Finanzierung zur Anpassung an den Klimawandel und für eine nachhaltige Entwicklung für Entwicklungsländer
Ein großer Streitpunkt ist hier die Verwaltung der Gelder, die für die Anpassung an den Klimawandel gezahlt werden sollen. Industrieländer bevorzugen bestehende Institutionen wie die Weltbank. Allerdings gibt es aus Sicht der Entwicklungsländer entscheidende Argumente dagegen.
Obwohl die Weltbank eigentlich die Interessen von Entwicklungsländern schützen sollte, wird sie meist als politisches Instrument der Industrieländer genutzt, um ihre Interessen durchzusetzen. Dies ist möglich, da die Stimmverteilung nach Anteilen an der Weltbank ist. Das heißt, den meisten Einfluss haben USA, Japan, aber auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Gleichzeitig ist die Weltbank der weltweit größte Finanzgeber für fossile Energieträger. Gerade erst wurden in Südafrika trotz Widerstand der Zivilgesellschaft Kredite an Eskom für den Neubau des weltweit größten Kohlekraftwerks genehmigt. Kohlenstofffreie, kleine, dezentrale Kraftwerke bringen den Gemeinden zwar mehr für eine selbstständige, umweltfreundliche Entwicklung. Sie haben jedoch kaum eine Chance gegenüber riesigen, exportorientierten und kohlenstofflastige Kraftwerken. Außerdem trägt die Weltbank über ihre Finanzierung von Palmölplantagen, Sojaanbau und Viehhaltung im tropischen Regenwald für eine weitere Zerstörung von Wäldern, ihrer Artenvielfalt und somit zur Entstehung von weiteren Treibhausgasen bei.
Ziel der Entwicklungsländer ist ein gleichberechtigter, politisch und wirtschaftlich unkonditionierter Klimafond im Rahmen der Klimarahmenkonvention, der die Gelder verwalten soll. Angestrebt wird eine leichte Mehrheit der Entwicklungsländer, damit sie nicht um die Gelder betteln müssen. Denn diese sollten eher als Kompensationszahlungen seitens der Industrieländer aufgrund ihrer ressourcenintensiven Entwicklung und den daraus entstandenen anthropogenen Klimawandel gesehen werden, anstatt als Darlehen, welches Entwicklungsländer weiter abhängig macht.
Die sogenannte „fast-start finance“ aus dem Copenhagen-Accord ist ebenfalls Thema der Verhandlungen. Während besonders die USA diese finanziellen Zusagen gezielt nutzt, um mehr Zustimmung für den Copenhagen-Accord zu erlangen und ihre Interessen durchzusetzen, reichen diese leider bei weitem nicht aus, um die Anpassungsmaßnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels zu finanzieren, ganz zu schweigen von den sozialen und ökonomischen Folgen. Außerdem werden die Gelder nicht zusätzlich zur bereits vorhandenen Entwicklungshilfe bereitgestellt und viele davon sollen über den Zertifikatehandel regeneriert werden – dies würde bedeuten, dass Industrieländer sich die Gelder doppelt anrechnen lassen: als Entwicklungshilfe und um weitere Verschmutzungsrechte zu erhalten. Die erdölexportierenden Länder, wie Saudi Arabien, fordern sogar Kompensationszahlungen, da ihr Absatzmarkt durch den Klimaschutz eingeschränkt wird.

[...] Zusätzlich nutzt die USA die im „Copenhagen Accord“ versprochene „fast-start finance“ gezielt, um Entwicklungsländer unter Druck zu setzen und deren Forderungen auszuhebeln (Siehe dazu: Finanzierung zur Anpassung an den Klimawandel und für eine nachhaltige Entwicklung für Ent…). [...]