BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Zero Waste – Sechs Wochen ohne Müll

24. März 2017

Servus, mein Name ist Lena, ich komme ursprünglich aus Coburg (Bayern) und mache derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der BUNDjugend Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Zu meinen Aufgaben zählt unter anderem das diesjährige Klimafasten zu organisieren und natürlich mitzumachen. Zunächst überlegte ich, was ich fasten könnte: Vegan ernähre ich mich schon, Auto habe ich keines… Wie wäre es mit Plastik? Das macht Pascal, mein FÖJ-Kollege, schon. Also ging ich noch einen Schritt weiter und entschied mich dazu, nach dem Zero-Waste-Prinzip keinen nicht-kompostierbaren Abfall zu produzieren. Wirklich gar keinen? Um mich nicht Gefahr zu laufen, nach einem Fastenbruch sofort entmutigt zu sein, schwächte ich mein Zielab und beschloss, während der Fastenzeit nicht mehr Müll zu produzieren, als in dieses Glas passt:

Glas_Hände_ohne_Kopf

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.

Nachdem mein Fasten-Vorhaben feststand, bemerkte ich, wie wenig ich doch über den Zusammenhang von Abfall und Klima wusste. Ja natürlich, die Produktion und Entsorgung von Verpackungen verursacht Treibhausgase – und nicht zu wenig. Aber viel mehr Wissen konnte ich zu diesem Thema nicht hervorkramen. Also bediente ich mich der unerschöpflichen Informationsquelle des Internets und las vier Stunden lang jeden Artikel, den ich zu Abfall(wirtschaft) und Klimaschutz finden konnte. Und siehe da: Viel mehr muss man gar nicht wissen. Die Problematik kurz zusammengefasst: Bei der energieintensiven Produktion von vielen Kunststoffen, Kleidungstücken und Geräten fallen Unmengen von giftigen Abgasen, Abfällen und Abwässern an. Nach dem Einkauf landen neben der Verpackung auch die Produkte selbst ziemlich schnell im Müll (Stichwort geplante Obsoleszenz). Damit schädigen unsere Konsumgüter das Klima gleich dreifach: Bei der Herstellung, beim Transport und bei der Entsorgung.

Man könnte meinen, dass der Großteil des entstehenden Abfalls recycelt wird und dadurch der klimaschädliche Abbau von Primärrohstoffen vermindert wird sowie Ressourcen geschont werden. Tatsächlich hat die deutsche Abfallwirtschaft bezüglich des Klimaschutzes in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht. Jedoch nützen die effizientesten Recycling- und Verwertungssysteme nichts, solange viel zu viel Abfall anfällt. Wir kaufen, um wegzuwerfen! Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Plastiktüte beträgt 25 Minuten. Wir kaufen lieber Wasser in Plastikflaschen, statt Mehrweg-Glasflaschen die Treppen hochzuschleppen oder noch besser Leitungswasser zu trinken. Wir nehmen lieber eingeschweißte Äpfel aus dem Supermarkt mit, statt sie vom Bauern um die Ecke zu holen. CDs, Handys und Batterien schmeißen wir heimlich – wenn auch mit schlechtem Gewissen –  in den Hausmüll, statt damit zum Recyclinghof zu fahren. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass die Deutschen brav ihren Müll trennen und auf die Umwelt achten, ist das Bewusstsein der meisten Menschen für Abfallvermeidung und Recycling im Alltag sehr gering. Muss man sich zwischen Bequemlichkeit und Umwelt- bzw. Klimaschutz entscheiden, siegt meist Erstere.

Ich habe meine Komfortzone verlassen und mein Konsumverhalten verändert.

Wie es mir damit in der ersten Hälfte der Fastenzeit erging, erfahrt ihr hier nächste Woche.


Klimafasten ist gar nicht so schwer, …

22. März 2017

… dachte ich mir. Allerdings bin ich dennoch auf einige Hindernisse gestoßen. Als Teilzeit-Vegetarier, Freund frischer Küche und einer lebensbewussten bayrischen Einstellung fühle ich mich der Natur sowieso sehr verbunden. Viele Dinge, wie Jutesack statt Plastiktüte, sind für mich bereits selbstverständlich. Deshalb entschied ich mich, das Klimafasten zu nutzen, um in dieser Zeit gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten. Also auch auf Lebensmittel, die in Kunststoff eingepackt sind, wie es zum Beispiel auch bei so einfachen Dingen wie einem Salatkopf oft der Fall ist.

Mein ursprünglicher Plan, jeden Tag morgens vor der Arbeit auf den Markt in der Innenstadt zu gehen, um frisches Gemüse und Obst zu kaufen, ist relativ schnell gescheitert. Da ich kein Auto habe, müsste ich insgesamt eine gute Stunde früher aufstehen. Da ich sowieso sehr lange Arbeitszeiten habe und froh bin, wenn ich ein wenig Schlaf erhalte, ging das nur ein paar Tage gut. Die Alternative war dann das Einkaufen im Bioladen. Dieser befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen meiner Arbeit und meinem Zuhause, ist also immer noch etwa zwei Kilometer Fußweg von mir entfernt. Allerdings bin ich ganz gut zu Fuß, was man auch sein sollte wenn man bei den Bergen lebt und jeden Tag insgesamt acht Kilometer auf die Arbeit und zurück geht. Es stört mich demnach nur wenig, die Einkäufe dann über diese Strecke nach Hause zu tragen.

Chris2Preislich ist der Bioladen natürlich etwas teurer als der Markt in der Innenstadt, allerdings muss ich sagen, dass das insgesamt gar nicht so viel Unterschied macht, wie man vielleicht denken könnte. Auch da gibt es Angebote und ich habe den Blumenkohl sogar schon günstiger (und größer) als im Lebensmittel-Discounter erhalten. Grundsätzlich ist es für den etwas kleineren Geldbeutel sinnvoll, einfach flexibel zu sein – und natürlich immer frisch zu kochen bzw. ggf. auch mal eine größere Menge einzukaufen. Bei uns kann man sich auch Gemüsekisten von lokalen Bauern liefern lassen. Ich habe mir bereits zwei Stück mit meinem Nachbarn geteilt. Der Bauer kommt einmal die Woche, macht seine Tour, bringt eine bunte Mischung Gemüse von seinem Feld vorbei und fährt dann wieder. Richtig günstig und frischer geht nicht!

Ich bin gespannt, was die kommenden Wochen noch bringen werden und werde natürlich auch hier wieder darüber berichten.

Servus, macht‘s guad!

Chris


Experiment: Schnell satt, auch ohne Fertigprodukte

20. März 2017

Hallo!

Klimafasten.. Vorher habe ich davon ehrlich gesagt noch nie etwas gehört. ,,Was ist das eigentlich?’’, habe ich mich gefragt und fing erstmal an, mich ein bisschen einzulesen. Menschen, die vierzig Tage lang auf etwas verzichten, um dem Klima etwas Gutes zu tun. Vielleicht sogar andere Menschen zu motivieren und ihnen zu zeigen, dass es mit nur ein bisschen Aufwand und Verzicht möglich ist, etwas zu bewegen und seinen persönlichen Ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Das hat mich beeindruckt und neugierig gemacht, es selber auch zu probieren. Jetzt die Frage: ,,Was faste ich am besten?’’

Zu mir: Ich heiße Jonas und komme aus Kassel, einer kleineren Stadt in der Mitte von Deutschland. Ich studiere und lebe hier in einer WG mit meinen beiden besten Freunden. Nebenbei arbeite ich an einer Ganztagsschule als Sozialassistent. In der Schule wird vor der großen Pause zusammen gegessen. Dadurch komme ich vier Tage in der Woche in den Genuss von einem Bio-Caterer bekocht zu werden, welcher jeden Tag frisch und ausgewogen mit Bio-Gemüse kocht. An den Tagen, an denen ich nicht in der Schule bin und mich voll und ganz meinem Studium und meinen Hobbys widmen kann, muss allerdings auch gegessen werden. Ich koche sehr gerne, das gehört auf jeden Fall auch zu meinen Hobbys. Wenn aber mal zwischen Lernstress und Hausarbeit keine Zeit für ausgewogenes Kochen bleibt, erwische ich mich schonmal dabei, wie ich mir kurz eine Pizza in den Ofen schiebe oder mir eine Instantsuppe anrühre. Ernährung ist wichtig, gute Ernährung ist besser, deshalb sollte es eigentlich nicht so schwer sein darauf zu verzichten. Vor allem, weil es einem selbst mit gutem Essen besser geht. Deswegen dachte ich mir, verzichte ich in den kommenden vierzig Tagen auf Produkte mit ‘fertigen‘ Bestandteilen. Um auch in stressigen Situationen bewusster zu essen und dazu noch etwas Gutes für die Umwelt und das Klima zu tun.

Was sind denn eigentlich Fertigprodukte und was haben sie für einen Vorteil für uns? Außer natürlich, dass sie immer gleich schmecken und schnell den Magen füllen.

Diese Fragen und wie mein Experiment klappt, könnt Ihr im nächsten Bericht lesen :)

Der Jonas


Plastikkonsum auf Null?

17. März 2017

Foto_PascalDie Umwelt zu schützen klingt erstmal sehr abstrakt. Nach nur wenigen Klicks durchs Internet ist es schon einfacher: keine Plastiktüten benutzen, alltägliche Dinge wie das Auto und Werkzeuge/Gegenstände teilen, energiesparende Geräte benutzen und wenig fliegen. Mal genauer hingeschaut und diese ganzen Dinge schon beachtend, fiel mir auf, dass ich doch schon ziemlich nachhaltig meine verfügbaren Ressourcen nutze. Doch würde ich mein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der BUNDjugend in Berlin machen, wenn ich nicht noch etwas lernen könnte?

Vor einigen Wochen kam die alljährliche Aktion „Klimafasten“, bei uns im Büro, ins Gespräch. Ich hatte sofort Lust mitzumachen und war dabei. Doch auf was verzichten? Ich wollte eine besondere Herausforderung. Auf bei der Herstellung und beim Recycling sehr energieintensives Aluminium verzichten? Ein guter Anfang. vegetarisch leben? Mache ich schon. Auf Plastikverpackungen verzichten? Hm… Das ist schwer, vielleicht zu schwer. Okay ich mache es! Die Idee war geboren und da ich einen eigenen YouTube-Kanal habe werde ich darauf alles in einer Videoreihe festhalten. Zwei Videos sind schon online gegangen, also schaut doch mal vorbei! :)

Die erste Woche startete ziemlich spontan, vorbereitet war ich überhaupt nicht. Den ersten Tag kam ich so noch ganz gut aus, am zweiten wollte ich mehr essen als nur Brötchen mit einem veganen Aufstrich aus einem Glas. Nach dem Arbeitstag ging’s zum ersten plastikfreien Supermarkt in Berlin. Der Laden mit dem Namen „Original Unverpackt“ war schwer zu finden, seine „Werbung“ sehr zurückhaltend, obwohl er meiner Meinung nach in jeder Straße stehen sollte, denn das Konzept der plastikfreien Produktionskette vom Bauern bis hin zum Konsumenten überzeugte mich sofort. Nach Betreten des Ladens ein Grinsen und die Frage „Warum gibt es sowas nicht schon seit 20 Jahren?“. Von Nahrungsmitteln bis hin zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Edelstahl-Brotboxen und Bambuszahnbürsten. Letztendlich kaufte ich mir Nudeln, Schokolade und Smarties. Nicht mein komplettes Ziel, aber ich versprach nächste Woche wiederzukommen.

Am nächsten Tag ging es für mich auf Seminar ins Wendland. Ich stieg aus dem Bus und lief einige Kilometer über das Feld. Ich war im Nichts und doch war überall Müll. Meine Reaktionen hielt ich natürlich im Video fest, doch konnte ich meine Gefühle kaum in Worte ausdrücken. Müll. Müll. Müll. Mir wurde nun so wirklich bewusst, warum ich mein Experiment startete…

Pascal


Sieben Wochen ohne Schweinereien

16. März 2017

Nachdem ich mit meinem Fastenvorsatz keine Süßigkeiten mehr zu essen, noch am ersten Tag kläglich scheiterte, stieß ich abends auf den Aufruf der BUNDjugend zum Klimafasten und entschied sieben Wochen lang vegan zu leben. Ich bin schon länger Vegetarierin, kenne viele superleckere vegane Rezepte und obwohl ich es eigentlich besser weiß, hole ich mir doch häufig schnell ein Käsebrötchen oder eine Zimtschnecke zum Frühstück, mittags bekomme ich ein vegetarisches Extraessen in der Grundschulmensa und wenn ich abends zufällig vegan gekocht habe, mache ich das mit Parmesan ganz schnell „kaputt“. Für die nächsten sieben Wochen soll sich das ändern.

20170315_104804~2Palmöl, das in jedem zweiten Produkt im Supermarkt steckt, ist ebenfalls eine ziemliche Schweinerei, immerhin werden aufgrund des hohen Bedarfs an Palmöl Tag für Tag riesige Regenwaldflächen gerodet, um Platz für die Palmölplantagen zu schaffen. Dass das nicht nur schlecht für die dort lebenden Tiere, sondern auch fürs Klima ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen.

Mithilfe der Codecheck.info-App habe ich mich auf die Suche nach dem Palmöl in meiner Wohnung gemacht. Und es war nicht so schlimm, wie erwartet.

Alles gefundene wegzuschmeißen erscheint mir weder ökologisch, noch ökonomisch sinnvoll und so checke ich ab jetzt beim Einkaufen erstmal alle Produkte auf Palmöl und suche dann nach Alternativen. Auch wenn das bedeutet, dass es jetzt eben keinen Schokoaufstrich zum Frühstück gibt, weil die entweder nicht vegan sind oder Palmöl enthalten.

Ein Großteil meiner Naturkosmetik enthält Bio-Palmöl. Ich stelle mir die Frage, ob das jetzt wirklich besser ist und damit vertretbar oder ob ich mir auch noch neue Kosmetik suchen muss. Bei meiner Recherche bin ich auf eine Studie des WWF gestoßen (http://www.wwf.de/2016/august/kein-palmoel-ist-auch-keine-loesung/). Zusammengefasst sagen sie, dass der Boykott von Palmöl auch nicht die Lösung ist, weil man erheblich größere Anbauflächen braucht, um unseren Palmölbedarf mit anderen Pflanzenölen zu decken und das damit der Umwelt noch größeren Schaden zufügen würde. Der WWF sagt also, dass man den Palmölanbau nachhaltiger, umwelt- und sozialverträglicher machen muss, wir aber vor allem auch unseren Bedarf drastisch senken müssen. Meine Kosmetik darf erstmal bleiben.

20170315_104913~2Die ersten Tage: Ich bereite mich auf die kommenden sieben Wochen vor, indem ich meine veganen Kochbücher raushole und alle Rezepte mit einem Klebezettel versehe, die ich unbedingt ausprobieren muss. Es sind einige.

Auf Arbeit bekomme ich mittags ein kostenloses Essen in der Mensa. Montags gibt es Nudeln, am Dienstag Fisch, mittwochs Fleisch, Donnerstag ist der vegetarische Tag und am Freitag gibt es Suppe oder Eintopf. Teilweise reden wir hier von vier Tagen an denen Fisch oder Fleisch im Essen enthalten ist. Die Vegetarier bekommen ein Extraessen, veganes Essen gibt es gar nicht. Scheint auch irgendwie niemand Interesse daran zu haben… Der Supermarkt gibt auch nicht so viel her, wenn man nicht kochen kann, sondern nur schnell was zwischendurch essen will, also esse ich zum Teil zwischen 8 und 17 Uhr nur Obst. Kann man mal machen. Man könnte aber auch einfach besser planen und sich zuhause ein Brot vegan belegen und mitnehmen.

Ob es jemanden wundert, dass ich in der Teamsitzung mit Frühstück die Brotaufstriche mit meinem Handy scanne? Es fragt jedenfalls niemand nach.

Ansonsten habe ich habe das Gefühl, dass ich so viel frisch koche, dass in allem, was ich kaufe, kein Palmöl drin ist, ohne dass ich besonders darauf achten muss. Außer bei Schokoaufstrich…

Lucia


Leben ohne Plastik: ein Selbstversuch

15. März 2017

Motivation und Halbwissen

von Katharina Huboi

Bereits nach den ersten 4 Tagen Klimafasten, bin ich schon leicht gefordert von meiner Challenge. Was ist Klimafasten? Klimafasten ist ein Selbstexperiment, sich während der christlichen Fastenzeit an einer beliebigen Art von nachhaltigerem Leben zu versuchen, sei es vegane Ernährung, Verzicht aufs Auto, keine Make-up oder in meinem Fall: Verzicht auf Plastik und Rauchen.

An sich ist nicht rauchen kein Problem, ich rauche eh selten, wenn man aber wegen des verkomplizierten Alltags ohne Plastik schlechter gelaunt ist, wäre ‘ne Kippe hier und da doch eine schöne Sache so an sich. Tja, schlecht gewählte Kombi, selber schuld.

Aber mal ehrlich, das ist doch eine blöde Idee auf Plastik zu verzichten; es ist doch eh alles aus Plastik, soll ich jetzt keine Waschmaschine benutzen und wenn ich mein Brot in Papiertüten kaufe, wird’s halt schneller trocken und ich schmeiße ggf. einen Teil weg und wenn ich statt mancher Folien-Verpackungen Dinge in Dosen oder Tetra Packs kaufe ist damit doch auch niemanden geholfen oder? Außerdem sind Tetra Packs auch aus Plastik, du dumme Nuss, und ja du kannst viel in Gläsern kaufen, aber dann ernährst du dich auch nur noch von veganer Curry-Ingwer Paste, Joghurt und sauren Gurken. Und wenn ich wegen schwieriger Beschaffung von Käse öfter zur Avocado greife, wird mehr CO2 aus Flugzeugturbinen gepustet. Wie viele Avocados sind einmal Scheibenkäseverpackung? Oder ist es vielleicht sogar andersherum: Wie viel Scheibenkäsemüll ist einmal Avocado-Anbau und -Import? Meine Mehrwegverpackungen machen beim Abwaschen Wasser mit Spüli-Chemie schmutzig. Aber das ist doch nicht so viel Wasser wie das, was bei der Reinigung von Müll im Recycling-Prozess verwendet wird…oder?

Ich bin übermotiviertes Halbwissen auf zwei Beinen. Ich weiß nicht, ob Dosen oder PET umweltschädlicher sind und kann den Ressourcenverbrauch von verschiedenen Produkten nicht berechnen, um sie zu vergleichen. Ich weiß nicht, wie man die CO2-Belastung mit der Belastung durch Müll vergleichen kann. Viel zu viele Parameter, alles Äpfel und Birnen und mir fehlt das Fachwissen.

Meine Totschlag-Argumente für den Plastik Verzicht sind, 1) dass man dabei in vielen Punkten gar nicht auf andere Verpackungen umsteigt, sondern lose kauft und 2) dass ich bei Papier, für das ja die ganzen wichtigen Bäume gefällt werden, davon ausgehe, dass wenn ich es ins Gebüsch werfen würde, es durch den Darm von einem Regenwurm zu Erde wird oder so. Kunststoffe sind absolut nicht abbaubar, sie zerfallen bloß und schaden auf mindestens zweierlei Art: Zu nächst einmal „mechanisch“ in dem sich Tiere verheddern und ersticken oder sie gefressen werden, unverdaulich sind und Tiere bei vollem Magen verhungern. Und das sind keine dummen Zufälle, das passiert zu Hauf und dadurch könnten Ökosysteme kippen. Außerdem geben sie früher oder später, wenn sie lange genug rumliegen einige ihrer chemischen Bestandteile ab und sind giftig. Beliebtestes Beispiel sind wohl die Weichmacher, die an Östrogen-Rezeptoren andocken und somit Prozesse von weiblichen Hormonen im Körper in Gang setzten, die gar nicht da sind bzw. in viel geringerer Konzentration. Ergebnis: Keine neuen Knuts auf dem Nordpol. Ja auch dort kann man Kunststoff nachweisen, wie überall, alles ist verbunden und nirgends ist es clean. Gute Nacht, liebe Welt. Menschheit, wie kann man nur so hart verkacken?

Genug des Negativen. Ihr seht, man muss sich einige Gedanken machen, wie man seine Challenge definiert, in meinem Fall bin ich dazu gekommen, dass ich nicht ganz auf Plastik verzichte, sondern lediglich auf den Einkauf von in Plastik eingepackten Produkten, damit nähert man sich ein großes Stück dem „Zero-Waste“ Leben, aber weniger radikal. Ich kaufe Dosen und Tetra Packs lasse ich mir selber auch durchgehen, weil diese für Kunststoffprodukte wohl noch recht gut recyclebar sein sollen, habe ich gehört (Achtung: Postfaktismuswarnung!).

Fortsetzung folgt (Produkte, Zeitaufwand, Kostenpunkt). Adieu, over and out.


Plastiktüten adé! // Neugeborene Veganerin in den Kinderschuhen

14. März 2017

Hallöchen, darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Lena und ich bin 19 Jahre alt. Seitdem ich denken kann, wohne ich in diesem kleinen Dorf namens Schildow, oberhalb der Stadtgrenze Berlins. Das tolle daran ist, dass man mitten im Nirgendwo an einem wundervoll friedlichen Wald wohnt und dennoch nur wenige Meter vom pulsierenden Großstadtleben entfernt lebt. Derzeit mache ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Biomarkt und bin superzufrieden damit.
Als ich vom Klimafasten gehört habe, bin ich sofort hellhörig geworden. Warum soll ich nicht nur mir selbst etwas Gutes tun, sondern meiner Umwelt im gleichen Zuge auch?

Plastiktüten? Es geht auch einfacher!

Ich wusste sofort, wie ich meinen Betrag dazu leisten kann – denn meiner Meinung nach wird mit Plastiktüten et cetera in meinem Bioladen, in dem ich arbeite, viel zu verschwenderisch umgegangen. Manche Kunden benutzen für einen einzigen Einkauf mehr als vier Plastiktüten, wobei sie jede einzelne Gemüsesorte in einer separaten Plastiktüte verwahren. Dass das Leben einer solchen Plastiktüte (in der Benutzung) gerade mal zwanzig Minuten beträgt, scheint den meisten Menschen leider erst viel zu spät aufzufallen und leider ist es anderen auch vollkommen egal, wie sie ihrer Umwelt damit schaden. Also möchte ich mit gutem Beispiel vorangehen und für die Fastenzeit komplett auf Plastiktüten verzichten. Zuvor bin ich auch oft mit Jutebeuteln einkaufen gegangen, doch nicht konsequent genug. Denn nur, wenn ich hundert Prozent gebe, weiß ich, dass mein Handeln nicht umsonst gewesen ist und, dass ich zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen konnte, den Heilungsprozess unserer Erde weiter nach vorne zu pushen. Denn, wie jeder weiß, gibt es nur diese eine Erde und dementsprechend sollte man sie auch behandeln. Warum schauen wir so oft weg, wenn das alles doch genau vor unserer Nase passiert? Viele von uns denken, dass wir alleine nicht viel gegen den Klimawandel ausrichten können, doch wir sind, was das angeht, wie ungekochte Spaghettis: Eine einzelne Nudel lässt sich leicht zerbrechen, doch wenn man einen ganzen Bund voller Spaghettis in der Hand hat, wird es einem wesentlich schwerer fallen, die Spaghettis zu zerbrechen. Also lasst uns mehr wie Spaghettis sein und dem Klimawandel den Kampf ansagen!

Aber das ist noch längst nicht alles, was ich in diesen sechs Wochen tun möchte.

Bereits ein paar Wochen vor dem Beginn des Klimafastens habe ich begonnen, mehr und mehr auf tierische Produkte zu verzichten. Zunächst nur, weil ich krank gewesen bin und mir bei dem Gedanken daran, Milch zu trinken oder ein Käsebrötchen zu essen, ziemlich schlecht wurde. Diese Krankheit ging eine ganze Woche, und in dieser einen Woche habe ich mir das Thema Verzicht oft durch den Kopf gehen lassen. Auf meiner letzten Seminarfahrt im Rahmen des FÖJs, welche unmittelbar vor meiner Krankheit stattfand, habe ich viel über Konsum gelernt, darunter auch über den Konsum von tierischen Produkten. In dieser einen Woche haben wir uns ausschließlich vegan ernährt. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass ich es überhaupt gar nicht vermisst habe, Käse zu essen und Milch zu trinken. Auf Fleisch habe ich schon eine ganze Weile zuvor verzichtet, ohne mich jedoch bewusst Vegetarier zu nennen.

Dann kam der Aufruf zum Klimafasten und mir war klar, dass das der Start in eine neue „Konsumära“ war, was mich persönlich angeht. Nur frisch, hauptsächlich bio und 100% vegan – so ernähre ich mich seit einigen Wochen und muss sagen, dass ich mich super fühle und weiß, dass ich auch anderen damit einen großen Gefallen tue.

Zum Beispiel unterstütze ich so nicht mehr länger die Massentierhaltung, welche ich schon verabscheue, seitdem ich mit vierzehn Jahren das Buch „Tiere Essen“ von Jonathan Safran Foer gelesen habe, welches sich sehr kritisch mit diesem Thema beschäftig. Dieses Buch ist sogar dafür verantwortlich gewesen, dass ich in diesem Alter für drei Jahre Vegetarierin gewesen bin, bis mir meine Familie aufgrund von Mangelernährung geraten hatte, es erstmal sein zu lassen. Doch ich denke, dass ich nun genug über Ernährung gelernt habe, um zu wissen, womit ich mein Defizit ausgleichen kann. Immerhin ist Milch nicht essenziell und der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sie einfach so trinkt. Ist es nicht paradox, dass auf der Welt mehr Getreide wächst, als die Weltbevölkerung essen kann und trotzdem etliche Menschen am Hungertod sterben? Das liegt daran, dass diese ganzen Felder beinahe nur aus Mastfutter bestehen.

Aber nun gut, ich schweife ab. Zurück zu meiner veganen Lebensweise!
Es macht mir unglaublich Spaß, vegan zu leben, wirklich. Man macht sich so viel mehr Gedanken darüber, was man eigentlich isst und ob das wirklich gut für einen ist. Ohne mir groß darüber Gedanken zu machen, habe ich einfach so vier Kilo abgespeckt, weil ich nicht mehr jeden Scheiß esse, sondern mehr darauf achte, dass alles frisch und gesund ist, mit einer gesunden Menge an Gemüse und ab und an mal Obst. Seit Beginn des Klimafastens verbringe ich viel mehr Zeit in der Küche und koche tolle Sachen – obwohl ich zuvor ein Kochmuffel gewesen bin. Es ist mir nie klar gewesen, wie viel Spaß es eigentlich machen kann, sich die fantastischsten Kreationen aus mystischem Gemüse, welches man zuvor noch nie gehört hat, und frischem Tofu aus meinem Bioladen zu zaubern. Es macht Spaß, bewusster zu werden und ich bin gespannt, wo mich diese Fastenzeit noch hinbringen wird.

image1
Mein neuer Liebling: Ein schnell gemachter Superfood-Salat aus Babyspinat, Quinoa, getrockneten Tomaten und Nüssen


Mein Selbstexperiment: Plastik fasten

8. März 2017

Halli Hallo!

Mein Name ist Jasmin, ich bin 25 Jahre alt und Studentin. In dieser Woche beginnt die Fastenzeit und durch verschiedenste Beträge im Internet bin ich dazu bewegt worden, in den kommenden 40 Tagen ein kleines – für mich neues – Experiment zu starten: Plastik fasten.

„Ich achte doch sowieso schon darauf, wenig Müll zu produzieren.“, dachte ich mir, als ich die Überschrift bei Utopia.de gesehen habe. Aber beim Weiterlesen kam ich ins Zweifeln… Ich benutze zwar keine Einwegtüten beim Einkaufen, sondern Jutebeutel und Co., aber viel weiter geht mein Engagement eigentlich nicht. Die Verpackungen von Obst und Gemüse werfe ich zu Hause regelmäßig und ohne großartig darüber nachzudenken in den gelben Sack. Auch in Plastik verpackte Teebeutel, Brot, und und und gehören zu meinem Alltag.

Daher erschien mir die Idee des Plastik-Fastens als Selbstexperiment gar nicht mehr so abwegig. Dazu sagen muss ich allerdings, dass ich kein Mensch bin, der extrem oder radikal handelt und denkt. Mein Anspruch für die kommende Zeit ist es daher, mein Bewusstsein für das Thema zu schärfen und mein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Ich werde nicht versuchen, jeglichen Plastik aus meinem Leben zu verbannen, sondern ich möchte kleine Schritte gehen.

Beginnen werde ich damit, kein abgepacktes Obst und Gemüse mehr zu kaufen. Trockenware wie Nüsse, Linsen und Getreide möchte ich im Unverpackt-Laden in eigene Behälter abfüllen. Außerdem bin ich gespannt darauf, neue Produkte kennenzulernen und meine Umgebung aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Mir geht es also darum, einen alltagstauglichen Weg ausfindig zu machen, den ich auch nach der Fastenzeit weitergehen kann und den vielleicht auch meine Freunde und Familie für sich entdecken und praktikabel finden. Fangen viele damit an, ihre Kaufgewohnheiten zu überdenken und auch nur ein bisschen auf ihren Plastikkonsum und ihre Müllproduktion zu achten, dann kann schon viel erreicht werden. Ich denke, dass dafür niemand seine gesamte Lebensweise auf den Kopf stellen muss.

Denn: Wenn viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern :-)


Klimafasten Tag 1: „Finde den Zucker“

7. März 2017

IMG_20160906_145505866 Die Entscheidung zu fasten traf ich heute morgen ganz spontan, als ich den Post der BUNDjugend sah. Aschermittwoch wäre wahrscheinlich sonst komplett an mir vorbeigegangen, da ich weder religiös bin, geschweige denn jemals gefastet habe. Fasten – klingt auch zunächst echt nicht sehr einladend sondern eher nach Verzicht, Anstrengung und schlechter Laune. Klimafasten hingegen klingt nach Bereicherung, Herausforderung und gutem Gewissen. Also entschloss ich mich, ein altes Vorhaben wiederzubeleben: Zuckerfasten. Das hatte ich letztes Jahr schon einmal erfolglos während  des deutsch-ägyptischen Jugendaustauschs der BUNDjugend Berlin versucht, was ich nun nicht länger auf mir sitzen lassen will!

Ich lebe bereits seit knapp 4 Jahren weitestgehend vegan, ergo ich kaufe und koche nur vegan, beiße aber auch mal von der Käsestulle meiner Freundin ab oder esse ein Stück Geburtstagskuchen. Mit der Zeit habe ich angefangen, auch verstärkt darauf zu schauen, wo Lebensmittel herkommen und wie sie angebaut werden und bin bei meinen Alltagseinkäufen auf Bio- und möglichst lokale Produkte umgestiegen. Die Königsklasse war bisher,  möglichst oft auf Plastik zu verzichten. Ich bin also durchaus geübt darin, Dinge aus meinem Speiseplan zu streichen und neue aufzunehmen. Zucker stellt sich für mich aus verschiedenen Gründen als schwieriges Unterfangen raus: Zum einen habe ich mich bisher nie viel mit Nährstofftabellen auseinandergesetzt und gerade wenns um Chemisches geht, wie eben die Zusammensetzung von verschiedenen Zuckerarten und ihre körperlichen Auswirkungen, bin ich hilflos aufgeschmissen. Zum anderen ist es gar nicht so einfach herauszufinden, wo überhaupt was für ein Zucker drin steckt.

frühstückIch fange erstmal klein an und checke mein Frühstück durch: Porridge angemischt mit Haferflocken und Haferdrink, verfeinert mit Zimt und gesüßt mit Zuckerrübensirup, dazu ein halber Apfel und eine Handvoll gemischter Nüsse. Das i-Tüpfelchen bildet ein Klecks Sojaschlagsahne, die vom letzten Kuchenschmaus übrig geblieben ist. Manche Zuckerquellen wie im Zuckerrübensirup, Apfel und Schlagsahne sind schnell identifiziert, mit Zucker im Haferdrink hab ich nicht unbedingt gerechnet.

In meinem Kopf beginnt es zu rattern und ich krame mein weniges Wissen über Zucker hervor. Ich verbinde Zucker zum einen mit positiven Geschmackserlebnissen in Form von Süßigkeiten. Zum anderen gilt Zucker als Krankmacher und Ursache für Übergewicht und Zahnprobleme. Was ich aber am gruseligsten finde ist, dass er süchtig macht und dennoch in so gut wie allen verarbeiteten Lebensmitteln steckt. Allerdings gibt es nicht nur bösen Zucker sondern auch guten Zucker, wie ihn bspw. Früchte enthalten. Ansonsten fällt mir noch ein, dass raffinierter Zucker ein Rohstoff ist, für den Menschen im globalen Süden ausgebeutet werden und dessen Ökobilanz durch weite Transportwege ziemlich mies ist. Aber so richtig den Durchblick hab ich nicht.

Deshalb geht es erstmal zur Bibliothek, um mir ein Buch zum Thema auszuleihen. Allzu viel hat die Unibibliothek nicht zu bieten und ich nehme erstmal nur ein Buch mit: „Zoff um Zucker – Der süße Stoff und die Globalisierung“ von Stephan Kosch aus 2007. Danach gehts mit meinem Freund in die Mensa zum Mittagessen. Ich entscheide mich für einen Kohl-Paprika-Eintopf und mein Freund schlägt vor, sich noch ein Stück Apfelkuchen zum Nachtisch zu teilen. Ich nicke und realisiere erst am Tisch, dass der Kuchen mit absoluter Wahrscheinlichkeit Zucker enthält. Beim Eintopf habe ich keine Ahnung, gehe aber grundsätzlich nicht davon aus, wobei eventuell Geschmacksverstärker genutzt wurden…

Mir dämmert so langsam, dass Essengehen in Zukunft bedeutet, das Personal jedes Mal vorher zu fragen, ob Zucker in dem Gericht enthalten ist, wobei ich jetzt schon fast sicher bin, dass mir selbst dann vielleicht nicht mal richtig Auskunft gegeben werden kann. Als Veganerin bin ich es zwar schon gewöhnt, nach Zutaten zu fragen, aber allein beim Gedanken nach Zucker zu fragen, fühle ich mich schon pingelig und trage die Sorge, dass Leute denken, ich wolle besonders streng Diät halten. An sich gehe ich wirklich gern essen und ich hoffe, dass sich das nicht allzu negativ auswirken wird.

photo_2017-03-01_19-35-18Zu Hause habe ich wenigstens die Kontrolle darüber, was im Kochtopf landet. Und da ich heute nicht so in Kochlaune bin, wärme ich mir selbstgemachte Linsensuppe auf. Auf den ersten Blick kein Problem, aber auf den zweiten bin ich mir gar nicht sicher, ob in der Kokosmilch und den gehackten Tomaten Zucker verarbeitet ist. Und was steckt eigentlich in so einem Brötchen?! Ich merke, dass ich einige Lücken habe. Die Aufgabe für die nächsten Tage lautet also: Recherche, Recherche, Recherche!


Bayrischer Lifestyle meets Klimafasten

6. März 2017

Hallo zusammen, mein Name ist Chris. Ich bin ein ganz normaler Kerl – wie jeder andere auch. Aber da ja jeder irgendwie speziell ist und niemand wie der andere, bin ich vielleicht doch nicht so ganz normal … Aber sind wir das nicht alle? Ich komme aus dem schönen Bayern, genauer: aus Rosenheim. Hier gibt es viele Berge und viel Natur – und da ist die Welt noch in Ordnung. Oder doch nicht? Leider ist auch hier immer mehr Müll auf den Bergen, auf den Wiesen, in den Flüssen und der Natur allgemein zu finden – und das stimmt mich manchmal ziemlich traurig.

Ich ernähre mich bewusst und gesund, hauptsächlich von Gemüse und Leitungswasser. Ich bin kein Veganer, hatte aber vor ein paar Monaten ein Experiment gemacht und zwei Wochen vegan gelebt, um das auszuprobieren: Es war sehr interessant und hat mir viele tolle Dinge gezeigt, z. B. habe ich dadurch die Mandelmilch entdeckt: Für mich nach wie vor ein vollwertiger Milchersatz. Letzten Endes ist es aber so, dass ich kein großer Freund von Verzicht im Allgemeinen bin. Ich finde es wichtiger, sich bewusst zu ernähren und darauf zu achten, was man kauft und wo man es kauft – anstatt auf Biegen und Brechen zu verzichten. Und ich liebe Käse, am besten aus der Region, frisch von der Alm! Ich bin auch kein Vegetarier, denn manchmal mag ich einfach ein gutes Stück Fleisch. So etwas kommt aber nur alle paar Wochen auf den Tisch und wird dann in der Regel auch von mir selber zubereitet. Hierbei muss es sich dann aber auch um ein hochwertiges Stück Fleisch handeln – Massentierhaltungs- und Billig-Fleisch kommt nicht in meinen Einkaufskorb. Fast Food ist sowieso tabu und daran habe ich auch schon seit Jahren überhaupt kein Interesse mehr.

Beruflich bin ich die 1-Personen-Marketingabteilung eines werbetreibenden Unternehmens. Eigentlich sind es 1,5 Personen mit meiner Auszubildenden, die hier vergangenen September begonnen hat. Ich schreibe Presse- und Werbetexte, gestalte unsere Kommunikationsmaßnahmen, verwalte die Webseiten, organisiere Veranstaltungen und bin insgesamt als Generalist zu betrachten. Die Vielfältigkeit meiner Arbeit ist es, die mir so viel Spaß macht und dafür sogt dass ich jeden Tag mit einem Lächeln in die Arbeit gehe und dort auch als inoffizieller „Sorgenbauftragter“ betrachtet werde, an den sich die Leute wenden, wenn es ihnen mal nicht so gut geht. Ansonsten mache ich halt die kleinen Dinge im Leben, die man so macht, um die Welt jeden Tag ein kleines Stückchen besser zu machen. Die Natur genießen, kein Shampoo mit Plastikkugeln-Peeling verwenden und solche Sachen eben. Ich engagiere mich im Stadtjugendring, diversen Kulturvereinen und regionalen Bündnissen für Demokratie.

Das Klimafasten möchte ich nutzen, um gänzlich auf Plastikfolie zu verzichten. Also nicht nur Jutesack statt Einkaufstüte, sondern auch auf sämtliche Lebensmittel, die in Kunststoff eingepackt sind, wie es zum Beispiel auch bei so einfachen Dingen wie einem simplen Salatkopf oft der Fall ist. Da wir in Rosenheim täglich einen Markt mit frischer regionaler Ware haben, denke ich, dass es gut möglich sein wird, sich dort zu versorgen. Auch wenn dies bedeutet, dass ich jeden Tag deutlich früher aufstehen muss, denn nach der Arbeit hat dieser nicht mehr geöffnet. Ich bin guter Dinge, dass das, was ich in den kommenden Wochen erleben werde, zum Teil dauerhaft in mein Leben einziehen und zur Gewohnheit werden wird. Ich werde berichten!