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Die Fastenzeit ist vorbei und jetzt?

31. März 2016

Wieder alles wie vorher?

Bei mir keineswegs. Der Umstieg auf eine vegane Ernährungsweise ist mir glücklicherweise nicht sehr schwer gefallen. Am Anfang war es noch etwas anstrengend auf alles zu achten, was in den ganzen verschiedenen Lebensmitteln steckt. Manchmal hat man es auch einfach kurz vergessen, dass man nicht von dem Stück Kuchen probieren sollte, in dem wahrscheinlich ein Haufen Eier, Milch und Butter verbacken wurde. Doch die Umstellungszeit war bei mir relativ kurz und schnell hatte ich viele neue Gerichte ausprobiert und nachgekocht, die jetzt zu meinen Standard-Gerichten gehören. Gewohnheiten abzulegen und sich neue anzuschaffen, dauert meistens zwei Wochen und so war es bei mir ebenfalls.

Wertvolle Starthilfe

Was mir am Anfang sehr geholfen hat, war das veganstart-Programm von Deutschlands größter Tierrechtsorganisation Peta. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, der mal einen Monat vegan leben ausprobieren möchte und dabei etwas Unterstützung braucht. Sei es, um erinnert zu werden, Rezept-Ideen zu bekommen oder Informationen zu einer gesunden Ernährungsumstellung zu erhalten.

Man kann auf der Internetseite veganstart.de einfach seine E-Mail-Adresse angeben und dann bekommt man kostenlos einen Monat lang jeden Tag eine E-Mail von einer Ernährungswissenschaftlerin mit praktischen Tipps und Informationen über die vegane Ernährung. Nach den 30 Tagen wird man nicht weiter zugespamt und man bekommt auch keine Werbung für irgendwelches Geldausgeben-Zeugs oder ähnliches. Einfach klasse!

V oder nicht V?

Ich finde ein abschließendes Fazit nun doch irgendwie ziemlich schwierig zu formulieren. Der Abschluss-Blogeintrag von Vera hat mir sehr gut gefallen und geholfen, mein Fazit zu ziehen. Ihren Kommentar über die strikte Einteilung zwischen vegan, vegetarisch, allesessend, vielleicht auch noch pescetarisch oder paelo („Steinzeitfutter“) kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich teile diese Meinung, weil durch die strikten Einteilungen unsichtbare Grenzen gezogen werden, mit denen man andere Menschen oder sich selbst abgrenzt. Diese unterschwellige Feindseligkeit gegenüber der jeweilig anderen „Ernährungsgruppe“ fördert den Trotz, bei seiner eigenen Meinung zu bleiben und darauf zu beharren, dass das, was man selbst tut, das Beste und einzig Richtige ist.

Ich freue mich immer, wenn ich von jemandem höre, dass er vegan lebt oder Vegetarier ist. Aber ich denke es gibt genug Menschen, die bei dem V-Wort direkt dicht machen und überhaupt nichts davon hören wollen, weil es ihnen so auf die Nerven geht. Dabei sollte es doch möglich sein, eine so gute Sache besser an den Mann/die Frau bringen zu können. Ich glaube, es wäre einfacher, wenn diese strikten Grenzen zur Einteilung der Ernährungsgruppen nicht so explizit gezogen werden würden. Es muss doch nicht die 100% pflanzliche Ernährungsweise sein, aber es wäre schon mal ein Anfang, sich an die 70% oder ähnliches anzunähern.

Was habe ich geschafft?

Deswegen hier meine Fakten: Ich habe in den 40 Tagen #Klimafasten um die 17 Tiere vor dem Tod bewahrt (der Durchschnittsdeutsche verzehrt ca. 150 Tiere im Jahr). Pro Minute werden 35 Fußballfelder gerodet für Anbauflächen und 90% des weltweit angebauten Sojas, 50% des Getreides, 40% der gefangenen Fische werden an Nutztiere verfüttert, während 1 Milliarde Menschen an Hunger leiden. 51 % der weltweiten Treibhausgase werden durch die Haltung von Nutztieren verursacht – das ist mehr als der weltweite Verkehr zusammen.

Es gibt noch so viele andere Fakten, die viele überhaupt nicht hören möchten, aber mir sind sie nach der Fastenzeit noch immer bewusst und deswegen werde ich mich von der 100% pflanzlichen Ernährung nicht all zu weit entfernen. Ich werde aber sicherlich nicht die Grenze um mich ziehen und sagen, dass ich zu dieser einen Gruppe gehöre, die mit V anfängt und allen anderen ein schlechtes Gewissen bereitet, die nicht dazugehören. Das ist überspitzt gesagt, weil es nicht wirklich so ist. Jedoch denken viele nicht „V-Esser“ so und blocken aus Trotz die Meinung von der pflanzlichen Ernährungsweise ab.

Ich hoffe alle Leser/innen nehmen aus den vielen unterschiedlichen Blockeinträgen etwas mit und konnten gestärkt werden, das ein oder andere Klima-Projekt selbst mal auszuprobieren oder sich wenigstens Gedanken darüber zu machen.

Liebe Grüße,

Lea


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