BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

WELTbewusst Stuttgart auf dem Mädelsflohmarkt in Nördlingen

6. Oktober 2015 von presse4bundjugend

Am Samstag, den 26. September fand zum zweiten Mal ein Mädelsflohmarkt in Nördlingen (im bayrischen Schwaben) statt. Gegen den Eintritt von zwei Euro, der als Spende an ein Frauenprojekt in Indien geht, wurde den Besucherinnen viel geboten: Zwei Verkaufsflächen mit Second-Hand-Mode, der lokale Weltladen, eine Band, zwei Friseurinnen, Maniküre sowie leckeres Essen und Getränke.

Und zwischendrin: Der Infostand von WELTbewusst Stuttgart. Von den weit über 500 Besucherinnen im Laufe des Abends schauten viele bei uns vorbei, waren interessiert und motiviert, sich mehr mit den Hintergründen zum Thema Textil zu beschäftigen.

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Ein guter Einstieg ins Gespräch war unser Spiel „Zusammenhänge herstellen“, bei dem die Teilnehmerinnen Kärtchen verbinden sollten, um etwa die durchschnittlichen Löhne in Bangladesch oder den Wasserbedarf von Baumwolle herauszufinden. Wir konnten über die sozialen und ökologischen Folgen der konventionellen Textilproduktion informieren und Alternativen ansprechen – neben GOTS-zertifizierter Kleidung eben auch Second-Hand-Mode.

Dass die Veranstalterinnen des Mädelsflohmarkts am selben Strang zogen und jeder Besucherin zur Begrüßung eine fair gehandelte Stofftasche schenkten, unterstrich die Aussage zusätzlich.

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Die Veranstaltung wurde von WELTbewusst erLEBEN geförert. Vielen Dank an das tolle Organisationsteam in Nördlingen für die fabelhafte Umsetzung und die Einladung an uns! Wir sind froh, dabei gewesen zu sein – und freuen uns schon auf den nächsten Flohmarkt 2016!


Meine Klimawochen

13. Mai 2015 von presse4bundjugend

Ich blättere durch die Klimaexperimente-Broschüre und schon möchte ich alle möglichen Dinge ausprobieren, klimafreundliche Lebensstile entdecken. In meinem Kopf beginnen die Ideen zu kreisen und schon male ich mir aus: Wenn ich bei MeinGrundeinkommen oder ganz einfach im Lotto gewinne, miete ich mir eine Ladenfläche und vewandle sie in die „Werkstatt der Klimaexperimente“, veranstalte vegane Kochabende, Upcycling-Nähnachmittage und lege Urban-Gardening-Beete an… und und und..

DSC_0027_webOk. Meine Phantasie – kein Kommentar ;) Dennoch: So viel kann jeder gestalten, Alternativen austesten.  Und so kam mir der Gedanke: Warum nicht vier Wochen lang das Motto: „Mein Lebensstil- das Experiment.“

Meine #Klimawochen: Jede Woche jeweils ein Thema – Mobilität, Energie, Konsum und Ernährung. Zu jedem möchte ich Veranstaltungen und  Projekte besuchen, selbst kleine Dinge angehen, die schon lange auf meiner To-Do-Liste stehen: Den Hausmeister fragen, ob wir überhaupt Ökostrom beziehen, endlich einmal mein Fahrrad reparieren und leckere vegane Rezepte recherchieren. Jeden Freitag gebe ich einen kleinen Rückblick der vergangenen Woche und male schon einmal aus, was ich für die kommende Woche plane. Näheres findet ihr auch auf dem „Gestalte deine Klimawoche“-Aufruf.

Ich werde in Berlin herumradeln und Neues entdecken – es gibt so viele tolle Projekte: den Prinzessinengarten, den Leila und ein festes foodsharing-Netzwerk. Doch besonders interessiert mich auch, welche Klimaexperimente man gut auch an Orten durchführen kann, deren – ich nenne sie mal „Öko-Alternativ-Infrastruktur“ längst nicht so groß ist. Denn Berlin kann kein Maßstab sein. Ich selbst komme aus einem 300 Personen- Minidorf und weiß, wie schwer es ist, dort allein irgendjemandem erzählen zu wollen, doch bitte nicht mit dem Auto zu fahren, nur deswegen weil die Alternativen fehlen. So werde ich innerhalb meiner Klimawochen auch nach Hause fahren und verstärkt die Frage stellen: Welche Rahmenbedingungen müssen für manche Klimaexperimente gegeben sein?

Allgemein bin ich super motiviert, experimentierfreudig und kann es kaum erwarten, loszulegen. Ich freue mich über jeden, der mitmacht, kommentiert und Erfahrungen austauschen möchte. Ich werde berichten!

Ganz viele, liebe Grüße, Vera


#Keiderfasten: Mein kleines Fazit

15. April 2015 von presse4bundjugend

Ostern ist vorbei und damit auch das Klimafasten. Es ist also Zeit Bilanz zu ziehen. Fakt ist, dass ich insgesamt 12 neue Teile in meinem Schrank habe! Aber ich bin nicht etwa schwach geworden und habe mich in einen Kaufrausch gestürzt. Nein, ich war auf zwei Kleidertauschpartys und habe die Onlineplattform Kleiderkreisel für mich entdeckt. Alle 12 Teile hatten zuvor eine andere Besitzerin, die diese Schätze nicht länger in ihrem Schrank verstauben lassen wollte.

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Zu Beginn der Fastenzeit habe ich meine kompletten Kleider-, Schuh- und Schmuckschränke auf den Kopf gestellt. Da ich vor einem halben Jahr erst umgezogen bin und dafür ausgemistet habe, waren gar nicht so viele Schrankleichen dabei. Trotzdem bin ich immer wieder auf Dinge gestoßen, die ich schlicht vergessen hatte, weil sie immer ganz unten liegen. Ich habe in den letzten Wochen mal bewusst meinen Wäscheständer beobachtet und dabei festgestellt, dass immer die gleichen Klamotten darauf hängen. Man trägt doch fast nur seine Lieblinge.

Um das zu ändern habe ich die Stapel in meinem Schrank einmal umgedreht, damit die „vergessenen“ Teile oben liegen und wieder stärker in meinen Fokus rücken.

Das „ich weiß nicht, was ich anziehen soll“-Gefühl verleitet schnell zu Shoppingtouren. Um das Problem zu lösen habe ich angefangen, schöne Outfitkombinationen aus meinem Fundus zu fotografieren oder zu notieren. Das spart außerdem Zeit und Nerven, da ich mir nicht mehr jeden Morgen überlegen muss, ob das T-shirt mit der Hose und den Ohrringen…..

Bei den Kleidertauschpartys, einmal in Soest und einmal in Essen, war ich überrascht, was für tolle Sachen dort zu finden waren. Schweren Herzens habe auch ich mich von einigen schönen Teilen getrennt, die mir einfach nicht mehr richtig passen und dafür wieder kräftig aufgeforstet!

Da solche Veranstaltungen aber leider nicht immer dann stattfinden, wenn einen gerade die Lust auf etwas Neues überkommt – vor allem nicht in einer Kleinstadt wie Soest – habe ich mich mal auf der Onlineplattform Kleiderkreisel umgeschaut. Ich hatte schon ein wenig davon gehört, wirklich hellhörig wurde ich aber erst als eine Freundin mir erzählte, dass sie dort regelmäßig gebrauchte Kleidung kauft, verkauft und tauscht. Getauscht wird auf der Seite inzwischen leider relativ wenig, aber Second Hand Kleidung gibt es zu sehr guten Preisen und die Nachfrage nach neuen Kleidern wird dadurch nicht angekurbelt. Ein kleiner Wermutstropfen ist natürlich der Versand per Post und die damit zusammenhängende Umweltbelastung.

Auch jetzt, mehr als eine Woche nach Ostern, bin ich in noch keinem einzigen Klamottenladen gewesen. Es reizt mich auch überhaupt nicht mehr so sehr. In Zukunft werde ich die Augen nach Kleidertauschpartys aufhalten, Freunden und Familie meine Schrankhüter anbieten und hier und da mal bei Kleiderkreisel vorbeischauen. Diese Alternativen zum samstäglichen Bummeln durch die Stadt schonen nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sie machen mir auch viel mehr Spaß! Probiert es doch einfach selbst mal aus :)

Liebe Grüße,
Marie


#klimafasten. #kleiderfasten

3. März 2015 von presse4bundjugend

Ein T-Shirt hier, ein Armband da… bis vor Kurzem habe ich in der Mannheimer Fußgängerzone gewohnt und bin auf dem Weg zur Uni täglich an prall gefüllten Schaufenstern vorbeigelaufen. HuthutDass ich diesen Versuchungen häufiger mal nachgegeben habe, war mir klar. Das Ausmaß dieser vielen kleinen Shoppingtouren wurde mir aber erst wirklich bewusst, als ich angefangen habe ein Haushaltsbuch zu führen. In Euro gemessen stand ich dem großen Problem in meinem ansonsten recht bewussten Lebensstil mit Ökostrom, Fahrradfahren und vegetarischer Ernährung gegenüber.
Dabei weiß ich doch, dass ein T-Shirt rund um die Welt geschickt wird und dabei Unmengen an CO2 produziert. Auch die Chemikalien, die teils ungefiltert in die Flüsse und Seen Chinas geleitet werden sind mir ein Begriff. Von den oft unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern ganz zu schweigen.

Zu Beginn der Fastenzeit habe ich den Entschluss gefasst etwas zu ändern! Ich möchte in den kommenden 40 Tagen nicht ein einziges neues Kleidungsstück oder Accessoire kaufen und mich stattdessen über Alternativen informieren, mit denen ich auch über die Fastenzeit hinaus meinen Klamottenkonsum nachhaltiger und klimafreundlicher gestalten kann.

Die erste Woche fiel mir dabei recht leicht. In den Geschäften stapeln sich zwar schon die neuen Frühjahrskollektionen, das eher winterliche Wetter sorgt aber nicht gerade für die richtige Stimmung. In unserem Büro gibt es außerdem ein Kleidertauschregel, durch das ich bereits das ein oder andere Kleidungsstück ergattert habe. Auch in meinem Freundes- und Verwandtenkreis werden Kleidung, Taschen, Schmuck und Co häufig getauscht, anstatt sie wegzuwerfen.
Am Wochenende habe ich eine gute Freundin in Hamburg besucht. Beim Bummeln durch die kleinen Boutiquen hat es mich schließlich doch in den Fingern gejuckt. Vor allem ein schicker Filzhut hat es mir angetan. So einen wollte ich doch schon lange und wenn einem der perfekte Hut  über den Weg läuft…. Aber ich habe widerstanden! Noch ist meine Motivation stärker und das Bewusstsein über die Auswirkungen der Modeindustrie auf die Umwelt, über die ich mich vor der Fastenzeit informiert habe, präsent. Ich bin gespannt, wie es in den kommenden Wochen weitergeht.

Marie


Ein Jahr Second Hand #4

8. Juli 2014 von BUNDjugend

Halbzeit, jetzt wird gekreiselt!

Klar, SecondHand-Läden sind toll! Mit Freunden tauschen, in Umsonstkisten wühlen, alles super. Ratz fatz ist ein halbes Jahr um und plötzlich häufen sich die Klamotten im Schrank. Soweit kein Problem, aber wenn dann ein Umzug vor der Tür steht, stellt sich die Frage: Wohin mit dem Zeug? Da ist der Pullover, der schon beim Kauf eigentlich zu eng war, die Strumpfhose, die zwar wunderschön ist, aber nie getragen wird, die warmen Kuschelsocken, die man gefühlt nie wieder brauchen  wird…

So stand ich also in meinem Zimmer, um mich herum Stapel von Klamotten. Einmal Sachen, die ich nicht anziehe, aber nicht hergeben will, dann die, die so zerfetzt sind, dass sich daraus nur noch Lumpen machen lassen, die mit schönen Mustern, die man anders wiedervernähen könnte, die, über die sich vielleicht noch Freunde freuen könnten, oder die in einer Umsonstkiste richtig aufgehoben wären. Plötzlich fällt mir etwas ein, was mir in letzter Zeit viel über den Weg gelaufen ist, alle tun es, manche finden dort wahre Schätze, andere bessern ihr Sparschwein ein wenig auf: Kleiderkreisel.de. (Wer mehr dazu wissen will, einfach mal vorbeischauen!)

Vor einigen Wochen hatte ich mir dort sogar schon ein Profil angelegt, ein Paar Infos reingestreut, aber weder gesucht noch angeboten. Ich schnappe mir also alle Stücke, von denen ich mich trennen kann und gehe in den Garten meiner Eltern. Hier steht ein Fotoshooting der Extraklasse an, als Models dienen Pullover, Krawatten, Röcke, etc., teilweise auf der Wäscheleine aufgehängt, oder im Blumenbeet drapiert. Dann wird das ganze online gestellt, ein bisschen beschrieben und gewartet. Schnell regnet es Favorisierungen. Meine wunderschöne Strumpfhose bin ich schon los, für den Rest erhoffe ich mir nur das Beste. Alles schnell und unkompliziert.

Wer sich connecten will: http://www.kleiderkreisel.de/mitglieder/4032608-mimithefirst

 

Grüße (auch von meinem stark ausgedünnten Kleiderschrank)
Mona

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Ein Jahr Secondhand #3

10. Juni 2014 von BUNDjugend

Der „Dies und Das“ von schräg gegenüber

Ich weiß nicht wie ich es angestellt habe, aber ich wohne nun schon ein dreiviertel Jahr in meinem Wohnblock, und fast täglich stehe ich davor und warte auf die Straßenbahn. Mir war der Dönermann von gegenüber ein Begriff, genau wie der Lotto-Laden und das Blumengeschäft, aber das sich still und heimlich daneben ein SecondHand-Shop geschlichen hat, habe ich nicht mitbekommen. Das wurde heute erst mal gründlich nachgeholt. Zwei Pullover, ein Top, ein T-Shirt, eine Bluse = 24€. Eine nette Verkäuferin und eine gute Freundin zur Beratung an der Hand. Made my day!

mona_3Wie alles begann

Als ich ungefähr zwölf Jahre alt war, fuhr ich mit meinen Eltern und meiner großen Schwester nach Berlin. Ich hab es mir von ihr erklären lassen: SecondHand, aus zweiter Hand also, bedeutet, dass Dinge weiter verkauft oder geschenkt werden, die vorher schon jemand anderes getragen hat, in einigen Fällen handelt es sich auch um Produkte mit kleinen Fehlern, die nie in den normalen Handel gelangt sind, oder Waren von insolventen Geschäften.

Wikipedia bezeichnet das wie folgend: „Second-Hand-Shops sprechen Menschen mit alternativen, konsumkritischen Lebensvorstellungen an, die sich einen eigenen nonkonformen und ihrer Meinung nach unkommerzielleren Bekleidungsstil zusammenstellen wollen. Hier wird häufig eine bewusste Anti-Ästhetik und ein Gammellook gepflegt, der sich dem oberflächlichen Schick konsumfreudiger, konformistischer Menschen bewusst verweigert. Second-Hand-Kleidung mit sichtbaren Gebrauchsspuren kommt dieser Absicht entgegen.“ Wenn das mal keine vorurteilsbehaftete Darstellung ist…

Wir streiften also durch Berlin. Brandenburger Tor, Fernsehturm, Sightseeing-Gedöns. Nach einigen Stunden befand meine Schwester, dass sie an der Reihe sei zu bestimmen, wohin es ging und wir gelangten in ganz andere Stadtteile, sie hatte sich informiert und fand in dunkelsten Ecken SecondHand-Läden. Mir waren diese kleinen, beengten Geschäfte unheimlich. Vor allem als eine alte Frau reinkam und die Sachen ihres verstorbenen Mannes daließ. Ich kannte, wenn überhaupt, eher helle, freundliche Riesenkaufhäuser. Zu diesem Zeitpunkt war für mich das kaufen von Kleidung auch eher eine lästige Notwendigkeit. In einer 1€-Wühlkiste entdecke ich dann aber eine blaue Krawatte mit Teddybären, mein Interesse war geweckt. Die Krawatte hängt noch immer in meinem Schrank, ich nutze sie zwar weniger im Alltag, aber für Kostümfeste und BadTaste-Partys ist sie doch äußert praktisch.

Heute habe ich einen weiteren Blick. Ich weiß in Ansätzen etwas über Produktionsbedingungen von Textilien in Asien, interessiere mich dafür, wie man klimafreundlicher leben kann, bin Vegetarier und versuche soviel wie möglich davon, an mein Umfeld weiter zu geben. Mittlerweile muss man nicht mehr nach Berlin fahren um SecondHand zu kaufen, es gibt Internetplattformen, Tauschpartys und sogar SecondHand-Ketten (Bsp. ReSales). Natürlich ist es in den „hippen“ Großstädten einfacher, aber mit ein bisschen gutem Willen findet man das gesuchte, wie heute erwiesen, vielleicht einfach vor der Haustür.

Das Prinzip Kleidung aus zweiter Hand zu kaufen nutze ich schon länger, aber nicht hauptsächlich. Ich kaufte in letzter Zeit viel bei Marken, von denen wenigstens behauptet wurde, dass sie irgendwo versuchten fair zu sein (Bsp. Gudrun Sjöeden, Tranquillo). Aber das ging natürlich ins Geld. Dann kaufte ich wieder bei den bekannten typischen Kaufhausketten mit der Begründung ich sein Student und Studenten haben kein Geld. Aber mit jedem Kauf nagte etwas an mir. Wenn mir heute Freunde erzählen sie würden den absolut-billig-Ketten einkaufen (ich hoffe man kann sich denken, wen ich meine), die sich in Deutschland rasant ausbreiten, läuft es mir kalt den Rücken runter.

SecondHand-Läden sind günstig, „retro“ ist gerade (glaube ich) irgendwie modern und es tut auch einfach der Seele gut. Daher beschloss ich Ende 2013: Wenn ich sonst schon keine guten Vorsätze hab (die ich einhalten kann), dann wird es halt ein Jahr aus zweiter Hand.


Mein Jahr ohne Zeug

13. Mai 2014 von BUNDjugend

Seit dem 1.1.2014 verzichten wir 365 Tage lang auf das Kaufen von “Zeug”. Stattdessen wollen wir leihen, tauschen, finden, reparieren und upcyclen. Ich habe allerdings schon angefangen. Und ein paar Menschen dazu überredet mitzumachen: (goodmatters.de/goodsdont | https://www.facebook.com/goodmatters.net)
Mit “Zeug” meinen wir GEbrauchsgüter, also in der Regel Anschaffungen, die für einen längeren Zeitraum getätigt werden und die abgesehen von Abnutzungserscheinungen ihre Form nicht verändern (Klamotten, Handy, Möbel).
Mit “Zeug” meinen wir nicht VERbrauchsgüter, also Güter die durch Benutzung aufgebraucht werden (Essen, Trinken, Shampoo).

Ausnahmen:
Jedem stehen zwei Joker zur Verfügung. Die kann man ziehen, muss man aber nicht. Wahrscheinlich ist es gut, sie für „Notfälle“ aufzuheben. Der Kauf von zwei Gegenständen ist also erlaubt; Größe und Preis spielen dabei keine Rolle.

Durch den, in diesem Fall auf ein Jahr begrenzten, Verzicht wollen wir den heutigen Überfluss an Zeug aufzeigen und eine Gelegenheit bieten, den eigenen Konsum zu reflektieren. Vor allem angesichts der vielen negativen Auswirkungen auf Umwelt, Klima und andere Menschen (Ressourcenübernutzung, Müll, CO2-Emissionen, Arbeitsbedingungen, etc.). Aber auch angesichts der negativen Auswirkungen auf uns selbst (Verlust von Fähigkeiten, Kreativität und Zeit sowie Definition des eigenen gesellschaftlichen Status über Güter). Schlussendlich geht auch um das Hinterfragen eines Wirtschaftssystems, das ein an Konsum und Ressourcenverbrauch gekoppeltes exponentielles Wachstum verlangt.

Wir haben 10 Gründe folgendermaßen formuliert:

1. weil wir keine „drei bis fünf“ Planeten haben,
2. weil Dein neues Handy Dreck am Stecken hat,
3. weil Deine Jeans weiter gereist ist als Du,
4. weil auf Müllbergen die Aussicht stinkt,
5. weil man nicht die Bohrmaschine, sondern das Loch braucht,
6. weil „geplante Obsoleszenz“ nicht nur wie eine Krankheit klingt,
7. weil die Werbung lediglich LebensquaNtität verkauft,
8. weil andere Dachböden genau das haben, was man braucht,
9. weil es freie Zeiträume und kreative Spielräume schafft,
10. und weil gemeinsam spielen schöner ist als alleine.

Individuell:
Ich glaube mit zwei Jokern komme ich ganz gut klar.
Ich sehe bisher drei Probleme:
1. Unterwäsche
2. Sich aus von anderen initiierten Zeug-Gruppengeschenken an gemeinsame Freunde raushalten
3. Zeit zu finden, um Sachen selber zu machen

Kollektiv:
Ich denke, es wird schwer, all die Mitspieler durch Informationen etc. bei Stange zu halten und Feedback zu bekommen. Und die Zeit zu haben, interessante „Unterinitiativen“ zu starten, um dass dies gelingt und die Idee weitergetragen wird.christina_ohnezeug


Ein Jahr Secondhand! #2

12. Mai 2014 von BUNDjugend

Schwäche

In dem Moment, als ich der Kassiererin mein Geld gebe, fällt es mir, wie Schuppen von den Augen. Ich kaufe gerade etwas, was niemand vor mit gebraucht hat. Was niemand länger als zur Anprobe trug, wenn überhaupt. Ich gebe Geld für ein Kleidungsstück aus, obwohl das doch genau gegen das verstößt, was ich mir vorgenommen habe.

mona_2Ich war letztes Wochenende in Leipzig und da ich mal wieder einen Zug zu früh genommen hatte (sicher ist sicher), verblieb mir ein schönes Stündchen in einer schönen Stadt. Gedankenverloren schlenderte ich vor mir hin, kaum merkend, dass meine Füße einem bekannten Weg folgten und mir nichts dir nichts, stand ich vorm Tranquillo. Gucken schadet nichts und schon wühlte ich mich durch wunderschöne, bunte, verrückte, elegante Stücke. Ich belud mich (nur zum Spaß) mit Kleidung über Kleidung, die ich mir zum einen gar nicht leisten konnte und zum anderen ja auch nicht haben wollte.

So sprang ich lustig vor mich hin pfeifend von der Umkleidekabine zum Spiegel und zurück, verliebte mich in ein blaues Kleid, schloss Freundschaft mit einer gepunkteten Jacke und verfluchte eine zu enge Hose. Im Hinterkopf überlegte ich mir schon, wie ich zum eigentlichen Treffpunkt laufen müsste, als ich mich plötzlich mit einer grünen Leggins (und natürlich meinem eigenen Oberteil) bekleidet vor dem Spiegel wiederfand. Ich hätte sie am liebsten gar nicht wieder ausgezogen. Eigentlich bin ich kein übertriebener Shoppingmensch, da die meisten Sachen, die mir wirklich gefallen, meist eh viel zu teuer, nicht meine Größe oder grenzwertig produziert sind… Ein kurzes schielen aufs Preisschild. Heruntergesetzt, passt und von dem Laden hatte ich, jedenfalls nach gepflegter Recherche zumindest noch nichts negatives gehört…

Es tut mir nicht wirklich leid, denn die Leggins ist wunder-wunderschön! Obwohl ich nicht wirklich noch mehr farbenfrohe Beinkleider brauche. Letzte Woche erst habe ich in einem SecondHand-Laden in Prag ein wunderschönes Stück erstanden. Ich glaub ich sollte mich weniger mit meinem Experiment auseinandersetzen, ich bin im Kaufrausch. Bis bald, Mona!


Ein Jahr Secondhand #1: Ein Viertel geschafft!

22. April 2014 von BUNDjugend

Es war der Silvesterabend 2013, als mir mal wieder keine guten Vorsätze einfielen. Zum weniger Trinken, sah ich keinen Grund, mehr Sport würde ich sowieso nicht machen und um mit dem Rauchen aufzuhören, müsste ich erst mal damit anfangen. Ich versuchte also globaler zu denken, und aus meinem Vorwissen und meinen Interessen kristallisierte sich schnell die Idee heraus: Ein Jahr SecondHand.

Meine Resultat auMona_secondhand2s den ersten 4 Monaten: Vier T-Shirts habe ich aus meinem Kleiderschrank weg gegeben und aus einer Hose, die wohl niemand mehr freiwillig getragen hätte, habe ich eine Tasche genäht (Fotos folgen). Selbst erhielt ich: geschenkt zwei Blazer und einen Pullover, gekauft einen Rock, drei schwarze T-Shirts, eine gepunktete Bluse und eine beige, karierte Hose, die auch aus dem Kleiderschrank meiner Oma stammen könnte. Im Endeffekt sind das mehr Sachen, als ich mir unter normalen Umständen in einem Viertel Jahr gekauft hätte, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass SecondHand-Läden so günstig sein können. Auch wenn bei den Läden in meiner Umgebung in erster Linie die Vermutung aufkommt, es handelt sich um die Kleidung verstorbener alter Menschen, manchmal ist gerade da etwas dabei, was einen ganz eigenen individuellen Charakter hat.

Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich eh nicht der Jeans und T-Shirt Typ bin. Ich mag bunte Kleider, Röcke, Leggins, Oberteile. Wilde Muster, kombiniert mit zwei verschiedenen Socken, große Ohrringe, bequeme Haremshosen, getapte Stiefel. Aber ich glaube auch der 08/15-Stil würde beim SecondHand kaufen ganz auf seine Kosten kommen, genau wie diejenigen die noch ein Karnevalskostüm suchen. Ich bin sehr überzeugt, dass das was ich mache, irgendwie sinnvoll ist, und nicht in erster Linie für mein Portmonee.

Im Moment schaue ich noch nach einer Latzhose, aber so gezielt suchen ist beim SecondHand kaufen schwierig. Ansonsten gibt es bisher keine Probleme. Weiter gehts!

Mona

 


Ein Jahr Secondhand

16. April 2014 von BUNDjugend

Mona, 20, probiert seit Januar, nur Second Hand zu kaufen. Das Experiment soll ein Jahr dauern („und dann mal schauen, wie es weitergeht“). Sie wird etwa alle zwei Wochen über ihr Experiment berichten. Hier erklärt sie, warum sie das tut und mit welchen Schwierigkeiten sie rechnet:

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„Ich möchte meinen Kleiderschrankzwar erweitern und hip halten, aber ich möchte dafür nur Second Hand-Läden und Tauschbörsen nutzen. Ich möchte versuchen Klamotten von mir, die ich nicht mehr anziehe weiterzugeben, um ein klein bisschen einen Kreislauf anzutreiben. Ein Gedanke, der vielen Menschen vielleicht nicht neu ist, aber mir geht es darum, konsequent zu bleiben und mich auch weiter über die Produktionsbedingungen von Textilien informieren, dazulernen, aufklären.

Teuer heißt nicht, dass die Produzenten gut daran verdienen. Es gibt Markenhersteller, die verwenden Discounter Qualität, aber lassen ihr Logo draufnähen. Wie fair fair gehandelte Kleidung ist, kann auch nur selten bewiesen werden. Die Produktion von Kleidung ist menschlich, aber auch umwelttechnisch verwerflich. Oft werfen wir Kleidung weg, die noch völlig okay ist, weil wir sie nicht mehr mögen. Dabei kann ein anderer damit vielleicht noch viel anfangen. Anziehen oder etwas neues daraus nähen, die Knöpfe für etwas anderes verwenden und aus Stofffetzen einen Quilt zaubern. Es gibt Leute die spenden abgelegte Kleidung nach Afrika. Da geht aber der Transport auf Kosten der Umwelt und das Verschenken (oder der Verkauf – wer weiß das schon so genau) schadet der heimischen Textilproduktion. Und immer nur so abgelegte Sachen tragen, dass sie nicht mehr in Europa verschenkt werden, dass will doch auch niemand.
Natürlich haben auch Kleidungsstücke irgendwann ausgedient, aber das kann viel später sein, als wir glau
ben.

Ich trage wahnsinnig gerne immer neue farbenfrohe, grenzenlose Outfits, und habe Bedenken, immer passende Sachen zu finden. Außerdem gibt es oft einfach nichts in meiner Größe, was gut aussieht und mir steht. Noch dazu wohne ich in einem Nest, wo Second Hand eher bedeutet, dass man sich keine neuen Klamotten leisten kann.
Aber ich habe Freunde mit Zugängen zu Umsonstkisten und guten Tipps (was Tauschbörsen, Umsonst- und Second-Hand-Läden angeht) und bin gelegentlich auch mal in besser aufgekl
ärten Großstädten unterwegs, daher glaube ich, keine Probleme zu bekommen.
Auf der anderen Seite habe ich aber auch Freunde die gern shoppen gehen und mich mitschleifen, viele Klamotten von typischen Kaufhaus-Laden sehen ja auch wirklich gut aus, da heißt es dann stark bleiben. Ich werde dann wohl versuchen diese Freunde ein klein wenig vom second-hand-Prinzip zu überzeugen und mal in andere Läden schleppen.“