habe ich mir erstmals einen LUSH-Kosmetikladen angesehen, da ich hörte, dass es dort viele unverpackte Produkte gibt. Ein Shampoo am Stück konnte ich dort auch kriegen, aber leider hatten sie doch keine Zahnputztabletten in Papier oder Glasdosen, sondern in kleinen Plastikfläschchen, die man aber wieder zum Recycling dort abgeben kann.

Tja und jetzt ist die Fastenzeit schon wieder vorbei und ich darf plötzlich wieder Plastik kaufen!

Doch der Supermarkteinkauf wird trotzdem nicht besser. Überall sticht mir die Plastikverpackung ins Auge, ich bin jetzt total sensibilisiert.

Cool ist, dass meine Eltern sagten, sie achteten jetzt auch verstärkt darauf, weniger Plastik zu kaufen. Nur weil ich sie im Urlaub damit vollgelabert habe und vom Roggenmehlshampoo geschwärmt habe.

Auch wenn ich mittlerweile schon wieder Plastiksachen gekauft habe (ich habe mit Freunden gekocht, die das sehr befremdlich gefunden hätten – Bio war schon schwierig), werde ich wohl meinen Plastik-, aber auch anderen Müllkonsum weiterhin zu senken versuchen.

Also bin ich nun Mitglied bei einer Solidarischen Landwirtschaft und hoffe, dass ich damit viel weniger in Versuchung komme, Verpackungen zu kaufen.

Fazit: Es war ein spannendes Experiment – mein gelber Sack hat sich fast nicht gefüllt. Aber es ist ziemlich schwierig, Lebensstiländerungen mitten in der Klausurenphase zu machen, wenn man kaum Zeit hat Einkäufe zu planen und nach Alternativprodukten zu suchen. Doch ich denke – und das belegen auch zahlreiche Blogs, dass ein Leben ohne Plastik definitiv möglich ist und man sich, wie bei vegetarischer Ernährung, einfach nur dran gewöhnen muss.

Fiona


Ostern… Das Ende meines Fastenexperiments

6. April 2016 von BUNDjugend

Oha jetzt ist sie also rum, die Plaste-Fastenzeit. Ostern ist auch schon gestern, wieder so ein Fest des Konsums… Warum werden hier zu Lande eigentlich alle Feiertage zu Konsumorgien erniedrigt??? Wenn ich an die ganzen bunt glitzernden Alu- und Plastikverzierten Schokoeier und -hasen denke…

Doch nun ein paar Worte, wie es mir in den letzten Wochen ergangen ist.

Die Bambuszahnbürsten sind mittlerweile schon ganz gut erprobt! Ich hab jetzt gleich zwei Modelle, da in eurem tollen Fastenstarterpaket, dass ich gewonnen habe (ohne zu wissen, dass es was zu gewinnen gibt.:-P) auch eine Bambuszahnbürste (Hydrophil) zu finden war! Trotzdem bin ich froh über meine Bestellung der SIDCO, denn im Gegensatz zur Hydrophil sind hier auch die Borsten aus Bambus! Das Putzgefühl ist wunderbar, der Geschmack am Anfang vielleicht etwas ungewohnt, aber nicht unangenehm! Bisher bin ich zufrieden! Die Borsten scheinen auch recht haltbar zu sein. Da hatte ich am Anfang so meine Bedenken, da sie sehr weich sind.

Auch mit dem plastikfreien Einkauf hat es jetzt schon besser geklappt. Sogar bei Edeka (Noteinkauf) konnte ich Essbares ohne Plastikverpackung finden. Leider steht man dann vor der schwierigen Entscheidung Bio-Rote-Bete in Verpackung oder die konventionelle, unverpackte?160404_Mascha Peters_der EDEKA-Noteinkauf

Tiefkühl-Kost kaufe ich sonst eigentlich auch nicht. Für das Klima und weil wir eh kein Tiefkühlfach haben. Da es sonst aber wirklich kaum Gemüse gegeben hätte, noch viel weniger Bio, habe ich auch hier mit dem Bio-TK-Spinat wieder einen Kompromiss eingehen müssen. Zusammen mit losen Walnüssen und Container-Lauch gab das einen leckeren Aufstrich. Brot kriegt man beim Bäcker immerhin noch in Papiertüten. Aber auch hier muss man echt aufpassen! Geschnittenes Brot wird auch gerne in Plastik-Tüten verpackt und so manche Papiertüte hat ja so ein blödes Plastik-Sichtfenster. Am besten bringt man sich seine Papiertüte selbst wieder mit!

Um diesen Dilemmata aus dem Weg zu gehen, muss ich wohl noch konsequenter im Bioladen oder auf dem Markt einkaufen.

Containern waren wir auch wieder. So dass ich sowieso nicht viel einkaufen musste.

Und auch die Uni-Mensa hat vermutlich nicht die schlechteste Klimabilanz. Immerhin verarbeiten sie dort riesige Mengen an Gemüse…, die zusammen viel weniger Verpackungsmüll hinterlassen, als wenn jeder sein Mittagessen selbst im Laden kaufen würde.

Als Frau habe ich mich lange Zeit auch sehr geärgert, jeden Monat aufs Neue so viel Müll in Form von Tampons/Binden zu produzieren. Seit einiger Zeit nutze ich jedoch eine Menstruationstasse (Ruby Cup), die immer wieder verwendet werden kann. Super Sache, kann ich nur empfehlen!

Da ich letzte Woche ziemlich erkältet war, musste ich mir auch in Sachen Taschentüchern etwas einfallen lassen. So habe ich neben den containerten Tempos angefangen, Stofftaschentücher zu nutzen. Auch davon bin ich mittlerweile ziemlich überzeugt! Die Dinger haben ein unglaubliches Fassungsvermögen im Vergleich zu Papiertüchern!;-D

Ganz plastikfrei bin ich aber auch in den letzten Wochen nicht geblieben. Neben kleineren „Vergehen“, wie in Plastik verpackten Teebeuteln im Café, habe ich mir auch ganz bewusst eine Nasendusche aus Plastik zugelegt. Das war leider wirklich nötig, um einigermaßen fit für meine Ausbildung zur Forschungstaucherin zu sein… In diesem Zusammenhang werde ich jetzt nach der Fastenzeit auch eine ganz und gar nicht klimafreundliche Investition in benötigte Tauchausrüstung machen müssen. Da werd ich plastikfrei nicht durchkommen. Ich hoffe solche einmaligen größeren Investitionen durch ein ansonsten möglichst klima- und umweltbewusstes Leben kompensieren zu können.

Es war auf jeden Fall ein spannendes Experiment! Mehr oder weniger konsequent umgesetzt… Aber ich hoffe ein paar neue Erkenntnisse und Experimente in meinen Alltag integrieren zu können und zu Gewohnheiten werden zu lassen. Die Stofftaschentücher und die Bambuszahnbürste werden es mindestens sein!

Vielleicht bis zur nächsten Fastenzeit! Und dann heißt die neue Challenge vielleicht völlig „verpackungsfrei“?!:D

Alles Liebe!

Mascha


Plasten fasten

8. März 2016 von BUNDjugend

Was schon Halbzeit? Irgendwie weiß ich gar nicht recht, was ich berichten soll. Eigentlich kann ich bloß von Ausnahmen erzählen… Leider hatte ich mir auch vorher nicht so richtig überlegt, wie ich meinen Plan in der Praxis umsetzen kann. Die erste Woche der Fastenzeit war noch ziemlich simpel. Essen war irgendwie teils noch da, teils gabs das unverpackt in der Uni-Mensa. Und dann waren wir halt containern… Da fängts schon an: 160221_Mascha Peters_1Entspricht das jetzt dem Plastikfasten, wenn ich in Plastik verpackte Lebensmittel aus dem Container konsumiere? Ich habe für mich beschlossen, dass sie nicht zu verwerten, bloß um Plastik aus dem Weg zu gehen, einfach sinnlos ist. Schließlich rette ich immerhin die sonst unnötig produzierten Lebensmittel und gebe auch der Verpackung somit noch ein wenig mehr Nutzen.

In der zweiten Woche wurde es dann schon echt schwierig, kein Plastik zu konsumieren. Ich war bei meinen Eltern zu Besuch. Natürlich konnte ich von meiner Mutter schlecht erwarten, dass sie jetzt mir zu Liebe in das Klimafasten einsteigt und mit Biegen und Brechen plastikfrei einkauft…

Des Familienfriedens zu Liebe habe ich somit oft mein Fasten gebrochen und auch eingepackte Sachen gegessen. Immerhin kommt meine Familie mittlerweile gut mit meinen veganen Essgewohnheiten zurecht. Vielleicht hätte ich da noch konsequenter sein können, wenn ich einfach selber eingekauft hätte…

Da gerade Semesterferien sind, bin ich jetzt schon wieder zwei Wochen unterwegs Freunde und Verwandte besuchen. Tja und wieder mache ich unzählige Ausnahmen, schließlich kann ich als Besuch doch nicht vorgeben, was eingekauft wird?

Naja ab nächster Woche wird das hoffentlich besser. Dann hab ich wieder Uni und muss mich selbst versorgen.

In manchen Dingen bin ich aber immerhin schon auf dem richtigen Weg und ich sehe diese Fastenzeit auch eher als Experiment an, um auch langfristig Lösungen für ein klimafreundlicheres Leben zu finden. In Sachen Hygiene und Kosmetik bin ich schon seit einiger Zeit dabei, viel einzusparen. Meine Zähne putze ich eigentlich nur mit Kokosöl und Natron, mein Deo besteht fast aus den gleichen Zutaten, gepaart mit etwas ätherischem Orangen- und Teebaumöl. Shampoo und Duschgel benutze ich auch schon lange nicht mehr. Ab und zu Lavaerde und ansonsten warmes Wasser sind vollkommen ausreichend!

Das Leben meiner Zahnbürste neigt sich jetzt leider dem Ende zu. Da hab ich mal im Internet recherchiert und tatsächlich ein Exemplar aus reinem Bambus (Stiel und Borsten!) gefunden und bestellt. Ich bin gespannt, ob die mit den herkömmlichen Zahnbürsten mithalten kann. Bericht folgt dann beim nächsten Mal.

Was die Lebensmittel angeht gibt es noch Verbesserungsbedarf. Mein Freund ist bei der Foodcoop dabei. Da möchte ich jetzt auch gerne einsteigen. Dann kann man Linsen, Reis und co. in 10 Kilo-Säcken kaufen und spart so auch eine Menge blöder Plastikverpackungen. Obst und Gemüse möchte ich in Zukunft auch vermehrt auf dem Markt oder im Bioladen einkaufen. Eine Gemüse-Kiste wird jetzt auch bestellt.

Produkte wie Tofu und pflanzliche Milch/Joghurt/Sahne muss ich dann wohl auch vermehrt selber machen. Ein wenig hab ich da auch schon experimentiert.

Pflanzenmilch ist gar nicht so schwer (Einfach z.B. eine Hand voll Sojabohnen einweichen, mit ganz viel Wasser kochen, pürieren, evt. durch ein Sieb streichen). Zumindest wenn man sie nur zum Kochen und Backen verwenden möchte. So richtig lecker, das man sie gerne pur trinken möchte, hab ich sie noch nicht hinbekommen. Wenn da jemand Tipps hat, würde ich mich freuen!

Aus der Milch kann man auch eine Art Tofu-Quark leicht selbst herstellen. Dann nimmt man am besten mehr Sojabohnen, sodass die Milch richtig dickflüssig wird, gibt dann zur noch warmen Milch etwas Salz und ca. 4-5 EL Zitronensaft. Dann lässt man die Milch etwa 15 Minuten stehen (nicht rühren!) sodass das Eiweiß denaturiert (sieht flockig aus). Die Masse wird jetzt in ein feines, mit einem Tuch ausgekleidetes Sieb gegossen. Das Tuch über der Masse zusammenlegen und mehrere Stunden abtropfen lassen. Im Kühlschrank wird der Tofu auch noch etwas fester. Die Konsistenz erinnert an Frischkäse. Ich nutze den Tofu gerne als Basis für Aufstriche oder Soßen. Um richtig schnittfesten Tofu zu erhalten braucht man wahrscheinlich ein stärkeres Gerinnungsmittel, wie z.B. Nigari (aus Meerwasser gewonnenes Mineralsalzgemisch).

Also mal sehen was die zweite Hälfte noch so mit sich bringt. Bin gespannt, ob ich es schaffe, konsequenter zu sein!

Mascha


Meine Challenge: Sechs Wochen kein Plastik kaufen

16. Februar 2016 von BUNDjugend

Seitdem ich mich in meiner BUNDjugend Ortsgruppe mit dem Thema Müll und Plastikmüll beschäftigt habe, geht es mir nicht mehr aus dem Kopf. Überall an den Straßenrändern, im Gebüsch und in den Flüssen liegt, hängt und treibt Plastikmüll herum und in den Weltmeeren sammelt es sich immer weiter an. Kein Wunder, denn wenn man einen Supermarkt durchquert, sieht man die Waren kaum vor lauter Plastik, sogar natürlich perfekt verpackte Bananen sind teilweise umhüllt von Polystyrol und co., während Süßigkeiten in einer Packung nochmal extra verpackt sind, damit es ja hygienisch ist.

Müllsammelaktion der BUNDjugend Göttingen

Müllsammelaktion der BUNDjugend Göttingen

Also habe ich mir vorgenommen, mich diese sechs Wochen der Herausforderung zu stellen und wirklich nur Produkte und Gegenstände zu kaufen, die kein Plastik enthalten. Ich bin gespannt, auf welche Produkte ich verzichten werden muss, ob ich mich weniger vegan ernähren kann, oder weniger Bioprodukte kaufen kann.

Da ich momentan viel lernen muss, war ich heute in einem Supermarkt, um nach Schokolade, oder Student*innenfutter zu suchen, habe mich aber im Endeffekt nicht getraut, eine der Schokoladen zu kaufen, da ich fürchtete, innen eine weitere Plastikfolie vorzufinden. Zum Glück habe ich momentan noch (Plastik verpackte) Rosinen, die ich erstmal aufbrauchen werde, bevor ich was neues kaufe. (Aber – keine Angst – ich habe mich tatsächlich zusammengerissen und gestern keinen sechswöchigen Vorrat an plastikverpackten Süßigkeiten angelegt!)
Leicht deprimiert habe ich dann den Supermarkt nur mit einer Packung tiefgekühlten Spinats verlassen (Pappe außen).

Demnächst werde ich auch neues Shampoo brauchen und habe noch keine PP-freie Lösung. Kennt jemand einen Laden, indem man Shampoo in mitgebrachte Flaschen abfüllen kann? Oder ein cooles Rezept zum selber machen? Oder…?

Ich hoffe, es wird nicht allzu schwierig…

Fiona


#Plastikfasten: Der erste Einkauf nach Ostern

15. April 2015 von presse4bundjugend

Der erste Einkauf: Alles wie immer, am liebsten frische Zutaten, Glasverpackungen sind in Ordnung, Kunststoffe auf keinen Fall. Dann fällt mir ein: Es ist NACH Ostern, Tetrapaks sind wieder ok! … greife zu den Milchersatzprodukten und genieße später eine Müslischüssel ohne Wasser, dafür aber mit köstlicher Hafermilch!^^ Das Beispiel zeigt mir, dass das Experiment sich langfristig auf mein Empfinden auswirkt. „Plastik-Artikel“ finde ich automatisch unattraktiver und das macht mich sehr stolz. Solche Lebensmittel werde ich nur noch vereinzelt kaufen.

Außerdem kann ich mir gut vorstellen, mich auch an anderen Aufgaben zu versuchen…zum Beispiel einem veganen Monat. Es gibt nichts, was man durch eine gute Einstellung nicht schafft.

Viele, liebe Grüße,
Laura


#klimafasten: Wir feiern Woche vier!

19. März 2015 von presse4bundjugend

– und das mit den leckersten veganen Wraps bei super Sonnenschein:

Gestern war es soweit: Die vierte Woche unseres #Klimafastens ist vorüber und ab heute rutschen wir schon in die fünfte. Wie die Zeit vergeht! Zur Feier des Tages haben Ferdi, Toril und ich die Küche unsicher gemacht: Salate, Paprika und Avocado kleingeschnitten, Hummus, Kidneybohnen und Guacamole zubereitet,  und den selbstgemachten Tortilla-Teig geknetet und geknetet, platt ausgerollt und in der Crepe-Pfanne wunderbar angebräunt. Lecker! Dann wurde wild befüllt. Das Rezept eignet sich einfach perfekt für ein Frühlingspicknick im Grünen (und nein, jetzt bitte nicht die Felle als Untergrund erwähnen). Als Abrundung des Tages haben wir uns noch den Film „Blaues Gold“ angesehen, wobei im Anschluss ein spannendes Gespräch rund um den Handel von „virtuellem Wasser“ und den inneren Rechtfertigungsdruck beim Vegan-Experiment entstanden ist.

Und so gibt es auch weitere Updates von uns Experimentierern:

Laura
„Ich habe mein Bestes gegeben kein Geld für Lebensmittel in einer Kunststoffverpackung auszugeben. Doch leider konnte ich letzte Woche keinen anderen Weg finden, als Rosinen, Chips und Rohrzucker zu kaufen, obwohl jedes dieser Produkte in Plastiktüten steckte. Zugute halten kann ich mir, dass ich die Zutaten und auch das Knabberzeug für eine Familienfeier besorgen musste und sie unter dem ansonsten plastikfreien Einkauf die einzigen sündhaften waren. Ich versuche weiterhin eisern zu bleiben und solchen Malheurs zu entgehen“

Katja
„Die ersten zwei Wochen fiel mir der Verzicht sehr schwer. Der Weg durch den Supermarkt glich einem Spießrutenlauf und ich hörte plötzlich überall Leute von Eis oder Toffeeschoki reden. Nun bin ich über den Berg – sowohl zeitlich als auch emotional. Ich habe geistig viel dazugewonnen, während körperlich ein paar Gramm den entgegengesetzten Weg nahmen. Für die nächsten drei Wochen ohne Schoki und Co. bin ich zuversichtlich. Mal sehen, wie die erste Ostersüßigkeit nach der Fastenzeit schmeckt. Und auf wieviel Zucker ich überhaupt noch Lust habe – oder in Zukunft gerne verzichten will.“
(Auszug aus Katjas Artikel auf ihrem eigenen Blog: Schaut doch mal vorbei!)

Viele, liebe Grüße,
Vera

 


#klimafasten: Mehrweg-Einweg-Plastik-Glas?

9. März 2015 von presse4bundjugend

Fuhhhhhh….!! Ich stapfe die Treppen bis zu meiner Wohnungstür hinauf. Warum wohne ich eigentlich so weit oben? Gut. Ich habe mir gesagt: Ich kaufe keine Plastikverpackungen ein.
Da habe ich mir in den ersten Tagen einfach gesagt, überall, wo es nicht anders geht: Statt Tetrapack mit Plastikdeckel, Glasflasche mit Metallverschluss. Und wie sehr ich überrascht war, als ich Tofu im Glas entdeckt habe!

Doch nun habe ich meinen Joghurt, meine passierten Tomaten und die Kichererbsen in meiner Tasche, die unter der Last ächtzt und spüre das Gewicht beim Schleppen! Wie hoch ist da eigentlich der Ökofaktor beim Transport? Mit der Vorstellung, dass viele Produkte, die ich im Supermarkt erhalte, einmal durch ganz Deutschland, wenn nicht sogar Europa, der ganzen Welt fahren/fliegen, beäuge ich die Gläser misstrauisch. Den ersten Schritt meiner Recherche zu „Problemstellung: Glasbehälter“ macht ein sehr interessanter und übersichtlicher Eintrag auf dem leben-ohne-plastik.blog und wirft das Thema Einweg/Mehrweg insbesondere bei Getränken auf.

Vera

 


#Plastikfasten: Woche eins

27. Februar 2015 von presse4bundjugend

Ob meine Fähigkeit, mich schnell von einer Idee begeistern zu lassen, mir nun immer gut tut, ist zu bezweifeln. Mit einem inneren Schmunzeln hab ich mich spätestens, als ich zu meinem ersten Einkauf in den (Bio-)Laden aufgebrochen bin, gefragt: Was hast du dir da verdammt nochmal eingebrockt? Denn als ich vor den Regalen stand, musste ich mich, nicht wie sonst (weil wegen vegan) fragen, was vielleicht nicht geht für mich, sondern, was ÜBERHAUPT geht. Denn bis auf Mehl in Papiertüten, Aufstriche und Eingewecktes im Glas und Obst und Gemüse kam für mich nichts in Frage. Selbst Flocken/Müsli, die in Papiertüten abgepackt waren, forderten noch das offenbar obligatorische Plastikfensterchen, um sich von ihrer besten Seite zeigen zu können. Auch der lose Tee kam nicht ohne dieses aus – nur schwarzen oder grünen Tee hätte ich kaufen können, dabei wollte ich doch Kräutertee!
Plastikfasten_Lea_Stenzel_PlastiksuendenKurzum: Meine anfängliche Euphorie ist ziemlich schnell einer realistischen Einschätzung der Lage gewichen. Schon nach einer Woche meines Projekts kann ich ein erstes Fazit abgeben: In einer Stadt, in der es (meines Wissens nach) keinen Laden gibt, wo ich mir viele Dinge selbst abfüllen könnte, ist der komplette Verzicht auf Plastik absolut unmöglich. Zumindest, wenn ich mir meine bisherige Ernährung erhalten möchte. Klar, ich könnte mich zukünftig nur noch von frischem Obst und Gemüse ernähren. Doch da dies mich erstens unzufrieden machen und zweitens vermutlich schnell in eine Mangelernährung führen würde, ist das keine Lösung. Ich bleibe also weiterhin bei meiner bereits geäußerten Überzeugung, dass ich einen kompletten Verzicht in der aktuellen Lebenslage nicht umsetzen kann/will. Und ehrlicherweise verrate ich euch auch gleich meine „Plastiksünden“ der letzten Woche: 1x Soja-Reis-Drink, 1x Zahnpasta, 1x Linsen, 1x Bohnen, 1x Paranusskerne, 1x Naturtofu, 1x Räuchertofu.

Aber nun zum positiven Teil, ich bin nämlich trotz der „Sünden“ stolz auf mich. An ganz vielen Fronten hat der Plastikverzicht wunderbar funktioniert:

  • Obst & Gemüse kaufe ich nur noch lose, entweder auf dem Markt, im Bioladen oder im normalen Supermarkt. Schockierend ist übrigens auch, dass ich im Rewe ziemlich viel loses Zeug aus konventioneller Landwirtschaft kaufen kann, bei den Bio-Sachen aber alles außer Ingwer eingeschweißt und abgepackt ist. Alles! Echt krass.
  • Plastiktüten nehme ich ja ohnehin nirgendwo an, aber ich wollte es mal aufführen, bessert die Bilanz auf. ;-)
  • Ich benutze keinerlei Shampoo, Spülung, Duschgel mehr, nur noch Alepposeife für Haut und Haar. Funktioniert ganz wunderbar! Danke nochmal an Erbse von http://www.kosmetik-vegan.de/, die mich mit ihrer Aleppo-Begeisterung angesteckt hat. Den Haaren tut es auch gut, die fetten weniger schnell.
  • Ich benutze zum Mitnehmen meines Essens Papiertüten oder Gläser und werde mir noch eine Dose aus Edelstahl zulegen. Dann brauche ich mir auch keine Gedanken mehr über die ekligen und unsichtbaren Gifte machen, die über die Kunststoffdosen ihren Weg in mein Essen und dann in meinen Körper finden.

Zur Motivation habe ich mir den Film Plastik: Der Fluch der Meere angeschaut. Die Infos sind nicht neu für mich. Sie nähren aber die Überzeugung, dass die Vermeidung von unnötigem Müll sehr wichtig ist für eine Umwelt, die nach ihren natürlichen Abläufen und Rhythmen funktionieren kann. Und auch jene, dass wir Menschen egoistisch, skrupellos, ignorant und selbstgerecht sind, aber das ist ja bekannt! Nach Angaben der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH hat sich der Verbrauch von Kunststoffverpackungen zwischen 1991 und 2012 nahezu verdoppelt (http://bit.ly/1wwyHLT). Dabei werden diese Verpackungen häufig wegen ihrer Vorteile hinsichtlich der Hygiene gelobt. Wie passt dazu mein subjektiver Eindruck, dass die Leute immer infektanfälliger werden, Allergien gehäuft auftreten usw.? Ich bin weder Ärztin noch habe ich mich umfassend mit irgendwelchen Studien befasst, das ist wie gesagt alles subjektiv. Aber da rufe ich mir wieder die Meinung meiner Mutter „Ein bisschen Dreck hat noch niemandem geschadet“ in Erinnerung und glaube, dass uns zu viel Hygiene und Sterilität eher krank macht als schützt. Schließlich kann ein gesunder menschlicher Körper sich mit seinem grandiosen Abwehrsystem gegen negative Umwelteinflüsse hervorragend schützen. Aber leider kann man auch viel weniger Werbung auf den Produkten platzieren, wenn man an Verpackung spart…

Lea


#klimafasten: Woche eins- Und abgefüllt!

25. Februar 2015 von presse4bundjugend

„Ähm… könnten Sie mir erklären, wie ich vorgehen muss?“ Die junge Frau hinter der Kasse sieht mich freundlich an und beschreibt mir alles: „Zunächst wiegst du deinen Behälter ab, den du mitgebracht hast. Im Anschluss kannst du aus den Fächern deine Menge an Produkten abfüllen, die du brauchst und dann ganz einfach zur Kasse gehen und bezahlen.“
IMAG0369Jetzt ist bereits mehr als eine Woche des #Klimafastens vorbei und ich stecke mitten drin im Alltag ohne Plastikverpackungen. Mein Müsli, die Nudeln für das Mittagessen und das Studentenfutter als kleinen Snack- all das fülle ich mir in meine Weckgläser als würde ich es schon seit Ewigkeiten so tun. Natürlich erfordert es im Vorhinein viel mehr Planung: Spontane Einkäufe sind nicht ganz so einfach, da ich ja immer meine Behälter mitnehmen muss. Zudem sind solche Abfüllstationen eine feste Ausnahme in normalen Supermärkten. Da ist es schon gut, dass ich in Berlin wohne und zur Not immer auf den Original-Unverpackt-Laden ausweichen kann. Doch auch in so manchen Bioläden habe ich die Möglichkeit entdeckt, sich selbst seine Lebensmittel abfüllen zu können- und meine Suche ist gerade erst am Anfang! Mal dann und wann nen Schokoriegel, Kekse oder was zum Knabbern- schwierig: Die Quengelecke an der Supermarktkasse wird von mir schon manchmal sehnsuchtsvoll beäugt, aber nein.
Gemüse und Obst, Reis und Nudeln, all die Grundnahrungsmittel sind kein Problem. Was mich sehr beschäftigt, ist, dass ich keine Möglichkeit sehe, vegan und plastikfrei zu leben: So bin ich von Sojajoghurt wieder auf normalen im Glas umgestiegen- Ist das nun besser für die Umwelt? Dieser Frage werde ich in den kommenden Tagen weiter nachgehen und ein wenig recherchieren.

Somit weiterhin, und besonders an diejenigen, die auch dem Experiment #Plastikfasten nachgehen: Ein gutes Gelingen und solidarische Grüße ;)

Vera


#klimafasten: Weck mit dem Plastik!

23. Februar 2015 von presse4bundjugend

Stapfe ich in den Supermarkt in der Absicht Bio zu kaufen, bin ich, huch, ziemlich erfreut: Eine ganze Ecke Gemüse und Obst. Meine Freude stumpft schnell ab: Alles in diesem knisternden, durchsichtigen Plastikzeug und Schälchen verpackt. Gerade einmal die Avocados können sich dazu durchringen, mir ihre unverpackte Seite zu zeigen. Na wunderbar- Kaufe ich jetzt Bio in Plastik oder Exotisches aus Übersee? Dazu stehe ich verwirrt vor dem Kühlregal, die Hand ausgestreckt: Camembert, Milch, mein Lieblingsfrischkäse- alles in (Plastik-)Hülle und Fülle. Und dies besonders auffällig bei veganen Produkten. Denn warum gibt es eigentlich meinen Sojajoghurt nicht im Glas?

DSC_0121_web_kleinSo viele Fragen: Welche Lebensmittel sind eigentlich alle in Plastik verpackt? Und welche Produkte kaufe ich normalerweise ganz aus Gewohnheit mit Verpackung? Und die wichtigste: Geht es auch anders? Während der Fastenzeit möchte ich auf die Suche nach dem „ohne“ gehen und die Regale der Supermärkte, Bioläden und Wochenmärkte durchstöbern, mit einem Einkaufszettel in der Hand, auf dem ich plastikverpackte Lebensmittel einfach ausradiert habe.

Poly…was? Kunststoffe sind aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie bestehen fast alle aus verarbeiteten Erdölderivaten und sind gut hinter sperrigen chemischen Begriffen wie Polyester, Polystyrol, Polycarbonat und Polyethylenterephthalat versteckt. Es ist die perfekte Zeit, mehr über die Herstellung dieses Stoffes und die Probleme, die mit Plastik verbunden sind, herauszufinden.

Ich wage das Experiment! Ich krame all meine Stoffbeutel, Tupperdosen und Einmachgläser aus dem Schrank und lege mir einen Vorrat an Weckgläsern an. Denn ich werde diesem Plastik eins auswischen und es beim Lebensmitteleinkauf einfach links liegen lassen.

Vera