BUNDjugend Blog - ... und jetzt noch die Erde retten!

Klimafreundlich nach Rumänien!

29. April 2014 von BUNDjugend

Kleine Familie will verträglich Reisen und viel erleben!

Wir möchten nach Rumänien – wie komme ich dorthin ohne Auto oder Flugzeug? Meine Kleine und ich nutzen Zug, Bus, Füße und Anhalter, um nach Osteuropa zu kommen und Siebenbürgen zu erleben. Vor Ort wollen wir bei Einheimischen wohnen und schauen, was die Region (besonders kulinarisch) zu bieten hat. Also auch im Urlaub soziale Werte und klimafreundliche Gewohnheiten beibehalten.

Ich denke, dass diese Reise zwar etwas länger dauert, aber nicht umständlicher ist und durch Eindrücke und Erlebnisse viel besser wird als eine schnelles Zielerreichen per Flugzeug. Auch wird die Entfernung durch die Reisedauer eher erlebbar, Landschaft und Menschen können intensiv wahrgenommen/kennengelernt werden. Und genau das will ich. Auch will ich unbedingt Nachtzug fahren!

Außer Verspätungen erwarte ich keine Schwierigkeiten. Ansonsten: Gelassen hinnehmen!

Von Adriana


Ein Jahr Secondhand #1: Ein Viertel geschafft!

22. April 2014 von BUNDjugend

Es war der Silvesterabend 2013, als mir mal wieder keine guten Vorsätze einfielen. Zum weniger Trinken, sah ich keinen Grund, mehr Sport würde ich sowieso nicht machen und um mit dem Rauchen aufzuhören, müsste ich erst mal damit anfangen. Ich versuchte also globaler zu denken, und aus meinem Vorwissen und meinen Interessen kristallisierte sich schnell die Idee heraus: Ein Jahr SecondHand.

Meine Resultat auMona_secondhand2s den ersten 4 Monaten: Vier T-Shirts habe ich aus meinem Kleiderschrank weg gegeben und aus einer Hose, die wohl niemand mehr freiwillig getragen hätte, habe ich eine Tasche genäht (Fotos folgen). Selbst erhielt ich: geschenkt zwei Blazer und einen Pullover, gekauft einen Rock, drei schwarze T-Shirts, eine gepunktete Bluse und eine beige, karierte Hose, die auch aus dem Kleiderschrank meiner Oma stammen könnte. Im Endeffekt sind das mehr Sachen, als ich mir unter normalen Umständen in einem Viertel Jahr gekauft hätte, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass SecondHand-Läden so günstig sein können. Auch wenn bei den Läden in meiner Umgebung in erster Linie die Vermutung aufkommt, es handelt sich um die Kleidung verstorbener alter Menschen, manchmal ist gerade da etwas dabei, was einen ganz eigenen individuellen Charakter hat.

Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich eh nicht der Jeans und T-Shirt Typ bin. Ich mag bunte Kleider, Röcke, Leggins, Oberteile. Wilde Muster, kombiniert mit zwei verschiedenen Socken, große Ohrringe, bequeme Haremshosen, getapte Stiefel. Aber ich glaube auch der 08/15-Stil würde beim SecondHand kaufen ganz auf seine Kosten kommen, genau wie diejenigen die noch ein Karnevalskostüm suchen. Ich bin sehr überzeugt, dass das was ich mache, irgendwie sinnvoll ist, und nicht in erster Linie für mein Portmonee.

Im Moment schaue ich noch nach einer Latzhose, aber so gezielt suchen ist beim SecondHand kaufen schwierig. Ansonsten gibt es bisher keine Probleme. Weiter gehts!

Mona

 


Miriam wagt vegan!

17. April 2014 von BUNDjugend

Ich möchte Veganerin werden – mit einigen Zusätzen. Ich möchte nicht nur vegan essen, sondern dabei auch ausschließlich Bio-Produkte kaufen, lokal und saisonal essen und nichts konsumieren, das Palmöl beinhaltet.

Miriam_ernährungIch weiß schon lange, dass ich die Natur und jedes Lebewesen schätze. Jedoch habe ich noch nie wirklich aktiv etwas unternommen und ich habe auch noch nie mein Verhalten langfristig verändert. Das Projekt About change verleiht meiner Liebe zum Umwelt- und Naturschutz den nötigen Druck, ein klares Ziel und eine eindeutige Weise, alle Fortschritte zu dokumentieren, um es nun wirklich konsequent umzusetzen. Außerdem weiß ich, dass am Ende Leute da sein werden, die sich für mein Projekt und meine Fortschritte interessieren werden. Ich möchte vegan werden, weil vegan leben für mich eine sehr gute Möglichkeit darstellt, durch relativ wenig Aufwand in ganz vielen Bereichen viel zu verändern. Ich denke, dass der Lebensmittel-Konsum mein anteilig größter Konsumbereich ist, so dass ich dort meine Macht als Konsument am besten einsetzten kann.

Das Experiment möchte ich starten, wenn ich grade neu nach Bonn gezogen bin und dort ein Praktikum mache. Ich denke, dass es zu viele Neuerungen auf einmal sein könnten. Und ich werde auch viel unterwegs sein, z.B. zu Freunden nach Antwerpen reisen, wobei ich es mir viel schwieriger vorstelle vegan/bio/lokal/saisonal zu leben, wenn ich nicht zu Hause bin. Meine Strategie im Umgang mit den Schwierigkeiten ist einerseits mich gedanklich darauf vorzubereiten und mich im Voraus schon mal zu informieren (z.B. wo könnte ich auch in Antwerpen einkaufen gehen) und andererseits in schwachen Momenten an manche Dokumentarfilme zu denken (z.B. Years of Living Dangerously; We feed the World), die zeigen, wie schrecklich es in manchen Bereichen der Welt zu geht und die mir verdeutlichen, dass ich etwas ändern kann!


Ein Jahr Secondhand

16. April 2014 von BUNDjugend

Mona, 20, probiert seit Januar, nur Second Hand zu kaufen. Das Experiment soll ein Jahr dauern („und dann mal schauen, wie es weitergeht“). Sie wird etwa alle zwei Wochen über ihr Experiment berichten. Hier erklärt sie, warum sie das tut und mit welchen Schwierigkeiten sie rechnet:

mona_secondhand

„Ich möchte meinen Kleiderschrankzwar erweitern und hip halten, aber ich möchte dafür nur Second Hand-Läden und Tauschbörsen nutzen. Ich möchte versuchen Klamotten von mir, die ich nicht mehr anziehe weiterzugeben, um ein klein bisschen einen Kreislauf anzutreiben. Ein Gedanke, der vielen Menschen vielleicht nicht neu ist, aber mir geht es darum, konsequent zu bleiben und mich auch weiter über die Produktionsbedingungen von Textilien informieren, dazulernen, aufklären.

Teuer heißt nicht, dass die Produzenten gut daran verdienen. Es gibt Markenhersteller, die verwenden Discounter Qualität, aber lassen ihr Logo draufnähen. Wie fair fair gehandelte Kleidung ist, kann auch nur selten bewiesen werden. Die Produktion von Kleidung ist menschlich, aber auch umwelttechnisch verwerflich. Oft werfen wir Kleidung weg, die noch völlig okay ist, weil wir sie nicht mehr mögen. Dabei kann ein anderer damit vielleicht noch viel anfangen. Anziehen oder etwas neues daraus nähen, die Knöpfe für etwas anderes verwenden und aus Stofffetzen einen Quilt zaubern. Es gibt Leute die spenden abgelegte Kleidung nach Afrika. Da geht aber der Transport auf Kosten der Umwelt und das Verschenken (oder der Verkauf – wer weiß das schon so genau) schadet der heimischen Textilproduktion. Und immer nur so abgelegte Sachen tragen, dass sie nicht mehr in Europa verschenkt werden, dass will doch auch niemand.
Natürlich haben auch Kleidungsstücke irgendwann ausgedient, aber das kann viel später sein, als wir glau
ben.

Ich trage wahnsinnig gerne immer neue farbenfrohe, grenzenlose Outfits, und habe Bedenken, immer passende Sachen zu finden. Außerdem gibt es oft einfach nichts in meiner Größe, was gut aussieht und mir steht. Noch dazu wohne ich in einem Nest, wo Second Hand eher bedeutet, dass man sich keine neuen Klamotten leisten kann.
Aber ich habe Freunde mit Zugängen zu Umsonstkisten und guten Tipps (was Tauschbörsen, Umsonst- und Second-Hand-Läden angeht) und bin gelegentlich auch mal in besser aufgekl
ärten Großstädten unterwegs, daher glaube ich, keine Probleme zu bekommen.
Auf der anderen Seite habe ich aber auch Freunde die gern shoppen gehen und mich mitschleifen, viele Klamotten von typischen Kaufhaus-Laden sehen ja auch wirklich gut aus, da heißt es dann stark bleiben. Ich werde dann wohl versuchen diese Freunde ein klein wenig vom second-hand-Prinzip zu überzeugen und mal in andere Läden schleppen.“


Friederike (20) wird Nachbarschaftsentdeckerin!

16. April 2014 von BUNDjugend

Ich möchte gerne das Nachbarschafts-Entdeck-Experiment machen. Und da man bei mir zu Hause in einer 1-Familien-Haus-Siedlung in einer Kleinstadt nicht so wahnsinnig viel neues Entdecken kann, werde ich Nachbarschaftmir die Umgebung meines Büros vornehmen. Denn in einem etwas anderen Stadtteil in einer Großstadt lässt sich um einiges mehr entdecken und mit Sicherheit kann man dort wahre Schätze finden.

Ich möchte das Experiment machen, weil die Umgebung meines Büros ziemlich vielseitig ist und komplette Gegenteile zu bieten hat. Auf der einen Seite die Alster mit ihren Ruderclubs, auf der anderen Seite etwas heruntergekommene Straßen mit z.B. Prostitution. Und mittendrin mein Büro in einer Straße, die bekannt für ihre vielen Cafes und Restaurant, die Homosexuellen Treffs sind. Da gibt es definitiv viel zu entdecken. Und warum soll man die Mittagspause so oft drinnen verbringen? Jedes Mal, wenn die Sonne scheint, nehme ich mir vor, in meiner Mittagspause mal ein bisschen neue Dinge zu entdecken. Und lande meist doch nur an der Alster. Es wird also endlich mal Zeit, das Experiment anzugehen!

Ich könnte mir vorstellen, dass ich mich total in der Zeit verschätze, wenn ich richtig spannende Sachen entdeckt habe. Und ich habe vor, damit umzugehen, indem ich einfach öfter losziehe und dann wieder kommen kann und dort weitermache, wo die Zeit das letzte Mal zu knapp war. Daher wird mein Experiment auch etwa einen Monat gehen.


FÖJ-Tag #2

1. April 2014 von BUNDjugend

Am 20. März haben wir zum zweiten Mal unseren FÖJ-Tag durchgeführt. Er fand am Geburtstag von Meike, einer FÖJlerin, statt. Aus diesem Anlass haben wir uns zunächst bei ihr zu einem Geburtstagsbrunch getroffen. Da aber alles seinen ökologischen Sinn machen muss, verknüpften wir ihn mit einer Aktion von Young Friends of the Earth Europe, bei der Fotos junger Menschen mit vegetarischen Essen gefordert waren. Herausgekommen ist dieses grandiose Bild:

bundjugend-meat-free_-_copy
v. l. n. r. Charlotte, Joshua, Meike

Nachdem wir noch ein wenig die Sonne genossen haben – es war passenderweise der erste wirklich schöne Tag im Jahr – machten wir uns schließlich zum Hanf-Museum auf. Mit dabei waren dann auch Johannes, FÖJler aus der BUNDjugend Berlin, Leon, ein BFDler vom BUND sowie Gabi, Kollegin aus der Bundesgeschäftsstelle. Wir hatten eine Führung gebucht, die in der Tat sehr interessant war.
Denn anders, als manch eine*r erwarten mag, ging es nur am Rande um die Nutzung des Hanfs als Droge. Vielmehr wurde uns dargelegt, wie vielfältig die Pflanze nutzbar ist und bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch genutzt wurde. Es handelt sich um die am drittschnellsten wachsende Pflanze der Welt. Im Gegensatz zu Bambus, der am schnellsten wachsenden Pflanze, sind die Fasern jedoch durchgängig. Das macht sie äußerst stabil. Einsatzzwecke sind dann etwa die Nutzung als Dämmstoff oder als Basis für Textilien. Tatsächlich war lange Zeit ein Großteil der Kleidung aus Hanf, insbesondere jene von einfachen Leute, bei denen sie lange halten musste. Außerdem wurde Papier aus Hanf hergestellt, was den Vorteil hat, dass es weniger empfindlich gegenüber UV-Licht ist und dementsprechend langsamer zerfällt. Auch heute haben wichtige Dokumente immer noch einen Hanf-Anteil, meinte unser Museumsführer.
Der Wirkstoff THC sowie andere Stoffe in der Blüte können schließlich auch als Medizin, etwa gegen MS oder als Schmerzmittel, breit eingesetzt werden – ein Wissen, das aufgrund der Prohibition teilweise verloren ging bzw. aus dem Fokus der Forschung geriet. In den USA ist es aber bereits teilweise wieder möglich, unkompliziert medizinisches Cannabis zu erstehen.
Interessant ist, wie es überhaupt zum Verbot kommen konnte. Hierzu lernten wir, dass vor allem wirtschaftliche Erwägungen einer Kampagne zugrunde lagen, welche „Marihuana“ als angeblich neue, gefährliche Drogenpflanze mit teilweise rassistischen Untertönen diffamierte. Interesse daran hatte unter anderem die Firma DuPont, welche Patente auf ein Papierherstellungsverfahren ohne Hanf sowie Nylonfasern angemeldet hatte. Das Verbot fiel zudem in eine Zeit, in der von Opium bis Alkohol erstmals der Konsum von psychoaktiven Substanzen zu regulieren versucht wurde.
Nicht zuletzt hat das Museum auch noch ein paar Kuriositäten zu bieten – wie etwa Gemälde, bei denen man anhand der Pfeifengröße erkennen können soll, was die abgebildeten Personen geraucht haben. Angeblich war dies häufig Cannabis.

Hanfmuseum1
© Kid Alex, CC BY-SA 3.0

Letztendlich glorifiziert das Museum Hanf zwar auch deshalb, weil es sich um eine Initiative aus der Legalisierungsbewegung handelt. Auf der anderen Seite zeigt es aber tatsächlich viele Gründe auf, weshalb der Pflanze auch von nicht-Kiffer*innen mehr Aufmerksamkeit zuteil und die Illegalisierung endlich auf den Müllhaufen der Geschichte verbannt werden sollte.

Mit der Erkenntnis, dass es unmöglich ist, am Hackeschen Markt ein Eis zu erstehen, ging somit ein erfolgreicher zweiter FÖJ-Tag zu Ende.