BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Wochenrückblick: So fährt´s sich ohne Auto

22. Mai 2015 von presse4bundjugend

#Klimawochen: Meine Mobilitätswoche neigt sich nun dem Ende zu. Während der letzten sieben Tage habe ich mit jeder Menge Spaß viele unterschiedliche Mobilitätsformen ausprobiert. Hier ein kleiner Überblick:

IMAG0708_webÜber das Himmelfahrtswochenende war ich bei meiner Ma in Ostfriesland. Den Start meiner Mobilitätswoche machte die Fahrt zum 4km entfernten Bankautomaten. Zeit meine verstaubten Inliner hervorzukramen und über die Radwege zu skaten!

In die 15km entfernte Stadt fuhr ich dann immer mit dem Bus. So ging es mit Ausblick auf die Felder über die Straßen und ich machte die ernüchternde Beobachtung, dass außer Schüler kaum jemand auf dem Land dieses öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch nimmt.

Am Dienstagmittag habe ich mich dann auf die Heimreise nach Berlin gemacht. Noch gerade dem Bahnstreik ausgewichen, verbrachte ich eine entspannte Zeit im Zug. Wahnsinn: Es gibt sogar eine direkte Verbindung Emden-Berlin. Wusste ich gar nicht!

Gleich am Mittwoch saß ich schon wieder im nächsten Verkehrsmittel: Dem Fernbus nach Jena. Unterhaltsamer Busfahrer und W-LAN für die Uni-Vorbereitung. Was will man mehr?

Jena ist perfekt zum Fahrradfahren. Ich habe mir von einer Freundin ihres ausgeliehen und habe die Stadt erkundet. Schnell ist man auch schon draußen in der Natur.

Und auch heute beende ich meine Mobilitätswoche damit, endlich mein Fahrrad aus der Werkstatt abzuholen – mein geliebtes Diamant. Denn ich habe schon genaue Planungen: Einmal an einer Critical Mass teilnehmen oder an einer MitRADgelegenheit, und natürlich meine Nachbarschaft ganz neu entdecken. Und somit sage ich: Ein schönes, nein wunderschönes Pfingstwochenende und auf eine tolle nächste Energiewoche!

Liebe Grüße,
Vera


Die Stadt der kurzen Wege

20. Mai 2015 von presse4bundjugend

Individualverkehr verringern durch urbanes Design

Während meiner Mobilitätswoche bin ich auf ein spannendes Konzept der Stadtplanung gestoßen: „Die Stadt der kurzen Wege“. UnbenanntDieses Leitbild, das seit den 1980ern von Stadtplaner*innen verfolgt wird, möchte kompakte  Siedlungsstrukturen zu schaffen, dass Orte schnell erreicht werden und einfach zugänglich sind. Es wird das Ziel verfolgt, städtischen Lebensraum aufzuwerten und neu zu gestalten. Hierbei soll motorisierter Individualverkehr verringert werden, indem Distanzen zwischen Wohnen, Arbeit, Freizeit- und Bildungsorten möglichste gering gehalten werden. Im Allgemeinen möchte man bestmöglich Neuversiegelungen und Straßenbau vermeiden.

In einigen Städten wurde eine derartige Stadtplanung zum Teil schon umgesetzt, zum Bespiel in Marburg, Osnabrück und Potsdam. Da gerade Potsdam in so guter Reichweite ist, ist meine Neugier geweckt, demnächst einmal die Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden und die städtplanerische Umsetzung zu begutachten.

Happy CityWeiterhin passt perfekt zur Mobilitätswoche ein sehr interessantes Buch, das ich gerade lese: „Happy City“ von Charles Montgomery. Er erforscht, wie durch urbanes Design das Leben in der Stadt umgestaltet werden kann. Im Fokus steht für ihn, welche Faktoren der Transformation das Zusammenleben glücklicher machen. Hierbei beschäftigt er sich in einem großen Teil des Buches auch mit Mobilitätsformen. Es entspricht genau meinem Interessengebiet und ist sehr zu empfehlen.

Ansonsten: Wie wäre es, am Wochenende aufs Fahrrad zu steigen und selbst einmal zu erkunden, was alles in der eigenen Nachbarschaft und unmittelbarer Nähe zu finden ist? Sicherlich viel mehr als man so denkt ;)

Und hiermit sage ich wieder einmal: Viele liebe Mobilitätsgrüße,
Vera


Busfahren auf dem Land- schwierig oder einfach?

17. Mai 2015 von presse4bundjugend

Klimaexperiment Nr1: Mobilität ohne Auto – Ein kleiner Blick auf die letzten drei Tage.

Upleward. 300 Einwohner. Was es gibt: Einen Kaugummi-Automaten, eine kleine Pension mit Restaurant und ein Schild mit Hinweis auf den etwa 2,5 km weit entfernten Campingplatz. Hier bin ich am vierten Tag meiner Mobilitätswoche. Gefühlt ziemlich „unmobil“, da ich mir eine kleine Grippe eingefangen habe und kränkelnd unter der Decke stecke. Dennoch: Warum nicht einen kleinen Rückblick geben?

IMAG0634_webIch steige in den Bus nach Emden, meinen Bruder im Schlepptau. 15 km ist die nächst größere Stadt entfernt. Der Bus ist größtenteils leer. Zwei Jugendliche sitzen weiter hinten. Zwei Touristen – erkennbar an Rucksack und Begutachten ihres Bustickets – auf dem Vierersitz rechts neben uns. Nungut, wir hätten damit schon einmal sechs von 43 Sitzplätzen des Busses besetzt. Im Laufe unserer etwa 30-minütigen Fahrt steigen noch eine weitere Frau und zwei Männer in meinem Alter hinzu.

Ähnlich sieht es auch am Dienstag aus, als ich mittags mit dem Bus in die Stadt fahre, um meinen Zug nach Berlin zu nehmen. Ich begutachte neugierig das Businnere: Als ich einsteige, sitzt ein Junge und eine schätzungsweise vierzigjährige Frau auf den Plätzen. Nach ein paar Haltestellen wende ich mich zu ihr um und frage interessiert: „Ich bin nicht so häufig in der Gegend und mich würde interessieren, ob der Bus immer so leer ist.“ Sie antwortet mir: Nein, nicht immer, der nächste sei voller. Als ich nachhake, wer mit dem Bus fährt, antwortet sie: „Er ist immer voller Schüler“ Sie sei zumeist die einzige Erwachsene, die den Bus in Anspruch nehmen würde. „Ich bin mit Abstand die älteste. Manchmal fahren auch noch ein Opa und eine Oma mit, die in Pewsum (nächstgrößeres Dorf) einkaufen gehen.“ Gerne hätte ich noch weiter gefragt, doch sie lächelt mich an und sagt entschuldigend, dass sie nun aussteigen müsse.

11160611_867779973301880_6721960008958901245_oEines ist somit auffällig: Die Frau ist eindeutig eine Ausnahme, wenn es die Nutzung des Busses angeht. Die Mehrzahl der Erwachsenen, die in der Umgebung wohnen, pendeln tagtäglich 15 km mit dem Auto in die Stadt, um zur Arbeit zu fahren. Auf den Bus als Alternative zu setzen, stellt sich werktags am Vormittag als noch machbar heraus. Etwa stündlich bis jede anderthalb Stunde fährt eine Linie. Ähnlich ist dies auch nachmittags. Dennoch bedeutet dies für viele eine höhere Planung. Ein weiterer Punkt, der das Busfahren als unbequem darstellt, ist, dass vormittags der Bus meist sehr überfüllt von Schülern ist. Im Allgemeinen ist die Infrastruktur sehr schlecht. Dies zeigt sich besonders abends: Malkurse, abendliche Treffen mit Freunden, Sport oder Filme-Abende in der Stadt sind nahezu unmöglich durchzuführen, da um 18:44 Uhr der letzte Bus die Haltestelle verlässt. Ganz zu schweigen von einer Wochenendgestaltung ohne Auto, hierfür reicht ein Blick auf den Plan: Samstags fahren drei Busse in die Stadt, am Sonntag ein einziger.

Der Individualverkehr auf dem Land ist unsagbar hoch. Die Infrastruktur Öffentlicher Verkehrsmittel auf dem Land gehört dringlichst gefördert, anstatt weitere Buslinien zu streichen.

Viele, liebe Grüße,
Vera


Klimafreundlich nach Rumänien!

29. April 2014 von BUNDjugend

Kleine Familie will verträglich Reisen und viel erleben!

Wir möchten nach Rumänien – wie komme ich dorthin ohne Auto oder Flugzeug? Meine Kleine und ich nutzen Zug, Bus, Füße und Anhalter, um nach Osteuropa zu kommen und Siebenbürgen zu erleben. Vor Ort wollen wir bei Einheimischen wohnen und schauen, was die Region (besonders kulinarisch) zu bieten hat. Also auch im Urlaub soziale Werte und klimafreundliche Gewohnheiten beibehalten.

Ich denke, dass diese Reise zwar etwas länger dauert, aber nicht umständlicher ist und durch Eindrücke und Erlebnisse viel besser wird als eine schnelles Zielerreichen per Flugzeug. Auch wird die Entfernung durch die Reisedauer eher erlebbar, Landschaft und Menschen können intensiv wahrgenommen/kennengelernt werden. Und genau das will ich. Auch will ich unbedingt Nachtzug fahren!

Außer Verspätungen erwarte ich keine Schwierigkeiten. Ansonsten: Gelassen hinnehmen!

Von Adriana


Mit dem Rad von Passau bis Athen

13. November 2013 von BUNDjugend

Servus,

mein Name ist Maximilian, 23 Jahre alt. Ich studiere BWL an der FH Pforzheim.  Wenn mir meine Freunde erzählen wie oft und welche Strecken sie mit dem Flugzeug zurück legen, kommt bei mir bei immer die Frage auf – gibt es überhaupt noch Möglichkeiten, etwas zu erleben ohne das Flugzeug zu besteigen? Deshalb hab ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Ein Freund hat mir so begeistert von seiner Radtour entlang der Donau erzählt, dass ich mich auch dazu entschieden habe und mich bald schon auf eine Radtour durch Osteuropa vorbereitet habe. Nach den Stationen Passau, Linz, Melk, Bratislava und Budapest durchkreuzte ich Kroatien, Serbien, Bulgarien und Griechenland. Auf dem Rückweg begab ich mich dann Richtung Venedig auf eine Fähre.

Wer sich für diese spannende Route begeistert, kann meinen ausführlichen Reisebericht hier als pdf herunterladen: Mit dem Rad von Passau bis Athen

Das Fazit ist ein durchaus positives: Ich hab viele Länder, Kulturen und hilfsbereite Leute kennengelernt,  bildhübsche Städte wie Wien und Budapest gesehen. Was ich vor allem für mich gelernt  habe, ist Länder und ihre Einwohner nicht in Schubladen zu stecken, sondern sich erst mal ein eigenes Bild zu machen. Das Rad ist für mich das beste Reisemittel, um Länder zu entdecken, da man dabei einfach näher am Menschen ist als bei den anderen Verkehrsmitteln. Desweiteren kann man hierbei die Umwelt schonen und was für seine Gesundheit tun. Ich kann die Tour jedem empfehlen.


Sabine surft auf fremden Sofas

4. September 2013 von BUNDjugend

about change Klimaexperiment im Urlaub

Wie kann ich auch meinen Urlaub klimafreundlicher gestalten? In der neuen about change-Broschüre „Klimaexperimente für deinen Alltag – Ideen für ein spannendes Klima-Leben“ werden verschiedene Vorschläge gemacht, wie das Reisen an vielen Stellen umweltfreundlicher und emissionsneutraler gestaltet werden kann. Hier wird unter anderem angeboten, dass man das Portal „Couchsurfing“ nutzt. Denn in Hotels und Pensionen wird oft unnötig viel geheizt und gewaschen. Eine Übernachtung im Gästebett oder im Wohnzimmer von Couchsurfern kann daher viele Ressourcen sparen. Nebenbei lernt man nette Leute kennen und erhält die Möglichkeit, den besuchten Ort von einer ganz anderen Seite kennenzulernen…

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Sabine von der Landesjugendleitung Berlin hat es diesen Sommer schon ausprobiert. Sie war mit zwei Freundinnen auf einer Radtour an der Ostsee unterwegs und hat ausschließlich bei Menschen übernachtet, die sie über Couchsurfing gefunden hat. In dem kurzen Interview erfährst du, wie sie ihre Gastgeber*innen gefunden hat, welche Erfahrungen sie gemacht hat und was sie anderen Couchsurfer*innen empfehlen kann.

Übrigens: Couchsurfing ist schon lange nicht mehr die einzige, wenn auch die bisher bekannteste Plattform, auf der man kostenlose Übernachtungen findet: Weitere Angebote bzw. Alternativen sind der Hospitality Club und Be Welcome. Diese sind auch deshalb in Betracht zu ziehen, da Couchsurfing seit Neuestem scharf kritisiert wird.

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Außerdem gibt es ein immer größeres Angebot an kommerziellen Anbietern. Hier zahlst du zwar etwas für die Privatübernachtung, aber die Abwicklung ist sicherer und der klimaschonende Aspekt bleibt hier natürlich bestehen:

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Kommentiert Sabine’s Bericht oder stellt euren eigenen hier in den Blog ein!