BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Fleischlos durch die Fastenzeit

3. März 2017 von BUNDjugend

Favorit_Möhre_werfen_bearbeitet

Hallöchen, ich bin Gini, bin 19 Jahre alt und mache zurzeit ein FÖJ bei der BUNDjugend. Als meine FÖJ-Kollegin Lena mich vor einem Monat fragte: „Machst du auch mit beim Klimafasten?“ Habe ich ohne zu zögern: „Ja, na klar!“ gesagt, ohne überhaupt zu wissen, was auf mich zukommt. Nun ist es soweit und ich bin sehr aufgeregt, was mich in den 40 Tagen erwartet. Ich möchte ganz konkret auf Fleisch verzichten und mich die Zeit bis Ostern vegetarisch ernähren. Kein Döner, kein Fleischsalat und keine Gummibärchen. „Warte mal, keine Gummibärchen? Wie soll ich das bloß schaffen?“, dachte ich. Aber im nächsten Moment wusste ich: „Ein Glück gibt es gelantinefreie Gummibärchen ;)!“. Ein Glück bin ich überhaupt kein Wurst-Fan, sodass ich die auch nicht vermissen werde.
Ich werde bestimmt viele neue Gerichte ausprobieren, aber von Fleischersatzprodukten halte ich nicht allzu viel. Was da bloß wieder für Stoffe drin stecken…

Warum möchte ich denn ausgerechnet auf Fleisch verzichten?
Die Menschen essen Fleisch. Das war schon immer so und ist zur Gewohnheit geworden. Dabei wollen sie viel Fleisch zu billigen Preisen. Das geht zu Lasten der Tiere und der Umwelt. Ich stelle mir die Herausforderung auch mal „Nein!“ zu sagen. Nein zur Massentierhaltung und dem Leid vieler Tiere, Nein zu klimaschädlichen Treibhausgasen und Nein zu Antibiotika im Fleisch. Viele Menschen wissen nicht, dass sich in ihrem Fleisch Antibiotikarückstände der Tiere befinden und die produzierte Gülle auf dem Feld unser Grundwasser verschmutzt. Dem möchte ich mit dem Klimafasten entgegenwirken.

Ich denke es wird eine Herausforderung, meine Gewohnheiten hinter mir zu lassen und mich vegetarisch zu ernähren. Die größte Schwierigkeit sehe ich bei den Familienfeiern und Geburtstagen. Dabei ist dies nicht nur eine neue Erfahrung für mich, sondern auch für meine Familie und Freunde, welche auch durch mich auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

Seid gespannt auf meine Erfahrung, 40 Tage lang komplett auf Fleisch zu verzichten. Die ersten Tage habe ich bereits geschafft, denn scheinbar ist meine Mama auch sehr von dem Vorhaben angetan.

Eure Gini


Ein paar Wochen die Erde sauber halten – Das kann ja nicht so schwer sein…

2. März 2017 von BUNDjugend

Hey! Mein Name ist Susi und ich kann mich für so ziemlich alles begeistern, besonders wenn es Kunst oder Natur betrifft. Passt ja auch ganz gut zusammen: Wunderschöne, künstlerische Naturlandschaften… Aber leider werden diese harmonischen „Stillleben“ immer öfter von kleinen und größeren Müllansammlungen aus dem Gleichgewicht gebracht.

Als Veganerin dachte ich, dass mein Lebensstil doch eigentlich ziemlich umweltverträglich sein müsste. Dann habe ich mich immer mehr mit dem Zero-Waste-Lifestyle beschäftigt und mal geschaut, wie viel Müll bei mir anfällt. Verpacktes Obst und Gemüse, Shampooverpackungen, Teebeutel, Studentenfutter in Plastik verpackt… Da kommt eine ganze Menge zusammen! Würden wir unsere Nahrung in Erdöl eintauchen? Ich zumindest nicht ;D Warum muss dann alles in Plastik verpackt sein, was dann auch noch als besonders hygienisch gilt?

Das will ich stoppen, deshalb habe ich mich entschieden, beim Klimafasten mitzumachen und bewusst auf Plastik, aber auch jede andere Art von unnötigem Müll zu verzichten. Ich finde, diese Selbsterfahrung verdeutlicht am besten, wie stark unnötiger Müll Teil meines Alltags ist und wie ich helfen kann, die daraus resultierende Umweltbelastung möglichst gering zu halten.

In einem verpackungsfreien Laden habe ich mir schon eine Haarseife + Conditioner im Stück zugelegt. Dort konnte man auch Nudeln, Mehl, Süßigkeiten und vieles mehr ganz ohne schlechtes Gewissen kaufen. Angenehm ist auch, dass keine Werbung mehr zu sinnlosen Konsum bewegt. Es tut mir leid für die Werbekünstler, aber die können mich die nächste Zeit nicht mehr beeinflussen.

Natürlich will ich aber auch ein paar Sachen, wie Zahnpasta oder Shampoo, selbst herstellen. Mal schauen, ob das funktioniert.

Zum Einkaufen werde ich einfach ein paar Jutebeutel mitnehmen und Essen unterwegs gleich auf die Hand mitnehmen… also keine Suppe mehr ;D

Ich bin gespannt, wie sich ein Leben ohne Verpackung anfühlt und inwiefern ich es in meinem Alltag integrieren kann.


Start in die Klimafasten-Zeit

1. März 2017 von BUNDjugend

Es geht los! Ab heute stellen sich über 300 Jugendliche der Herausforderung, für das Klima zu fasten. Gemeinsam experimentieren sie in den nächsten sechs Wochen mit einem klimafreundlichen Lebensstil.

Einige von ihnen werden hier auf dem Blog über ihre Erfahrungen berichten. Darunter Pascal, Susi, Lena und Gini. Pascal hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf Plastik, Aluminium und Palmöl zu verzichten. Susi und Lena haben sich dem Zero-Waste-Lifestyle verschrieben, wollen also während der Fastenzeit möglichst überhaupt keinen Abfall produzieren. Und Gini ernährt sich vegetarisch.

Wie es ihnen damit in ihrem Alltag ergeht, erfährst du hier ab morgen.


Endlich wieder Tetrapaks!

8. April 2016 von BUNDjugend

Sechs Wochen (fast) kein Plastik gekauft… und irgendwie will ich das jetzt erst recht nicht mehr.

Im Laufe der letzten Wochen wurde der Verzicht immer spürbarer. Der Apfelsaft schmeckte plötzlich doch nicht mehr so gut im Tee, ich „musste“ Geburtstagsgeschenke verschenken – plastikfrei! – und niemand konnte mir ein passendes Kamerakabel leihen, das ich vor kurzem verloren habe (deswegen gibt’s auch keine Fotos zu den Beiträgen). Mittlerweile habe ich doch eins was noch bei meinen Eltern rumlag.

Zudem bin ich unglücklicherweise keine allzu großartige Köchin, sodass ich doch recht oft auf Mensaessen oder Fastfood (argh) zurückgriff, was manchmal doch in die Hose ging.

Einmal hatte ich beispielsweise total Hunger und wäre auf dem Rückweg sonst sicherlich verhungert, weshalb ich spontan zu Subway (argh) ging. Ich dachte, dass ich mein Essen ohne Plastik kriegen könnte, wenn ich es dort esse. Aber der erste Griff der Verkäuferin war zu einem Einmalgummihandschuhspender in der Wand und ich bereute es doch dorthin gegangen zu sein.

Da ich immer noch sehr viel lernen musste (weshalb der Abschlussblogartikel erst jetzt fertig ist), hatte ich auch dauernd Lust auf Schokolade.

Ich bekam den Tipp, dass es Süßigkeiten bei Karstadt zum Selbstabfüllen gab, aber leider waren sie weder Fair Trade, noch bio oder vegan und richtig teuer. Und so lecker waren sie dann auch nicht…

Mittlerweile habe ich mir aber scheinbar das Bedürfnis nach Süßem ein bisschen abgewöhnt, was ja auch ein netter Nebeneffekt ist.

Frustrierend aber war die Sache mit dem Ausgehen. Eines Abends war ich was Trinken und die ersten zwei Gin Tonics waren kein Problem, doch dann war wohl Schichtwechsel und der Dritte wurde mit einem Strohhalm serviert. Vorher hatte ich gar nicht daran gedacht, dass Strohhalme auch ein Problem darstellen können. So sinnlos…

Aber ich habe auch Positives erlebt.

Zum Beispiel habe ich Roggenmehl als Shampoo benutzt, was erstaunlich gut funktionierte. Jedenfalls besser als die zuvor genutzte Olivenseife. Man sollte es nur gründlich ausspülen. Das werde ich bestimmt jetzt noch öfter machen.

Ein Deorezept aus dem Internet habe ich auch ausprobiert und hatte auch ganz gute Ergebnisse. Es wirkte zwar nicht ganz so gut, wie ein 24 Stunden Power Deo, aber ist viel cooler.

Außerdem habe ich mir erstmals einen LUSH-Kosmetikladen angesehen, da ich hörte, dass es dort viele unverpackte Produkte gibt. Ein Shampoo am Stück konnte ich dort auch kriegen, aber leider hatten sie doch keine Zahnputztabletten in Papier oder Glasdosen, sondern in kleinen Plastikfläschchen, die man aber wieder zum Recycling dort abgeben kann.

Tja und jetzt ist die Fastenzeit schon wieder vorbei und ich darf plötzlich wieder Plastik kaufen!

Doch der Supermarkteinkauf wird trotzdem nicht besser. Überall sticht mir die Plastikverpackung ins Auge, ich bin jetzt total sensibilisiert.

Cool ist, dass meine Eltern sagten, sie achteten jetzt auch verstärkt darauf, weniger Plastik zu kaufen. Nur weil ich sie im Urlaub damit vollgelabert habe und vom Roggenmehlshampoo geschwärmt habe.

Auch wenn ich mittlerweile schon wieder Plastiksachen gekauft habe (ich habe mit Freunden gekocht, die das sehr befremdlich gefunden hätten – Bio war schon schwierig), werde ich wohl meinen Plastik-, aber auch anderen Müllkonsum weiterhin zu senken versuchen.

Also bin ich nun Mitglied bei einer Solidarischen Landwirtschaft und hoffe, dass ich damit viel weniger in Versuchung komme, Verpackungen zu kaufen.

Fazit: Es war ein spannendes Experiment – mein gelber Sack hat sich fast nicht gefüllt. Aber es ist ziemlich schwierig, Lebensstiländerungen mitten in der Klausurenphase zu machen, wenn man kaum Zeit hat Einkäufe zu planen und nach Alternativprodukten zu suchen. Doch ich denke – und das belegen auch zahlreiche Blogs, dass ein Leben ohne Plastik definitiv möglich ist und man sich, wie bei vegetarischer Ernährung, einfach nur dran gewöhnen muss.

Fiona


Live unplugged – den Energiefressern auf der Spur

7. April 2016 von BUNDjugend

Nachdem es in meinem letzten Beitrag um den Energieverbrauch meiner Waschmaschine und meines Kühlschranks ging, habe ich mich anschließend auf die Suche nach weiteren versteckten Stromfressern in meiner Wohnung gemacht.

Wasserkocher: Meine Mitbewohnerin hat sich vor kurzem einen neuen Wasserkocher gekauft. Da der alte noch in der Ecke stand, nutzte ich die Gelegenheit, den Energieverbrauch zum Kochen eines Liters Wasser zu vergleichen. Intuitiverweise würde man ja vermuten, dass das neue Gerät bestimmt effizienter arbeitet als das alte. Doch weit gefehlt! Obwohl beide ungefähr gleich lange brauchen, bis sie sich automatisch abschalten, braucht der neue Kocher dafür 0,086 kWh, der alte hingegen nur 0,075 – über 10 % weniger. Vermutlich liegt das daran, dass der neue Kocher das Wasser bis zu einer höheren Temperatur erhitzt, aber für Teekochen z.B. müssen es ja nicht zwingend 100 °C sein. Daher heißt es nun – alt statt neu!

Toaster: Hier war das Ergebnis so, wie man es auch erwarten würde: Je länger die Toast-Zeit, desto höher der Energieverbrauch. Zwei Minuten toasten verbrauchen ca. 0,027 kWh – man kann also mit 0,08 kWh entweder einen Liter Wasser kochen oder dreimal Brötchen kross toasten.

Laptop: Eigentlich war hier mein Ziel, herauszufinden, ob es sich direkt im Energieverbrauch niederschlägt, wie man den Laptop nutzt (ob man also z.B. nur ein Dokument bearbeitet oder einen Film schaut). Hierbei konnte ich aber keinen klar erkennbaren Unterschied feststellen. Einzig die Bildschirmhelligkeit veränderte den Verbrauch um wenige Watt. Was allerdings noch ganz interessant war, das war der Unterschied zwischen den Modi „Energiesparen“ und „Ruhezustand“. „Ruhezustand“ verbraucht tatsächlich noch einmal deutlich weniger Energie als „Energiesparen“ und sollte daher im Zweifel die erste Wahl sein.

Aufladen: Einen Energieverbraucher tragen die meisten von uns den ganzen Tag mit uns herum: Das Handy. Ich bin glücklicherweise bisher noch um ein Smartphone herumgekommen, sodass der Akku immerhin einige Tage hält, wenn ich nicht viel telefoniere. Irgendwann heißt es dann aber doch – Akku leer. Um ihn von fast ganz leer auf voll aufzuladen, fallen 0,007 kWh zu Buche – gar nicht mal sooo viel, wie ich finde (v.a. im Vergleich zu z.B. einen Liter Tee kochen). Und eine Akkuladung meiner elektrischen Zahnbürste macht etwa 0,012 kWh aus – vertretbar, aber natürlich sehr einfach einzusparen durch die Verwendung einer herkömmlichen Zahnbürste.

So viel also zu den Ergebnissen meiner kleinen Energieschlucker-Untersuchung.

Es hat sich relativ deutlich gezeigt, dass vor allem die Geräte, die Hitze (oder Kälte) erzeugen, viel Energie verbrauchen. Damit liegt es nahe, dass weitere Felder mit großem Einsparpotential Heizung und Duschen sind. Gerade bei letzterem muss ich noch ein bisschen an mir arbeiten, da gibt es auf alle Fälle noch Optimierungspotenzial :)

Und eine weitere Idee, die ich auf der Smergy-Website gefunden habe, sind Bewegungsmelder fürs Licht im Flur. Dort braucht man das Licht ja an sich oft nur sehr kurz, vergisst dann aber doch ab und an, es gleich wieder auszumachen. Mit dem Bewegungsmelder würde es einfach nach einiger Zeit von selbst ausgehen und der Stromzähler freut sich. Das steht als nächste Baustelle auf meiner Energiespar-Todo-Liste!

Liebe Grüße

Jan


Ostern… Das Ende meines Fastenexperiments

6. April 2016 von BUNDjugend

Oha jetzt ist sie also rum, die Plaste-Fastenzeit. Ostern ist auch schon gestern, wieder so ein Fest des Konsums… Warum werden hier zu Lande eigentlich alle Feiertage zu Konsumorgien erniedrigt??? Wenn ich an die ganzen bunt glitzernden Alu- und Plastikverzierten Schokoeier und -hasen denke…

Doch nun ein paar Worte, wie es mir in den letzten Wochen ergangen ist.

Die Bambuszahnbürsten sind mittlerweile schon ganz gut erprobt! Ich hab jetzt gleich zwei Modelle, da in eurem tollen Fastenstarterpaket, dass ich gewonnen habe (ohne zu wissen, dass es was zu gewinnen gibt.:-P) auch eine Bambuszahnbürste (Hydrophil) zu finden war! Trotzdem bin ich froh über meine Bestellung der SIDCO, denn im Gegensatz zur Hydrophil sind hier auch die Borsten aus Bambus! Das Putzgefühl ist wunderbar, der Geschmack am Anfang vielleicht etwas ungewohnt, aber nicht unangenehm! Bisher bin ich zufrieden! Die Borsten scheinen auch recht haltbar zu sein. Da hatte ich am Anfang so meine Bedenken, da sie sehr weich sind.

Auch mit dem plastikfreien Einkauf hat es jetzt schon besser geklappt. Sogar bei Edeka (Noteinkauf) konnte ich Essbares ohne Plastikverpackung finden. Leider steht man dann vor der schwierigen Entscheidung Bio-Rote-Bete in Verpackung oder die konventionelle, unverpackte?160404_Mascha Peters_der EDEKA-Noteinkauf

Tiefkühl-Kost kaufe ich sonst eigentlich auch nicht. Für das Klima und weil wir eh kein Tiefkühlfach haben. Da es sonst aber wirklich kaum Gemüse gegeben hätte, noch viel weniger Bio, habe ich auch hier mit dem Bio-TK-Spinat wieder einen Kompromiss eingehen müssen. Zusammen mit losen Walnüssen und Container-Lauch gab das einen leckeren Aufstrich. Brot kriegt man beim Bäcker immerhin noch in Papiertüten. Aber auch hier muss man echt aufpassen! Geschnittenes Brot wird auch gerne in Plastik-Tüten verpackt und so manche Papiertüte hat ja so ein blödes Plastik-Sichtfenster. Am besten bringt man sich seine Papiertüte selbst wieder mit!

Um diesen Dilemmata aus dem Weg zu gehen, muss ich wohl noch konsequenter im Bioladen oder auf dem Markt einkaufen.

Containern waren wir auch wieder. So dass ich sowieso nicht viel einkaufen musste.

Und auch die Uni-Mensa hat vermutlich nicht die schlechteste Klimabilanz. Immerhin verarbeiten sie dort riesige Mengen an Gemüse…, die zusammen viel weniger Verpackungsmüll hinterlassen, als wenn jeder sein Mittagessen selbst im Laden kaufen würde.

Als Frau habe ich mich lange Zeit auch sehr geärgert, jeden Monat aufs Neue so viel Müll in Form von Tampons/Binden zu produzieren. Seit einiger Zeit nutze ich jedoch eine Menstruationstasse (Ruby Cup), die immer wieder verwendet werden kann. Super Sache, kann ich nur empfehlen!

Da ich letzte Woche ziemlich erkältet war, musste ich mir auch in Sachen Taschentüchern etwas einfallen lassen. So habe ich neben den containerten Tempos angefangen, Stofftaschentücher zu nutzen. Auch davon bin ich mittlerweile ziemlich überzeugt! Die Dinger haben ein unglaubliches Fassungsvermögen im Vergleich zu Papiertüchern!;-D

Ganz plastikfrei bin ich aber auch in den letzten Wochen nicht geblieben. Neben kleineren „Vergehen“, wie in Plastik verpackten Teebeuteln im Café, habe ich mir auch ganz bewusst eine Nasendusche aus Plastik zugelegt. Das war leider wirklich nötig, um einigermaßen fit für meine Ausbildung zur Forschungstaucherin zu sein… In diesem Zusammenhang werde ich jetzt nach der Fastenzeit auch eine ganz und gar nicht klimafreundliche Investition in benötigte Tauchausrüstung machen müssen. Da werd ich plastikfrei nicht durchkommen. Ich hoffe solche einmaligen größeren Investitionen durch ein ansonsten möglichst klima- und umweltbewusstes Leben kompensieren zu können.

Es war auf jeden Fall ein spannendes Experiment! Mehr oder weniger konsequent umgesetzt… Aber ich hoffe ein paar neue Erkenntnisse und Experimente in meinen Alltag integrieren zu können und zu Gewohnheiten werden zu lassen. Die Stofftaschentücher und die Bambuszahnbürste werden es mindestens sein!

Vielleicht bis zur nächsten Fastenzeit! Und dann heißt die neue Challenge vielleicht völlig „verpackungsfrei“?!:D

Alles Liebe!

Mascha


Endlich mal gemacht, mit größerem Impact als gedacht!

1. April 2016 von BUNDjugend

Vegan essen fühlt sich großartig an, heißt aber Widerstand: Man muss sich öfter erklären, entschuldigen oder Angeboten entsagen. Widerstand gegen ein System, das nur auf egoistischem Genuss aufbaut. Menschen essen Fleisch aus Genuss oder weil man es halt schon immer tut. Andere stichhaltige Argumente fallen mir nicht dafür ein. Für mich sind das aber unverhältnismäßige Argumente, verglichen mit dem ganzen bei Tierzucht, -haltung und -schlachtung erzeugten Leid. Auch auf andere tierische Produkte kann ich deswegen getrost verzichten.

Engel Klimafasten

Werbung als Antrieb

Die Täuschungen durch Werbung sind ein wichtiger Antrieb für Fleisch- oder Tierkonsum. An einer sauberen, glänzenden, weißen Fleischtheke spürt man nicht die Enge, den Stress, die Verletzungen und das sonstige Elend im Stall. Ein rotes, „gesundes“, „appetitliches“ Steak wird nicht mit den Abzessen, der geschundenen Haut, den verdreckten Spaltböden und der medikamentösen Behandlung der Tiere in Verbindung gebracht. Ebenso ist es in einem Modegeschäft, dessen edler, seriöser, verführerischer Auftritt und transportierter Lifestyle im Kopf und im Gefühl einfach nicht zur elendigen Pelz- und Lederproduktion und abgezogenen, lebenden Tieren passen will. Ebenso ist es mit einem Liter frischer Milch usw.

Konsum ist Verantwortung

Wenn die Verblendung und Entkopplung der Werbung, Industrie und des Einzelhandels nicht zum völligen Desinteresse und Ignoranz der Tierhaltung etc. führen, sondern die Konsumierenden sich aufklären, greifen vorerst andere psychologische Abwehrmechanismen, denke ich. Man weiß zwar von den Bedingungen, aber man fühlt nicht, wie sich so ein Tier in Massentierhaltung fühlen muss. Die Empathie wird verdrängt.

Man denkt, dass radikale Bilder von Tierrechtler*innen produziert wurden, um zu schockieren. „Diese extremen Beispiele sind sicher nur Einzelfälle. Mein Leder- und mein Fleisch- und mein Zirkustier wurden sicherlich gut behandelt,“ wird der Industrie und dem Einzelhandel gegenüber gutgläubig gedacht. Oder man kritisiert die Darstellungsform (zum Beispiel den Aufbau eines Schlachthof-Videos) anstatt sich mit dem gezeigten Leid auseinander zu setzen – auch aus Schutz vor der schnell erkennbaren Einsicht: Dieses Problem ist zu groß für eine einzelne Person.

Unser Gehirn wehrt sich gegen die individuelle Verantwortung und will an gängigen Verhaltensweisen festhalten. Dann denkt man: „Die Politik müsste was machen!“ Dabei ist neben politischer Wirksamkeit (die man auch selbst erzeugen muss!) das eigene Konsumumfeld ein wichtiger Wirkhebel. Und den möchte ich niemals unterschätzt hören.

Mehr als nur „gut für’s Klima“

Mein Klimafasten-Experiment ist nicht auf sechs Wochen begrenzt. Es schlägt unerwartet größere Wellen. Mitmenschen haben erstmals über Veganismus erfahren, haben ihre eigenen Essgewohnheiten teilweise spontan – wenn auch für kurz – umgestellt, haben sich lautstark und mehrmals darüber unterhalten. Und ich habe mich daran erinnert, wie wichtig mir die Gerechtigkeit unseren Mitlebewesen gegenüber ist. Wie eklig und überflüssig ich Schmerz und Unterdrückung finde. Und dass ich bereit bin, dafür auf die Straße zu gehen.

Um das Schund-System von Speziesismus und seiner Industrialisierung von Leben und Tod, Karnismus und seinen Heucheleien und Rassismus und seinen Genoziden zu bekämpfen. Dafür muss man sich immer wieder die Missstände, die Entkopplungsstrategien und die Ungerechtigkeit bewusst machen.

Eine Frage hätte ich da aber noch. Gerade bei Tieren, die ein mir ähnliches Nervensystem haben, die den gleichen Schmerz fühlen, wie ich es täte, fällt es mir leicht, sie zu schützen. Auch alle anderen Tiere kann ich leicht schützen, da sie kulturell bedingt eh nicht auf meinem Teller landen würden (z.B. Insekten, Weichtiere oder Meeresfrüchte).

Wenn ich nun aber die Grenze bei Pflanzen ziehe, ist es auch eine Form von Speziesismus. Bei Pflanzen weiß die Wissenschaft zurzeit zumindest, dass sie miteinander kommunizieren und interagieren können. Soll ich dann vermuten, dass ihnen bei Zucht, Haltung und Ernte auch Schmerzen zugefügt werden? Kann ich als empathischer Mensch dann das Leid von Pflanzen für meine Ernährung in Kauf nehmen?

Laura


Die Fastenzeit ist vorbei und jetzt?

31. März 2016 von BUNDjugend

Wieder alles wie vorher?

Bei mir keineswegs. Der Umstieg auf eine vegane Ernährungsweise ist mir glücklicherweise nicht sehr schwer gefallen. Am Anfang war es noch etwas anstrengend auf alles zu achten, was in den ganzen verschiedenen Lebensmitteln steckt. Manchmal hat man es auch einfach kurz vergessen, dass man nicht von dem Stück Kuchen probieren sollte, in dem wahrscheinlich ein Haufen Eier, Milch und Butter verbacken wurde. Doch die Umstellungszeit war bei mir relativ kurz und schnell hatte ich viele neue Gerichte ausprobiert und nachgekocht, die jetzt zu meinen Standard-Gerichten gehören. Gewohnheiten abzulegen und sich neue anzuschaffen, dauert meistens zwei Wochen und so war es bei mir ebenfalls.

Wertvolle Starthilfe

Was mir am Anfang sehr geholfen hat, war das veganstart-Programm von Deutschlands größter Tierrechtsorganisation Peta. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, der mal einen Monat vegan leben ausprobieren möchte und dabei etwas Unterstützung braucht. Sei es, um erinnert zu werden, Rezept-Ideen zu bekommen oder Informationen zu einer gesunden Ernährungsumstellung zu erhalten.

Man kann auf der Internetseite veganstart.de einfach seine E-Mail-Adresse angeben und dann bekommt man kostenlos einen Monat lang jeden Tag eine E-Mail von einer Ernährungswissenschaftlerin mit praktischen Tipps und Informationen über die vegane Ernährung. Nach den 30 Tagen wird man nicht weiter zugespamt und man bekommt auch keine Werbung für irgendwelches Geldausgeben-Zeugs oder ähnliches. Einfach klasse!

V oder nicht V?

Ich finde ein abschließendes Fazit nun doch irgendwie ziemlich schwierig zu formulieren. Der Abschluss-Blogeintrag von Vera hat mir sehr gut gefallen und geholfen, mein Fazit zu ziehen. Ihren Kommentar über die strikte Einteilung zwischen vegan, vegetarisch, allesessend, vielleicht auch noch pescetarisch oder paelo („Steinzeitfutter“) kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich teile diese Meinung, weil durch die strikten Einteilungen unsichtbare Grenzen gezogen werden, mit denen man andere Menschen oder sich selbst abgrenzt. Diese unterschwellige Feindseligkeit gegenüber der jeweilig anderen „Ernährungsgruppe“ fördert den Trotz, bei seiner eigenen Meinung zu bleiben und darauf zu beharren, dass das, was man selbst tut, das Beste und einzig Richtige ist.

Ich freue mich immer, wenn ich von jemandem höre, dass er vegan lebt oder Vegetarier ist. Aber ich denke es gibt genug Menschen, die bei dem V-Wort direkt dicht machen und überhaupt nichts davon hören wollen, weil es ihnen so auf die Nerven geht. Dabei sollte es doch möglich sein, eine so gute Sache besser an den Mann/die Frau bringen zu können. Ich glaube, es wäre einfacher, wenn diese strikten Grenzen zur Einteilung der Ernährungsgruppen nicht so explizit gezogen werden würden. Es muss doch nicht die 100% pflanzliche Ernährungsweise sein, aber es wäre schon mal ein Anfang, sich an die 70% oder ähnliches anzunähern.

Was habe ich geschafft?

Deswegen hier meine Fakten: Ich habe in den 40 Tagen #Klimafasten um die 17 Tiere vor dem Tod bewahrt (der Durchschnittsdeutsche verzehrt ca. 150 Tiere im Jahr). Pro Minute werden 35 Fußballfelder gerodet für Anbauflächen und 90% des weltweit angebauten Sojas, 50% des Getreides, 40% der gefangenen Fische werden an Nutztiere verfüttert, während 1 Milliarde Menschen an Hunger leiden. 51 % der weltweiten Treibhausgase werden durch die Haltung von Nutztieren verursacht – das ist mehr als der weltweite Verkehr zusammen.

Es gibt noch so viele andere Fakten, die viele überhaupt nicht hören möchten, aber mir sind sie nach der Fastenzeit noch immer bewusst und deswegen werde ich mich von der 100% pflanzlichen Ernährung nicht all zu weit entfernen. Ich werde aber sicherlich nicht die Grenze um mich ziehen und sagen, dass ich zu dieser einen Gruppe gehöre, die mit V anfängt und allen anderen ein schlechtes Gewissen bereitet, die nicht dazugehören. Das ist überspitzt gesagt, weil es nicht wirklich so ist. Jedoch denken viele nicht „V-Esser“ so und blocken aus Trotz die Meinung von der pflanzlichen Ernährungsweise ab.

Ich hoffe alle Leser/innen nehmen aus den vielen unterschiedlichen Blockeinträgen etwas mit und konnten gestärkt werden, das ein oder andere Klima-Projekt selbst mal auszuprobieren oder sich wenigstens Gedanken darüber zu machen.

Liebe Grüße,

Lea


Flexigane Geschichten aus der Tupperdose

30. März 2016 von BUNDjugend

Joghurtsehnsucht

Als kleiner Rückblick: Vegan war mein Vorhaben. Ostern liegt ein paar Tage zurück und ich möchte heute noch einmal auf meine Klimafastenzeit zurückblicken, mit der vorab bekannt gegebenen Zusammenfassung: Das Ganze war um Längen schwieriger als gedacht, ich war so semi-konsequent.

Die Bäcker-Brötchen-Mission: Meine Augen blitzten erfreut auf, als ich bei Denns entdeckte, dass dort alle Gebäckköstlichkeiten gekennzeichnet werden, wenn Tierprodukte enthalten sind. Doch ansonsten hieß es bei den meisten Bäckern spekulieren. Und da ich auch nicht jedesmal nachfragen mochte, bin ich auf die einfachste Variante umgestiegen: Ich hab mir an so manchen Tagen schicke Brötchen selber gebacken – ein grandioses Rezept!

Brotaufstrich-Gespräche: Totalen Spaß gemacht hat es, Neues für oben drauf aufs Brötchen auszuprobieren. So bekam ich an einem Wochenende Besuch von meiner alten Mitbewohnerin und wir haben uns bei leckerstem Morgenfrühstück mit meinem geliebten Paprika-Hummus und Auberginen-Antipasti über dies und das unterhalten.

Genau hinschauen: Die Nutzung riesiger Landflächen, der hohe Wasserverbrauch und das Ausmaß der Treibhausgasemissionen – ich habe mich insbesondere auf die Suche nach den Umweltauswirkungen der Tierproduktion begeben. Eine Vielzahl an Argumenten bestärkt die vegane Lebensweise. Dennoch, dass „vegan“ derzeit boomt, ist auch an so manchen Stellen mit Vorsicht zu betrachten. So schlendere ich am Kühlregal entlang und entdecke: Neu – Die Rügenwalder Mühle bietet vegane Mühlen Hamburger an“. Ein bisschen gruselig schon, wenn Fleischkonzerne den Trend für sich entdecken und mit ihm hoch industriell aufwendig verarbeitete Produkte vermarkten.

Monkeys

Gerettet geht in Ordnung?: Das erste Mal schwächeln lassen, hat mich meine Foodsharing-Abholung – Neben Unmengen an Gemüse und Obst gabs eben auch leckersten Naturjoghurt und Milch. In meinem Kopf schwebte „Das ist was anderes“ und schon hatte ichs stibitzt und mitgenommen. An sich voll in Ordnung, nur schlenderte durch meinen Kopf im Nachhinein „Du warst nicht konsequent“, was in den folgenden Wochen auch ab zu meinem Gewissen legitimierte, mal da einen Kaffee mit Milch zu trinken und da Feta über meinen Auflauf zu streuen. Zusammenfassend habe ich dann doch viel zu viele von Lauras Vegetarisch-Gutscheinen verbraucht.

Ausblick: Ich nehme viele spannende Rezepte in meinen Alltag und weiß nun, wo ich den leckersten Soja-Cappuccino genießen kann. Während meiner Klimafastenzeit ist mir jedoch besonders aufgefallen, wie sehr mich die Einteilung „vegan, vegetarisch, allesessend“ stört. Denn jemand, der angenommen sich an 28 Tagen im Monat ohne tierische Produkte ernährt, jedoch an zwei Tagen im Monat ein Stück Fleisch ist, derjenige wäre weder Veganer noch Vegetarier, besäße jedoch einen weitaus nachhaltigeren Ernährungsstil als so manch anderer. Es gibt einfach nicht nur drei Cluster, die Übergänge sind auch hier fließend. So werde auch ich, um wieder mit Lauras Worten zu schließen, Flexiganer bleiben: vegan & ab und zu vegetarisch ist einfach eine allzu schicke Kombination. Schade dennoch, dass ich für diesen kleinen Zeitraum mein Vorhaben nicht durchgehalten habe

Ganz ganz liebe Grüße,
Vera


Ich hab ja nix gegen Smartphones, aber…

29. März 2016 von BUNDjugend

… so richtig angenehm finde ich es nicht, wenn ich mich mit Menschen treffe und diese lieber auf ihr Smartphone gucken anstatt in mein Gesicht. Ok, gibt bestimmt Schönere, aber ein Bildschirm?!
Tatsächlich habe ich mich an Ostern auch dabei ertappt, mein Smartphone hat aber auch mit allen Mitteln um meine Aufmerksamkeit gekämpft und Omas Mülltrenn-Geschichte kenne ich wirklich schon auswendig!

Nach wenigen Stunden habe ich mich dann doch wieder für ein weniger smartes Handy entschieden. Zugegeben: Ich bin ab jetzt nicht mehr komplett ohne Internet unterwegs, mit Geduld und in schlechter Qualität kann mein Tastentelefon überall auf das gesammelte Wissen des 21. Jahrhunderts zugreifen. Nervt aber, mache ich also eher im Niemand-kennt-die-Straße-mit-K.,-deren-Namen-ich-vergessen-habe oder im Danke-Deutsche-Bahn,-ich wollte-heute-noch-ankommen-Fall.

Abschluss_Leonie

Ich glaube ich habe es aus der Online-Sucht geschafft. Vom gestressten „Hilfe, wie gehen 6 Wochen ohne WhatsApp, DB-App, Youtube und Google-Maps?“-Smombie zum entspannten Realitätsfan in dieser Fastenzeit. Erstmal möchte ich kein Smartphone mehr haben, ein gebrauchtes mit Tasten ist billiger, klimafreundlicher, wird nicht geklaut, kann notfalls als Wurfgeschoss genutzt werden, geht nicht kaputt und der Akku hält ewig.

Ich möchte keine Zeit mehr „sparen“, indem ich meine tägliche Bahnfahrt zum Mails beantworten nutze. Ich möchte aus dem Fenster gucken, Leute beobachten, mit fremden Menschen quatschen, mich langweilen und nachdenken. Denn „Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Je mehr die Menschen daran sparen, desto fremder werden sie sich selbst.“ (Michael Ende – Momo)

Probiert es aus: einfach mal abschalten, Smartphone, Fernseher und Co. Urlaub gönnen, den alten Discman, ein paar Bücher und vorallem Freunde rauskramen und entspannen.
Leonie