BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

#Klimafasten: Mein veganer Imperativ

12. März 2016 von BUNDjugend

Tja, durch zwei Familienfeiern und ein Versehen eines Kellners sind nun schon all meine 5 Vegetarisch-Gutscheine aufgebraucht. Das macht mir aber nichts aus, nun muss ich einfach noch stärker auf Zutaten achten. Ich vermute aber, dass in noch viel mehr Produkten unvegane Inhaltsstoffe versteckt sind, als ich es bisher überschauen könnte. Zum Beispiel befürchte ich, dass in einigen der wenigen Brötchen, die ich in letzter Zeit gegessen habe, Butter  verbacken wurde. Auch Brot ist tückisch, habe ich herausgefunden.

160308_Laura Grabach-Witte_Zwischenbericht

Ansonsten läuft es aber sehr gut. Ich finde drei beziehungsweise sechs Wochen fasten hört sich global betrachtet total wenig an. Es ist absolut zu schaffen. Manchmal trauere ich noch leckeren, vegetarischen Gerichten unserer Mensa hinterher. Aber Joghurt-Dip zu Kartoffelpuffern ist halt einfach nicht vegan. Es macht mich immer ein bisschen sauer, dass das Studentenwerk es nicht hinbekommt ein vollwertiges veganes Gericht pro Tag anzubieten. Aber das ist mein voller Ernst: Salzkartoffeln und Bohnen mit Olivenöl und Currypulver machen zum Mittag auch glücklich.

Laura


Von kleinen und großen Stromfressern

10. März 2016 von BUNDjugend

Wie im letzten Beitrag angekündigt, habe ich mich im Rahmen meines Wattfastens zunächst etwas genauer mit dem Energieverbrauch der verschiedenen Geräte in meiner WG beschäftigt. Dazu habe ich mir als erstes beim BUND Berlin ein Strommessgerät ausgeliehen. Das war super unkompliziert und natürlich kostenlos – in eurer Nähe gibt es bestimmt auch eine Stelle, wo man Messgeräte ausleihen kann! Damit kann man zwar „nur“ den Verbrauch von Geräten messen, die an einer Steckdose hängen (und nicht den von mindestens ebenso relevanten Verbrauchern wie Warmwasser, Heizung, Gasherd, Beleuchtung etc.), aber fürs Erste werdet ihr sicher auch dabei schon die ein oder andere interessante Entdeckung machen!

Als nächstes ging es nun darum, mir zu überlegen, bei welchen Haushaltsgeräten ich was anschauen würde. Inspirationen dazu holte ich mir auf der Website von Smergy. Hier findet sich ein bunter Strauß an Energiespartipps, angefangen bei den Klassikern wie „Weniger heizen“ bis hin zu Ideen für „fortgeschrittene Energiedetektiv*innen“ à la „Elektronische Thermostate einbauen“. Das Smergymeter spuckt dann direkt aus, wie viel CO2 und Geld man durch die jeweiligen Tipps einsparen kann. Davon inspiriert, nahm ich verschiedene Geräte genauer unter die Lupe.

DSC_3266_web

 

Waschmaschine: Größter Energiefresser beim Waschen ist das Erhitzen des Wassers. Dementsprechend war eigentlich von Vornherein klar, dass der Energieverbrauch mit steigender Waschtemperatur in die Höhe schießen würde. Um herauszufinden, um wie viel genau, wusch ich Kochwäsche bei 90, 60 und 40 Grad (meine Mitbewohnerinnen machten sich schon ernsthaft Sorgen, wieso ich auf einmal anfange, bei 90 Grad zu waschen :). Hier die Resultate: 90 Grad – 1,92 kWh, 60 Grad – 0,96 kWh, 40 Grad – 0,77 kWh. Statt mit 90 bei 60 Grad zu waschen, spart also bereits die Hälfte an Energie ein, um weitere zehn Prozent sinkt der Verbrauch dann bei 40 Grad. Die größte Überraschung gab es dann aber, als ich gestern die mysteriöse „Schneeflocken“-Einstellung ausprobierte: 0,15 kWh standen nach dem Waschen zu Buche – im Vergleich zu 40 Grad also nochmal 80 % weniger Energie! Zum Glück sind Waschmittel heutzutage so gut geworden, dass die Wäsche auch bei weniger als 40 Grad perfekt sauber wird – dem Energiesparen steht hier also nichts im Weg :).

Kühlschrank: Neben Heizen ist auch Kühlen sehr energieintensiv, weswegen als nächstes der Kühlschrank dran war. Um einen Vergleich anstellen zu können, maß ich den Verbrauch bei unterschiedlichen Einstellungen jeweils über 24 Stunden. Überraschendes Ergebnis: Niedrigste (Innentemperatur 7,5 Grad, Verbrauch 0,177 kWh) und höchste Stufe (Temperatur 3 Grad, Verbrauch 0,180 kWh) unterscheiden sich kaum im Verbrauch! Bevor ihr jetzt aber denkt, dass ihr euren Kühlschrank problemlos runterkühlen könnt, kommt ein kleiner, aber feiner Haken: Der Energieverbrauch hängt beim Kühlschrank ganz stark davon ab, wie oft und wie lange er geöffnet wird. Vermutlich wurde er also bei mir an dem Tag mit der höheren Temperatur zufällig wesentlich öfter geöffnet als am zweiten Messtag. Von daher sind die Ergebnisse leider wenig aussagekräftig. Was sich aber dennoch als Fazit ziehen lässt, das ist, dass ihr dem Klima einen großen Gefallen tut, wenn ihr euch schon vor dem Öffnen der Tür überlegt, was ihr braucht, und nicht erst aufmacht und dann anfangt nachzudenken, worauf euer Magen gerade Lust hat :). Außerdem kann es hilfreich sein, den Kühlschrank von Zeit zu Zeit aufzuräumen, um das gewünschte Marmeladenglas nicht ewig suchen zu müssen, um dann festzustellen, dass es der Mitbewohner augenscheinlich bereits alle gemacht hat. Und – das ist jetzt ein Tipp für die Hardcore-Wattzähler :) – je voller der Kühlschrank ist, desto weniger kalte Luft geht beim Öffnen der Tür verloren. Solltet ihr also große, ungenutzte Hohlräume in eurem Kühlschrank haben, füllt sie doch einfach mit zusammengeknüllter Zeitung oder ähnlichem und schon schicken die arktischen Gletscher eine Dankes-Postkarte :).

Als nächstes habe ich vor, zu untersuchen, ob es sich direkt im Stromverbrauch niederschlägt, wie ich meinen Laptop nutze (ob ich also bei voller Lautstärke einen Film schaue oder still und heimlich einen Klimafasten-Beitrag schreibe). Und dann warten noch ein paar kleinere Küchen- und Badutensilien schon sehnsüchtig darauf, ans Messgerät angeschlossen zu werden.

Bis bald,

Jan


Plasten fasten

8. März 2016 von BUNDjugend

Was schon Halbzeit? Irgendwie weiß ich gar nicht recht, was ich berichten soll. Eigentlich kann ich bloß von Ausnahmen erzählen… Leider hatte ich mir auch vorher nicht so richtig überlegt, wie ich meinen Plan in der Praxis umsetzen kann. Die erste Woche der Fastenzeit war noch ziemlich simpel. Essen war irgendwie teils noch da, teils gabs das unverpackt in der Uni-Mensa. Und dann waren wir halt containern… Da fängts schon an: 160221_Mascha Peters_1Entspricht das jetzt dem Plastikfasten, wenn ich in Plastik verpackte Lebensmittel aus dem Container konsumiere? Ich habe für mich beschlossen, dass sie nicht zu verwerten, bloß um Plastik aus dem Weg zu gehen, einfach sinnlos ist. Schließlich rette ich immerhin die sonst unnötig produzierten Lebensmittel und gebe auch der Verpackung somit noch ein wenig mehr Nutzen.

In der zweiten Woche wurde es dann schon echt schwierig, kein Plastik zu konsumieren. Ich war bei meinen Eltern zu Besuch. Natürlich konnte ich von meiner Mutter schlecht erwarten, dass sie jetzt mir zu Liebe in das Klimafasten einsteigt und mit Biegen und Brechen plastikfrei einkauft…

Des Familienfriedens zu Liebe habe ich somit oft mein Fasten gebrochen und auch eingepackte Sachen gegessen. Immerhin kommt meine Familie mittlerweile gut mit meinen veganen Essgewohnheiten zurecht. Vielleicht hätte ich da noch konsequenter sein können, wenn ich einfach selber eingekauft hätte…

Da gerade Semesterferien sind, bin ich jetzt schon wieder zwei Wochen unterwegs Freunde und Verwandte besuchen. Tja und wieder mache ich unzählige Ausnahmen, schließlich kann ich als Besuch doch nicht vorgeben, was eingekauft wird?

Naja ab nächster Woche wird das hoffentlich besser. Dann hab ich wieder Uni und muss mich selbst versorgen.

In manchen Dingen bin ich aber immerhin schon auf dem richtigen Weg und ich sehe diese Fastenzeit auch eher als Experiment an, um auch langfristig Lösungen für ein klimafreundlicheres Leben zu finden. In Sachen Hygiene und Kosmetik bin ich schon seit einiger Zeit dabei, viel einzusparen. Meine Zähne putze ich eigentlich nur mit Kokosöl und Natron, mein Deo besteht fast aus den gleichen Zutaten, gepaart mit etwas ätherischem Orangen- und Teebaumöl. Shampoo und Duschgel benutze ich auch schon lange nicht mehr. Ab und zu Lavaerde und ansonsten warmes Wasser sind vollkommen ausreichend!

Das Leben meiner Zahnbürste neigt sich jetzt leider dem Ende zu. Da hab ich mal im Internet recherchiert und tatsächlich ein Exemplar aus reinem Bambus (Stiel und Borsten!) gefunden und bestellt. Ich bin gespannt, ob die mit den herkömmlichen Zahnbürsten mithalten kann. Bericht folgt dann beim nächsten Mal.

Was die Lebensmittel angeht gibt es noch Verbesserungsbedarf. Mein Freund ist bei der Foodcoop dabei. Da möchte ich jetzt auch gerne einsteigen. Dann kann man Linsen, Reis und co. in 10 Kilo-Säcken kaufen und spart so auch eine Menge blöder Plastikverpackungen. Obst und Gemüse möchte ich in Zukunft auch vermehrt auf dem Markt oder im Bioladen einkaufen. Eine Gemüse-Kiste wird jetzt auch bestellt.

Produkte wie Tofu und pflanzliche Milch/Joghurt/Sahne muss ich dann wohl auch vermehrt selber machen. Ein wenig hab ich da auch schon experimentiert.

Pflanzenmilch ist gar nicht so schwer (Einfach z.B. eine Hand voll Sojabohnen einweichen, mit ganz viel Wasser kochen, pürieren, evt. durch ein Sieb streichen). Zumindest wenn man sie nur zum Kochen und Backen verwenden möchte. So richtig lecker, das man sie gerne pur trinken möchte, hab ich sie noch nicht hinbekommen. Wenn da jemand Tipps hat, würde ich mich freuen!

Aus der Milch kann man auch eine Art Tofu-Quark leicht selbst herstellen. Dann nimmt man am besten mehr Sojabohnen, sodass die Milch richtig dickflüssig wird, gibt dann zur noch warmen Milch etwas Salz und ca. 4-5 EL Zitronensaft. Dann lässt man die Milch etwa 15 Minuten stehen (nicht rühren!) sodass das Eiweiß denaturiert (sieht flockig aus). Die Masse wird jetzt in ein feines, mit einem Tuch ausgekleidetes Sieb gegossen. Das Tuch über der Masse zusammenlegen und mehrere Stunden abtropfen lassen. Im Kühlschrank wird der Tofu auch noch etwas fester. Die Konsistenz erinnert an Frischkäse. Ich nutze den Tofu gerne als Basis für Aufstriche oder Soßen. Um richtig schnittfesten Tofu zu erhalten braucht man wahrscheinlich ein stärkeres Gerinnungsmittel, wie z.B. Nigari (aus Meerwasser gewonnenes Mineralsalzgemisch).

Also mal sehen was die zweite Hälfte noch so mit sich bringt. Bin gespannt, ob ich es schaffe, konsequenter zu sein!

Mascha


Zwischenbericht zum Klimafasten – Leichter gemacht, als gedacht!

7. März 2016 von BUNDjugend

Das ist mein Zwischenresümee zu meiner Fastenzeit. Sich vegan zu ernähren, fällt mir viel leichter, als ich zunächst erwartet habe.

Durch die vielen Angebote und Möglichkeiten vegan zu essen und essen gehen zu können, muss ich meinen Lebenstil nicht großartig ändern. In der Mensa in Darmstadt, in der ich immer zu mittag esse, gibt es täglich ein veganes Gericht. Selbst wenn es einem nicht sonderlich zusagt, kann man immer noch auf das große Salatbüffet zurückgreifen oder einfach eine Beilagen-Party veranstalten! Somit muss ich abends nicht auch noch mein Mittagessen für den nächsten Tag kochen. Das erleichtert vieles!160305_Lea Cölsch_Food3

Mit Freunden essen gehen, klappt ebenfalls super! Sei es beim Marokkaner, Mexikaner, Asiate oder beim Dönerladen um die Ecke (Falafeldöner ohne Soße!) – es fehlt nicht an Möglichkeiten. Auch in einem gutbürgerlichen Deutschen Restaurant konnte ich einen leckeren Bohnen- Kartoffeleintopf genießen!

Die einzige Situation, die brenzlich verlief und in der ich fast schwach geworden wäre, war als wir Pizza bestellt haben. Ich konnte nur Gnocchi mit Tomatensauce essen. Und in diesem Moment, in dem ein Pizzastück übrigblieb und nicht aufgegessen wurde und meine Gnocchi echt nicht so lecker schmeckten, kostete es mich viel Überwindung, mich nicht auf dieses Pizzastück zu schmeißen! Aber ich habe es geschafft! Und darauf bin ich echt stolz!

Meine Freunde bewunderten und beschmunzelten mich und wir machen auch immer noch viele Witze über meine Abstinenz. Eine vegane Ernährung kann also auch Unterhaltung bieten ;)

Was mir am Anfang auch sehr gefehlt hat (und eigentlich immer noch fehlt) ist mein absolutes Lieblingsessen: Quark mit Marmelade! Sei es auf dem Bröchten morgens oder einfach nur so zum Naschen. Stattdessen habe ich etwas neues fürs aufs Brot schmieren zum Frühstück endeckt, was auch wirklich super lecker ist und mich über den Quark hinweg tröstet: Erdnussmus + Marmelade! Diese Kombination ist wirklich ein Traum!

160305_Lea Cölsch_Food2Auch bei meiner Familie zu Hause am Wochenende, ist mein Klimafasten nicht viel komplizierter als in Darmstadt. Ich koche zwar meistens immer extra für mich, aber sie finden es nicht nervig und haben meine Umstellung akzeptiert. Vor allem mein Papa möchte immer gerne alles probieren, was ich koche. Meine etwas zurückgebliebenen Kochkünste stellen die vegane Küche dabei allerdings in einem nicht allzu guten Licht da. Ich beteuere dann  immer, dass es nicht daran liegt, dass das Gericht vegan ist, sondern dass ich einfach miserabel im würzen bin ;) Mir allerdings schmeckt es immer sehr gut, wieso sollte ich also etwas ändern?

Mein Zwischenfazit somit ist, dass ich mich echt gut fühle, Spaß am kochen habe, aber trotzdem nicht mehr Arbeit oder Zeit investieren muss, um vegan zu leben.

Hoffentlich habt ihr auch nicht allzu große Schwierigkeiten beim Klimafasten bzw. erlebt täglich Erfolgserlebnisse! Denn das macht es ja schließlich aus, dass man stolz auf sich sein kann, klimaneutraler und bewusster zu leben!

Liebe Grüße

Lea


#Klimafasten: Der Fleischesser auf Abwegen

28. Februar 2016 von Admin-BujuBerlin

Klimafasten. Als ich, Felix, 19 Jahre alt und FÖJler in Berlin diesen Begriff das erste Mal hörte und mich spontan entschloss, dabei einfach mal mitzumachen, war ich zugegebenermaßen etwas unschlüssig, was mich bei diesem Abenteuer denn konkret erwarten würde und -natürlich am Wichtigsten- auf was ich denn fasten könnte. Neben den Klassikern wie Alkohol und Zigaretten, die mir aber eher als Gesundheits- denn Klimafasten im Kopf umherschwirrten, fiel mir dann der Fleischverzicht ein. Doch als typischer „Teilzeitöko“, der zwar leidenschaftlich gern Kröten über die Straße trägt und Heuschrecken zählt, sich aber auch gerne mal ein herzhaftes Mettbrötchen gönnt, erschien mir die Aussicht, komplett auf Fleisch und Fisch zu verzichten, nicht besonders rosig. Allerdings empfand ich auch die Herausforderung, auf etwas zu fasten, was mir wirklich schwer fällt, als eine interessante Chance, meine Selbstdisziplin mal auf die Probe zu stellen.

In den ersten Tagen schwirrten mir viele Gedanken durch den Kopf: Welche Alternativen zu Wurst oder Fleisch gibt es denn? Welche neuen, interessanten Kochrezepte könnte ich ausprobieren? Aber die Größte Unbekannte war natürlich: Was kann bloß den saftigen, fetttriefenden 3 Uhr-Döner, welcher einen jedes Mal zuverlässig wie ein Uhrwerk nach einem Kneipen- oder Clubbesuch rettet, ersetzen? Fragen über Fragen also, die mich in diese Challange begleiteten.

Tja, was soll ich sagen? Inzwischen sind schon drei Wochen vergangen, seit zum letzten Mal ein Stück Tier in meinem Bauch verschwand und es fühlt sich inzwischen völlig normal an, anstatt in das Leberwurstbrot in einen Apfel zu beißen. Am Anfang habe ich um ehrlich zu sein schon das Fleisch auf meinem Teller vermisst, vor allem, da ich gespürt habe, dass sich mein Körper auch erst einmal auf die veränderten Essgewohnheiten einstellen musste. Allerdings fühle ich mich seit Kurzem durch den automatisch gestiegenen Obst- und Gemüsekonsum deutlich vitaler und ausgeglichener als zuvor. Beim Einkaufen laufe ich seit neuestem intuitiv am Wurstregal vorbei und habe auch schon ein paar leckere do-it-yourself Brotaufstriche hergestellt. Angenehmer Nebeneffekt: Seit ich #klimafaste, koche ich auch mehr selbst und auch die Freude am Kochen steigt mit jedem Essen, was von Mal zu Mal besser wird, natürlich auch.

Alles in Allem würde ich diese Aktion bis jetzt als einen vollen Erfolg werten. Denn sowohl die Erfahrung zu machen, dass es allen Unkenrufen notorischer Fleischesser zum Trotz (O-Ton kleiner Bruder: „Felix is(s)t so anders, seit er in Berlin bei den Ökos ist“) eigentlich super einfach ist, sich vegetarisch zu ernähren und dabei quasi keine Lebensqualität einzubüßen, als auch die kulinarische Kreativität, die man entwickelt, sind schöne, vorher nicht für möglich gehaltene Nebeneffekte. Ich bin auf jeden Fall motiviert, diese Aktion durchzuziehen und auch nach der Fastenzeit meinen Fleischkonsum bewusst zu reduzieren.

Viele Grüße und bis Bald!

Felix


Zwischenbericht: Sechs Wochen ohne Plastik

27. Februar 2016 von BUNDjugend

Seit fast zwei Wochen versuche ich jetzt, kein Plastik zu kaufen und die Bilanz lässt leider sehr zu wünschen übrig.

Um mich herauszureden, könnte ich sagen, dass es mir am Anfang sehr schwer fiel, da ich viel lernen musste und keine Zeit hatte, mich vernünftig auf die Zeit und Einkäufe vorzubereiten.

Jedenfalls ist die Liste der Ausnahmen, die ich gemacht habe, schon viel zu lang geworden.

Liste der bisherigen Ausnahmen:

  • Plastikringe in Schraubgläsern, Flaschen und Kronkorken…
  • möglicherweise Klebstoff von Etiketten oder um Papiertüten oder Pappschachteln zusammenzukleben (jedoch nach einiger Suche nichts verständliches im Internet gefunden)
  • Einmal Schokolade gekauft und gehofft, dass kein Plastik in Pappschachtel vorhanden ist, es war dann mit Alufolie beschichtetes Papier, weiß nicht, ob das zählt
  • Klopapier in Plastiktüte
  • Gewürze, Sojagranulat, Brote in Plastiktüten auf den letzten Drücker für Party gekauft, obwohl es mit besserer Planung alles zu verhindern gewesen wäre

Die schlimmste Situation war wohl, als ich eine Party gefeiert habe. Kurz bevor es losgehen sollte, wollte ich noch schnell in dem türkischen Laden gegenüber ein paar Fladenbrote kaufen, die, wie ich wusste, ohne Plastik und mega lecker sind. Das Problem war nur, dass sie schon ausverkauft waren und ich dann zu einem Supermarkt musste um Baguettes zu kaufen, die alle einzeln eingeschweist waren. Hat mich total geärgert. Ich hätte natürlich normales Brot kaufen können, oder darauf verzichten können, aber ich hatte Chili sin Carne gemacht und wollte etwas Passendes dazu servieren.

Vielleicht hatte ich es mir auch zu sehr in den Kopf gesetzt, Fladenbrote oder etwas ähnliches haben zu wollen, weil die Gäste so etwas erwarten könnten.

Ich hätte die Brote auch vorher selbst machen können, denn wer weiß wie viel Plastik schon bei der Produktion der Fladenbrote angefallen wäre, auch wenn sie selbst nicht verpackt sind?

Damit komme ich auch schon zu einer Erkenntnis, die ich gezogen habe. Fast alles, das verarbeitet ist, ist irgendwie mit Plastik verpackt, sei es auch nur der Gummiring im Innern einer Marmeladendose, oder der Klebstoff, der eine Pappschachtel zusammenhält. Also muss ich alles selber machen und das frisst Zeit.

Aber ich habe auch schon positive Erlebnisse gemacht:

Ein Marmeladenglas von der Marke „Eisblümerl“ hat auf dem Deckel „PVC-freier Verschluss“ stehen. Es ist das einzige Schraubglas, das ich gesehen habe, das irgendeine Auskunft über den Gummiring bietet. Woraus genau stattdessen der blaue Ring innen besteht, ist allerdings auch nicht geklärt.

Nüsse habe ich mittlerweile auch lose in einem Biomarkt gefunden.

Statt Sojamilch könnte ich einfach Kuhmilch in Flaschen bekommen, habe aber beschlossen, stattdessen Apfelsaft und Orangensaft in Flaschen in mein Müsli und meinen schwarzen Tee zu tun, was ich im Moment mega lecker finde!

Eine sinnvolle Alternative zu eingepacktem Klopapier habe ich bisher nicht gefunden. Auf diversen Websites findet man Tips dazu, zum Beispiel kann man Stofftücher nehmen und sie waschen und dann wiederverwerten, was ja ganz cool ist, aber vielleicht bin ich noch nicht so weit. Für Menschen, die in München wohnen, könnte auch diese Seite vielleicht interessant sein. Man kann das plastikfreie Klopapier auch bestellen, aber bei Lieferungen bin ich mir dann wieder unsicher, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Oder mich schreckt der Preis ab… Also habe ich normales Recycling-Klopapier gekauft und benutze die Plastiktüte als Mülltüte, was meiner Meinung nach ein ganz guter Kompromiss ist.

Nach Shampoo Alternativen habe ich auch viel recherchiert und es gibt haufenweise Möglichkeiten. Eine recht spannende Sache fand ich, einfach kein Shampoo mehr zu verwenden, und stattdessen oft die Haare zu Bürsten. Jeden Tag 100 mal kämmen, um den Talg von der Kopfhaut bis in die Haarspitzen zu verteilen. Ich habe auch schon angefangen, das auszuprobieren und wasche die Haare jetzt meistens auch nur noch mit dem Stück Olivenseife, das ich auch für meinen Körper benutze. Im Moment werden meine Haare zwar jetzt wieder schneller fettig, aber das Bürsten hilft echt total dagegen und angeblich soll es nach einigen Wochen weniger nachfetten, da sich die Kopfhaut daran gewöhnt.

Weitere Dinge die ich mal ausprobieren will, ist mir die Haare mit Roggenmehl zu waschen (ja kein anderes Mehl, das verklebt die Haare wohl total!), oder mit so genanntem Trockenshampoo aus Maisstärke. Über die Ergebnisse berichte ich nächstes Mal.

Ich habe noch sehr viel Zahnpasta, da ich jedes Jahr welche zu Weihnachten geschenkt bekomme und sie gar nicht so schnell verbrauche, aber wenn ich keine mehr habe, werde ich mal versuchen, komplett darauf zu verzichten, da ich aus mehreren Quellen gehört habe, dass die Zahnpasta eigentlich überflüssig ist, da das Schrubben mit der Bürste den meisten Dreck entfernt. Naja, wann anders. :)

Eigentlich ist das „Ich verzichte auf Plastik kaufen“ also tatsächlich eher zu einem allgemeinen „Ich lebe jetzt mal voll ökologisch“ hinausgelaufen. Zum Glück kommt Wasser immer noch unverpackt aus dem Wasserhahn.

Weitere Tipps und genauere Beschreibungen für Shampoo oder Zahnpflege habe ich hier, hier, hier und hier gefunden (es lohnt sich auch auf den Websites ein bisschen zu blättern!).

Fiona


Tschüss, Schokocreme!

26. Februar 2016 von BUNDjugend

DSC_0340_web

Fasten für das Klima? – wenn das kein weltverbessernder Plan ist! Als ich einer alten Freundin völlig euphorisch von der Idee erzähle, nennt sie mich nur trocken „Dauerfasterin“ und bemerkt, dass ich ja sowieso „schon AUF ALLES verzichte“ (damit meint sie vermutlich saftige Steaks, cremigen Joghurt und schneeweißes Papier – die ganz essentiellen Dinge des Lebens eben). Aber – es ist immer ein bisschen Luft nach oben! Also beschließe ich, während der Fastenzeit auf Lebensmittel mit Palmöl zu verzichten. Warum? Julie hat das Ganze bereits einleuchtend erklärt.

Ich muss zugeben: nachdem ich Anfang Februar kurz den Inhalt meines Kühlschrankes gescannt habe, war ich schon ein kleines bisschen stolz auf mich: Palmöl war auf keiner einzigen Zutatenliste zu finden. Meine

bequeme Seite atmete erleichtert auf, während mein Ehrgeiz spottete. Wo bleibt denn die Herausforderung, wenn die einzige (bisher) vorhersehbare Schwierigkeit ist, dem abgöttisch leckeren Schokoaufstrich bei unserem wöchentlichen Bürofrühstück zu widerstehen?!

Ich beschloss also kurzerhand, die Verbannung aufs Badezimmer auszuweiten und den Versuch zu wagen, jegliche Chemikalien (inklusive Palmöl) in sämtlichen Kosmetika zu streichen oder zumindest die Liste möglichst gering zu halten. Das Vorhaben möchte ich gleichzeitig dazu nutzen, meine kleine Hexenküche zu erweitern und zu schauen, was ich neben selbstgemachten Cremes und Masken noch zu Stande bringe. Außerdem begebe ich mich auf die Suche nach Alternativen zu herkömmlichen, (vielleicht nur auf den ersten Blick?) nicht so leicht zu ersetzenden Pflegeprodukten wie beispielsweise Zahnpasta. Dabei werde ich mich vermutlich nicht nur mit dem Kochlöffel, sondern auch mit den Tücken der Kosmetikindustrie herumschlagen.

Ob ich diesen Kampf gewinne? Seid gespannt!

Friedi


#Klimafasten: Noch umweltfreundlicher leben

24. Februar 2016 von BUNDjugend

160221_Theresa Schmidt_1

Was ich faste:

  • Elektrogeräte
  • Heizenergie
  • langes Duschen
  • Plastikartikel
  • Nahrungszusätze
  • unüberlegten Konsum

 

 

 

 

 

 

Ich versuche bereits seit einiger Zeit, möglichst wenig Müll zu produzieren und die Ressourcen zu schonen. Ich arbeite also an all meinen Vorsätzen schon seit einer Weile. Nun hat mir das Fastenprojekt nochmal neue Motivation verschafft und ich möchte versuchen, noch umweltfreundlicher zu leben.

Dabei kann ich mich nicht entscheiden, welches meiner Vorhaben mir am wichtigsten ist. Allerdings ist mir jetzt schon klar, was mir am schwersten fallen wird: das Vermeiden von Plastikartikeln.

Bevor ich anfing, mir Gedanken um meinen Plastikkonsum zu machen, war mir gar nicht bewusst, wie viel Plastik ich tatsächlich tagtäglich verwende. Als ich begonnen habe, mehr auf meine Gewohnheiten zu achten, habe ich einen Schock bekommen! Von der Zusammensetzung der Fasern in meiner Kleidung, über Lebensmittelverpackungen bis hin zur Taschenlampe und der Zahnbürste – nichts scheint ohne Plastik auszukommen. Dem möchte ich aber keinen Glauben schenken und somit stelle ich mich der Herausforderung!

Hier mein Schlachtplan:

Um weniger Heizenergie zu verschwenden, werde ich mich dicker anziehen. Somit bleibt die Heizung aus. Meine Haare werde ich abends waschen, so muss ich sie morgens auf Grund des Zeitdrucks nicht föhnen. Statt des Staubsaugers werde ich versuchen, öfter den Besen zu verwenden. Um Handy und Computer ausgeschaltet zu lassen, setze ich mir eine bestimmte Zeit in der Woche für die Benutzung.

160221_Theresa Schmidt_Waschutensilien_1Langes Duschen ist bequem und entspannend – ich möchte versuchen, mich mit dem Waschlappen zu waschen und somit viel Wasser zu sparen. Hier kann ich gleich den Plastikmüll reduzieren, in dem ich auf Seife zurückgreife anstatt herkömmlicher Duschgels in der Plastikflasche.

Beim wöchentlichen Einkauf versuche ich, möglichst viele lose Lebensmittel bzw. in Glasverpackungen zu bekommen. So kann ich sie in meine eigenen Beutel verpacken und die Gläser später auch noch für andere Dinge verwenden. Für mehr Ideen und Anregungen ist die Gruppe „Plastikpatrouille mit Herz“ sehr zu empfehlen :)

Ich hoffe, dass ich in der Fastenzeit viel Neues dazu lernen kann und bin gespannt auf den Ablauf der Wochen  :)

Theresa


#Klimafasten: Wie einem die Welt möglichst wenig egal ist

23. Februar 2016 von BUNDjugend

160220_Lukas Laufenberg_1Hallo. Mein Name ist Lukas und ich bin ein Fachidiot. Damit meine ich: Ich habe ein bisschen Ahnung von Technik, aber vom Rest eher nicht so. Deswegen ist mir der Rest der Welt aber noch lange nicht egal. Nur müssen mir Andere erklären, wie mir der Rest der Welt möglichst wenig egal ist. Eine ziemlich schlagkräftige Argumentation hat Julie hier im Blog ja schon vorgelegt.

Also beginne ich meine „2016 ist mir die Welt weniger egal“-Liste: Weg mit Palmfett.

Was kann noch weg? Auto besitze ich keins. Alkohol trinke ich nicht. Fleisch esse ich nicht. Andere Tierprodukte? In meinem Kopf meldet sich eine Stimme: „Der Käse ist dein Freund, du darfst ihn nicht einfach zurücklassen. Er ist ein Teil von dir. Dein Schaaaatz…“ Ich scheine ganz eindeutig ein gestörtes Verhältnis zu tierischen Produkten zu haben. Also weg damit.

Diese Fastenzeit verzichte ich auf Palmfett und lebe Vegan. „Darf’s auch ein bisschen mehr sein?“, fragt die freundliche Bedienung an der imaginären Lebensumgestaltungstheke. „Einmal mit alles, ohne Plastik.“ sage ich, ohne genauer darüber nachzudenken. Fünf Minuten später erkenne ich in meinem Plan einen fatalen Fehler: Ich sitze auf dem Klo und überlege, wie ich an nicht in Plastik verpacktes Klopapier kommen soll. Nachdem ich erkannt habe, dass das ganze offensichtlich ein wenig mehr Vorbereitung braucht, beschließe ich, es einfach dabei zu belassen. Das ist für mich schon Herausforderung genug. Ich habe schließlich schon mal versucht vegan zu leben und es gerade mal zwei Wochen durchgehalten.

Und ehe ich mich versehe ist bereits über eine Woche vergangen. War gar nicht so schwer. Einige wichtige Erkenntnisse haben mir allerdings sehr dabei geholfen:

Du wirst nicht zu einem Drehspieß verarbeitet wenn du nach einem Falafeldöner ohne Soße fragst. Leckere, vegane, palmölfreie Bratkartoffeln sind viel schneller gemacht, wenn du auf schälen und vorkochen verzichtest. Die supergeile Spaghettisoße von gestern eignet sich exzellent als Brotaufstrich. Senf und Gemüse auch (besonders Tomaten, Gurkenscheiben vom Senf besser durch ein Salatblatt trennen).

Wie kommt der Typ auf die Idee Senf aufs Brot zu schmieren? Wenn er feststellt, dass die vor zweieinhalb Wochen gekauft Margarine leider Palmfett enthält, während das Senfglas daneben ihn verführerisch anblinzelt, kommt er unter Umständen auf verrückte Ideen.

Ich denke ich konnte meinen Entscheidungsprozess hinreichend darlegen.

Bis bald, euer Lukas.


#Klimafasten: Mit dem „Vegan-Survival-Kit“ durch die erste Woche

21. Februar 2016 von BUNDjugend

Spontan traf ich am letzten Samstag die Entscheidung, mich in der Fastenzeit vegan zu ernähren. Nämlich um meinen Beitrag am Tierleid zu verringern und um meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Und einfach, um mal was neues auszuprobieren. :)

Seit 1,5 Jahren ernähre ich mich bereits vegetarisch. Darauf konnte sich meine Familie relativ gut einstellen („Ich hab den Hack in extra große Klumpen gemacht, damit du ihn besser aus der Suppe raus suchen kannst“). Vegan hingegen stellt für meine Familie eine derartig große Herausforderung dar, dass mir schon im Vorfeld angekündigt wurde, dass „da jetzt nicht auch noch drauf Rücksicht genommen werden kann“. Nun ja, damit hatte ich eh gerechnet.

Bisher lief aber alles ganz gut. Ich war am Wochenende mit meinen Freunden unterwegs, für die vegane Ernährung kein Mysterium ist und daher war es total easy mit der rein pflanzlichen Ernährung. Vegan für Fortgeschrittene hingegen ist der Alltag, wenn jemand anderes kocht. Beispielsweise hat meine Mama heute Quiche mit Rosenkohl und viel Käse gemacht. Schade aber auch.

Tja, was solls… Für mich muss ich dann wohl was anderes improvisieren. Frisch gebackenes Brot mit Chilibohnen und Paprika schmeckt auch. Oder mit Kichererbsenaufstrich und getrockneten Tomaten.

160218_Miriam Kamp_vegan_1

„Vegan-Survival-Kit“ von Miriam

Zum Glück habe ich mir am Montag ein „Vegan-Survival-Kit“ zusammengestellt: leckere Aufstriche, frisches Obst und Gemüse, Hefeflocken, Räuchertofu, pflanzliche Milch und Joghurt. Ohne eine derartige Basis von pflanzlichen Nahrungsmitteln würde die Fastenzeit wohl sehr lang und frustrierend.

160218_Miriam Kamp_vegan_1a

Veganes Eis am Stiel

Aus veganem Pfirsich-Maracuja-Joghurt habe ich auch direkt ein paar Portionen veganes Eis am Stiel hergestellt. Ich bin mal gespannt auf das Ergebnis. :) Auch sonst bin ich ziemlich gespannt, was diese Fastenzeit noch mit sich bringt.

Miriam