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Erste Eindrücke vom YFoEE Summer Camp

23. Juli 2015

Bienvenue en Bretagne

Backpack, Isomatte, Zelt. Schon am Ankunftsbahnhof sind die YFoEE Summer Camp Teilnehmenden nicht zu übersehen. Wir fahren durch kleine Dörfer, entlang der wunderschön wilden Küste. Rege Unterhaltungen in den unterschiedlichsten Sprachen als Hintergrundmusik.

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Etwa hundert junge Menschen aus ganz Europa sind zusammen gekommen. Viele neue Gesichter, einige alte Bekannte.

Worum geht es in der kommenden Woche? Es sind Geschichten, die wir teilen und erzählen wollen. Geschichten über kleine und große Erfolge. Geschichten darüber, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen.

Und es sind Fragen, die wir uns stellen: Wie erschaffen wir eine breite internationale Bewegung, die weit über klassische Umweltorganisationen hinausgeht? Wie gehen wir mit der Tatsache um, dass wir einer privilegierten Minderheit angehören und wie schließen wir in Zukunft all jene ein, die diese Privilegien nicht haben?

Am Anfang steht die Erkenntnis, dass die Klimakrise nur ein Aspekt einer systemischen Krise ist; ein Symptom des expansiven Wirtschaftssystems, das Mensch und Natur gleichermaßen ausbeutet. Deshalb die Forderung nach Klimagerechtigkeit. Es reicht nicht aus durch kleine Schönheitskorrekturen die Auswirkungen der Klimaerwärmung oberflächlich zu beheben. Ein System, das ursächlich für die Klimakrise ist, kann diese nicht aufhalten. Wie aber sieht unsere Vision einer lebenswerten gerechten Zukunft aus?

In den ersten Tagen des Camps werden Workshops angeboten, in denen wir konkretes Handwerkszeug erlernen: Wie plane ich erfolgreich eine Kampagne? Welche Aktionsformen bieten sich an? Wie erreiche ich die Zielgruppe?

Aber es gibt auch Raum, uns kritisch mit unserer Bewegung auseinander zu setzen. Stellen wir mit unseren Aktionen und Kampagnen den Neoliberalismus infrage oder kratzen wir nur an der Oberfläche? Was können wir tun, damit die hauptsächlich von der weißen männlichen Mittelschicht dominierten Diskussionen inklusiver werden?

Und immer wieder, teilweise als Teil der Programms, oder nebenbei in den Pausen, die Frage: Wie vernetzen wir uns? Wie werden wir Teil einer starken Bewegung, die im Hinblick auf die Klimakonferenz im Dezember in Paris und weit darüber hinaus aktiv ist?

Es werden Erfolgsgeschichten und Taktiken ausgetauscht, lokal und global kontextualisiert. Es wird viel gelacht, weniger geschlafen. Je mehr Menschen ich treffe, desto mehr Ideen nehme ich auf. Ideen der Mobilisierung; der Vernetzung mit anderen Akteuren, die sich eher auf soziale oder ökonomische Krisen konzentrieren; Ideen des Kampaigning.

_IGP8227 KopieIn den uns noch bevorstehenden Tagen werden wir eine weitere Aktion machen und unsere Strategien im Bezug auf die im Dezember stattfindende COP21 in Paris und im Jahr 2016 planen und ausbauen. Wir werden euch hier weiter über unsere spannenden Erlebnisse, Eindrücke und Geschehnisse auf dem Laufenden halten.


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