BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Flexigane Geschichten aus der Tupperdose

30. März 2016

Joghurtsehnsucht

Als kleiner Rückblick: Vegan war mein Vorhaben. Ostern liegt ein paar Tage zurück und ich möchte heute noch einmal auf meine Klimafastenzeit zurückblicken, mit der vorab bekannt gegebenen Zusammenfassung: Das Ganze war um Längen schwieriger als gedacht, ich war so semi-konsequent.

Die Bäcker-Brötchen-Mission: Meine Augen blitzten erfreut auf, als ich bei Denns entdeckte, dass dort alle Gebäckköstlichkeiten gekennzeichnet werden, wenn Tierprodukte enthalten sind. Doch ansonsten hieß es bei den meisten Bäckern spekulieren. Und da ich auch nicht jedesmal nachfragen mochte, bin ich auf die einfachste Variante umgestiegen: Ich hab mir an so manchen Tagen schicke Brötchen selber gebacken – ein grandioses Rezept!

Brotaufstrich-Gespräche: Totalen Spaß gemacht hat es, Neues für oben drauf aufs Brötchen auszuprobieren. So bekam ich an einem Wochenende Besuch von meiner alten Mitbewohnerin und wir haben uns bei leckerstem Morgenfrühstück mit meinem geliebten Paprika-Hummus und Auberginen-Antipasti über dies und das unterhalten.

Genau hinschauen: Die Nutzung riesiger Landflächen, der hohe Wasserverbrauch und das Ausmaß der Treibhausgasemissionen – ich habe mich insbesondere auf die Suche nach den Umweltauswirkungen der Tierproduktion begeben. Eine Vielzahl an Argumenten bestärkt die vegane Lebensweise. Dennoch, dass „vegan“ derzeit boomt, ist auch an so manchen Stellen mit Vorsicht zu betrachten. So schlendere ich am Kühlregal entlang und entdecke: Neu – Die Rügenwalder Mühle bietet vegane Mühlen Hamburger an“. Ein bisschen gruselig schon, wenn Fleischkonzerne den Trend für sich entdecken und mit ihm hoch industriell aufwendig verarbeitete Produkte vermarkten.

Monkeys

Gerettet geht in Ordnung?: Das erste Mal schwächeln lassen, hat mich meine Foodsharing-Abholung – Neben Unmengen an Gemüse und Obst gabs eben auch leckersten Naturjoghurt und Milch. In meinem Kopf schwebte „Das ist was anderes“ und schon hatte ichs stibitzt und mitgenommen. An sich voll in Ordnung, nur schlenderte durch meinen Kopf im Nachhinein „Du warst nicht konsequent“, was in den folgenden Wochen auch ab zu meinem Gewissen legitimierte, mal da einen Kaffee mit Milch zu trinken und da Feta über meinen Auflauf zu streuen. Zusammenfassend habe ich dann doch viel zu viele von Lauras Vegetarisch-Gutscheinen verbraucht.

Ausblick: Ich nehme viele spannende Rezepte in meinen Alltag und weiß nun, wo ich den leckersten Soja-Cappuccino genießen kann. Während meiner Klimafastenzeit ist mir jedoch besonders aufgefallen, wie sehr mich die Einteilung „vegan, vegetarisch, allesessend“ stört. Denn jemand, der angenommen sich an 28 Tagen im Monat ohne tierische Produkte ernährt, jedoch an zwei Tagen im Monat ein Stück Fleisch ist, derjenige wäre weder Veganer noch Vegetarier, besäße jedoch einen weitaus nachhaltigeren Ernährungsstil als so manch anderer. Es gibt einfach nicht nur drei Cluster, die Übergänge sind auch hier fließend. So werde auch ich, um wieder mit Lauras Worten zu schließen, Flexiganer bleiben: vegan & ab und zu vegetarisch ist einfach eine allzu schicke Kombination. Schade dennoch, dass ich für diesen kleinen Zeitraum mein Vorhaben nicht durchgehalten habe

Ganz ganz liebe Grüße,
Vera


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