30.11. A normal day
Warum geht man auf eine Klimakonferenz? Grob gesagt: Um das Klima zu retten. Nur wie setzt man diese einfache Idee in einen Plan um, sobald man tatsächlich auf einer Klimakonferenz ist? Auf diese Frage gibt es nun viele Antworten. Auf jeden Fall ist es wichtig darüber informiert zu sein was, wo, wann mit wem passiert.
Eine wichtige Informationsquelle ist dabei das Daily Program, in dem alle offiziellen UNFCCC Veranstaltungen verzeichnet sind. Viel wichtiger aber sind die E-Mail Listen der Youth Climate Bewegung. Neben den großen Hauptlisten auf denen alle wichtigen Informationen gesendet werden, gibt es noch eine unbestimmbare Anzahl kleinerer Listen die ein bestimmtes Thema als Schwerpunkt haben. All diese Listen zusammen ergeben schon unter dem Jahr eine beachtliche Menge an Emails. Aber während der COP wird der Posteingang geradezu überschwemmt.
Um den Tag planen zu können, muss man diesen Posteingang jeden Morgen aufs Neue abarbeiten. Würde es euch Spaß machen jeden Morgen hundert Nachrichten zu sichten? Nun dieser Kampf mit dem Posteingang gehört hier zum täglichen Brot und ist ein gutes Beispiel für die vielen ganz banalen und zeitraubenden Dinge, die man tun muss um effektiv arbeiten zu können. Solche Arbeiten nahmen heute einen großen Teil des Tages ein.
Nachdem endlich alle Emails gelesen waren, half ich einfach dort aus, wo Hilfe gebraucht wurde, unter anderem beim Einrichten des YOUNGO Informationsstandes. YOUNGO ist eine ganz interessante Sache. Das ist die Vertretung der Jugendlichen gegenüber der UNFCCC und wird auch nur von Jugendlichen geführt. Auf der einen Seite ist es ein Forum sich untereinander auszutauschen und zu koordinieren. Auf der anderen Seite ist YOUNGO eine Institution im UNFCCC Prozess, durch die die Jugendlichen sich im UNFCCC Prozess artikulieren können. Wir dürfen beispielsweise bei den großen Plenarsitzungen unsere eigenen Statements geben. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber man darf nicht vergessen dass unsere Beitrag zur Problemlösung von einer UN-Unterorganisation hat offiziell anerkannt ist und wir so von niemanden ignoriert werden können.
Später war ich dann bei einem Rapid Response Call von SustainUS dabei. Ein paar dutzend Amerikaner wurden angerufen und gebeten ihre Abgeordneten an die Klimaverhandlungen zu erinnern. Jeder der Angerufenen sollte wiederum andere dazu anhalten das Gleiche zu tun. Solche kleinen Schritte können zu einem anderen Bewusstsein führen, das schließlich zu einer größeren Bewegung beiträgt.
Spät am Abend hab ich mir noch eine Mexikanische Handynummer besorgt. Ganz wichtig, denn man muss ja informiert sein.
Dominik
