BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Die Fastenzeit ist vorbei und jetzt?

31. März 2016 von BUNDjugend

Wieder alles wie vorher?

Bei mir keineswegs. Der Umstieg auf eine vegane Ernährungsweise ist mir glücklicherweise nicht sehr schwer gefallen. Am Anfang war es noch etwas anstrengend auf alles zu achten, was in den ganzen verschiedenen Lebensmitteln steckt. Manchmal hat man es auch einfach kurz vergessen, dass man nicht von dem Stück Kuchen probieren sollte, in dem wahrscheinlich ein Haufen Eier, Milch und Butter verbacken wurde. Doch die Umstellungszeit war bei mir relativ kurz und schnell hatte ich viele neue Gerichte ausprobiert und nachgekocht, die jetzt zu meinen Standard-Gerichten gehören. Gewohnheiten abzulegen und sich neue anzuschaffen, dauert meistens zwei Wochen und so war es bei mir ebenfalls.

Wertvolle Starthilfe

Was mir am Anfang sehr geholfen hat, war das veganstart-Programm von Deutschlands größter Tierrechtsorganisation Peta. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, der mal einen Monat vegan leben ausprobieren möchte und dabei etwas Unterstützung braucht. Sei es, um erinnert zu werden, Rezept-Ideen zu bekommen oder Informationen zu einer gesunden Ernährungsumstellung zu erhalten.

Man kann auf der Internetseite veganstart.de einfach seine E-Mail-Adresse angeben und dann bekommt man kostenlos einen Monat lang jeden Tag eine E-Mail von einer Ernährungswissenschaftlerin mit praktischen Tipps und Informationen über die vegane Ernährung. Nach den 30 Tagen wird man nicht weiter zugespamt und man bekommt auch keine Werbung für irgendwelches Geldausgeben-Zeugs oder ähnliches. Einfach klasse!

V oder nicht V?

Ich finde ein abschließendes Fazit nun doch irgendwie ziemlich schwierig zu formulieren. Der Abschluss-Blogeintrag von Vera hat mir sehr gut gefallen und geholfen, mein Fazit zu ziehen. Ihren Kommentar über die strikte Einteilung zwischen vegan, vegetarisch, allesessend, vielleicht auch noch pescetarisch oder paelo („Steinzeitfutter“) kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich teile diese Meinung, weil durch die strikten Einteilungen unsichtbare Grenzen gezogen werden, mit denen man andere Menschen oder sich selbst abgrenzt. Diese unterschwellige Feindseligkeit gegenüber der jeweilig anderen „Ernährungsgruppe“ fördert den Trotz, bei seiner eigenen Meinung zu bleiben und darauf zu beharren, dass das, was man selbst tut, das Beste und einzig Richtige ist.

Ich freue mich immer, wenn ich von jemandem höre, dass er vegan lebt oder Vegetarier ist. Aber ich denke es gibt genug Menschen, die bei dem V-Wort direkt dicht machen und überhaupt nichts davon hören wollen, weil es ihnen so auf die Nerven geht. Dabei sollte es doch möglich sein, eine so gute Sache besser an den Mann/die Frau bringen zu können. Ich glaube, es wäre einfacher, wenn diese strikten Grenzen zur Einteilung der Ernährungsgruppen nicht so explizit gezogen werden würden. Es muss doch nicht die 100% pflanzliche Ernährungsweise sein, aber es wäre schon mal ein Anfang, sich an die 70% oder ähnliches anzunähern.

Was habe ich geschafft?

Deswegen hier meine Fakten: Ich habe in den 40 Tagen #Klimafasten um die 17 Tiere vor dem Tod bewahrt (der Durchschnittsdeutsche verzehrt ca. 150 Tiere im Jahr). Pro Minute werden 35 Fußballfelder gerodet für Anbauflächen und 90% des weltweit angebauten Sojas, 50% des Getreides, 40% der gefangenen Fische werden an Nutztiere verfüttert, während 1 Milliarde Menschen an Hunger leiden. 51 % der weltweiten Treibhausgase werden durch die Haltung von Nutztieren verursacht – das ist mehr als der weltweite Verkehr zusammen.

Es gibt noch so viele andere Fakten, die viele überhaupt nicht hören möchten, aber mir sind sie nach der Fastenzeit noch immer bewusst und deswegen werde ich mich von der 100% pflanzlichen Ernährung nicht all zu weit entfernen. Ich werde aber sicherlich nicht die Grenze um mich ziehen und sagen, dass ich zu dieser einen Gruppe gehöre, die mit V anfängt und allen anderen ein schlechtes Gewissen bereitet, die nicht dazugehören. Das ist überspitzt gesagt, weil es nicht wirklich so ist. Jedoch denken viele nicht „V-Esser“ so und blocken aus Trotz die Meinung von der pflanzlichen Ernährungsweise ab.

Ich hoffe alle Leser/innen nehmen aus den vielen unterschiedlichen Blockeinträgen etwas mit und konnten gestärkt werden, das ein oder andere Klima-Projekt selbst mal auszuprobieren oder sich wenigstens Gedanken darüber zu machen.

Liebe Grüße,

Lea


Flexigane Geschichten aus der Tupperdose

30. März 2016 von BUNDjugend

Joghurtsehnsucht

Als kleiner Rückblick: Vegan war mein Vorhaben. Ostern liegt ein paar Tage zurück und ich möchte heute noch einmal auf meine Klimafastenzeit zurückblicken, mit der vorab bekannt gegebenen Zusammenfassung: Das Ganze war um Längen schwieriger als gedacht, ich war so semi-konsequent.

Die Bäcker-Brötchen-Mission: Meine Augen blitzten erfreut auf, als ich bei Denns entdeckte, dass dort alle Gebäckköstlichkeiten gekennzeichnet werden, wenn Tierprodukte enthalten sind. Doch ansonsten hieß es bei den meisten Bäckern spekulieren. Und da ich auch nicht jedesmal nachfragen mochte, bin ich auf die einfachste Variante umgestiegen: Ich hab mir an so manchen Tagen schicke Brötchen selber gebacken – ein grandioses Rezept!

Brotaufstrich-Gespräche: Totalen Spaß gemacht hat es, Neues für oben drauf aufs Brötchen auszuprobieren. So bekam ich an einem Wochenende Besuch von meiner alten Mitbewohnerin und wir haben uns bei leckerstem Morgenfrühstück mit meinem geliebten Paprika-Hummus und Auberginen-Antipasti über dies und das unterhalten.

Genau hinschauen: Die Nutzung riesiger Landflächen, der hohe Wasserverbrauch und das Ausmaß der Treibhausgasemissionen – ich habe mich insbesondere auf die Suche nach den Umweltauswirkungen der Tierproduktion begeben. Eine Vielzahl an Argumenten bestärkt die vegane Lebensweise. Dennoch, dass „vegan“ derzeit boomt, ist auch an so manchen Stellen mit Vorsicht zu betrachten. So schlendere ich am Kühlregal entlang und entdecke: Neu – Die Rügenwalder Mühle bietet vegane Mühlen Hamburger an“. Ein bisschen gruselig schon, wenn Fleischkonzerne den Trend für sich entdecken und mit ihm hoch industriell aufwendig verarbeitete Produkte vermarkten.

Monkeys

Gerettet geht in Ordnung?: Das erste Mal schwächeln lassen, hat mich meine Foodsharing-Abholung – Neben Unmengen an Gemüse und Obst gabs eben auch leckersten Naturjoghurt und Milch. In meinem Kopf schwebte „Das ist was anderes“ und schon hatte ichs stibitzt und mitgenommen. An sich voll in Ordnung, nur schlenderte durch meinen Kopf im Nachhinein „Du warst nicht konsequent“, was in den folgenden Wochen auch ab zu meinem Gewissen legitimierte, mal da einen Kaffee mit Milch zu trinken und da Feta über meinen Auflauf zu streuen. Zusammenfassend habe ich dann doch viel zu viele von Lauras Vegetarisch-Gutscheinen verbraucht.

Ausblick: Ich nehme viele spannende Rezepte in meinen Alltag und weiß nun, wo ich den leckersten Soja-Cappuccino genießen kann. Während meiner Klimafastenzeit ist mir jedoch besonders aufgefallen, wie sehr mich die Einteilung „vegan, vegetarisch, allesessend“ stört. Denn jemand, der angenommen sich an 28 Tagen im Monat ohne tierische Produkte ernährt, jedoch an zwei Tagen im Monat ein Stück Fleisch ist, derjenige wäre weder Veganer noch Vegetarier, besäße jedoch einen weitaus nachhaltigeren Ernährungsstil als so manch anderer. Es gibt einfach nicht nur drei Cluster, die Übergänge sind auch hier fließend. So werde auch ich, um wieder mit Lauras Worten zu schließen, Flexiganer bleiben: vegan & ab und zu vegetarisch ist einfach eine allzu schicke Kombination. Schade dennoch, dass ich für diesen kleinen Zeitraum mein Vorhaben nicht durchgehalten habe

Ganz ganz liebe Grüße,
Vera


Ich hab ja nix gegen Smartphones, aber…

29. März 2016 von BUNDjugend

… so richtig angenehm finde ich es nicht, wenn ich mich mit Menschen treffe und diese lieber auf ihr Smartphone gucken anstatt in mein Gesicht. Ok, gibt bestimmt Schönere, aber ein Bildschirm?!
Tatsächlich habe ich mich an Ostern auch dabei ertappt, mein Smartphone hat aber auch mit allen Mitteln um meine Aufmerksamkeit gekämpft und Omas Mülltrenn-Geschichte kenne ich wirklich schon auswendig!

Nach wenigen Stunden habe ich mich dann doch wieder für ein weniger smartes Handy entschieden. Zugegeben: Ich bin ab jetzt nicht mehr komplett ohne Internet unterwegs, mit Geduld und in schlechter Qualität kann mein Tastentelefon überall auf das gesammelte Wissen des 21. Jahrhunderts zugreifen. Nervt aber, mache ich also eher im Niemand-kennt-die-Straße-mit-K.,-deren-Namen-ich-vergessen-habe oder im Danke-Deutsche-Bahn,-ich wollte-heute-noch-ankommen-Fall.

Abschluss_Leonie

Ich glaube ich habe es aus der Online-Sucht geschafft. Vom gestressten „Hilfe, wie gehen 6 Wochen ohne WhatsApp, DB-App, Youtube und Google-Maps?“-Smombie zum entspannten Realitätsfan in dieser Fastenzeit. Erstmal möchte ich kein Smartphone mehr haben, ein gebrauchtes mit Tasten ist billiger, klimafreundlicher, wird nicht geklaut, kann notfalls als Wurfgeschoss genutzt werden, geht nicht kaputt und der Akku hält ewig.

Ich möchte keine Zeit mehr „sparen“, indem ich meine tägliche Bahnfahrt zum Mails beantworten nutze. Ich möchte aus dem Fenster gucken, Leute beobachten, mit fremden Menschen quatschen, mich langweilen und nachdenken. Denn „Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Je mehr die Menschen daran sparen, desto fremder werden sie sich selbst.“ (Michael Ende – Momo)

Probiert es aus: einfach mal abschalten, Smartphone, Fernseher und Co. Urlaub gönnen, den alten Discman, ein paar Bücher und vorallem Freunde rauskramen und entspannen.
Leonie


YFoEE Network Gathering 2016 in Malta

23. März 2016 von BUNDjugend

Copyright: Jüngeren Milieu Actief/ YFoE Netherlands

Foto: Jüngeren Milieu Actief/ YFoE Netherlands

Zum aller ersten Mal findet eine YFoEE oder FoEE- Netzwerk Veranstaltung in Malta statt. Unser jährliches YFoEE Network Gathering ermöglicht 25 jungen Menschen aus ganz Europa die südlich von Italien liegende Insel zu besuchen, um hier über netzwerkrelevante Themen, Probleme, Schwierigkeiten und Ideen zu diskutieren. Das Treffen dauert 4 Tage, vom 19.03.-22.03.2016,  und ist bis oben hin bepackt mit Workshops, Sessions zur YFoEE Struktur, Strategie, Vorhaben und Erfolgen, aber auch  schwierigen Diskussionen zum weiteren Vorgehen mit zum Beispiel den jährlichen UN-Klimaverhandlungen. Das Network Gathering ist ebenfalls mit das wichtigste Event für YFoEE, da dies das einzige Treffen ist, wo Entscheidungen per Abstimmung getroffen werden können. So findet am Ende des Treffens zum Beispiel die Wahl der neuen Steering Group für das kommende Jahr statt. Für die nächste Legislaturperiode wird die YFoEE Steering Group aus sieben motivierten und engagierten Aktivist*innen bestehen: Clemence (Frankreich), Duska (Bosnien und Herzegowina), Dora (Kroatien), Afrida (UK) Kristyian (Bulgarien), Olav (Norwegen) und mir, Toril (Deutschland). Jedes Steering Group Mitglied hat ebenfalls einen sogenannten „Alternate“. Außerdem wird das Gastland für das Summercamp 2017 (Niederlande) und das Network Gathering 2017 gewählt.

Foto: Jüngeren Milieu Actief/ YFoE Netherlands

Foto: Jüngeren Milieu Actief/ YFoE Netherlands

Im Rahmen des UN- Tages gegen Rassismus, welcher am 21.03.16 statt fand, hatten wir drei Gastredner*innen von unterschiedlichen Migrationsorganisationen eingeladen. Es war interessant zu erfahren, wie die Organisationen arbeiten, welche Erfolge sie erreicht haben und mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben.

Außerdem hatten wir die Ehre von Martine, dem Geschäftsführer von FoE Malta, eine geführte Wanderung durch die Natur von Malta zu bekommen.

So hatten wir eine gute Mischung aus intensiven Diskussionen, Energisern, Austauschmöglichkeiten, Outdoor-Aktivitäten und Abendprogramm.

Die Vorfreude auf die kommenden YFoEE Aktionen ist hier nochmals enorm gestiegen, sodass wir das Summercamp in Scottland im Juli kaum erwarten können!

Wenn du mehr über das Network Gathering oder das YFoEE-Netzwerk erfahren möchtest, kannst du dich gerne an diese E-Mail Adresse wenden: tmeyer-gerltatposteodotde  (tmeyer-gerltatposteodotde)  

Ihr werdet schon bald wieder von mir und YFoEE hören!

Toril


Palmölfrei leben – ein etwas verfrühter Abschlussbericht

20. März 2016 von BUNDjugend

Alle Achtung – wenn ich mich so durch die Blogbeiträge lese, komme ich mir wirklich wie eine Cheaterin vor… was cheaten? Mit Palmölfasten?? Was überall drin ist? Das ist dir zu einfach???

Ähm, nun ja. Sagen wir, ich bin durch meinen bisherigen Lebensstil positiv vorbelastet: Wir sind eine Müsli-Familie, das Müsli haben wir schon immer aus seinen Grundzutaten selbst zusammengerührt und wenn wir am Wochenende mal Brot essen, dann wird das meistens süß, nicht salzig – wodurch das Problem: „Aber was soll ich denn nun statt meines tollen (palmölhaltigen) Aufstrichs auf mein Brot tun?“ gar keines für mich war.

Wir sind auch sonst keine Brotfamilie: Ob meiner französischen Wurzeln essen wir zweimal am Tag warm, selbst wenn nur eine Person zuhause ist – die kocht dann halt einfach mittags schon mal für den Abend vor. Fertiggerichte, Salatkrönung und Tütensuppen sind mir seit den letzten acht Jahren nicht mehr in Erinnerung. Und da wir in Folge von den Weihnachtsmonaten und einer Reihe von Geburtstagen alle keinen Süßkram mehr sehen konnten, fastet zurzeit die gesamte Familie auf Schoki und co. Und selbst wenn nicht – Bio/Fair-Schokolade mit einem Kakao-Anteil von über 60% enthält in vielen Fällen kein Palmöl.

Nur im Badezimmer wurde es knifflig. Ich übersetzte die Zutatenliste meiner Kosmetik-Artikel, nur um erleichter festzustellen, dass der Großteil der Fettsäuren wahrscheinlich(!) aus Shea-Butter stammen könnte(!) – denn hier erwies sich leider die Aussage „größtenteils/hauptsächlich/meist“ in allen Wikipedia-Artikeln und Blogs als recht schwammig.

Ein größeres Problem bereiteten mir die Fettalkohole und andere Derivate, weil hier teilweise auch über die Hersteller nicht in Erfahrung zu bringen war, was jetzt nun das Herkunftsfett gewesen war. Also habe ich die letzten Wochen, seitdem meine Duschgels leer geworden sind, angefangen den großen Brocken Aleppo-Seife zu verwenden, den mir eine Freundin geschenkt hat.

Als Fazit kann ich sagen, dass es eigentlich relativ einfach ist, beim Essen auf Palmöl zu verzichten – wenn man Müsli statt Brot (und somit Margarine und Aufstriche) isst, auf Convinience-Produkte (egal ob bio, vegan oder nicht) verzichtet und den Süßkramkonsum auf dunkle Schokolade oder sehr hochwertige beschränkt (die man übrigens auch daran erkennt, dass sie kein Sojalecitin enthält, welches verwendet wird, um die Concierzeit zu verkürzen). Nur im Bad habe ich entschieden, dass mir das mühselige Auseinanderklabüsern von Inhaltsstoffen zu kompliziert ist: In Zukunft liegt in meiner Dusche nur noch ein Brocken Olivenöl-Seife, zum Pflegen nehme ich Mandelöl aus der Apotheke (wer schön duften möchte, tropft einfach ein ätherisches Öl seiner Wahl dazu). Ich könnte vermutlich auf die Suche nach Ersatzprodukten gehen oder anfangen, selbst Experimente zu machen, aber das ist mir ehrlich gesagt zu mühsam, und außerdem komme ich so auch mit weniger Verpackungsmüll aus.

Ich hoffe, ihr fandet meine Erfahrungen hilfreich – ich zumindest fand die anderen Blogbeiträge sehr inspirierend und werde vielen ihrer Tipps folgen, zum Beispiel, um meinen Plastikkonsum zu reduzieren. Jetzt kommt nur Ostern mit den ganzen Schokogeschenken auf mich zu…

Liebe Grüße,

Eure Julie


Smartphone-Fasten: 2-3 Akkuladungen später

16. März 2016 von BUNDjugend

Laut einer Umfrage von 2015 können sich 82,4 Prozent der 14- bis 19-Jährigen und 72,7 Prozent der 20- bis 29-Jährigen in Deutschland nicht vorstellen, wie Menschen im prä-googleistischen Zeitalter ihren Alltag bewältigten. Tja, ich sehe tatsächlich überall verkabelte, auf Mini-Bildschirme starrende Smombies! Da fühle ich mich mit meinem gedruckten Buch in der Bahn um mindestens 40 Jahre gealtert. Und warum regt sich außer mir eigentlich niemand über veraltete Fahrpläne und kaputte Anzeigetafeln auf?

Suuuper, dass die Umbauphase im Großraum Köln genau in die Fastenzeit fällt… Andererseits: es klappt doch! Einen extra Zeitpuffer einplanen muss Mensch eh, wenn die Hälfte der Bahnen nicht normal fährt und Leute, die mir den Weg erklären können, habe ich bisher auch immer gefunden. Klar, es nervt manchmal: alles vorher organisiert und die wichtigen Zettel immer dann verlegt, wenn man sie braucht. Aber es nervt auch, unter Informationsmüll-Dauerbeschuss zu stehen. Und jedes Mal, wenn ich im Büro meine Mails lese, freue ich mich sehr darüber, nicht schon beim Frühstück gewusst zu haben, was alles noch erledigt werden will!

Die moderne Technik erleichtert viel Planung und es „spart“ durchaus Zeit, unterwegs Mails zu beantworten und nicht stundenlang das Telefonbuch suchen zu müssen… Aber vielleicht hat Michael Ende ja Recht und unsere „gesparte“ Zeit ist gefundenes Fressen für die Grauen Herren?

 

Liebe Generation Smartphone, liebe digital natives und digital immigrants,

ich vermisse euch wirklich und lade euch ganz herzlich ein, mich mal wieder besuchen zu kommen! Ich weiß, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann und dass das zwischen uns wahrscheinlich nie wieder so wird wie früher… Bitte gib uns eine Chance, auch wenn ich nicht perfekt und unkompliziert bin!

Viele Grüße

Die Realität

 

Liebe Realität,

Bitte nimm mir gelegentliche Abstecher in die virtuelle Welt nicht übel! Ich genieße sie, aber ich werde dich niemals verlassen! Du bist so schön unperfekt, chaotisch und direkt. Danke für die tolle Zeit und danke für deine Ehrlichkeit! Ich liebe dich und freue mich auf jeden einzelnen Tag mit dir.

Deine Leonie

 


Mein Batman hat die Klimavorsätze gegessen

15. März 2016 von BUNDjugend

Halle Leute.

Eine meiner Leibspeisen sind Tortilla-Chips. Wie ich zu meinem Bedauern feststellen durfte, ist die Zutatenliste dafür relativ kurz. Maismehl, Salz, Palmöl. Das las ich, als ich gerade genüsslich auf einer Handvoll dieser Köstlichkeiten herum kaute. Tja, doof gelaufen. Dabei dachte ich eigentlich diese Art von Snacks wäre das Einzige, über das ich mir als temporär veganer, Palmöl-freier Konsument keine Gedanken machen muss. Hmmpf. Aber gut, dann war das jetzt vorerst meine letzte Tüte.

Etwas ähnliches geschah mir, als ich, zu Besuch bei einem Teil meines ernährungsbewussten oberen Stammbaums, in einen herzhaften Muffin biss, dessen Konsistenz so offensichtlich nach „mit Ei gemacht“ schmeckte, dass darauf eine sehr verwirrende Konversation folgte. Denn an sich unterstützen mich meine Verwandten bei meinen Ernährungs- und Klimaexperimenten. Nur scheinen es in letzter Zeit etwas zu viele gewesen zu sein. Es war nicht ganz klar, auf was ich mittlerweile alles verzichte. Vielleicht sollte es bei den ganzen sozialen Netzwerken in Zukunft auch ein Feld für Ernährung geben, dann könnte uns in Zukunft noch relevantere Kost angeboten werden. Das waren aber alles Dinge auf die ich nicht wirklich Einfluss hatte. Anders war das, als Batman* zu Besuch in unsere WG kam.

Batman* hatte Muffins gebacken. Bat-Muffins. Schwarz wie die Nacht, der Kern vor Gerechtigkeitsbewusstsein hell erleuchtet. Ein ganzer (Markenname vom Autor verschwiegen um die Dekadenz dieses Gebäcks zu relativieren)-Keks umhüllt von einem zarten Mantel aus Brownie-Teig verfeinert mit Erdnusscreme. Also vegan und unfassbar verführerisch war dies Gebäck. Nur leider las sich die gefühlte Zutatenliste nur unwesentlich länger als bei den Tortilla-Chips. Palmfett, Zucker, Palmfett, Kakaopulver, Palmfett, habe ich Palmfett schon erwähnt? (evtl. könnten auch Spuren von Mehl enthalten sein.)

Nun stand ich vor der Wahl, Batman* zu vergraulen und diese einmalige Mischung aus Glück und gebackener Liebe zu verschmähen, oder mein Fasten bewusst zu brechen. Die Entscheidung sollte offensichtlich sein. Ich hatte auch wenig Probleme mit schlechtem Gewissen. Das lag danach mit mir im Fresskoma.

Ansonsten ist auf tierische Produkte und Palmöl zu verzichten tatsächlich einfacher als ich dachte. Es ist nicht mal so, dass ich irgendetwas vermisse. Ich kann jetzt sogar jemandem beim Käsepizza Essen zusehen, ohne dabei zu weinen. #sotough

Und nachdem ich mich daran gewöhnt habe, dass ich beim Falafel-Döner immer zwei Mal gefragt werde, ob ich das Ding denn tatsächlich ganz und gar ohne Soße essen möchte, ist es auch unterwegs echt entspannt geworden. Die Mensa bei uns an der Uni hat mittlerweile sogar ein veganes, Palmöl-freies Gericht, dass sie ganztägig anbietet. Aber dazu erzähle ich euch bald mehr.

Ich möchte diesen Blogbeitrag schließen, mit einem Bild von einem veganen, palmölfreien Schneewitchen-Kuchen, der mit Kokosmilch-Vanillepudding, Kirschen und unglaublich leckerer Schokolade gemacht wurde:

Auch vegan und Palmöl-frei lässt sich mit einem deliziösen Dessert dinieren. (Danke für den Kuchen, Mama!)

Bis bald,

euer Lukas

 

*Name der Redaktion gänzlich unbekannt, aber hier gibt es ein unfassbar investigativ enthüllendes Bild von der BUNDjugend Facebookseite.


#Klimafasten: Mein veganer Imperativ

12. März 2016 von BUNDjugend

Tja, durch zwei Familienfeiern und ein Versehen eines Kellners sind nun schon all meine 5 Vegetarisch-Gutscheine aufgebraucht. Das macht mir aber nichts aus, nun muss ich einfach noch stärker auf Zutaten achten. Ich vermute aber, dass in noch viel mehr Produkten unvegane Inhaltsstoffe versteckt sind, als ich es bisher überschauen könnte. Zum Beispiel befürchte ich, dass in einigen der wenigen Brötchen, die ich in letzter Zeit gegessen habe, Butter  verbacken wurde. Auch Brot ist tückisch, habe ich herausgefunden.

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Ansonsten läuft es aber sehr gut. Ich finde drei beziehungsweise sechs Wochen fasten hört sich global betrachtet total wenig an. Es ist absolut zu schaffen. Manchmal trauere ich noch leckeren, vegetarischen Gerichten unserer Mensa hinterher. Aber Joghurt-Dip zu Kartoffelpuffern ist halt einfach nicht vegan. Es macht mich immer ein bisschen sauer, dass das Studentenwerk es nicht hinbekommt ein vollwertiges veganes Gericht pro Tag anzubieten. Aber das ist mein voller Ernst: Salzkartoffeln und Bohnen mit Olivenöl und Currypulver machen zum Mittag auch glücklich.

Laura


Von kleinen und großen Stromfressern

10. März 2016 von BUNDjugend

Wie im letzten Beitrag angekündigt, habe ich mich im Rahmen meines Wattfastens zunächst etwas genauer mit dem Energieverbrauch der verschiedenen Geräte in meiner WG beschäftigt. Dazu habe ich mir als erstes beim BUND Berlin ein Strommessgerät ausgeliehen. Das war super unkompliziert und natürlich kostenlos – in eurer Nähe gibt es bestimmt auch eine Stelle, wo man Messgeräte ausleihen kann! Damit kann man zwar „nur“ den Verbrauch von Geräten messen, die an einer Steckdose hängen (und nicht den von mindestens ebenso relevanten Verbrauchern wie Warmwasser, Heizung, Gasherd, Beleuchtung etc.), aber fürs Erste werdet ihr sicher auch dabei schon die ein oder andere interessante Entdeckung machen!

Als nächstes ging es nun darum, mir zu überlegen, bei welchen Haushaltsgeräten ich was anschauen würde. Inspirationen dazu holte ich mir auf der Website von Smergy. Hier findet sich ein bunter Strauß an Energiespartipps, angefangen bei den Klassikern wie „Weniger heizen“ bis hin zu Ideen für „fortgeschrittene Energiedetektiv*innen“ à la „Elektronische Thermostate einbauen“. Das Smergymeter spuckt dann direkt aus, wie viel CO2 und Geld man durch die jeweiligen Tipps einsparen kann. Davon inspiriert, nahm ich verschiedene Geräte genauer unter die Lupe.

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Waschmaschine: Größter Energiefresser beim Waschen ist das Erhitzen des Wassers. Dementsprechend war eigentlich von Vornherein klar, dass der Energieverbrauch mit steigender Waschtemperatur in die Höhe schießen würde. Um herauszufinden, um wie viel genau, wusch ich Kochwäsche bei 90, 60 und 40 Grad (meine Mitbewohnerinnen machten sich schon ernsthaft Sorgen, wieso ich auf einmal anfange, bei 90 Grad zu waschen :). Hier die Resultate: 90 Grad – 1,92 kWh, 60 Grad – 0,96 kWh, 40 Grad – 0,77 kWh. Statt mit 90 bei 60 Grad zu waschen, spart also bereits die Hälfte an Energie ein, um weitere zehn Prozent sinkt der Verbrauch dann bei 40 Grad. Die größte Überraschung gab es dann aber, als ich gestern die mysteriöse „Schneeflocken“-Einstellung ausprobierte: 0,15 kWh standen nach dem Waschen zu Buche – im Vergleich zu 40 Grad also nochmal 80 % weniger Energie! Zum Glück sind Waschmittel heutzutage so gut geworden, dass die Wäsche auch bei weniger als 40 Grad perfekt sauber wird – dem Energiesparen steht hier also nichts im Weg :).

Kühlschrank: Neben Heizen ist auch Kühlen sehr energieintensiv, weswegen als nächstes der Kühlschrank dran war. Um einen Vergleich anstellen zu können, maß ich den Verbrauch bei unterschiedlichen Einstellungen jeweils über 24 Stunden. Überraschendes Ergebnis: Niedrigste (Innentemperatur 7,5 Grad, Verbrauch 0,177 kWh) und höchste Stufe (Temperatur 3 Grad, Verbrauch 0,180 kWh) unterscheiden sich kaum im Verbrauch! Bevor ihr jetzt aber denkt, dass ihr euren Kühlschrank problemlos runterkühlen könnt, kommt ein kleiner, aber feiner Haken: Der Energieverbrauch hängt beim Kühlschrank ganz stark davon ab, wie oft und wie lange er geöffnet wird. Vermutlich wurde er also bei mir an dem Tag mit der höheren Temperatur zufällig wesentlich öfter geöffnet als am zweiten Messtag. Von daher sind die Ergebnisse leider wenig aussagekräftig. Was sich aber dennoch als Fazit ziehen lässt, das ist, dass ihr dem Klima einen großen Gefallen tut, wenn ihr euch schon vor dem Öffnen der Tür überlegt, was ihr braucht, und nicht erst aufmacht und dann anfangt nachzudenken, worauf euer Magen gerade Lust hat :). Außerdem kann es hilfreich sein, den Kühlschrank von Zeit zu Zeit aufzuräumen, um das gewünschte Marmeladenglas nicht ewig suchen zu müssen, um dann festzustellen, dass es der Mitbewohner augenscheinlich bereits alle gemacht hat. Und – das ist jetzt ein Tipp für die Hardcore-Wattzähler :) – je voller der Kühlschrank ist, desto weniger kalte Luft geht beim Öffnen der Tür verloren. Solltet ihr also große, ungenutzte Hohlräume in eurem Kühlschrank haben, füllt sie doch einfach mit zusammengeknüllter Zeitung oder ähnlichem und schon schicken die arktischen Gletscher eine Dankes-Postkarte :).

Als nächstes habe ich vor, zu untersuchen, ob es sich direkt im Stromverbrauch niederschlägt, wie ich meinen Laptop nutze (ob ich also bei voller Lautstärke einen Film schaue oder still und heimlich einen Klimafasten-Beitrag schreibe). Und dann warten noch ein paar kleinere Küchen- und Badutensilien schon sehnsüchtig darauf, ans Messgerät angeschlossen zu werden.

Bis bald,

Jan


Plasten fasten

8. März 2016 von BUNDjugend

Was schon Halbzeit? Irgendwie weiß ich gar nicht recht, was ich berichten soll. Eigentlich kann ich bloß von Ausnahmen erzählen… Leider hatte ich mir auch vorher nicht so richtig überlegt, wie ich meinen Plan in der Praxis umsetzen kann. Die erste Woche der Fastenzeit war noch ziemlich simpel. Essen war irgendwie teils noch da, teils gabs das unverpackt in der Uni-Mensa. Und dann waren wir halt containern… Da fängts schon an: 160221_Mascha Peters_1Entspricht das jetzt dem Plastikfasten, wenn ich in Plastik verpackte Lebensmittel aus dem Container konsumiere? Ich habe für mich beschlossen, dass sie nicht zu verwerten, bloß um Plastik aus dem Weg zu gehen, einfach sinnlos ist. Schließlich rette ich immerhin die sonst unnötig produzierten Lebensmittel und gebe auch der Verpackung somit noch ein wenig mehr Nutzen.

In der zweiten Woche wurde es dann schon echt schwierig, kein Plastik zu konsumieren. Ich war bei meinen Eltern zu Besuch. Natürlich konnte ich von meiner Mutter schlecht erwarten, dass sie jetzt mir zu Liebe in das Klimafasten einsteigt und mit Biegen und Brechen plastikfrei einkauft…

Des Familienfriedens zu Liebe habe ich somit oft mein Fasten gebrochen und auch eingepackte Sachen gegessen. Immerhin kommt meine Familie mittlerweile gut mit meinen veganen Essgewohnheiten zurecht. Vielleicht hätte ich da noch konsequenter sein können, wenn ich einfach selber eingekauft hätte…

Da gerade Semesterferien sind, bin ich jetzt schon wieder zwei Wochen unterwegs Freunde und Verwandte besuchen. Tja und wieder mache ich unzählige Ausnahmen, schließlich kann ich als Besuch doch nicht vorgeben, was eingekauft wird?

Naja ab nächster Woche wird das hoffentlich besser. Dann hab ich wieder Uni und muss mich selbst versorgen.

In manchen Dingen bin ich aber immerhin schon auf dem richtigen Weg und ich sehe diese Fastenzeit auch eher als Experiment an, um auch langfristig Lösungen für ein klimafreundlicheres Leben zu finden. In Sachen Hygiene und Kosmetik bin ich schon seit einiger Zeit dabei, viel einzusparen. Meine Zähne putze ich eigentlich nur mit Kokosöl und Natron, mein Deo besteht fast aus den gleichen Zutaten, gepaart mit etwas ätherischem Orangen- und Teebaumöl. Shampoo und Duschgel benutze ich auch schon lange nicht mehr. Ab und zu Lavaerde und ansonsten warmes Wasser sind vollkommen ausreichend!

Das Leben meiner Zahnbürste neigt sich jetzt leider dem Ende zu. Da hab ich mal im Internet recherchiert und tatsächlich ein Exemplar aus reinem Bambus (Stiel und Borsten!) gefunden und bestellt. Ich bin gespannt, ob die mit den herkömmlichen Zahnbürsten mithalten kann. Bericht folgt dann beim nächsten Mal.

Was die Lebensmittel angeht gibt es noch Verbesserungsbedarf. Mein Freund ist bei der Foodcoop dabei. Da möchte ich jetzt auch gerne einsteigen. Dann kann man Linsen, Reis und co. in 10 Kilo-Säcken kaufen und spart so auch eine Menge blöder Plastikverpackungen. Obst und Gemüse möchte ich in Zukunft auch vermehrt auf dem Markt oder im Bioladen einkaufen. Eine Gemüse-Kiste wird jetzt auch bestellt.

Produkte wie Tofu und pflanzliche Milch/Joghurt/Sahne muss ich dann wohl auch vermehrt selber machen. Ein wenig hab ich da auch schon experimentiert.

Pflanzenmilch ist gar nicht so schwer (Einfach z.B. eine Hand voll Sojabohnen einweichen, mit ganz viel Wasser kochen, pürieren, evt. durch ein Sieb streichen). Zumindest wenn man sie nur zum Kochen und Backen verwenden möchte. So richtig lecker, das man sie gerne pur trinken möchte, hab ich sie noch nicht hinbekommen. Wenn da jemand Tipps hat, würde ich mich freuen!

Aus der Milch kann man auch eine Art Tofu-Quark leicht selbst herstellen. Dann nimmt man am besten mehr Sojabohnen, sodass die Milch richtig dickflüssig wird, gibt dann zur noch warmen Milch etwas Salz und ca. 4-5 EL Zitronensaft. Dann lässt man die Milch etwa 15 Minuten stehen (nicht rühren!) sodass das Eiweiß denaturiert (sieht flockig aus). Die Masse wird jetzt in ein feines, mit einem Tuch ausgekleidetes Sieb gegossen. Das Tuch über der Masse zusammenlegen und mehrere Stunden abtropfen lassen. Im Kühlschrank wird der Tofu auch noch etwas fester. Die Konsistenz erinnert an Frischkäse. Ich nutze den Tofu gerne als Basis für Aufstriche oder Soßen. Um richtig schnittfesten Tofu zu erhalten braucht man wahrscheinlich ein stärkeres Gerinnungsmittel, wie z.B. Nigari (aus Meerwasser gewonnenes Mineralsalzgemisch).

Also mal sehen was die zweite Hälfte noch so mit sich bringt. Bin gespannt, ob ich es schaffe, konsequenter zu sein!

Mascha