BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

FÖJ-Tag #1

5. März 2014

Letzte Woche haben wir, die 5 BGST-FÖJler*innen, uns für einen Tag aus dem Büro gewagt ;). Von unserem Besuch einiger Berlin Umsonstläd*innen wollen wir euch gerne berichten.

Unser Tag startet am Roten Rathaus mit lauter Musik und vielen Menschen: Wir sind auf dem Schul- und Unistreik für die Flüchtlinge auf dem Oranienplatz und eine bessere Flüchtlingspolitik allgemein. Schnell geht’s auch schon los, über die Jannowitzbrücke, fast vorbei an der Bundesgeschäftsstelle endet die Demo am O-Platz. Dort hören wir den Kundgebungen zu, genießen die ersten Frühlingssonnenstrahlen und lauschen der Band…

In der Markthalle 9 in Kreuzberg sind wir eigentlich auf der Suche nach dem Foodsharing-Regal – nach erfolglosem Suchen und einigem Rumfragen stellen wir aber fest: Das Regal gibt es leider nicht mehr, weil die Lebensmittelschutzbehörde es verboten hat. Angeblich war die Gefahr zu groß, dass Lebensmittel schon verdorben sein könnten und Krankheiten verursachen. Obwohl die Mindesthaltbarkeitsdaten der Produkte noch nicht abgelaufen waren, durfte das Regal nicht mehr weiter betrieben werden. Schade!, finden wir und können die Begründung genau wie die Cafébetreiberin, die uns davon berichtet, nicht recht verstehen. Trotzdem genießen wir den Aufenthalt in der Markthalle und gönnen uns leckere vegane Burger.

DSC_0147Gesättigt geht es in Richtung Charlottenburg! Die erste Umsonstlädin der Welt ist leider garnicht so leicht zu finden – erst nach langer Suche rund um die TU herum finden wir uns in dem Kellerraum eines abgelegenen Unigebäudes wieder. Zwei Männer und zwei Frauen sitzen gemütlich auf den Sofas, einer ordnet Bücher ein. Wider Erwarten sind es keine Mittzwanziger-Ökostudenten, die sich um den Laden kümmern, sondern ein paar aufgeweckte Oldies. Als wir zu fünft ankamen, waren sie ganz erstaunt vom großen Ansturm („Ihr räumt uns ja den Laden leer!“).
Verteilt auf zwei Zimmer durchstöbern wir viele Bücher, Klamotten, Spiele und einiges an anderem Kram – wer zum Beispiel noch etwas für eine Fifties-Mottoparty braucht, wäre dort auf jeden Fall richtig! Wir geben auch einige Kleidungsstücke und nicht mehr gebrauchte Bücher ab. Das Gefühl, umsonst „shoppen“ zu gehen, ist auf jeden Fall ungewohnt – aber eine spannende Idee!
Die Umsonstlädin ist ein gemütlicher, von netten Menschen geführter Ort, an dem man interessante Dinge findet und seinen nicht mehr gebrauchten Kram ohne Bedenken abgeben kann – nur ein bisschen leichter zu finden sollte sie sein!

Dann ging es von der TU aus nach Friedrichshain zum Umsonstladen Systemfehler. Beim Eintreten haben wir ein bisschen das Gefühl, in eine fremde Wohnung zu kommen. Die Betreiber*innen des links-alternativen Ladens  sitzen gemütlich in einem Gemeinschaftsraum, reden und trinken Kaffee. Man kann nach links weitergehen und sieht schon einige Klamottenständer und ein bisschen Krimskrams. Der Hinterraum ist voll mit allem, was man im Leben braucht (oder auch nicht): Geschirr, Küchengegenstände, Schmuck, Gesellschaftsspiele, Bücher, Kuscheltiere, Schuhe, Jacken, Oberteile, ja sogar Unterwäsche… Wir stöbern eine Weile, denn je genauer man hinschaut, desto mehr gibt es zu entdecken. Die mitgebrachten Sachen sortieren wir selber ein, so ist die Regel. Mitnehmen darf man sich bis zu fünf Sachen.Systemfehler Dabei müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu viel einstecken und genau überlegen, was wir wirklich brauchen. Denn das Ziel der Läden ist es, Dinge so zu teilen, dass jede*r das bekommt, was sie*er braucht.

Bei uns in Berlin ist das Angebot an Umsonst- und Leihläden ziemlich groß. Schaut euch doch mal in eurer Stadt um! Ansonsten gibt es hier eine Anleitung zum Erstellen einer Givebox, eine kleine Variante des Umsonstladens.

 


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