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„Leider haben wir noch nicht gelernt, unter Wasser zu atmen“ – Climate Impacted People

8. November 2017

von Christina

Wer ist bereits heute vom Klimawandel betroffen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Montag der Workshop “Stories from the frontlines: climate impacted communities” von Friends of the Earth International beim People’s Climate Summit in Bonn.

Eine Reihe von Aktivisten aus Afrika, den Pazifikstaaten, Asien und der Karibik, haben uns geschildert, auf welche Arten sie bereits heute vom Klimawandel betroffen sind: Wirbelstürme, Dürren, Fluten, und letztendlich, der Anstieg des Meeresspiegels. Solche Naturkatastrophen führen dazu, dass die Bewohner*innen ihren Wohnort verlassen müssen. Meist können sie danach wieder zurückkehren, doch nach Erdrutschen, Küstenerosion und ähnlichem existiert ihr Wohnort oft nicht mehr. Asien ist hierbei besonders betroffen. Zum Einen wohnen dort viele Menschen in Küstenregionen und auf Meeresspiegelniveau. Zum Anderen leben viele Asiat*innen in Armut und sind deswegen besonders gefährdet. Hier tut sich eine paradoxe Sitaution auf: Diejenigen, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, werden am meisten von ihm betroffen.

„Unfortunately, we have not yet learnt to breathe under water“, sagt Stella Miria-Robinson, Aktivistin von FOE Asia Pacific. Vor allem in den Pazifikstaaten lässt der Anstieg des Meeresspiegels und der damit verbundenen Unbewohnbarkeit der Inseln den Betroffenen keine andere Wahl als auszuwandern. Dies ist beispielsweise der Fall in Kiribati, einem Inselstaat im Pazifik, der so stark bedroht ist, dass die Evakuierung der Bevölkerung  2020 beginnen soll. Von Jahr zu Jahr gestaltet sich die Landwirtschaft hier schwieriger, und auch die Natur leidet: Vor einigen Jahren ist bereits ein Atoll untergegangen.

Zwar ist Kiribati der bisher einzige Staat im Pazifik, wo eine Kollektivumsiedlung  stattfinden soll, jedoch wandern bereits jetzt viele Bürger der Pazifikstaaten nach Australien und Neuseeland aus. Die Migration ist mit Verlusten und Schwierigkeiten verbunden: Verlust der gewohnten Umgebung, rassistische Diskriminierung und Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche. Eine solche Migration bedeutet auch, dass eine gesamte Kultur mitsamt seiner Sprachen und Bräuche, seiner Werte und Glaubensvorstellungen Stück für Stück verloren geht. Dies ist wohl die zynischste Konsequenz der Globalisierung.

Gibt es überhaupt noch eine Alternative für die Pazifikstaaten, oder bleibt die Umsiedlung der einzige Ausweg, wenn der Klimawandel weiter voranschreitet?

„We are not drowning. We are fighting“, lautet das Motto der Pacific Climate Warriors, ein Netzwerk junger Aktivisten aus den Pazifikstaaten, die sich nicht geschlagen geben. Seit 20 Jahren kämpfen sie voller Kraft und Herzblut für den Erhalt ihres Lebensraums und gegen fossile Energieträger. Auch bei den Klimaverhandlungen und während der gesamten COP23  werden die Pacific Climate Warriors weiterhin auf klimabedingte Gefährdung aufmerksam machen.

 


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