BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Ausstellungseröffnung und Gartenfest im Stadtgarten H17

17. Juni 2015 von presse4bundjugend

Anlass zum großen Feiern im Stadtgarten H17 in Leipzig war am 31. Mai die Eröffnung der Wanderausstellung der GartenWerkStadt Marburg „Fruchtbare Erde“ als WELTbewusst erLEBEN-Event des Stadtgarten H17 e.V. Drei Beete wurden dafür schon im Frühjahr mit rankendem blühendem Grün bepflanzt um gemeinsam mit vielen Schautafeln anschaulich vielen Fragen rund um das Thema Boden und Land nachzugehen. Fruchtbarer Boden, in dem es von Leben nur so wimmelt ist einer unserer wichtigsten Lebensgrundlagen.

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Landzugang, Landnutzung und fruchtbare Böden

Doch wer hat eigentlich Zugang zu Land, wie wird es genutzt und warum leseeckegeht immer mehr Boden verloren? Welche politischen und ökologischen Komponenten stehen hinter der Peak-Soil-Diskussion? Was können wir tun, um fruchtbaren Boden zur Verfügung zu haben? Und was haben eigentlich Bohnen mit Bodenfruchtbarkeit zu tun? Warum wird heute eher Baumwolle als Leinen angebaut und was sind die Problematiken? Welche Pflanzen werden als Tierfutter genutzt und welchen Anteil hat der Anbau dieser auf den Äckern weltweit? Was sind Energiepflanzen? Was haben Kerzen, Kekse und Schokoaufstrich mit Palmöl und Landnutzung zu tun? Dies und vieles mehr erfuhren die zahlreichen Besucher*innen beim Rundgang durch die Ausstellung. Das Highlight der Ausstellung ist dabei ein gepflanztes Kreisdiagramm zur anteiligen Nutzung der weltweiten Ackerfläche durch verschiedene Nutzpflanzen.

Kuchen, Kräuter & Musik

_hQE0OcAy7URuAOI69pVhaLh0z5WJqKE9TiuxzySQNsNeben der Ausstellung gab es ein veganes Kuchenbuffet, alkoholfreie Mixgetränke mit Kräutern aus dem Garten und später am Abend ein leckeres veganes Gulasch. Sonniger Funk vom Plattenteller gab das passende musikalische Ambiente dazu, unterbrochen durch die wunderschönen Tangoklänge der Band Lacrime Ballante gegen 17 Uhr und die spannenden Rock-Rhythmen der Band Fon am Abend, die an diesem Tag für Spenden in den Hut spielten. Zum Ausklang des Tages sammelten sich die verbliebenen Gäste um das Lagerfeuer und lauschten einer kleinen spontanen Jam-Session mit Hang-Drum und Klarinette.

Führungen durch die Ausstellung

IMG_8292Das Fazit: viele, viele interessierte Menschen jeden Alters konnten wir an diesem Tag in den Garten locken, konnten so einen Eindruck von biologischen urbanen Gärtnern vermitteln und bekamen sehr viele positive Rückmeldungen zur Ausstellung. Zeitweise war jedes Fleckchen Rasen zwischen den Hochbeeten besetzt. Für eine Führung durch die Ausstellung erwies es sich an dem Tag jedoch als viel zu trubelig – diese wurde am Sonntag den 14. Juni nachgeholt und soll nun weiterhin einmal im Monat bis Saisonende als öffentliche Führung stattfinden.

Mehr Infos findet ihr direkt beim Stadtgarten in Leipzig: http://freiraumsyndikat.de/?p=stadtgarten_h17


G7 – Macht Schluss mit Subventionen für fossile Energie

6. Juni 2015 von presse4bundjugend

…und Action! Endlich können wir unsere bis spät in die Nacht vorbereitete Aktion in die Tat umsetzen. Gemeinsam mit weiteren YOUNGO-Jugendlichen versammelten wir uns um 9 Uhr morgens vor dem Kongresszentrum der UN-Klimaverhandlungen und schlüpften ruckzuck in unsere Rollen. Sieben Jugendliche verkleideten sich als die sieben Zwerge, die mithilfe von Masken die G7 Staats- und Regierungschef*innen darstellten. Alle anderen Jugendlichen bildeten einen Aktivist*innen-Block mit Schildern, Bannern und Fahnen. Sie forderten die Zwerge auf, die Subventionen fossiler Energien zu beenden. Eine Märchenerzählerin rief jeden Zwerg einzeln auf, nach vorne zu treten und berichtete über deren Fortschritte beim Abbau der Subventionen fossiler Energien. Im Anschluss wurden sie von der Märchenerzählerin mit den realen Zahlen konfrontiert, was mit lauten „Buh-Rufen“ der Aktivist*innen begleitet wurde. Die Zahlen stammen aus der Oil Change International Studie (August 2014).

blog 1Zuallererst trifft es Matheo Renzi (Italien). Der Erdöl- und Energiekonzern ENI, der zu einem Drittel Italien gehört, ist verantwortlich für 349 Ölkatastrophen im Niger Delta. Ebenso wie diese erschreckende Zahl ist auch die Zahl der Subventionen mit 865 Mio.$ beachtlich hoch.

Frankreich, Gastgeber der im November/Dezember stattfindenen COP21, muss sich als nächstes den kritischen Aussagen stellen. Die anteilig Frankreich gehörenden Firmen EDF und ENGIE gehören zu den 50 Großunternehmen , die am stärksten am Klimawandel beteiligt sind. Gemeinsam sind sie für 151 Mio. Tonnen des CO2-Ausstoßes verantwortlich, was fast 50% Frankreichs Gesamt-Emissionen ausmacht. Außerdem steckt Frankreich 115 Mio.$ in die Subventionierung fossiler Energien.

Traurig aber wahr: Der nächste G7-Zwerg Shinzo Abe ist Vorreiter unter den OECD-Staaten (Organization for Economic Co-operation and Development) in Sachen öffentlicher Finanzierung von Kohleprojekten. Japans jährliche Subventionen fossiler Energien betragen stolze 6347 Mio.$.

Auch Kanada steht nicht besser da als seine sechs Kollegen. Dort expandiert der Ölsektor derzeit rasant. Dies ist bedingt durch das Wachstum der Teersandproduktion und führt momentan zu eine Subventionierungssumme von 2042 Mio.$. So ist also auch Stephen Harper bloß ein kleiner Märchenerzähler.

Großbritannien subventioniert fossile Energien in Höhe von 963 Mio.$. David Cameron in Zwergengestalt wird nochmals vor Augen geführt, dass das Vereinte Königreich in den vergangenen 5 Jahren 300 mal mehr Geld in die Subventionierung von fossilen als in erneuerbare Energien investiert hat.

Die Regierung der USA finanziert mit 5,1 Milliarden US-Dollar Firmen, die fossile Energien fördern. Etwas kleinlaut tritt auch Obama wieder zurück in die Reihen der G7-Zwerge und macht nun Platz für Frau Merkel.

Eine Größe von 245.000 Fußballfeldern umfasst die Fläche der Kohleabbaugebiete in Deutschland. Damit ist Deutschland die Nummer 1 der Kohleförderung weltweit. Trotz der hochgelobten Energiewende werden insgesamt 393 Mio.$ in die Subventionierung fossiler Energien investiert. Solche Zahlen muss sich auch Frau Merkel wenig begeistert anhören.

Aus all den genannten Investitionen ergibt sich eine Summe von 18 Milliarden US-Dollar, die allein die G7- Staaten in die Subventionierung fossiler Energien investieren.

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Mit viel Spaß und lauten Stimmen konnten wir nicht nur gute Fotos für uns und ein Gemeinschaftgefühl mit anderen YOUNGOs gewinnen sowie die G7-Staaten symbolisch belehren, sondern auch die Aufmerksamkeit vorbeilaufender Delegierte. Weitere Eindrücke von unserer Aktion könnt ihr in unserem Flickr-Album bekommen.


Eisbären und Abkürzungen

6. Juni 2015 von presse4bundjugend

Mittwoch, dritter Tag der Klimazwischenverhandlungen: Wir treffen als kleine aber feine Delegation der BUNDjugend in Bonn ein. Die meisten von uns sind zum ersten Mal auf einer Veranstaltung des UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change, das Klimarahmenabkommen, das die Grundlage der Verhandlungen ist; an den Overflow an Abkürzungen gewöhnt man sich wohl). Die Zwischenverhandlungen sind die Klimakonferenz im kleinen Maßstab, beste Gelegenheit für uns einen Vorgeschmack auf Paris zu bekommen und zu verstehen, wie ein Nachfolgeabkommen von Kyoto zustande kommen könnte. Dieses wird hier in Bonn und auf den kommenden Zwischenverhandlungen, oder auch den sogenannten Intersessionals, vorbereitet.

20150604_1734_kleinUm überhaupt die Möglichkeit zu haben, die Verhandlungen und Events zu besuchen, musste sich jede*r von uns vorab akkreditieren lassen und bei der Ankunft am Kongresszentrum in Bonn registrieren lassen. Dabei erhält jede*r ein Badge mit Foto, Name und der NGO, in unserem Falle Friends of the Earth International. Außerdem muss man jedes Mal, wenn man das Kongresszentrum betreten will durch eine Securitykontrolle. Nachdem all das erledigt war, haben wir uns in einem kleinen Rundgang durch das Gebäude einen ersten Eindruck über die unterschiedlichsten und parallel ablaufenden Events machen können. Damit jede*r die Möglichkeit hat auf dem aktuellen Stand der Verhandlungen zu bleiben, gibt es tägliche Zusammenfassungen über die wichtigsten Geschehnisse. Diese gibt es nicht nur als Printversionen, die hier an jeder Ecke ausliegen, sondern auch sehr ausführlich und umfangreich im Internet (Storify). Darüber hinaus kann man die Verhandlungen auch in einem online Live-Stream verfolgen.

Am Anfang kann so eine Konferenz ganz schön überwältigend sein: wenn man es durch die Registrierung und die Security Checks geschafft hat, taucht man in einen ganz eigenen geschäftigen Kosmos ein: wie behält man den Überblick über die zahlreichen verschiedenen Konferenzräume? Was versteckt sich hinter all den Abkürzungen? Und warum haben wir einen gelben Badge bekommen, während andere Leute einen pinken um den Hals tragen? Zum Glück haben wir schon am vorherigen Abend eine kleine Einführung bekommen und auch jetzt helfen uns einige „alte Hasen“, für die das nicht die erste Konferenz ist, den Überblick zu behalten. Zuerst geht es zu einem „Climate Justice Treffen“. Hier kommen Vertreter verschiedener Organisationen zusammen, deren Anliegen es ist, den Aspekt der Klimagerechtigkeit in den Verhandlungen zu stärken. Das bedeutet, dass nicht nur über die Senkung von CO2 Emissionen verhandelt wird, sondern in diesem Prozess auch die geteilte aber verschiedene Verantwortung der einzelnen Länder berücksichtigt wird, sodass dem globalen Norden aufgrund seiner historisch gesehen sehr hohen Emissionen eine besondere Verantwortung zukommt und auch die Kapazitäten der Staaten berücksichtigt werden.

20150604_1715Während wir versuchen, uns auf der Konferenz zu orientieren, startet gleichzeitig in München die Großdemonstration gegen den G7-Gipfel, wo auf Schloss Elmau die Staats- und Regierungschefs am Wochenende zusammenkommen wollen. Angela Merkel hat angekündigt, Klimaschutz auf die Agenda zu schreiben. Wir haben da ein Auge drauf, damit die Belange der Staaten des globalen Südens nicht hinten runter fallen, wenn die Industriestaaten unter sich Absprachen treffen. Dazu protestieren BUNDjugendliche mit der JBN und laufen bei der Demo als Eisbären mit, die eine Weltkugel zum Schutz auf den Händen tragen. Das heißt, aus den Eisbären wird nichts: Bei 32°C im Schatten (Hallo Klimawandel!) ist an ein Anziehen der Kostüme nicht zu denken.

Ganz anders in Bonn: Wir nutzen die frühen Morgenstunden, um in Eisbärfellen ein Foto für einen kleinen Solidaritätsgruß zu schießen, um die umfassende Verantwortung der G7 ins Bild zu fassen.

Die erste Sitzung der Verhandlungen, die wir besuchten, war das multilateral assessment der Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action (glücklicherweise abgekürzt mit ADP, die Verhandlungsgruppe, die sich in Bonn trifft um den Verhandlungstext für Paris auszutüfteln). Beim multilateral assessment geht es darum, dass die einzelnen Staaten berichten, was sie gegenwärtig tun, um ihre Treibhausgasausstoß zu senken (diese Ziele werden INDC genannt, Intended National Determined Contribution). In der Zeit, die wir dort waren, kam Deutschland an die Reihe seine Vorhaben und Entwicklungen und die „Energiewende“ vorzustellen. Neben den diplomatisch höflichen Fragen der anderen Staaten, kam dabei allerdings nicht zur Sprache, dass Deutschland droht, seine Klimaziele für das Jahr 2020 zu verfehlen, sollten nicht vorher schon in größerem Stil Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Die von Sigmar Gabriel ins Spiel gebrachte Kohleabgabe wurde schon soweit zurückgezogen, dass sie die Lücke zum Klimaziel bei weitem nicht schließen können.

Wie es in Deutschland und weltweit um die Nutzung des Energieträgers Kohle bestellt ist, hat der BUND in seinem neuen Kohleatlas zusammengeführt, der diese Woche passend zu den Klimaverhandlungen veröffentlich wurde. Zusammenfassend berichtet davon die Deutsche Welle.

Am Abend trafen wir uns mit der Klimadelegation des Jugendbündnis Zukunftsenergie – im Biergarten. Auch dafür gibt es natürlich eigenen Verhandlerslang: „it’s beer o’clock!“. Dabei war es gerade interessant zu erfahren, wie junge Menschen den Gang der Verhandlungen einschätzen und welche Schwerpunkte sie für ihre Arbeit setzen.

Erledigt von den Eindrücken des Tages fallen wir hundemüde ins Bett. Geschätzt 765.927 Akronyme wollen verarbeitet und einsortiert werden. Noch kämpfen wir uns durch den Bodennebel des Verhandlungsdschungels aber die eine oder andere Lichtung ist schon in Sicht. Man kann nur hoffen, dass die Verhandler mehr Durchblick haben und den Text für Paris klar kriegen.


„Siggi wird’s schon richten?“ Bundeswirtschaftsministerium reagiert gereizt auf BUNDjugend Kritik an TTIP

4. Juni 2015 von presse4bundjugend

Lukas Ramsaier aus dem Bundesvorstand berichtet von der Dialogveranstaltung zu TTIP im Bundeswirtschaftsministerium am 02. Juni 2015

Bis hierhin und nicht weiter!

So in etwa kann man zusammenfassen, wie sich die BUNDjugend zu den aktuell laufenden Verhandlungen über das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP positioniert hat.
So kann man aber auch beschreiben, was mir bei der Veranstaltung im Bundeswirtschaftsministerium widerfahren ist. Als ich in das Veranstaltungshaus eintreten will, werde ich von Sicherheits-Mitarbeitern des Ministeriums aufgefordert, unverzüglich das Gelände zu verlassen! Ich sei eindeutig als aktiver Teilnehmer der zuvor stattgefundenen kleinen Demonstration vor dem Ministeriumsgebäude identifiziert worden und hätte zudem versucht kritische Flyer mit ins Haus zu nehmen.
Nach einer langwierigen Prozedur und nachdem die Presse auf den Vorfall aufmerksam wird, kommt dann doch die „Order von oben“, mich gemeinsam mit Andreas Link aus dem Bundesvorstand in den Saal zu lassen. Alles nur ein Missverständnis oder der Versuch unbequeme Fragen gleich im Vorhinein zu vermeiden?

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Endlich drin! Gewohnte Phrasen im Saal

Was uns von den vier politischen Schwergewichten auf dem Podium an Argumenten serviert wird, gibt uns dann ähnlich zu denken, wie der vorherige Vorfall. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel steigt mit den gewohnten Phrasen über das notwenige Wachstum in Deutschland ein, das zur wirtschaftlichen Stärke Deutschlands und zu Wohlstand führe. Zudem stünden wir historisch gesehen in einer besonderen Beziehung zu den USA und seien auch über Ansichten zu Demokratie und Menschenrechten mit dem „Mutterland des Kapitalismus verbunden. Er ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass er ein Abkommen auf jeden Fall durchboxen möchte. Doch EU-Handelskommissarin Celia Malstrom übertrumpft diese Heuchelei sogar noch, als sie eine „Große Transparenz“ der TTIP-Verhandlungen proklamiert und dabei den Ausschluss der Bevölkerung und der EU-Abgeordneten sowie die nie aktuellen Verhandlungsdokumente verschweigt.

Das Publikum ist sich in der Kritik vor allem in der grundlegenden Ablehnung von den geplanten Schiedsgerichten einig. Bernd Lange (Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament) und Michael Froman (US-Handelsbeauftragte) versuchen dies mit Verweis auf Staatliche Handelsgerichtshöfe und die Kompetenz des Europarlaments abzuschwächen, was jedoch wenig überzeugen kann.

Kritische Nachfragen? Nein danke!

Auffällig ist, dass die Veranstalter mit kritischen Vertreter*innen im Publikum alles andere als souverän umgehen. Im Gegenteil: Immer wieder werden Fragende aus dem Publikum diffamiert oder von Gabriel mit einem herablassenden Tonfall förmlich wie Schulkinder behandelt („ Von so was bekomm ich Pickel“). Kritiker*innen werden mit den Worten „hysterisch, anti-amerikanisch und anti-aufklärerisch“ beschrieben, die vor allem im Internet Angst zu schüren versuchten.

Stattdessen wurden mehrfach Vertreter der „Transatlantischen Jugend“ oder auch junge Unternehmer*innen aufgerufen, während zum Beispiel die BUNDjugend und die Verdi.Jugend über 90 Minuten auf eine Redezeit warten muss. Ist das Wort erteilt, unterbricht die Moderation kritische Beiträge schnell. So kommen Umweltaspekte und die Sorge von jungen Arbeitnehmer*innen kaum zur Sprache.

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Gabriel entschuldigt sich?!?

Simon Habermaaß von der ver.di-Jugend nutzte seine knappe Redezeit jedoch, um den Vorfall am Einlass anzusprechen, woraufhin Gabriel sich tatsächlich nach der Abmoderation einen Weg durch die Menge zu mir bahnte. Die zuständige Sicherheitsbeauftrage nennt daraufhin frei erfundene Gründe, die zum Abweis an der Tür geführt hätten. So hätte ich eine lärmenden Tröte dabei gehabt und hätte andere Teilnehmende „aggressiv“ daran gehindert, das Gebäude zu betreten.

Gabriel versuchte den Schlichter zu geben, auch wenn den Betroffenen nur sehr wenig zu Wort kommen ließ. Aber immerhin – er suchte das Gespräch und wimmelte den Vorfall nicht einfach ab. Respekt dafür, sich noch die Zeit zu nehmen. Andi und ich nutzten natürlich die Chance, dem Wirtschaftsminister noch das Präsentationspapier des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) „Stopp TTIP“ mitzugeben, welches auch die BUNDjugend unterzeichnet hat.

Jetzt erst recht! Stopp TTIP!

Am Ende der Veranstaltung resümierten wir, dass es zwar gut ist, dass es Veranstaltungen mit prominent besetzten Podien gibt. Allerdings müssen sich die beteiligten Politiker*innen und Veranstalter dringend offener für die kritischen Fragesteller*innen zeigen und unsere Argumentation auch ernst nehmen. Uns konnten die vorgetragenen Argumente für TTIP nicht überzeugen, und auch die Art und Weise, wie die Veranstaltung abgelaufen ist, bestärkt uns nur noch, unseren Kampf gegen das Abkommen nicht aufzugeben.

Bis hierhin und nicht weiter! Stopp TTIP!

Lukas Ramsaier aus dem BUNDjugend Bundesvorstand


Auf dem Umsonstmarkt

1. Juni 2015 von presse4bundjugend

#Klimawochen: Tauschen & Teilen, mit Liebe verschenken

Bunte Kordeln und Leinen mit Bügeln voller Kleidungsstücke spannen sich durch die Bäume. Bei strahlender Sommersonne tummeln sich die unterschiedlichsten Menschen auf dem Hof der Evangelischen Schule Berlin Mitte und schlendern durch die Tische, auf denen sich karierte Hosen, geblühmte Blusen, Kindersachen & Spielsachen finden. Läuft man die Treppe hinauf, stöbern viele Leute durch die Romane auf dem Büchertisch liegend. Im hinteren Bereich bereitet foodsharing kleine Brote mit leckerer Mango aus geretteten Lebensmitteln vor.

11312961_501198833372573_2722070489074094784_oUnter dem Motto „Altes geben- Neues nehmen“ haben wir FÖJler in Berlin einen Umsonstmarkt organisiert. Das Prinzip ist ganz einfach: Jeder schaut zuhause in seine Schränke: Was brauche ich nicht mehr und was könnten andere vielleicht noch gebrauchen? Welche Kleidungsstücke ziehe ich schon lange nicht an, obwohl sie noch völlig in Ordung sind? Nach der Auswahl heißt es: Einpacken und zum Umsonstmarkt fahren. In unterschiedlichen Kategorien auf die Tische legen und jeder kann sich mitnehmen, was ihm gefällt. Es war toll zu beobachten, dass Menschen jeden Alters – Jugendliche, Eltern mit Kindern und Ü60-jährige mit interessanten Dingen gekommen sind und wiederum viele schöne Teile gefunden und mitgenommen haben. Neben dem Markt fanden noch unterschiedliche Speak-Outs zur Solidarischen Ökonomie, zu Kunst-Stoffe Berlin und zum Leila und fairleihen.org statt- mit viel Publikum.

11393367_501198743372582_2959590122658517204_oWir hatten super viele Besucher an diesem Tag, der Umsonstmarkt ist toll angenommen worden. Nun treffen viele Nachrichten mit der Frage ein, wann denn der nächste Markt stattfinden würde. Rückmeldungen wie „Super Aktion gerade in der heutigen Weg-Werf-Gesellschaft!“ und „Super Idee – toll umgesetzt!“ freuen uns sehr und zeigen, dass ein großes Interesse an dieser Form des Teilens besteht. Konsumformen umgestalten- auf dass bald ein neuer Umsonstmarkt veranstaltet wird! Ein toller Einstieg in meine dritte Woche der #Klimawochen, die sich rund um das Thema Konsum drehen wird.

Liebe Grüße,
Vera