BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Die letzte gemeinsame Aktion der Internationalen Jugend

16. Dezember 2009 von BUNDjugend

Endlich wieder ein neuer Tag:)President der Malediven

Natürlich war auch heute morgen Spokescouncil, aber ich nahm nicht daran teil, da ich zu spät am Bella Center war und auch noch eine Dreiviertelstunde vor den Sicherheitsschleusen anstand. So kam ich erst um 9:30 Uhr im Bella Center an, checkte meine Mails und machte einen Tagesplan.

Nun hatte die internationale Jugend ein Treffen mit Dr. Pachauri, dem Chef des IPCC (Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimawandel) arrangiert. Dort hatte ich mich auch angemeldet und wir waren ca. 50 Jugendliche. Dr. Pachauri betonte die Wichtigkeit des Engagements der Jugendlichen. Er betonte natürliche auch noch einmal die Transparenz des IPCC. Außerdem forderte er ein sofortiges Handeln und auch wirtschaftlich gesehen sind die Kosten eines sofortigen Handelns sehr gering.
Wir fragten ihn noch, wie die Jugendlichen am besten etwas erreichen können. Er empfahl uns, am meisten in unseren eigenen Ländern anzufangen. Dort müssen wir die Menschen und die Regierungen zum Umdenken bewegen.

Wir dürfen nie die Hoffnung verlieren. Die ist das wichtigste in diesem ganzen „Theater“!

Heute hatten wir auch noch ein Treffen mit allen akkreditierten Jugendlichen aus Deutschland. Auf diesem besprachen wir wie man am besten Aktionen zur Deutschen Delegation machen kann, um diese in die richtige Richtung zu bringen. Wir würden gerne eine Statement von ihnen zu ihren Anstrengungen in der Klimakonferenz haben. Da wir leider nur eine halbe Stunde Zeit hatten, verschoben wir weitere Planungen auf ein nächstes Treffen.
Direkt im Anschluss an dieses Treffen fand letzte gemeinsame Aktion der internationalen Jugend statt, da ab Dienstag nur noch eine begrenzte Menge der NGOs Zutritt zum Bella Center haben. Wir bildeten eine lange Reihe von über 150 Jugendlichen durch einen Gang des Bella Centers und hielten Schilder hoch, mit denen wir unsere Unterstützung für die Entwicklungsländer deutlich machten. Es gab ein sehr gutes Bild ab und die Presse war auch gut vertreten. Manche Abgeordnete (vor allem aus dem globalen Süden) bekundeten uns ihre Unterstützung. Das war sehr motivierend.

Direkt nach dieser Aktion begann das CAN Meeting. Auf diesem wurde wieder von den aktuellen Verhandlungen berichtet. Afrika verhandelt solange nicht weiter, bis die Industriestaaten klare Zahlen auf den Tisch gelegt haben. Ich finde dieses ein sehr gutes Statement, da man wieder sieht wie verzweifelt die Entwicklungsländer sind. Daraufhin verkündeten aber auch die Industriestaaten, dass sie nicht weiterarbeiten würden bis die Afrikaner wieder verhandeln.

Dieses gegenseitige Blockieren wurde aber an diesem Abend schon wieder aufgelöst.

Um 16 Uhr hielt im Klimaforum Bill Mc Kibben, der Mitgründer von 350.org eine Rede. Er rechnete eindrucksvoll vor, warum die Zahl 350 so wichtig ist. Kommen wir nicht zurück auf diese CO2 Konzentration in der Atmosphäre, wird es katastrophale Folgen haben. Nach einigen Studien sterben schon heute jährlich 300.000 Menschen an den Folgen des Klimawandels. Mit dem Klimawandel stehen die Menschen vor der größten und weltumfassensten Krise, die es je gegeben hat.
Würden die jetzt getätigten Statements der Länder auf der Kopenhagener Klimakonferenz in Tat umgesetzt, hätten wir 2100 trotzdem eine CO2 Konzentration von 717 ppm in der Atmosphäre. Dies sind erschreckende Zahlen, da ab einer höheren Konzentration als 350 ppm in der Atmosphäre die Malediven dem Untergang geweiht sind.

Nach der Rede von Mc Kibben sollte eigentlich sofort der Prasident der Malediven sprechen, doch dieser war noch nicht zur Stelle. So redete Mc Kibben insgesamt anderthalb Stunden, wobei die letzte Dreiviertelstunde nur noch Zeitgewinnung war.
Nun sprach der Präsident der Malediven, doch leider konnte ich dort nur den Anfang der Rede hören, da wir um 18 Uhr ein Treffen mit unserer Gruppe hatten.

Nun aßen wir gemeinsam mit der Gruppe und danach war ein Treffen der Aktionsgruppe von Friends of the Earth International, um einen Marsch mit La Via Campesina am nächsten Tag zu planen. Dort war ich aber nur sehr kurz, da es für mich nicht sehr interessant war.

Beim Essen hatten wir von Max erfahren, dass wir sehr wahrscheinlich am nächsten Tag nicht in die Konferenz gehen können, da es ab Dienstag Zweit-Badges geben würde. Ab diesem Tag bekommen alle NGOs nur noch ca. 25% ihrer eigentlichen Badges. Diese Regelung wurde auf Grund von Platzgründen eingeführt. Deswegen würde ich wahrscheinlich keinen Zugang zum Bella Center haben. Dieses fande ich sehr deprimierend, da alle meine Aktivitäten der vorherigen Tage mit dem Bella Center zu tun hatten und ich wusste nicht genau was ich außerhalb machen sollte.

Nun hörte ich aber noch über unseren SMS Verteiler, das ein Strategietreffen im Bella Center gegen halb neun stattfinden sollte. Dort ging ich noch hin und wir sprachen in diesem Treffen über die Struktur von YOUNGO und den Vor und Nachteilen.

Nach diesem Treffen ging ich noch ins Internet, schrieb Mails und Blogeinträge:)

Nun war auch dieser Tag zuende und ich hatte das Gefühl, dass die Zeit insgesamt viel zu schnell läuft!


Petition noch immer Online

16. Dezember 2009 von Björn

Die Onlinepetition von Friends od the Earth ist noch immer online. Alle Aktuellen Informationen darüber, was unseren Aktiven vor und im Konferenzgebäude wiederfahren ist, könnt ihr hier nachlesen.


DONG Energy Die Piratenaktion

16. Dezember 2009 von Björn


FRIENDS OF THE EARTH VON DEN KLIMAVERHANDLUNGEN AUSGESCHLOSSEN!

16. Dezember 2009 von Björn

Fri­ends of the Earth In­ter­na­tio­nal wurde heute früh von den Kli­ma­ver­hand­lun­gen in Ko­pen­ha­gen aus­ge­schlos­sen. Nie­mand von den ak­kre­di­tier­ten Be­ob­ach­ter/innen kommt in das Bel­la-Cen­ter, in dem die Ver­hand­lun­gen statt­fin­den. Be­trof­fen sind auch an­de­re NGOs.

Fri­ends of the Earth EWNI (Eng­land…) hat eine On­line-Pe­ti­ti­on an Yvo de Boer, Exe­cu­ti­ve Secreta­ry der UNFCCC, ge­star­tet: Mitmachen!

Un­ter­zeich­net jetzt schnell die Pe­ti­ti­on an Yvo de Boer, be­schwert Euch über den Aus­schluss von FoEI und anderen NGOs aus den Kli­ma­ver­hand­lun­gen — die Ver­hand­lun­gen dür­fen nicht unter Aus­schluss der Zi­vil­ge­sell­schaft in die letz­te Runde gehen!


Die große Demonstration – 100.000 Beteiligte!!!

15. Dezember 2009 von BUNDjugend

Demonstration

Samstag 12.12.09

Jey heute ist ein super Samstag. Warum dieser so toll ist erzähle ich gleich.
Wir standen um ca. 7 Uhr auf und aßen Frühstück. Dieses ist übrigens das beste am Hostel;) Man hat ein sehr gutes Buffet. Nun fuhren wir um 8 Uhr los zum Klimaforum. Das Klimaforum ist ein „alternativ Gipfel“ zu der COP15 und es gibt dort jeden Tag Workshops, Vorträge und Partys.
Auf einem Platz in der Nähe des Klimaforums sollte um 10 Uhr eine menschliche „Flut“ stattfinden, die durch die Straßen von Kopenhagen flutete. Diese ist von Friends of the Earth International organisiert und symbolisiert die möglichen Auswirkungen des Klimawandels wenn wir nicht jetzt handeln.. Wir halfen ab 9 Uhr blaue Ponchos auszuteilen, Ordner zu sein etc.
Um 10 Uhr fing nun die Aktion an.
Es wurden erst einige Reden gehalten. Unter anderem von dem Vorsitzenden von Friends of the Earth International. Diese Rede war sehr gut und begeisterte die Zuhörer. Nach diesen Reden zogen dann 5000 blau gekleidete Menschen durch die Straßen von Kopenhagen. Das war super! Es gab auch noch einige „CO2 Händler“, die mit CO2 Zertifikaten handelten (natürlich nur gespielt) und diese den Demonstranten anboten. Diese machten ihren Job zwar sehr gut, wurden aber von der Menge ausgebuht (siehe http://www.youtube.com/watch?v=oryi_9xmaQI ).

Wir kamen um ca. 12 Uhr auf einem großen Platz an. Dort gab es gute Musik und warme Suppe. Innerhalb der nächsten Stunde kamen immer mehr Menschen dazu und der Platz füllte sich langsam. Auch die Busse aus Deutschland kamen an, doch einige wurden an der Grenze aufgehalten. Eigentlich sollte die Demonstration um 13 Uhr anfangen, doch wir warteten noch ein wenig länger, sodass auch die letzten DemonstrantInnen ankommen konnten. Als wir dann los liefen, war die Demonstration in verschiedene Blocks aufgeteilt. Als erstes lief der Block der Vertreter der Ureinwohner dieser Welt. Danach kam der Greenpeace Blog mit einem riesigen aufblasbaren Schneemann etc. Ich hatte inzwischen auch Daniel, einen Freund aus Deutschland, mit dem ich durch die Demonstration lief.
Die Stimmung in der Demo war super! Es gab Musik, Trommeln, Gesang und Tanz. Und dann erfuhren wir, dass 100.000 Menschen sich an der Demonstration beteiligten. Das ist ein riesiger Erfolg!!!:)
Ich war während der ganzen Zeit mehr im forderen Teil der Demonstration. Später erfuhr ich, dass es einen „schwarzen Block“ am Ende der Demonstration gab, dass heißt, dort waren viele Radikale Demonstranten. Anscheinend gab es dort Randale und es wurden Scheiben ein geschmissen. Daraufhin wurden die Randalierer, aber auch sehr viele Unschuldige von der Polizei eingekreist und mehr als 900 Menschen verhaftet. Da anscheinend nicht genügend Polizeitransporter zur Verfügung standen, mussten die Verhafteten mehrere Stunden auf dem Boden mit Handschellen sitzen.

Nach meiner Einschätzung, ist es zwar nötig dass die Polizei die Leute festnimmt die Krawalle macht und es ist verständlich dass unter den Festgenommenen auch einige Unschuldige sind. Es ist aber nicht akzeptabel, die Festgenommenen mehrere Stunden in der Kälte auf dem Boden sitzen zu lassen. Das ist Körperverletzung!
Diese ganzen Berichte über die Gefangen genommenen kann ich aber leider nicht aus erster Hand erzählen, da ich von den Festnahmen nichts mitbekommen habe. Leider berichteten die Medien auch wieder in erster Linie von den Verhafteten, obwohl diese nur 1% der Demonstration waren.
Am Ende der Demonstration wurden noch Reden geschwungen, unter anderem von der 19 jährigen Deepa aus Australien. Das war sehr gut. Nach diesen Reden wurde die Demonstration beendet.

Trotz der Festnahmen war die Demonstration ein riesiger Erfolg! Ich persönlich fand auch die Stimmung auf der Demonstration sehr schön. Natürlich hoffen wir nun, damit etwas bewegt zu haben.

Nach der Demonstration gab es noch die „After Demo Party“, wo ich aber leider nicht mehr hin ging, da ich noch zwei Freundinnen aus Deutschland zu ihren Turnhallen brachte und es danach zu spät war.

Insgesamt war dies ein sehr, sehr erfolgreicher Tag! Hier sieht man, das die Problematik des Klimawandels Massen mobilisiert und in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Nun ist die große Herausforderung dieses Wissen auch in Tat umzusetzen und selbst zu handeln.


Und wieder ein Tag:)

14. Dezember 2009 von BUNDjugend

11.12.09 Freitag

Hey nun der Bloggeintrag vom Freitag. Es tut mir echt Leid dass dieser so spät kommt, aber ich hatte einfach keine Zeit zu schreiben;)
Alllsooo heute kam ich um ca. 9 Uhr im Bella Center an. Dort hatte ich ein bisschen Stress, da ich noch an diesem Morgen ein Interview von mir korrigieren musste (dass hatte der Journalistin der „Erziehungskunst“ gemacht und sie hatte es mir zum korrigieren geschickt). Außerdem suchte machte ich noch Bilder um sie an die Erziehungskunst und den Spiegel zu schicken. Dieses musste alles bis um 12:00 Uhr passieren, da die Erziehungskunst dann Redaktionsschluss hatte.
Um 11:30 machte AOSIS ein Statement, in dem sie 1,5 Grad Celsius als Höchsttemperaturanstieg, 350 ppm (parts per Million) als Höchstgrenze der Treibhausgase in der Atmosphäre und Anpassungshilfen forderten. Dazu hielten wir Schilder mit „AOSIS wir stehen zu euch“ oder „350 = Überleben“ hoch:) Das war eher eine sehr kleine Aktion.
Nach dieser Aktion schaute ich mir meine Mails an, antwortete endlich mal;) und schrieb Zusammenfassungen.
Um 14 Uhr begann nun das CAN Meeting wo über die aktuellen Entwicklungen der Verhandlungen von Freitag berichtet wurde.
Nun war um 15:30 Uhr eine Aktion der Internationalen Jugend in der großen Halle der Konferenz. Bei dieser Aktion „froren“ ca. 50 Jugendliche auf Kommando plötztlich ein. Nach ca. fünf Minuten war die Aktion vorüber und wir hielten Banner hoch und gaben Pressestatements ab. Die Aussage war, das die Verhandlungen nicht einfrieren dürfen.
Nach dieser Aktion schrieb ich meinen Blogeintrag für Donnerstag, was jetzt auch wieder lange her ist:) Um 18 Uhr aßen wir dann mit unserer Gruppe zu abend, das heisst mit den Leuten aus dem Patenprojekt. Das war ganz lustig:)
Ab 20 Uhr begann dann ein Meeting mit Yvo de Boer und dem Vorsitzenden des AWG-KP Tracks in den Verhandlungen. Max, Anna und ich gingen da auch noch hin, kamen aber leider zu spät um die Reden zu hören. Es war aber doch ganz nett und es gab kostenlos essen. Ich fande es aber etwas langweilig.
Nach diesem kurzen Aufenthalt auf diesem Meeting gingen wir noch etwas trinken in der Stadt;)
Ich war an diesem Abend aber zu müde um noch irgendwas mitzubekommen.

Abends um ca. 23 Uhr kam dann ein Freund aus Deutschland an. Ich holte ihn am Kopenhagener Bahnhof ab und wir liefen noch ein wenig durch die Stadt. Um ca. 1:30 am Samstag morgen kam ich dann im Hostel an und ging schlafen;)

Jey dies war ein anstrengender Tag obwohl ich nicht so viel gemacht habe.


KLIMAFORUM KOPENHAGEN

13. Dezember 2009 von Björn

klimaforum

Ein Besuch im Klimaforum: Das Klimaforum „Peoples’ Climate Summit“ ist Hauptanlaufort für viele Klimaaktivisten hier in Kopenhagen. Alle Menschen, auch die ohne Akkreditierung für das Konferenzgebäude, können sich hier treffen, austauschen und arbeiten. Viele NGOs nutzen das Forum gezielt für interessante Informations- und Diskussionsveranstaltungen: Climate Justice Now Assembly, Transition Towns – A Concrete Pracicial Alternative und Voices of Victims – um nur einige der vielen Angebote zu nennen. Das Forum bietet in Gegensatz zu den Veranstaltung im Konferenzgebäude mehr Raum für Nichtregierungsorganistationen. Vor Allem die Länder des globalen Südens machen hier auf sich aufmerksam und das Klimaforum bildet somit den nötigen Gegenpol zur Konferenz.

Mehr über das Klimaforum findest du hier.


Human Flood flutet Kopenhagen

12. Dezember 2009 von Björn

IMG_3223Zum Auftakt des Aktionstages trafen sich heute um 10.00 Uhr tausende Aktivisten in Kopenhagen, um eine riesige menschliche Flutwelle in den Straßen Kopenhagens zu erzeugen. Bei der von Friends of the Earth International organisierten Demonstration forderten die Menschen Regierunsvertreter der Konferenz dazu auf, für Klimagerechtigkeit einzutreten und ein starkes, bindendes Klimaschutzabkommen abzuschließen, in dem auf Emissionshandel verzichtet wird. Bilder!


Nun war es schon Donnerstag – Und wir hatten eine super Aktion!!!!

11. Dezember 2009 von BUNDjugend

10.12.9 Donnerstag

Heute ist ein veregneter Donnerstag in Kopenhagen:) Anna und ich standen sehr früh auf, um noch rechtzeitig zum Treffen der internationalen Jugend zu kommen!
Wir kamen auch exakt pünktlich im Bella Center an und konnte so das ganze Treffen erleben. Dieses war mehr oder minder interessant und ging bis um 9 Uhr. In dem Treffen wurden aktuelle politische Sachen, Vorschläge für Strategie und Aktionen und die Aktionen des kommenden Tages besprochen.

Nach diesem Meeting konnten wir noch einen Kaffee bei Greenpeace trinken und gingen dann, wie jeden Tag, daran unseren Tagesplan zu machen. Das war mehr oder minder interessant:)

Um 10 Uhr begann eine Verhandlung über die zweite Periode des Kyoto Protokolls. Diese begannen wieder etwas später und zu Anfang wurden wieder nur unwichtige organisatorische Sachen besprochen.
Nun wurden einige Länder verlesen, die Vorschläge zu dem verhandlungstext oder der Verfahrensweise etc. hatten. Tuvalu hatte ca. 8 Vorschläge und schlug deshalb vor, die Vorschläge in einer eigenen Arbeitsgruppe besprechen zu lassen.
Diese Vorschläge sind sehr stark: Tuvalu forder ein neues Protokoll von 2013-2018, 45% Redunktion der Industrieländer bis 2025 und einen maximal Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius.
Nach den Vorschlägen von Tuvalu wurden noch Vorschläge von anderen Ländern hervorgebracht. Meistens waren es Zustimmung oder Ablehnung des Vorschlags von Tuvalu. Grenada (als Vertretung aller AOSIS=Alliance of Small Island Staates), Äthiopien (als Vertretung der LDC = Least Developed Countries), El Salvador, Bangladesch, Jamaika und auch Burkina Faso unterstützten offensiv die Forderung von Tuvalu.
Bolivien brachte noch einen eigenen Vorschlag hervor, in dem es auch betonte, dass weniger als 20% der Weltbevölkerung für über 75% der Treibhausgase verantwortlich sind.
China und einige andere Länder, sind prinzipiell für Tuvalus Vorschlag, die hervorgebrachten Vorschläge schnell zu bearbeiten, bestanden aber darauf, dass diese Entscheidungen dann in der zweiten Periode des Kyoto Protokolls verankert sind und nicht ein neues Abkommen bilden. Dies bekräftigte dann auch noch mal der Gesandter von Tuvalu.

Nun fasste die Präsidentin der COP15 die Statements zusammen und machte den Vorschlag, am nächsten Samstag über den Vorschlag von Tuvalu zu diskutieren. Diesen Punkt wollte sie schnell abhacken, doch Tuvalu meldete sich nocheinmal zu Wort und legte Wiederspruch ein.
Die Entscheidung über diesen Vorschlag könnte nicht bis Samstag verschoben werden, da es eine grundlegende Entscheidung ist. Würde die Arbeitsgruppe am Samstag gebildet werden, hätte sie nur noch drei Tage Zeit die Vorschläge zu bearbeiten bis die Staatschefs und Staatschefinnen eintreffen würden. Tuvalu bekräftigt nochmal, dass es nicht das Ende des Kyoto Protokolls wolle, sondern ein starke, ambitionierte und verbindliche zweite Periode des Kyoto Protokolls.
Nun meldeten sich sehr viele Länder die Tuvalu zustimmten. Unter ihnen waren auch Grenada, Kiribati, El Salvador, Costa Rica, Malaysia, Marschall Inseln und Brasilien.
Da die Präsidentin aber fande, das kein Konsenz im Raum herrscht, unterbrach sie die Verhandlungen um 15 Minuten um sich mit den Gruppenvorsitzenden der verschiedenen Länder zu besprechen.

Nach diesen zehn Minuten kam die Entscheidung, das keine Entscheidung getroffen werden konnte und so der Vorschlag von Tuvalu auf das nächste Treffen verlegt werden müsste.

An diesem Beispiel sieht man wieder, wieviel die Delegierten (häufig der Industrieländer) reden, aber nichts beschliessen. Wichtige und elementare Entscheidungen werden immer aufgeschoben.

In der ca. zwanzigminütigen Pazuse hatte ich ein sehr interesantes Gespräch mit mehreren NGO Vertretern aus der USA. Wir unterhielten uns über das größte Problem dass die Welt insgesamt hat, nämlich das lineare und kurzzeitige Denken. Das heisst, die meisten Menschen in der USA und in Deutschland denken nur an den nächsten Tag, die nächste Woche oder an die nächste Gehaltsauszahlung. Sie denken oft nur an sich, obwohl ihnen das offenbar nicht bewusst ist oder sie es verdrängen.
Was wir brauchen und was sehr viele Probleme der Welt lösen würde, ist globales und weitreichendes Denken. Die Menschen sollten nicht nur an den nächsten Tag oder die nächsten Wochen denken, sondern sich auch immer bewusst sein, das ihr handeln Auswirkungen auf zukünftige Generationen oder auch auf andere Kontinente hat. Die Hungerkrise, die Klimakrise und die Wasserknappheit liessen sich so lösen. Kriege würden gar nicht mehr ausgefochten, da den Menschen bewusst ist, was sie damit anrichten. Die Finanzkrise wäre gar nicht erst passiert, da kein Banker so assozial gehandelt hätte.
Die große Frage die wir hatten war, wie kann man Menschen dazu bringen sich so zu verändern oder warum verändern sich die Menschen nicht.
Eine eindeutige Antwort haben wir leider nicht gefunden. Warscheinlich ist es am besten, wenn jede/r erst mal bei sich anfängt.

Nun fing um 14 Uhr die Rainstorm Aktion an. Bei dieser waren wir über 100 Jugendliche die im Konferenzzentrum einen Rainstorm nachmachten. Wir schnalzten, klatschten, pfiffen und trommelten mit unseren Körperteilen und wurden dabei lauter und leiser. Zwischendrin hielten noch zwei Jugendliche aus den Fiji Inseln und noch einem anderen Entwicklungsland Reden, in denen sie die westlichen Staaten aufforderten zu handeln. Diese Jugendliche erleben schon am eigenen Leibe die Auswirkungen des Klimawandels.
Die Aussage dieser Aktion war, „We will not die quietly – Wir werden nicht leise untergehen“. Dieser Spruch kommt von dem Präsident der Malediven, der die internationale Staatengemeinschaft immer wieder um effektives Handeln gegen den Klimawandel auffordert.
Diese Aktion erhielt große Presseaufmerksamkeit und war die größte Aktion der internationalen Jugend auf dieser Konferenz.

Nach der Aktion die ca. eine halbe Stunde ging, entstand eine spontan Aktion für die Rechte der Ureinwohner aller Staaten. Wir bildeten mit ca. 100 Jugendlichen und Delegierten eine lange Schlange und liefen Sprüche rufend durch das Konferenzzentrum.

Achja Wenn ich von „Jugendlichen“ spreche, sind das keine Jugendlichen im deutschen Sinne. Die hier vertretenen Jugendlichen sind alle ca. 18-28 Jahre alt. Ich habe bis jetzt erst drei „wirkliche“ Jugendliche getroffen und die waren 16 und 17 Jahre alt.

Um 15 Uhr hatte ich dann ein Telefoninterview mit einer Reporterin des Uni Spiegels. Das war nett und ging eine halbe Stunde. Um 16 Uhr hatte ich dann ein Skype Interview mit einer Reporterin der „Erziehungskunst“.
Um 18 Uhr traf sich unsere Gruppe und wir aßen im Konferenzzentrum zu abend. Danach beschlossen wir, zu einer Art „Party“ mit Yvo de Boer (Generalsekretär der UNFCCC) und dem Vorsitzenden der AWG-KP zu gehen. Das war genz interessant, da es dort auch kostenloses Essen gab;)
Wir blieben aber nur eine halbe Stunde, gingen dann noch was trinken in der Stadt und um 23 Uhr hollte ich einen Freund vom Kopenhagener Hauptbanhof ab. Mit diesem war ich dann noch bis um 00:30 Uhr in der Stadt, sodass ich erst um 1:15 Uhr ins Bett kam und am nächsten Tag sehr unausgeschlafen war;)
Naja ich bin ja nicht in Kopenhagen um zu schlafen;)

Jey das war der Bericht von meinen Erfahrungen am Donnerstag!


Zeitungsartikel

11. Dezember 2009 von BUNDjugend

Hey,

hier zwei Artikel über meinen Aufenthalt in Kopenhagen von lokalen Zeitungen aus Deutschland;)

http://www.rnz.de/zusammen26/00_20091210100300_quotChina_gefaellt_schon_das_Logo_nichtquot.php

http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/685238553.html

Achja mein nächster Blogeintrag sollte noch heute kommen;)

Liebe Grüße,

Bene