BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Klimaverhandlungen im Abseits?!

26. Oktober 2017 von BUNDjugend

von Alexandra Struck und Celia Zoe Wicher vom BUNDjugend Bundesvorstand

25 Jahre ist er her, der sogenannte „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro 1992, der den Auftakt für die Klimarahmenkonventionen bildete und die erste größere internationale Umweltkonferenz war. Doch wer weiß das schon noch? – Ein Vorschlag, wie Klimaverhandlungen in der Gesellschaft präsenter werden könnten.  

Wenn man einen Menschen unserer Generation fragt, was für ein bewegendes Ereignis in Rio de Janeiro stattgefunden hat, werden nicht wenige die Fußballweltmeisterschaft der Herren 2014 nennen.

Das ist auch wenig verwunderlich!

Zum einen ist seit dem Gipfel mittlerweile ein viertel Jahrhundert ins Land gezogen. Zum anderen werden Verträge in kleiner Runde geschlossen, während im Stadion tausende Menschen – und Millionen weitere vor den Bildschirmen und Leinwänden dieser Welt – dem sportlichen Ereignis mitfiebern und die ganze Welt Kopf steht.

Während die Gesichter des Klimaschutzes eher im Verborgenen bleiben, zieren die Gesichter der „Fußballstars“ landesweit Schokoriegel und Zeitschriften, ihre Namen finden sich auf Fankleidung und ihre Bildchen werden auf den Schulhöfen als heiß begehrte Sammlerware getauscht. Im Folgejahr eines sportlichen Großevents soll es angeblich eine Handvoll neuer Erdenbürger geben, die nach den Helden vom Platz benannt werden.

Beim Klimaschutz gibt es solche Phänomene nicht, dabei ist er mindestens genauso wichtig!

Aber Klimaschutz verbinden wir auch nicht mit Einzelakteur*innen: Es scheint eher um abstrakte Geschehnisse und Zahlen gehen. Manche Menschen haben den Namen einer Konferenz oder eines Protokolls schon mal gehört: Stockholm Konferenz, Kyoto-Protokoll, Bonner Konvention, Biodiversitäts-Konvention, Klimarahmenkonvention… Was genau allerdings dahinter steckt – „irgendwas mit Klima“ wird die Antwort sein…

Ein mögliches Ziel der Konferenz in Bonn könnte sein, Vorbilder im Klimaschutz zu schaffen: Das funktioniert, wenn den Menschen hinter dem Vertrag ein Gesicht gegeben wird. Oder, wenn jede*r einzelne von uns selbst ein Vorbild ist und dazu beiträgt, die Welt zu einer besseren zu machen.

Die Welt braucht Botschafter*innen, die die Ergebnisse der Verhandlungen nach außen tragen – die Errungenschaften und die Baustellen. Aber wir als Jugend wollen auch umgekehrt unsere Forderungen in die Verhandlungen tragen: Besonders die Industriestaaten müssen Verantwortung übernehmen, um die globale Erwärmung auf höchstens 1,5 Grad zu begrenzen – 2 Grad sind zu viel! Auch Deutschland muss sich endlich aktiv für ambitionierten Klimaschutz einsetzen und nicht nur davon reden – Politik und Bürger gleichermaßen! Was nützen schlaue Verträge, wenn sie leere Worthülsen bleiben?

Noch ist das Pariser Abkommen in den Köpfen der Menschen – wenn auch in letzter Zeit leider vor allem durch einen aufbrausenden Politiker Nordamerikas – präsent. Wir hoffen, dass Umweltprobleme in den nächsten Jahren nicht wieder zum Nischenthema werden. Ganz im Gegenteil: Auch mögliche Errungenschaften und Versäumnisse von Bonn sollten in die Welt hinausgetragen werden – über Jung und Alt geht das alle was an!

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Menschen in 25 Jahren mit Bonn nicht nur Gummibärchen und Telekommunikation verbinden!

 


Umsonst-Zug in Gießen

11. Oktober 2017 von BUNDjugend

von Clara

Gegen Überkonsum und Ressourcenverschwendung

Im April 2017 fand die erste Umsonst-Demo in Gießen statt, die nun monatlich geplant ist. Kostenlose Bücher, Kleidung, Küchenutensilien und gerettete Lebensmittel wurden in Einkaufswagen geladen und während des Demo-Zuges kann sich jede*r nehmen, was er will und braucht. Zwischendurch werden immer wieder Reden von engagierten Menschen gehalten, die auf aktuelle Missstände in unserer Gesellschaft hinweisen. Ein zentraler Punkt ist, dass es der Lebensmittelindustrie vor allem um Profitsteigerung geht und nicht darum, gutes Essen für Alle herzustellen. Außerdem wird damit auch ein Zeichen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln aber auch anderer Konsumgüter gesetzt.

Die Demo stieß auf reges Interesse und könnte anderen Städten und Regionen als Vorlage dienen. Dieses Potential haben auch einige Menschen in Berlin erkannt und mit der Planung eines Umsonst Zuges begonnen. Dafür werden noch Leute gesucht, die Lust haben, weitere Ideen einzubringen und sich an der Organisation zu beteiligen. Der erste Umsonst-Zug in Berlin findet am 18. November 2017 um 12 Uhr, Treffpunkt Tempelhofer Feld, Columbiadamm, 10965 Berlin statt!

 

Weitere Möglichkeiten, zu teilen und zu tauschen und warum das so sinnvoll ist:

 

  • Kleider-Tauschpartys machen richtig Spaß. Allein weil man seine alte Kleidung, die man nicht mehr haben möchte, loswird und gleichzeitig neue, coole Klamotten umsonst bekommt. Und das ganz ohne die profitorientierte Textilindustrie und ihre extrem schlecht bezahlten Arbeiter*innen und die nicht vorhandenen Umweltstandards zu unterstützen.

 

  • Umsonst-Läden sind eine sehr soziale Initiative, wo jede*r vorbeibringen kann, was er*sie nicht mehr haben möchte, und jede*r abholen kann, was er will. Dabei entstehen aufgrund der Wiederverwertung alter Produkte keine zusätzliche Ressourcenverschwendung.

 

  • Eine Give-Box kannst du ganz einfach umsetzen: Stelle einfach eine große Box, z.B. einen Umzugskarton voller Gegenstände, Kleidung und anderen Produkten, die du nicht mehr haben möchtest vor deine Haustür oder in der Schule etc. auf. Dort kann sich dann jede*r, der*die möchte, etwas nehmen. So bekommen all deine aussortierten Sachen ein neues, zweites Leben und Du hast jemandem eine Freude bereitet.

 

  • Mit den Nachbarn zu tauschen ist auch ein sehr effektiver und schöner Weg des Tauschens und Teilens. Dadurch wird nicht nur kein neues Produkt gekauft, sondern es wird auch der soziale Austausch gestärkt, immerhin helft ihr euch gegenseitig und tragt so ihr zu einer Gesellschaft bei, wo das Miteinander großgeschrieben wird.

 

  • Natürlich ist auch spenden ein wichtiger Punkt. Hierbei lohnt es sich, ein bisschen zu recherchieren, welche Organisation/Initiative seriös wirkt und auch, was in der Nähe bleibt. Denn auch in Deutschland gibt es sehr viele Menschen, die auf Kleiderspenden etc. angewiesen sind. Außerdem werden leider zu viele Kleiderspenden nach Afrika missbraucht, sodass es oft vorkommt, dass diese gut gemeinte Spende auf afrikanischen Märkten für Geld verkauft wird, es also gar nicht den Bedürftigen hilft.

 

Du willst noch mehr Ideen, um umweltfreundlicher und sozial gerechter zu leben? Die gibt es in der BUNDjugend-Broschüre „Worauf warten? – Gemeinsam Alternativen leben“. Link: https://www.bundjugend.de/produkt/broschuere-worauf-warten/